Veranstaltungsprogramm
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Tagesübersicht |
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Partizipative Forschung zwischen Inklusion, Macht und KI (deutsch) Ort: MS1.303 Seminarraum 2, Do. ZooM-Login | |
| Präsentation 2 | |
ID: 1112
/ D1-S2-T1: 2
Forschungsbeitrag Themen: Track - Partizipative Forschung Stichworte: Grenzen und Hürden partizipativer Forschung, Literaturauswertung Zwischen digitaler Ko-Kreation und struktureller Begrenzung: Grenzen partizipativer Ansätze in der Hochschulbildung FOM Hochschule Berlin, Deutschland <p>Die Forderung nach digitaler Partizipation prägt hochschulpolitische und -didaktische Diskurse (Luna-Reyes, 2017). Konzepte wie <em>Students as Partners</em>, ko-kreative Curriculumentwicklung oder partizipative Governance digitaler Plattformen versprechen eine Demokratisierung akademischer Lern- und Entscheidungsprozesse (Cook-Sather et al., 2014; Bovill, 2020). Zugleich verweisen Arbeiten auf persistente Machtasymmetrien, symbolische Beteiligungsformate und strukturelle Exklusionen (Arnstein, 1969; Felten und Lambert, 2020).</p> <p>Der Beitrag analysiert aus governance-, medien- und bildungstheoretischer Perspektive die Grenzen und Hürden partizipativer Ansätze in digitalen und hybriden Hochschulkontexten. Im Fokus stehen drei Spannungsfelder:</p> <p>(1) Strukturelle Macht und digitale Infrastrukturen:<br /> Trotz kollaborativer Plattformen und KI-gestützter Tools bleiben Entscheidungsbefugnisse häufig professoral dominiert. Digitale Infrastrukturen erweitern Partizipationsräume, reproduzieren jedoch bestehende Hierarchien – etwa durch Plattform-Governance, Datenasymmetrien oder algorithmische Steuerung (Selwyn, 2022).</p> <p>(2) Soziale Selektivität und digitale Souveränität:<br /> Partizipation ist sozial ungleich verteilt. Studierende mit höherem kulturellem Kapital und größerer zeitlicher Flexibilität engagieren sich überproportional. Digitale Beteiligungsformate setzen zudem Kompetenzen digitaler Souveränität voraus, die nicht selbstverständlich gegeben sind (Bovill, 2020; Martzoukou et al., 2020).</p> <p>(3) Tokenismus und Wirksamkeit:<br /> Formale Beteiligung (z. B. Evaluationen, Gremienarbeit, Online-Konsultationen) führt nicht zwangsläufig zu realer Mitentscheidung. In Anlehnung an Arnsteins Partizipationsleiter (1969) wird diskutiert, inwiefern digitale Beteiligung zwischen Konsultation und geteilter Entscheidungsmacht oszilliert.</p> <p>Methodisch basiert der Beitrag auf einer strukturierten, interdisziplinären Literaturauswertung internationaler und deutschsprachiger Forschung (voraussichtlicher Zeitrahmen: 2010–2025). Ziel ist die Entwicklung eines analytischen Rahmenmodells, das Grenzen digitaler Partizipation nicht als Defizit, sondern als Ausdruck struktureller Spannungsverhältnisse zwischen Effizienz, Qualitätssicherung, Autonomie, technologischer Steuerung und demokratischer Mitbestimmung versteht.</p> <p>Der Beitrag leistet damit einen konzeptionellen Beitrag zur GeNeMe 2026, indem er digitale Partizipation in der Hochschulbildung als macht- und infrastrukturell gerahmten Raum reflektiert und Kriterien für nachhaltige, wirksame Beteiligung in digitalen Bildungsprozessen formuliert.</p> | |
