Veranstaltungsprogramm
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Tagesübersicht |
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Responsive und inklusive Partizipation im KI-Zeitalter (deutsch) Ort: MS1.303 Seminarraum 2, Fr. ZooM-Login | |
| Präsentation 2 | |
ID: 1106
/ D2-S2-T2: 2
Forschungsbeitrag Themen: Track - Partizipative Forschung Stichworte: Generative KI, Medienkompetenz, Technikbereitschaft, Sekundarstufe 1, Digitale Souveränität Generation Alpha im KI-Zeitalter: Einstellungen, Nutzungsverhalten, Erfahrungen und medienpädagogische Implikationen – Eine Mixed-Methods-Studie mit Mittelschüler:innen in Oberösterreich. Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz, Österreich <p>Die zunehmende Verbreitung generativer KI-Systeme wie ChatGPT im schulischen Alltag konfrontiert die Medienpädagogik mit drängenden Fragen: Wie partizipieren Schüler:innen der Sekundarstufe 1 (10-14 Jahre) tatsächlich an KI-gestützten Informations- und Lernprozessen – und welche Kompetenzanforderungen leiten sich daraus für eine digitale Souveränität ab? Die vorliegende Studie untersucht Einstellungen, Nutzungsverhalten und Zukunftserwartungen von N=547 oberösterreichischen Mittelschüler:innen (Ø-Alter: M=12.67 Jahre) gegenüber Technik und Künstlicher Intelligenz.</p> <p>Theoretisch verortet sich die Untersuchung im Technikakzeptanzmodell nach Davis (1989), das durch das dreifaktorielle Konstrukt der Technikbereitschaft (Neyer, Felber & Gebhardt, 2012) – bestehend aus Technikakzeptanz, Technikkompetenz- und Technikkontrollüberzeugungen – um eine persönlichkeitspsychologische Perspektive erweitert wird. Ergänzend wird ein auf dem San Diego State University [SDSU] Student AI Survey Instrument (2023) basierendes Instrument eingesetzt, um KI-spezifische Wahrnehmungs- und Nutzungsdimensionen zu erfassen.</p> <p>Methodisch fand ein Mixed-Methods-Design Anwendung: Eine standardisierte Online-Befragung (29 Items, 5-stufige Likert-Skalen; Juni–Juli 2024; 8 Schulen) bildete die quantitative Basis; t-Tests, ANOVAs und Kruskal-Wallis-Tests wurden zur Gruppenvergleichsanalyse eingesetzt. Ergänzend wurde eine offene Fragestellung mittels induktiver Kategorienbildung nach Mayring (2002) qualitativ ausgewertet.</p> <p>Die Befunde zeigen eine leicht überdurchschnittliche Technikbereitschaft (M=3.46; 5stufige Likert-Skala), die über Schulstufen stabil bleibt, jedoch signifikante Geschlechterunterschiede aufweist (d=.7, p<.001 zugunsten männlicher Schüler).<br />69.5% der Befragten stehen KI positiv gegenüber – ein signifikant höherer Wert als in der österreichweit (N=ca. 30,000) durchgeführten "Ö3-Jugendstudie" bei 16–17-Jährigen (49%; χ²=87,83, p<.001). Besonders relevant ist der Befund, dass 36.2% der Schüler:innen KI-Tools unbemerkt für schulische Aufgaben nutzten. KI-Erfahrung und wahrgenommene Vertrauenswürdigkeit von LLMs steigen ab der 7. Schulstufe signifikant an (Kruskal-Wallis: p<.001). Qualitativ zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen Nutzenwunsch und Eigenleistungsanspruch sowie der explizite Wunsch nach schulischer KI-Integration.</p> <p>Die Ergebnisse implizieren den Bedarf an systematischer medienpädagogischer Begleitung, insbesondere zur Förderung kritischer Medienkompetenz und zur Entwicklung geschlechtersensibler Bildungskonzepte. Sie liefern empirische Grundlagen für die Gestaltung partizipativer Lernumgebungen, in denen KI nicht als Fremdkörper, sondern als reflexiv eingebettetes Werkzeug digitaler Bildungsprozesse etabliert wird.</p> | |
