7. Internationales Bodensee-Symposium
Frühe Kindheit 2026
12. und 13. Juni 2026
Pädagogische Hochschule Thurgau | Kreuzlingen
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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3.1 FP: Materielle Adressierungen und Orientierungen von Eltern in Kindertagesstätten
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Materielle Adressierungen und Orientierungen von Eltern in Kindertagesstätten TH Köln Kindertageseinrichtungen (Kitas) sind im Kontext der Institutionalisierung von Kindheit nicht nur Orte für Kinder. In ihnen materialisiert sich durch das tägliche Kommen der Eltern das Verhältnis von privater und öffentlicher Fürsorge in einer jeweils eigenen räumlichen Praxis. Diese macht sich zwar an Raumstrukturen und Konzeptionen fest. In Familienbildung oder Frühen Hilfen gelten Kitas häufig als niederschwellige Zugänge für die Unterstützung von Familien. Nimmt man aber eine räumliche Perspektive ein, lässt sich danach fragen, wie Eltern in Kitas über Artefakte und Orte adressiert werden und wie sie sich ihrerseits in diesen Räumen orientieren und die Einrichtungen im Alltag erfahren. Das Verhältnis von Positionierungen, Adressierungen und Orientierungen von Eltern zwischen Räumen und Artefakten steht im Mittelpunkt des Lehrforschungsprojekts „Eltern in Kitas – EiKa“ von Studierenden des M. A. „Pädagogik und Management in der Sozialen Arbeit“ an der TH Köln (2024-2026, Leitung Claus Stieve). Das Projekt knüpft an das vorausgehende BMBF-Verbundprojekt „Raumqualitäten“ (vgl. Stieve et al. 2023; Stenger et al. 2023) sowie an mehrere Studien zum Verhältnis von öffentlicher und privater Fürsorge (ex. Mierendorff 2010) und zur Zusammenarbeit von Kita und Familien (Betz et al. 2019; Betz/Bollig 2023) an. EiKa fragt danach, wie die leiblich-räumlichen und materiellen Adressierungen und Orientierungen von Eltern in Tageseinrichtungen forschungsmethodisch rekonstruiert werden können. Methodologisch baut das Projekt auf praxeologischen und phänomenologischen Perspektiven auf. In der Forschung innerhalb von zwei Kitas wurden Analysen von Grundrissen, vereinfachte subjektive Landkarten, sowie Führungen – einmal durch die Leitung, zum anderen durch Eltern – verbunden mit Autofotografien räumlicher und gegenständlicher Arrangements, genutzt. Die Auswertung erfolgt dokumentarisch sowie phänomenologisch. Im geplanten Vortrag wird anhand von exemplarischen Material dargelegt, wie in räumlichen und materiellen Praktiken in Kitas die Schnittstelle zwischen familiärer und öffentlicher Kindheit und Erziehung alltäglich verhandelt wird. Während die Einrichtungen konzeptionell eine enge Zusammenarbeit mit Eltern hervorheben, zeigen sich räumlich subtile Schwellen, die Handlungsspielräume der Beteiligten beeinflussen. Räume bilden nicht nur eine physische Hülle, sondern materialisieren soziale Interaktionen. Herausgearbeitet werden soll, wie sich die Beziehungsgestaltung zwischen Kita und Eltern weniger in besonderen Orte und Zeiten (wie „Eltern-Café“ oder „Entwicklungsgespräch“), sondern in alltäglichen räumlichen und gegenständlichen Arrangements manifestiert. Exemplarisch hierfür sind Eingangstür, Garderobe oder Gruppentür, die mehr darstellen als ihre Funktion. Sie performieren auf eine jeweilige Weise das Verhältnis von Familie und öffentlicher Bildung und Erziehung. Forschungen zur Räumlichkeit des Elternbezugs in Kitas bieten an, nicht nur einzelne Architekturen oder Gegenstände zu reflektieren, sondern auch vermeintlich selbstverständliche Orientierungen und Grenzen in der Familienorientierung von Kitas und Familienzentren zu befragen. | ||

