7. Internationales Bodensee-Symposium
Frühe Kindheit 2026
12. und 13. Juni 2026
Pädagogische Hochschule Thurgau | Kreuzlingen
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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3.5 PW: Erwachsene Patient:innen als Eltern wahrnehmen – die Behandlung von Eltern als Prävention für die Kinder nutzen
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Erwachsene Patient:innen als Eltern wahrnehmen – die Behandlung von Eltern als Prävention für die Kinder nutzen Institut Kinderseele Schweiz, Schweiz Kinder von Eltern mit psychischen Erkrankungen sind in der Regel von der elterlichen Erkrankung mitbetroffen und weisen im Verlauf ihres Lebens ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer eigenen psychischen Erkrankung auf. Dies gilt insbesondere dann, wenn die betroffenen Kinder noch klein sind, wenn ein Elternteil eine neue psychische Erkrankung entwickelt (z. B. eine postpartale Depression/Psychose, Erschöpfungsdepression) oder bereits eine chronische psychische Erkrankung hat. Eine Möglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen, besteht darin, diesen Kindern vermehrte präventive Unterstützung zukommen zu lassen und ihre Resilienz durch offene Kommunikation und eine breit abgestützte Krankheitsbewältigung der Familie zu stärken. Hier besteht jedoch eine Lücke – Kinder von psychisch erkrankten Eltern werden oft erst dann gesehen, wenn sie selbst Verhaltensauffälligkeiten zeigen oder eine psychische Erkrankung entwickeln, die behandelt werden muss. Dies ist aus präventiver Sicht zu spät. Um den Fokus vermehrt auf die präventive Unterstützung richten zu können, müssten die Kinder also früher im Prozess gesehen und adressiert werden können. Eine Möglichkeit dazu bietet die medizinische Behandlung des betroffenen Elternteils, sei das im Rahmen einer psychiatrischen, hausärztlichen oder gynäkologischen Behandlung. In diesem Rahmen können die Kinder systematisch erfasst und falls nötig Angebote zur Unterstützung unterbreitet werden. Diese Möglichkeit wird in der Schweiz bisher aufgrund des stark fragmentierten Versorgungs- und Vorsorgesystems wenig genutzt. Zudem sind die Gebiete der Kinder-/Jugend- und Familienhilfe aktuell noch wenig mit dem medizinischen Versorgungssystem vernetzt. Fehlende Schnittstellen führen dazu, dass sich Fachpersonen unterschiedlicher Disziplinen nicht kennen, wenig in Kontakt treten und präventive Angebote häufig nicht bekannt sind. Hier setzt der Workshop an, indem er zum Ziel hat, die spezifische Zusammenarbeit zur präventiven Unterstützung der Kinder psychisch erkrankter Eltern näher zu beleuchten und eine breite Diskussion über die entsprechenden Chancen und Hindernisse anzuregen. Als Diskussionsgrundlage werden Massnahmen vorgestellt, die aktuell im Rahmen eines grossen Pilotprojekts erprobt werden, um diese Lücke in Bezug auf die Zusammenarbeit in der Erwachsenenpsychiatrie zu füllen. Erste Beobachtungen zeigen, dass es sich lohnt, den Fokus in der Behandlung von psychisch erkrankten Eltern vermehrt darauf zu legen, die Patient:innen (auch) als Eltern wahrzunehmen und bereits während des Klinikaufenthalts Unterstützung für die betroffenen Familien zu organisieren. Ein entsprechender Pilotversuch der Einführung einer niederschwelligen Elternsprechstunde in psychiatrischen Kliniken für Erwachsene wird vorgestellt. Abschliessend werden die Hindernisse aufgezeigt, die die Erweiterung des Fokus’ von einem alleinigen therapeutischen Betrachten der Erkrankung der Eltern auf einen umfassenden Fokus der Behandlung und der Prävention für Eltern und Kinder erschweren. In einem letzten Teil soll das Thema im Plenum diskutiert und entsprechende Erfahrungen ausgetauscht werden.
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