7. Internationales Bodensee-Symposium
Frühe Kindheit 2026
12. und 13. Juni 2026
Pädagogische Hochschule Thurgau | Kreuzlingen
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | ||
5.1 FP: Wirksamkeit bindungsbasierter Interventionen in den Frühen Hilfen: Ergebnisse der Evaluation der Entwicklungspsychologischen Beratung (EPB®) bei Netzwerk Familie Vorarlberg
| ||
| Präsentationen | ||
Wirksamkeit bindungsbasierter Interventionen in den Frühen Hilfen: Ergebnisse der Evaluation der Entwicklungspsychologischen Beratung (EPB®) bei Netzwerk Familie Vorarlberg 1Institut Kindheit und Entwicklung, Deutschland; 2Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie; 3Hochschule Bochum Die Evaluation einer bindungsbasierten Intervention, der Entwicklungspsychologischen Beratung (EPB®), im Rahmen des Netzwerks Familie Vorarlberg beleuchtet die Auswirkung der Videofeedback-Beratung auf elterliche Beziehungs- und Erziehungskompetenzen. Das Projekt wurde zwischen Juni 2020 und März 2023 als randomisiertes Wartekontrollgruppendesign durchgeführt. Im Zentrum der Untersuchung stand die mütterliche Feinfühligkeit, welche zu drei Messzeitpunkten anhand von videographierten Spielinteraktionen durch voneinander unabhängige Expertinnen beurteilt wurde. Im Vorfeld der Untersuchung wurden 627 Familien gescreent, 237 entsprachen den Einschlusskriterien, davon konnten 60 Familien für die Studie gewonnen werden; 51 vollständige Datensätze bildeten die Basis der Auswertung. Die Ergebnisse zeigen, dass Mütter in der Interventionsgruppe, die EPB erhielten, deutliche Verbesserungen der Feinfühligkeit und emotionalen Abstimmung zeigten, während in der Wartekontrollgruppe diese Verbesserungen ausblieben oder sich sogar das mütterliche Verhalten verschlechterte. Kein einziger Fall einer Verschlechterung der Feinfühligkeit trat in der EPB-Gruppe auf, während in der Kontrollgruppe knapp ein Viertel der Mütter negative Entwicklungen zeigte. Die Studie dokumentiert zudem einen Rückgang potenziell kindeswohlgefährdender Verhaltensweisen bei den EPB-Familien. Die Umsetzung unter Alltagsbedingungen, die hohe Akzeptanz der EPB bei betroffenen Familien und die Effekte auf die Beziehungsqualität heben die Praktikabilität bindungsbasierter Maßnahmen in den Frühen Hilfen hervor. Trotz der kleinen Stichprobengröße und pandemiebedingter Einschränkungen liefert die Untersuchung wertvolle Erkenntnisse in Bezug auf Gelingensfaktoren und Bedingungen bedarfsgerechter Unterstützung belasteter Familien und die Weiterentwicklung früher Interventionsstrategien im deutschsprachigen Raum. Die Ergebnisse unterstreichen die Effektivität der gezielten Stärkung elterlicher Feinfühligkeit, um die Entwicklungschancen von Kindern nachhaltig zu fördern und präventiv kindeswohlgefährdende Situationen zu vermeiden.
| ||

