7. Internationales Bodensee-Symposium
Frühe Kindheit 2026
12. und 13. Juni 2026
Pädagogische Hochschule Thurgau | Kreuzlingen
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Keynote II: Woher nehmen Eltern Rat zur Erziehung? Ein Überblick über die empirische Studienlage
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Woher nehmen Eltern Rat zur Erziehung? Ein Überblick über die empirische Studienlage Universität Erfurt, Deutschland Rat für Eltern zu Erziehungsthemen ist eine spezielle Form von Erziehungswissen und scheint im 21. Jahrhundert nahezu allgegenwärtig zu sein. Der Vortrag bietet auf Basis einer Analyse international erschienener Studien einen Überblick über die Quellen dieser Wissensform. Vor dem Hintergrund einer in Teilen erkennbaren Verwissenschaftlichung und einer Mediatisierung von Elternschaft wird anhand von Studien aus Mitteleuropa, Nordamerika und Australien dargestellt, welche Wissensquellen Eltern in den vergangenen 20 Jahren bevorzugt nutzten. Die Analyse basiert auf 16 empirischen Studien, die einen Wandel insbesondere im Hinblick auf die von Eltern in Anspruch genommenen medialen Formate im Zusammenhang mit Erziehungsrat belegen. Hinsichtlich seiner Herkunft zeigt sich ein komplexes Geflecht aus personalen, professionell-institutionellen und medialen Einflüssen - mit einigen kulturbedingten Unterschieden. Im Bereich des sozialen Nahraums von Eltern erscheinen insbesondere der Austausch mit Partner*innen, der erweiterten Familie sowie dem Freundeskreis als Orientierungen für die alltägliche Erziehungspraxis bedeutsam. Dabei rücken jedoch auch unterschiedliche Qualitäten von Ratschlägen der eigenen Eltern im Vergleich zum Austausch mit Eltern-Peers in den Fokus. Parallel dazu wird auch das Spektrum professioneller Akteur*innen aus Pädagogik, Medizin und institutioneller Familienbildung als Quelle für Erziehungsrat beleuchtet. Ein wesentlicher Teil der Befunde spiegelt jedoch den tiefgreifenden medialen Wandel: Im Vortrag wird daher ein Schwerpunkt auf die Frage gelegt, in welchem Maße digitale Informationspfade klassische Printmedien wie Bücher, Zeitschriften oder Broschüren, aber auch das lineare Fernsehen als Quellen von Erziehungsrat ergänzen oder gar ersetzen. Dabei werden auch die spezifischen Dynamiken einer elterlichen Suche nach Rat in Internetforen sowie die oft beiläufige Rezeption von Erziehungswissen in sozialen Medien und Entertainment-Angeboten reflektiert. Abschließend soll diskutiert werden, wie die allgegenwärtige und niedrigschwellige Verfügbarkeit von Erziehungsrat im 21. Jahrhundert elterliche Orientierungs- und Entscheidungskulturen verändern könnte. Es wird die These einer zunehmenden medialen Konvergenz aufgestellt, bei der Informationen und personaler Austausch kaum trennbar zu verschmelzen scheinen. Der Vortrag schließt mit einem Ausblick auf drängende Forschungsfragen, unter anderem zur Wirkung widersprüchlicher Informationen auf elterliches Wohlbefinden, zur vermeintlichen Vereindeutigung pädagogischen Wissens sowie zur künftigen Rolle KI-basierter Systeme im Zusammenhang mit Elternrat.
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