7. Internationales Bodensee-Symposium
Frühe Kindheit 2026
12. und 13. Juni 2026
Pädagogische Hochschule Thurgau | Kreuzlingen
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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5.2 FP: Elterngespräche mit Unterstützung von Dolmetschenden im Frühbereich – Adressierung und Positionierung der Gesprächsteilnehmenden
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Elterngespräche mit Unterstützung von Dolmetschenden im Frühbereich – Adressierung und Positionierung der Gesprächsteilnehmenden 1Pädagogische Hochschule St.Gallen; 2Pädagogische Hochschule Thurgau Familien oder Familien mit nichtlokaler Erstsprache wird von pädagogischen Fachpersonen oft als Herausforderung wahrgenommen (Sulzer, 2013). Durch Sprache werden «Machtverhältnisse, soziale Asymmetrien und Normen» diskursiv hergestellt (Panagiotopoulou, 2017). Gespräche zwischen Eltern und pädagogischen Fachpersonen können demnach als Herstellungsort von Differenz fungieren (Kesselhut, 2014). Interkulturelle Dolmetschende können als Bindeglied bzw. Brücke zwischen den Gesprächsteilnehmenden wirken und zum Ausgleich des asymmetrischen Machtgefälles beitragen (Otero Moreno, 2018). Ein wesentliches Motiv für die Zusammenarbeit von pädagogischen Fachpersonen mit Eltern ist die Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern, dies evoziert wiederum eine Machtasymmetrie (vgl. Otyakmaz, 2022). Die Präsentation verknüpft Befunde aus zwei Studien: einer Dissertationsstudie mit Daten aus der Schweiz und einer Masterarbeit, deren Daten in Deutschland erhoben wurden. Die Dissertationsstudie zielt darauf ab, die Elterngespräche explorativ zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen Aufschluss über die Merkmale der Interaktionen in Gesprächen zwischen Eltern und pädagogischen Fachpersonen mit Unterstützung von interkulturellen Dolmetschenden geben. Erste Resultate zeigen z.B., dass den Eltern in den Gesprächen nur wenig Raum gegeben wird und sie nicht als Expert:innen für ihre Kinder adressiert werden. Ebenso ist die Rolle der Dolmetschenden sehr machtvoll, da sie das Gespräch durch ihre Übersetzungen lenken können. Basierend auf den Forschungsergebnissen soll eine Fortbildung für pädagogische Fachpersonen im Bereich der Elternzusammenarbeit und migrationssensibler Kompetenzen konzipiert werden. Die Dissertationsstudie ist in ein Projekt zur alltagsintegrierten Deutschförderung in Kindertagesstätten für Zweitsprachlernende eingebettet (Vogt & Puenzieux, 2022). Die Studie stützt sich auf Audioaufnahmen der Elterngespräche mit interkulturellen Dolmetschenden. Zur Datenanalyse wird aufgrund ihres offenen Zuganges die Grounded Theory Method (Charmaz, 2006) verwendet. Um die Rolle der Übersetzung in den Gesprächen analysieren zu können, werden nichtdeutsche Abschnitte transkribiert und rückübersetzt. Um die Rolle der Dolmetschenden vertieft zu betrachten, nimmt die Masterarbeit diese explizit in den Blick und stellt sich die zentrale Frage, wie ehrenamtliche interkulturelle Sprach- und Kulturmittler: innen im Landkreis Konstanz ihre Rolle in Gesprächen der frühen Bildung verstehen und welche Bedeutung sie ihrer Funktion im triadischen Setting zwischen Fachkräften und Eltern zuschreiben (Landkreis Konstanz, o.J.). Erhoben werden die Daten mittels Gruppendiskussionen (Bohnsack & Schäffer, 2001). Für die anschliessende Auswertung orientiert sich die Studie ebenfalls an der konstruktivistischen Grounded Theory nach Charmaz (2006). Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Professions- und Rollendiskussion leisten und praxisrelevante Hinweise für die Zusammenarbeit mit Sprach- und Kulturmittler:innen in der frühen Bildung liefern.
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