7. Internationales Bodensee-Symposium
Frühe Kindheit 2026
12. und 13. Juni 2026
Pädagogische Hochschule Thurgau | Kreuzlingen
Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
| Datum: Samstag, 13.06.2026 | ||
| 9:00 - 9:30 | Empfang mit Kaffee und Gipfeli Ort: Z-Foyer | |
| 9:30 - 10:30 | Keynote II: Woher nehmen Eltern Rat zur Erziehung? Ein Überblick über die empirische Studienlage Ort: M 107 Chair: Prof. Dr. Ulf Sauerbrey, Universität Erfurt | |
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Woher nehmen Eltern Rat zur Erziehung? Ein Überblick über die empirische Studienlage Universität Erfurt, Deutschland Rat für Eltern zu Erziehungsthemen ist eine spezielle Form von Erziehungswissen und scheint im 21. Jahrhundert nahezu allgegenwärtig zu sein. Der Vortrag bietet auf Basis einer Analyse international erschienener Studien einen Überblick über die Quellen dieser Wissensform. Vor dem Hintergrund einer in Teilen erkennbaren Verwissenschaftlichung und einer Mediatisierung von Elternschaft wird anhand von Studien aus Mitteleuropa, Nordamerika und Australien dargestellt, welche Wissensquellen Eltern in den vergangenen 20 Jahren bevorzugt nutzten. Die Analyse basiert auf 16 empirischen Studien, die einen Wandel insbesondere im Hinblick auf die von Eltern in Anspruch genommenen medialen Formate im Zusammenhang mit Erziehungsrat belegen. Hinsichtlich seiner Herkunft zeigt sich ein komplexes Geflecht aus personalen, professionell-institutionellen und medialen Einflüssen - mit einigen kulturbedingten Unterschieden. Im Bereich des sozialen Nahraums von Eltern erscheinen insbesondere der Austausch mit Partner*innen, der erweiterten Familie sowie dem Freundeskreis als Orientierungen für die alltägliche Erziehungspraxis bedeutsam. Dabei rücken jedoch auch unterschiedliche Qualitäten von Ratschlägen der eigenen Eltern im Vergleich zum Austausch mit Eltern-Peers in den Fokus. Parallel dazu wird auch das Spektrum professioneller Akteur*innen aus Pädagogik, Medizin und institutioneller Familienbildung als Quelle für Erziehungsrat beleuchtet. Ein wesentlicher Teil der Befunde spiegelt jedoch den tiefgreifenden medialen Wandel: Im Vortrag wird daher ein Schwerpunkt auf die Frage gelegt, in welchem Maße digitale Informationspfade klassische Printmedien wie Bücher, Zeitschriften oder Broschüren, aber auch das lineare Fernsehen als Quellen von Erziehungsrat ergänzen oder gar ersetzen. Dabei werden auch die spezifischen Dynamiken einer elterlichen Suche nach Rat in Internetforen sowie die oft beiläufige Rezeption von Erziehungswissen in sozialen Medien und Entertainment-Angeboten reflektiert. Abschließend soll diskutiert werden, wie die allgegenwärtige und niedrigschwellige Verfügbarkeit von Erziehungsrat im 21. Jahrhundert elterliche Orientierungs- und Entscheidungskulturen verändern könnte. Es wird die These einer zunehmenden medialen Konvergenz aufgestellt, bei der Informationen und personaler Austausch kaum trennbar zu verschmelzen scheinen. Der Vortrag schließt mit einem Ausblick auf drängende Forschungsfragen, unter anderem zur Wirkung widersprüchlicher Informationen auf elterliches Wohlbefinden, zur vermeintlichen Vereindeutigung pädagogischen Wissens sowie zur künftigen Rolle KI-basierter Systeme im Zusammenhang mit Elternrat.
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| 10:30 - 10:45 | Raumwechsel | |
| 10:45 - 11:45 | 3.1 FP: Materielle Adressierungen und Orientierungen von Eltern in Kindertagesstätten Ort: Z 008 Referent*in: Prof. Dr. Claus Stieve, Th Köln | |
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Materielle Adressierungen und Orientierungen von Eltern in Kindertagesstätten TH Köln Kindertageseinrichtungen (Kitas) sind im Kontext der Institutionalisierung von Kindheit nicht nur Orte für Kinder. In ihnen materialisiert sich durch das tägliche Kommen der Eltern das Verhältnis von privater und öffentlicher Fürsorge in einer jeweils eigenen räumlichen Praxis. Diese macht sich zwar an Raumstrukturen und Konzeptionen fest. In Familienbildung oder Frühen Hilfen gelten Kitas häufig als niederschwellige Zugänge für die Unterstützung von Familien. Nimmt man aber eine räumliche Perspektive ein, lässt sich danach fragen, wie Eltern in Kitas über Artefakte und Orte adressiert werden und wie sie sich ihrerseits in diesen Räumen orientieren und die Einrichtungen im Alltag erfahren. Das Verhältnis von Positionierungen, Adressierungen und Orientierungen von Eltern zwischen Räumen und Artefakten steht im Mittelpunkt des Lehrforschungsprojekts „Eltern in Kitas – EiKa“ von Studierenden des M. A. „Pädagogik und Management in der Sozialen Arbeit“ an der TH Köln (2024-2026, Leitung Claus Stieve). Das Projekt knüpft an das vorausgehende BMBF-Verbundprojekt „Raumqualitäten“ (vgl. Stieve et al. 2023; Stenger et al. 2023) sowie an mehrere Studien zum Verhältnis von öffentlicher und privater Fürsorge (ex. Mierendorff 2010) und zur Zusammenarbeit von Kita und Familien (Betz et al. 2019; Betz/Bollig 2023) an. EiKa fragt danach, wie die leiblich-räumlichen und materiellen Adressierungen und Orientierungen von Eltern in Tageseinrichtungen forschungsmethodisch rekonstruiert werden können. Methodologisch baut das Projekt auf praxeologischen und phänomenologischen Perspektiven auf. In der Forschung innerhalb von zwei Kitas wurden Analysen von Grundrissen, vereinfachte subjektive Landkarten, sowie Führungen – einmal durch die Leitung, zum anderen durch Eltern – verbunden mit Autofotografien räumlicher und gegenständlicher Arrangements, genutzt. Die Auswertung erfolgt dokumentarisch sowie phänomenologisch. Im geplanten Vortrag wird anhand von exemplarischen Material dargelegt, wie in räumlichen und materiellen Praktiken in Kitas die Schnittstelle zwischen familiärer und öffentlicher Kindheit und Erziehung alltäglich verhandelt wird. Während die Einrichtungen konzeptionell eine enge Zusammenarbeit mit Eltern hervorheben, zeigen sich räumlich subtile Schwellen, die Handlungsspielräume der Beteiligten beeinflussen. Räume bilden nicht nur eine physische Hülle, sondern materialisieren soziale Interaktionen. Herausgearbeitet werden soll, wie sich die Beziehungsgestaltung zwischen Kita und Eltern weniger in besonderen Orte und Zeiten (wie „Eltern-Café“ oder „Entwicklungsgespräch“), sondern in alltäglichen räumlichen und gegenständlichen Arrangements manifestiert. Exemplarisch hierfür sind Eingangstür, Garderobe oder Gruppentür, die mehr darstellen als ihre Funktion. Sie performieren auf eine jeweilige Weise das Verhältnis von Familie und öffentlicher Bildung und Erziehung. Forschungen zur Räumlichkeit des Elternbezugs in Kitas bieten an, nicht nur einzelne Architekturen oder Gegenstände zu reflektieren, sondern auch vermeintlich selbstverständliche Orientierungen und Grenzen in der Familienorientierung von Kitas und Familienzentren zu befragen. | |
| 10:45 - 11:45 | 3.2 FP: Und wie geht es eigentlich den Eltern? Einblicke in das laufende Forschungsprojekt «Parental Wellbeing & Family Care» Ort: Z 110 Referent*in: Kersin Bronner, OST Ostschweizer Fachhochschule Referent*in: Kerstin Bronner, OST Ostschweizer Fachhochschule | |
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Und wie geht es eigentlich den Eltern? Einblicke in das laufende Forschungsprojekt «Parental Wellbeing & Family Care» OST Ostschweizer Fachhochschule, Schweiz In der frühkindlichen Förderung liegt traditionell der Schwerpunkt auf der Entwicklung und dem Wohlbefinden der Kinder. Um Erziehung und Förderung jedoch umfassend zu verstehen, müssen auch die Situation und das Wohlbefinden der Eltern berücksichtigt werden. Forschungsarbeiten zeigen, dass sich die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Eltern positiv auf die familiären Beziehungen und somit auf die Kinder auswirken. Rückt dies mit in den Fokus gelingt es, Reaktionen der Eltern in der Zusammenarbeit mit Institutionen und Fachpersonen sowie ihr Erziehungsverhalten besser zu verstehen, eine erfolgreiche Kooperation aufzubauen und somit sowohl die Eltern als auch die Entwicklung der Kinder positiv und nachhaltig zu stärken. In unserem Beitrag geben wir Einblick in unser laufendes Forschungsprojekt „Parental Wellbeing – Family Care between Reward and Overload“, das vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert wird. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich Eltern innerhalb ihrer vielfältigen Anforderungen in einem erheblichen Spannungsfeld bewegen, in welchem sie vielfältigen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht werden müssen. In Paarinterviews berichten sie von Herausforderungen in diesem Spannungsfeld, aber auch von ihren Hoffnungen und Wünschen nach Verbesserungen sowie von gelingenden Momenten. Angesichts widersprüchlicher Rahmenbedingungen und zum Teil unvereinbarer Erwartungen müssen Eltern eine grosse Menge an Care-Arbeit leisten und immer wieder Wege finden, um sowohl die Bedürfnisse ihrer Kinder als auch die eigenen zu erfüllen. Sie sind gefordert, ein funktionierendes Care-System aufzubauen, ihre Lebensgrundlagen zu sichern, positive Beziehungen zu ihren Kindern zu gestalten, Erziehungsnormen zu erfüllen, als Paar zu “funktionieren” und einschneidende Familienereignisse zu bewältigen. Dabei schwankt ihr Wohlbefinden zwischen erfüllenden Momenten, gelingender Erziehung und einem Gefühl der Überforderung und Erschöpfung. Unser Beitrag präsentiert ein Modell, das die verschiedenen Anforderungsbereiche, in denen Eltern aktiv sind, systematisch erfasst. Mithilfe dieses Instruments können wir besser verstehen, wie Eltern ihren Familienalltag erleben und gestalten. Auf dieser Grundlage können angemessene Erwartungen formuliert und gezielte Unterstützung angeboten werden. Indem wir elterliche Care-Arbeit umfassend verstehen tragen wir dazu bei, dass die Kinder in einem förderlichen Umfeld aufwachsen können. So wird eine nachhaltige und positive Zusammenarbeit zwischen Familien, Fachpersonen und Institutionen der frühkindlichen Förderung ermöglicht. | |
| 10:45 - 11:45 | 3.4 PW: Eltern erreichen beginnt bei uns – praxisnahe Strategien und Tools Ort: Z 041 Referent*in: Daniela Melone, Elternbildung CH | |
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Eltern erreichen beginnt bei uns – praxisnahe Strategien und Tools Elternbildung CH, Schweiz Viele Fachpersonen sprechen von «schwer erreichbaren Eltern». Dieser Workshop setzt bewusst einen anderen Fokus: Erreichbarkeit ist kein Defizitmerkmal von Eltern, sondern eine Frage von Zugängen, Bedingungen und professionellen Vorgehensweisen. Wir wissen aus Praxis und Forschung, dass es wirksame Wege gibt, Zugänge zu Eltern zu eröffnen – unabhängig von Sprache, Lebenslage oder Vorerfahrungen. Im Workshop werden zentrale Ansätze vorgestellt, welche die Erreichbarkeit in der Praxis erleichtern: von der Gestaltung geeigneter Rahmenbedingungen über unterstützende Haltungen bis hin zu praxiserprobten Strategien und kleinen Tools, die Fachpersonen sofort in ihrem Alltag einsetzen können. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie wir echte Zugänge schaffen, wenn wir uns konsequent an den Bedürfnissen und Anliegen von Eltern orientieren. Die Teilnehmenden reflektieren eigene Erfahrungen, erweitern ihre persönliche Toolbox und übertragen ausgewählte Vorgehensweisen auf ihre jeweiligen Arbeitsfelder. So entsteht ein praxisnaher Austausch, der zeigt: Erreichbarkeit ist gestaltbar – und stärkt die Zusammenarbeit mit Eltern nachhaltig. | |
| 10:45 - 11:45 | 3.5 PW: Erwachsene Patient:innen als Eltern wahrnehmen – die Behandlung von Eltern als Prävention für die Kinder nutzen Ort: Z 042 Referent*in: Dr. Rebecca Leins, Institut Kinderseele Schweiz | |
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Erwachsene Patient:innen als Eltern wahrnehmen – die Behandlung von Eltern als Prävention für die Kinder nutzen Institut Kinderseele Schweiz, Schweiz Kinder von Eltern mit psychischen Erkrankungen sind in der Regel von der elterlichen Erkrankung mitbetroffen und weisen im Verlauf ihres Lebens ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer eigenen psychischen Erkrankung auf. Dies gilt insbesondere dann, wenn die betroffenen Kinder noch klein sind, wenn ein Elternteil eine neue psychische Erkrankung entwickelt (z. B. eine postpartale Depression/Psychose, Erschöpfungsdepression) oder bereits eine chronische psychische Erkrankung hat. Eine Möglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen, besteht darin, diesen Kindern vermehrte präventive Unterstützung zukommen zu lassen und ihre Resilienz durch offene Kommunikation und eine breit abgestützte Krankheitsbewältigung der Familie zu stärken. Hier besteht jedoch eine Lücke – Kinder von psychisch erkrankten Eltern werden oft erst dann gesehen, wenn sie selbst Verhaltensauffälligkeiten zeigen oder eine psychische Erkrankung entwickeln, die behandelt werden muss. Dies ist aus präventiver Sicht zu spät. Um den Fokus vermehrt auf die präventive Unterstützung richten zu können, müssten die Kinder also früher im Prozess gesehen und adressiert werden können. Eine Möglichkeit dazu bietet die medizinische Behandlung des betroffenen Elternteils, sei das im Rahmen einer psychiatrischen, hausärztlichen oder gynäkologischen Behandlung. In diesem Rahmen können die Kinder systematisch erfasst und falls nötig Angebote zur Unterstützung unterbreitet werden. Diese Möglichkeit wird in der Schweiz bisher aufgrund des stark fragmentierten Versorgungs- und Vorsorgesystems wenig genutzt. Zudem sind die Gebiete der Kinder-/Jugend- und Familienhilfe aktuell noch wenig mit dem medizinischen Versorgungssystem vernetzt. Fehlende Schnittstellen führen dazu, dass sich Fachpersonen unterschiedlicher Disziplinen nicht kennen, wenig in Kontakt treten und präventive Angebote häufig nicht bekannt sind. Hier setzt der Workshop an, indem er zum Ziel hat, die spezifische Zusammenarbeit zur präventiven Unterstützung der Kinder psychisch erkrankter Eltern näher zu beleuchten und eine breite Diskussion über die entsprechenden Chancen und Hindernisse anzuregen. Als Diskussionsgrundlage werden Massnahmen vorgestellt, die aktuell im Rahmen eines grossen Pilotprojekts erprobt werden, um diese Lücke in Bezug auf die Zusammenarbeit in der Erwachsenenpsychiatrie zu füllen. Erste Beobachtungen zeigen, dass es sich lohnt, den Fokus in der Behandlung von psychisch erkrankten Eltern vermehrt darauf zu legen, die Patient:innen (auch) als Eltern wahrzunehmen und bereits während des Klinikaufenthalts Unterstützung für die betroffenen Familien zu organisieren. Ein entsprechender Pilotversuch der Einführung einer niederschwelligen Elternsprechstunde in psychiatrischen Kliniken für Erwachsene wird vorgestellt. Abschliessend werden die Hindernisse aufgezeigt, die die Erweiterung des Fokus’ von einem alleinigen therapeutischen Betrachten der Erkrankung der Eltern auf einen umfassenden Fokus der Behandlung und der Prävention für Eltern und Kinder erschweren. In einem letzten Teil soll das Thema im Plenum diskutiert und entsprechende Erfahrungen ausgetauscht werden. | |
| 10:45 - 11:45 | 3.6 PW: Herzstück Familie – Familienorientierung als Schlüssel für gelingende Kooperation und Teilhabe in der frühen Kindheit Ort: Z 109 Referent*in: Jette Hunsperger, Hochschule für Heilpädagogik | |
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Herzstück Familie – Familienorientierung als Schlüssel für gelingende Kooperation und Teilhabe in der frühen Kindheit Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Schweiz «Eltern spielen für die kindliche Entwicklung eine – oder sogar die – zentrale Rolle», heisst es in den einleitenden Worten des Binationalen Zentrums Frühe Kindheit (BiKi) zum diesjährigen Tagungsthema. Daraus ergibt sich eine zentrale Frage: Wie können Eltern nachhaltig unterstützt und begleitet werden? Diese Frage verbindet Fachpersonen aus unterschiedlichen Disziplinen der frühen Kindheit – von der Heilpädagogischen Früherziehung über die frühe Förderung, Sozialpädagogik bis hin zu Bildungs- und Gesundheitsberufen. Unabhängig vom Arbeitsfeld geht es immer auch darum, Eltern in ihrer zentralen Rolle anzunehmen, zu stärken und sie als aktive Partnerinnen und Partner in Entwicklungsprozesse einzubeziehen. Der Workshop beleuchtet die Familienorientierung als Schlüssel für gelingende Kooperation und Teilhabe in der frühen Kindheit. Ausgehend von Erfahrungen aus der Heilpädagogischen Früherziehung und im Dialog mit Eltern werden Gelingensbedingungen einer ressourcenorientierten Zusammenarbeit sichtbar gemacht. Im Zentrum steht ein partizipatives Format: Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung kommen zu Wort, berichten von ihren Erfahrungen und formulieren, was sie sich in der Zusammenarbeit mit Fachpersonen wünschen – wo sie sich gesehen und verstanden fühlen, wo die Fokussierung auf Teilhabe gelingt und wo sie sich Unterstützung wünschen. Dabei wird deutlich, dass viele dieser Erfahrungen universell sind – gleichzeitig zeigen sich besondere Herausforderungen für Familien, deren Teilhabe an Lebensbereichen und Gesellschaft aufgrund einer Beeinträchtigung ihres Kindes stärker eingeschränkt sind. Gemeinsam mit Fachpersonen werden diese Perspektiven reflektiert und daraus Impulse für eine stärkende, kooperative Haltung im professionellen Alltag abgeleitet. Ziel ist es, professionsübergreifend ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen: Wie kann Familienorientierung in verschiedenen Arbeitsfeldern der frühen Kindheit gelebt werden – und was trägt dazu bei, dass Eltern in ihrer Rolle gestärkt und Kinder in ihrer Entwicklung bestmöglich unterstützt werden? Literatur: Steudler, A. (2018). Familienorientierung in der heilpädagogischen Früherziehung. Eine qualitative Studie zur Kompetenzstärkung der Eltern. Bern: Edition SZH/CSPS. Staiger-Iffländer, R. (2024). Eltern in ihren Kompetenzen stärken. Wie Heilpädagogische Früherziehung nachhaltig wirken kann. Sonderpädagogische Forschung in der Schweiz. Band 5, Bern: Edition SZH. | |
| 11:45 - 13:00 | Lunch & Netzwerken Ort: Z-Foyer | |
| 13:00 - 14:00 | 4.1 FP: Bedürfnisorientierte Erziehung und intensivierte Elternschaft – Eine empirische Betrachtung aktueller Trends der elterlichen Erziehung im Kontext des Kindergarteneintritts Ort: Z 109 Referent*in: Dr. Yvonne Reyhing, Pädagogische Hochschule Thurgau Referent*in: Karina Rädler, Pädagogische Hochschule Thurgau | |
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Bedürfnisorientierte Erziehung und intensivierte Elternschaft – Eine empirische Betrachtung aktueller Trends der elterlichen Erziehung im Kontext des Kindergarteneintritts Pädagogische Hochschule Thurgau, Schweiz Die elterliche Erziehung unterlag in den vergangenen Jahren starken Veränderungen. Eltern orientieren sich bei der Erziehung ihrer Kinder vermehrt an Sozialen Medien und treffen dort auf Ansätze wie bspw. die bindungs- resp. bedürfnisorientierte Erziehung. Diese Erziehungsansätze werden jedoch sehr uneinheitlich interpretiert und häufig mit grossen Erfolgsversprechen und Tendenz zur intensivierten Elternschaft inszeniert. Zur Wirkung von intensivierter Elternschaft im Bereich der bedürfnisorientierten Erziehung auf das alltägliche Familienleben können bisher lediglich Hypothesen gebildet werden. Der Kindergarteneintritt ist eine Phase, in der die Kinder aus der privaten Familiensphäre in eine öffentliche Institution eintreten. Daher bietet dieser Übergang einen guten Rahmen, um die Wirkung unterschiedlicher elterlicher Erziehung zu untersuchen. Studien zum Kindergarteneintritt verdeutlichen, dass etwa die Hälfte der Kinder nach dem Übergang sozial kompetentes Verhalten zeigen. Einige Kinder haben jedoch grössere Anpassungsprobleme resp. Verhaltensprobleme, insbesondere bei der sozialen Integration. Es stellt sich die Frage, ob die elterliche Erziehung, insbesondere die zu intensivierter Elternschaft tendierende bedürfnisorientierte Erziehung, einen Einfluss auf das Erleben des Kindergarteneintritts hat. Um dem nachzugehen, wurden Eltern anhand einer Online-Erhebung vor und nach dem Kindergarteneintritt ihres Kindes befragt (T1: n=152; T2: n=139). Hierfür wurde eine eigens entwickelte Skala zur Erfassung der elterlichen Erziehung eingesetzt. Die Eltern schätzen den Verlauf des Kindergarteneintritts anhand von offenen Antworten ein, welche quantifiziert in einer linearen Regressionsanalyse verwendet wurden. Die Ergebnisse der Erhebung vor Kindergarteneintritt liegen bereits vor. Es zeigte sich ein gemischtes Bild: Manche Eltern (12.2%) äussern sich (sehr) besorgt über den bevorstehenden Übergang, manche haben gemischte Gefühle (38.4%) und andere wiederum blicken diesem (sehr) offen und optimistisch entgegen (49.5%). Im Vortrag werden die Ergebnisse des Projektes vorgestellt und in gesellschaftliche Entwicklungen eingeordnet. Auch der professionelle Umgang mit intensivierter Elternschaft sowie den in den Sozialen Medien verhandelten Erziehungstrends wird diskutiert. | |
| 13:00 - 14:00 | 4.2 FP: Eltern in ihren Kompetenzen stärken - Wie Heilpädagogische Früherziehung nachhaltig wirken kann Ort: Z 041 Referent*in: Dr. Raphaela Staiger-Iffländer, Pädagogische Hochschule St. Gallen | |
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Eltern in ihren Kompetenzen stärken - Wie Heilpädagogische Früherziehung nachhaltig wirken kann Pädagogische Hochschule St. Gallen, Schweiz Die Heilpädagogische Früherziehung (HFE) versteht sich als familienorientiertes Angebot, das nicht nur das Kind und seine besonderen Bedarfe, sondern insbesondere auch die Eltern und die gesamte Familie in den Blick nimmt. In diesem Referat werden die Ergebnisse eines Dissertationsprojektes vorgestellt. Es befasst sich mit der Frage, ob und in welchen Bereichen die Eltern (langfristig) von der Beratung und Begleitung durch die HFE profitieren. Dabei stehen die Stärkung der elterlichen Kompetenzen, sowie des Zutrauens in die eigenen Kompetenzen als Kriterien im Zentrum der Untersuchung: Haben die Eltern durch die HFE eine Stärkung ihrer elterlichen Kompetenzen sowie des Zutrauens in ihre Kompetenzen erfahren (in Bezug auf die Förderung ihres Kindes, die Vernetzung mit Angeboten und Diensten, die Partizipation in der Gesellschaft)? Und konnten die Eltern langfristig von dieser Stärkung profitieren? Um diese Fragen zu beantworten, wurde ein sequenzielles Mixed Methods Design gewählt. Nach einer quantitativen Erhebung (durchgeführt als Vollerhebung aller Familien, die im Jahr 2018 im Kanton Zürich die HFE beendet haben; n= 463 Kinder/ 455 Familien) wurden qualitative Interviews mit ausgewählten Familien durchgeführt (n= 24 Kinder / 22 Familien), um ein genaueres Bild der individuellen Lebenssituationen und Erfahrungen der Familien zu erhalten. Neben der Analyse der erlebten helpfulness der HFE wurde mittels Strukturgleichungsmodellierung untersucht, ob sich die Einschätzungen der Eltern in verschiedenen Subpopulationen unterscheiden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Eltern dabei nicht nur in den kindbezogenen Bereichen, sondern insbesondere auch in den eltern-/familienbezogenen Bereichen und hinsichtlich ihrer Rechte und verfügbaren Angebote eine Stärkung ihrer Kompetenzen durch die HFE erfahren haben und davon teilweise bis heute profitieren. Das Vorliegen einer medizinischen Diagnose des Kindes, familiärer Risikofaktoren, sowie Entwicklungsverzögerungen im Bereich Verhalten oder Motorik haben sich dabei als hemmende Faktoren erwiesen. Eine längere Dauer der HFE hat dagegen signifikant zu höheren Einschätzungen der eigenen elterlichen Kompetenzen sowie der helpfulness der HFE beigetragen. Die Ergebnisse liefern zentrale Ausgangspunkte für die langfristige Stärkung elterlicher Kompetenzen im Rahmen der HFE. Vor dem Hintergrund zunehmender Fragen nach der Wirksamkeit der HFE sollen die Ergebnisse in diesem Referat diskutiert werden.
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| 13:00 - 14:00 | 4.3 PW: Familien in Trennungsprozessen professionell beraten und begleiten Ort: Z 042 Referent*in: Dr. Anna Beyer, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg | |
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Familien in Trennungsprozessen professionell beraten und begleiten Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Deutschland Eine Trennung der Eltern stellt alle Familienmitglieder vor vielschichtige emotionale, aber auch praktische Herausforderungen, die sich insbesondere in der frühen Kindheit prägend auf die kindliche Entwicklung auswirken können. Die unterschiedlichen Bedürfnisse und Belastungen der einzelnen Familienmitglieder sind dabei in der Regel komplex miteinander verwoben, was eine differenzierte Betrachtung des Familiensystems erforderlich macht. Konfliktdynamiken und wechselseitige Verstrickungen zwischen den Eltern können dazu führen, dass die Bedürfnisse des Kindes aus dem Blick geraten; zudem erschweren sie nicht selten auch die konstruktive und kooperative Zusammenarbeit zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften. Beratung im Kontext der Interdisziplinären Frühförderung in Baden-Württemberg richtet sich dabei nicht nur auf das Kind, sondern auf die Familie als Ganzes. Im Kontext von Trennung und Scheidung agieren Beratende der Frühförderung deshalb im Spannungsfeld zwischen der allparteilichen Unterstützung aller Familienmitglieder und der Verantwortung, bei Bedarf die Bedürfnisse und Interessen des Kindes den Eltern gegenüber zu vertreten. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, bedarf professionelle Beratung eines systemischen Bezugsrahmens, der die Familie als komplexes Beziehungsgefüge im Trennungsprozess betrachtet und dabei auch die Rolle der Beratenden selbst mit einbezieht. Neben einem fundierten Fachwissen und Verständnis potenzieller Konfliktdynamiken benötigen Beratende auch eine hohe Kompetenz im Bereich der Selbst- und Prozessreflexion, um in diesem komplexen Feld professionell agieren zu können. Dieser Workshop verbindet theoretische Impulse zu Konflikt- und Beziehungsdynamiken sowie etablierte Beratungsansätze aus der Familienmediation und der Interdisziplinären Frühförderung mit der praxisorientierten Arbeit an Fallbeispielen. Dabei werden die komplexen Prozesse der Beratung und Begleitung von Familien in Trennung reflektiert, mögliche „Stolpersteine“ identifiziert und Ansätze des konstruktiven Umgangs mit diesen diskutiert. Ziel ist es, die Sensibilität für die vielschichtigen Bedürfnisse und Beziehungsgefüge zu schärfen und die professionelle Handlungs- und Beratungskompetenz im Kontext der Begleitung von Familien in Trennungssituationen zu stärken. | |
| 13:00 - 14:00 | 4.4 PW: Beratung mit Familien aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten Ort: Z 110 Referent*in: Prof. Dr. Angelika Schöllhorn, PHTG Referent*in: Joern Borke, Hochschule Magdeburg Stendal | |
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Beratung mit Familien aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten 1: PHTG, Kreuzlingen; 2: Hochschule Magdeburg Stendal; 3: Universität Münster Familien aus anderen kulturellen Kontexten sind eine bedeutsame Zielgruppe beraterischer Tätigkeit. Sie haben häufig besondere Belastungen und finden gleichzeitig erschwert Zugang zu unterstützenden Massnahmen. Aus der Praxis wird vielfach berichtet, dass diese Eltern schwerer erreichbar seien und sich der Kontakt eher schwieriger gestalte. Umso wichtiger ist eine kultursensible Herangehensweise, die in einem ersten Schritt um Sozialisations- und Erziehungsbedingungen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten weiss. Daran anschliessend stellt sich die Frage, wie vor diesem Hintergrund eine fruchtbare gemeinsame Arbeit angelegt werden kann. Im Praxisworkshop befassen wir uns mit Beratungsprozessen von Familien mit Säuglingen und Kleinkindern. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen «Wie erreiche ich die Eltern?», «Wie kommen wir zu einer gemeinsamen Sicht auf das Kind?» und «Wie können wir gemeinsam die Entwicklung des Kindes begleiten?». Es werden kulturell unterschiedliche Erziehungs- und Sozialisationsvorstellungen in Bezug auf die Entwicklung der Kinder vermittelt und wie die Kultur die Sicht von Eltern auf ihre Kinder und die Erziehung ihrer Kinder prägt. Weiterhin wird auf die Anforderungen an eine kultursensitive Beratung eingegangen. Dazu wird ein Prozessmodell vorgestellt, das Anhaltspunkte für eine kultursensitiv ausgerichtete Beratung gibt. Die Anschlussfähigkeit an unterschiedliche familiäre Hintergründe kann damit gesichert werden. | |
| 13:00 - 14:00 | 4.5 PW: Elternarbeit mit Wirkung: Chancen und Herausforderungen einer bedürfnisorientierten Zusammenarbeit – Impulse aus der Stadt Zürich und Baden-Württemberg Ort: M 107 Referent*in: Dr. Franziska Schlattmeier, Stadt Zürich Referent*in: Annalena Spiertz, Kath. Kindergarten Balgheim | |
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Elternzusammenarbeit Stadt Zürich, Schweiz Angaben zum Abstract folgen
Elternarbeit mit Wirkung: Chancen und Herausforderungen einer bedürfnisorientierten Zusammenarbeit – Impulse aus der Stadt Zürich und Baden-Württemberg 1: Kath. Kindergarten St. Josef Balgheim, Deutschland; 2: Stadt Zürich Die Zusammenarbeit mit Familien ist ein zentraler Bestandteil einer frühkindlichen, bildungsorientierten Arbeit in Kindertagesstätten. Wir stellen uns die Frage: Wie wandelt sich Elternarbeit von einer täglichen Beziehungsarbeit zu einer lebendigen, bedürfnisorientierten Zusammenarbeit mit Familien? Dieser Praxisworkshop führt zwei Perspektiven zusammen: den konzeptionellen Entwicklungsprozess der städtischen Kitas in Zürich und die praktischen Gelingfaktoren einer Kindertagesstätte in Baden-Württemberg. Im Zentrum stehen die universellen Säulen einer professionellen Zusammenarbeit: eine wertschätzende Haltung, klare Kommunikation und die Balance zwischen Mitbestimmung und pädagogischer Verantwortung. Wir beleuchten gemeinsam, worauf es in der Praxis wirklich ankommt, damit Eltern sich verstanden und beteiligt fühlen. Anhand konkreter Einblicke in Entwicklungsprozesse von Konzepten und den Kita-Alltag wird diskutiert, wovon gelingende Elternzusammenarbeit abhängt, wie diese nachhaltig im Kita-Alltag umgesetzt werden kann und wo besondere Herausforderungen liegen. Der Workshop lädt Fachpersonen dazu ein, eigene Formen der Elternarbeit zu reflektieren. Gemeinsam entwickeln wir Impulse für eine nachhaltige Elternzusammenarbeit, die stärkt statt überfordert und Partizipation im Alltag lebendig macht. | |
| 14:00 - 14:15 | Raumwechsel | |
| 14:15 - 15:15 | 5.1 FP: Wirksamkeit bindungsbasierter Interventionen in den Frühen Hilfen: Ergebnisse der Evaluation der Entwicklungspsychologischen Beratung (EPB®) bei Netzwerk Familie Vorarlberg Ort: Z 109 Referent*in: Dr. Anne Künster, Institut Kindheit und Entwicklung | |
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Wirksamkeit bindungsbasierter Interventionen in den Frühen Hilfen: Ergebnisse der Evaluation der Entwicklungspsychologischen Beratung (EPB®) bei Netzwerk Familie Vorarlberg 1: Institut Kindheit und Entwicklung, Deutschland; 2: Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie; 3: Hochschule Bochum Die Evaluation einer bindungsbasierten Intervention, der Entwicklungspsychologischen Beratung (EPB®), im Rahmen des Netzwerks Familie Vorarlberg beleuchtet die Auswirkung der Videofeedback-Beratung auf elterliche Beziehungs- und Erziehungskompetenzen. Das Projekt wurde zwischen Juni 2020 und März 2023 als randomisiertes Wartekontrollgruppendesign durchgeführt. Im Zentrum der Untersuchung stand die mütterliche Feinfühligkeit, welche zu drei Messzeitpunkten anhand von videographierten Spielinteraktionen durch voneinander unabhängige Expertinnen beurteilt wurde. Im Vorfeld der Untersuchung wurden 627 Familien gescreent, 237 entsprachen den Einschlusskriterien, davon konnten 60 Familien für die Studie gewonnen werden; 51 vollständige Datensätze bildeten die Basis der Auswertung. Die Ergebnisse zeigen, dass Mütter in der Interventionsgruppe, die EPB erhielten, deutliche Verbesserungen der Feinfühligkeit und emotionalen Abstimmung zeigten, während in der Wartekontrollgruppe diese Verbesserungen ausblieben oder sich sogar das mütterliche Verhalten verschlechterte. Kein einziger Fall einer Verschlechterung der Feinfühligkeit trat in der EPB-Gruppe auf, während in der Kontrollgruppe knapp ein Viertel der Mütter negative Entwicklungen zeigte. Die Studie dokumentiert zudem einen Rückgang potenziell kindeswohlgefährdender Verhaltensweisen bei den EPB-Familien. Die Umsetzung unter Alltagsbedingungen, die hohe Akzeptanz der EPB bei betroffenen Familien und die Effekte auf die Beziehungsqualität heben die Praktikabilität bindungsbasierter Maßnahmen in den Frühen Hilfen hervor. Trotz der kleinen Stichprobengröße und pandemiebedingter Einschränkungen liefert die Untersuchung wertvolle Erkenntnisse in Bezug auf Gelingensfaktoren und Bedingungen bedarfsgerechter Unterstützung belasteter Familien und die Weiterentwicklung früher Interventionsstrategien im deutschsprachigen Raum. Die Ergebnisse unterstreichen die Effektivität der gezielten Stärkung elterlicher Feinfühligkeit, um die Entwicklungschancen von Kindern nachhaltig zu fördern und präventiv kindeswohlgefährdende Situationen zu vermeiden.
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| 14:15 - 15:15 | 5.2 FP: Elterngespräche mit Unterstützung von Dolmetschenden im Frühbereich – Adressierung und Positionierung der Gesprächsteilnehmenden Ort: Z 008 Referent*in: Fabienne Bohler, Pädagogische Hochschule St.Gallen | |
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Elterngespräche mit Unterstützung von Dolmetschenden im Frühbereich – Adressierung und Positionierung der Gesprächsteilnehmenden 1: Pädagogische Hochschule St.Gallen; 2: Pädagogische Hochschule Thurgau Familien oder Familien mit nichtlokaler Erstsprache wird von pädagogischen Fachpersonen oft als Herausforderung wahrgenommen (Sulzer, 2013). Durch Sprache werden «Machtverhältnisse, soziale Asymmetrien und Normen» diskursiv hergestellt (Panagiotopoulou, 2017). Gespräche zwischen Eltern und pädagogischen Fachpersonen können demnach als Herstellungsort von Differenz fungieren (Kesselhut, 2014). Interkulturelle Dolmetschende können als Bindeglied bzw. Brücke zwischen den Gesprächsteilnehmenden wirken und zum Ausgleich des asymmetrischen Machtgefälles beitragen (Otero Moreno, 2018). Ein wesentliches Motiv für die Zusammenarbeit von pädagogischen Fachpersonen mit Eltern ist die Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern, dies evoziert wiederum eine Machtasymmetrie (vgl. Otyakmaz, 2022). Die Präsentation verknüpft Befunde aus zwei Studien: einer Dissertationsstudie mit Daten aus der Schweiz und einer Masterarbeit, deren Daten in Deutschland erhoben wurden. Die Dissertationsstudie zielt darauf ab, die Elterngespräche explorativ zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen Aufschluss über die Merkmale der Interaktionen in Gesprächen zwischen Eltern und pädagogischen Fachpersonen mit Unterstützung von interkulturellen Dolmetschenden geben. Erste Resultate zeigen z.B., dass den Eltern in den Gesprächen nur wenig Raum gegeben wird und sie nicht als Expert:innen für ihre Kinder adressiert werden. Ebenso ist die Rolle der Dolmetschenden sehr machtvoll, da sie das Gespräch durch ihre Übersetzungen lenken können. Basierend auf den Forschungsergebnissen soll eine Fortbildung für pädagogische Fachpersonen im Bereich der Elternzusammenarbeit und migrationssensibler Kompetenzen konzipiert werden. Die Dissertationsstudie ist in ein Projekt zur alltagsintegrierten Deutschförderung in Kindertagesstätten für Zweitsprachlernende eingebettet (Vogt & Puenzieux, 2022). Die Studie stützt sich auf Audioaufnahmen der Elterngespräche mit interkulturellen Dolmetschenden. Zur Datenanalyse wird aufgrund ihres offenen Zuganges die Grounded Theory Method (Charmaz, 2006) verwendet. Um die Rolle der Übersetzung in den Gesprächen analysieren zu können, werden nichtdeutsche Abschnitte transkribiert und rückübersetzt. Um die Rolle der Dolmetschenden vertieft zu betrachten, nimmt die Masterarbeit diese explizit in den Blick und stellt sich die zentrale Frage, wie ehrenamtliche interkulturelle Sprach- und Kulturmittler: innen im Landkreis Konstanz ihre Rolle in Gesprächen der frühen Bildung verstehen und welche Bedeutung sie ihrer Funktion im triadischen Setting zwischen Fachkräften und Eltern zuschreiben (Landkreis Konstanz, o.J.). Erhoben werden die Daten mittels Gruppendiskussionen (Bohnsack & Schäffer, 2001). Für die anschliessende Auswertung orientiert sich die Studie ebenfalls an der konstruktivistischen Grounded Theory nach Charmaz (2006). Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Professions- und Rollendiskussion leisten und praxisrelevante Hinweise für die Zusammenarbeit mit Sprach- und Kulturmittler:innen in der frühen Bildung liefern.
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| 14:15 - 15:15 | 5.3 PW: Eltern im Boot – Kinderrechte im Blick: Kooperative Elternarbeit zu digitalen Medien in Krippe und Elementarbereich Ort: Z 041 Referent*in: Prof. Dr. Jeanette Roos, Pädagogische Hochschule Heidelberg Referent*in: Andrea Kern, Pädagogische Hochschule St.Gallen | |
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Eltern im Boot – Kinderrechte im Blick: Kooperative Elternarbeit zu digitalen Medien in Krippe und Elementarbereich 1: Pädagogische Hochschule Heidelberg, Deutschland; 2: Pädagogische Hochschule St.Gallen, Schweiz Kinder wachsen heute von Beginn an in einer mediatisierten Lebenswelt auf (Stapf, 2024). Digitale Medien sind integraler Bestandteil ihres Aufwachsens und prägen familiale Alltagspraktiken, Beziehungsarbeit und Sozialisationsprozesse (Eggert et al., 2021); d. h. digitale Medien sind Teil des Familienalltags (z. B. mpfs, 2024; Schmid et al., 2025). Zugleich unterscheiden sich Eltern stark darin, wie digitale Medien genutzt, begleitet und reguliert werden (Eggert et al., 2021). In Einrichtungen der frühen Kindheit – von der Krippe bis zum Elementarbereich – entstehen dadurch mitunter Spannungsfelder («Schonraum ohne digitale Medien» vs. «zu viel Nutzung – wir brauchen Regeln») sowie sensible Fragen rund um Privatheit, Schutz und kindgerechte Orientierung (Reichert-Garschhammer & Lorenz, 2024). Der Praxisworkshop knüpft an den Tagungsschwerpunkt «Eltern im Fokus. Verstehen, Unterstützen, Zusammenarbeiten» an und zeigt, wie Elternarbeit zur digitalen Medienbildung kooperativ gestaltet werden kann – mit Kinderrechten als gemeinsamem Kompass (u. a. Privatheit/«Recht am eigenen Bild», Beteiligung, Schutz) (Roos & Kern, 2025; Kinderrechteausschuss der Vereinten Nationen, 2021). Ziel ist eine wertschätzende Gesprächs- und Beratungspraxis, die Eltern stärkt, ohne zu moralisieren, die medienpädagogische Praxis transparent macht und zu einem regen Austausch im Bereich digitale Bildung anregt (z. B. Lienau & Röck, 2022). Ausgehend von typischen Themen im Kontext digitaler Medien (digitale Medienpraxis in Familie und Bildungseinrichtungen, Technoference, Sharenting, «digitaler Schnuller») wählen die Teilnehmer:innen zwischen Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten: (1) der Entwicklung von Lösungen für unterschiedliche Beratungsgespräche im Zusammenhang mit digitalen Medien (Fallbeispiele/-beratung) oder (2) der Erarbeitung von Umsetzungsideen für die eigene Einrichtung: z. B. Einstiege für Elternabende zu digitalen Medien oder (3) der Sammlung von Vorschlägen für Beteiligungs- und Informationsformate (Eltern-Kind-Aktionen mit digitalen Medien, Sichtbarmachen von digitalen Medienprojekten). Der Workshop schliesst mit einer gemeinsamen Ergebnissicherung und der Sichtbarmachung konkreter Ansatzpunkte für eine kooperative, kinderrechtsorientierte Elternarbeit im Bereich digitaler Bildung. | |
| 14:15 - 15:15 | 5.4 PW: Wie können mehrfach psychosozial belastete Eltern in der frühsten Phase des Elternseins wirksam und nachhaltig unterstützt werden? Ort: Z 110 Referent*in: Regula Eppisser, Ostschweizer Verein für das Kind | |
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Wie können mehrfach psychosozial belastete Eltern in der frühsten Phase des Elternseins wirksam und nachhaltig unterstützt werden? Ostschweizer Verein für das Kind, Schweiz Eltern-werden ist für jeden Menschen, für jedes Paar ein einschneidendes Ereignis. Unabhängig davon, ob eine Familiengründung geplant war oder nicht, ist der Übergang Mutter oder Vater zu werden mit vielen Veränderungen und Herausforderungen verbunden. Belastungen, die allenfalls bereits vor der Geburt bestanden haben, verstärken sich oder es kommen weitere dazu. Das lizenzierte PAT-Programm begleitet Eltern/Familien mit psychosozialen Belastungsfaktoren über rund drei Jahre ab Geburt, bestenfalls bereits ab der Schwangerschaft. Wir zeigen auf, wie eine wirkungsvolle Zusammenarbeit mit Eltern, trotz Mehrfachbelastungen gestaltet werden kann. Weiter setzen wir uns mit der Frage auseinander, inwieweit die Grundsätze der PAT-Programmstrukturen hilfreich sind in der professionellen und nachhaltigen Unterstützung und Begleitung von Eltern unterschiedlichster Herkunft. Einfliessen wird zudem eine kurze Übersicht über Methoden und Modelle, die sich in der Arbeit mit Familien als unterstützend und gewinnbringend erwiesen haben.
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| 14:15 - 15:15 | 5.5 PW: Eltern als Schlüsselakteure für einen erfolgreichen Spracherwerb Ort: Z 042 Referent*in: Prof. Dr. Anke Buschmann, Hochschule Nordhausen, ZEL–Heidelberg | |
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Eltern als Schlüsselakteure für einen erfolgreichen Spracherwerb Hochschule Nordhausen, ZEL–Heidelberg, Deutschland In diesem Workshop liegt der Fokus auf dem Einfluss des elterlichen Interaktionsverhaltens für eine erfolgreiche Sprachentwicklung. Es wird der Zusammenhang zwischen der Sprachumwelt eines Kindes und der Entwicklung sprachlicher Fähigkeiten anhand von Fakten aus wissenschaftlichen Studien präsentiert und mit den praktischen Erfahrungen aus dem Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung (HET, Buschmann, 2024) verbunden. Es wird auf die zentralen Bereiche elterliche Responsivität, Qualität und Quantität des Sprachangebots sowie anregende Umgebungsbedingungen eingegangen. Kinder mit einer verzögerter Sprachentwicklung oder mit einer globalen Entwicklungsstörung profitieren deutlich davon, wenn ihre engsten Bezugspersonen systematisch darin befähigt werden, sich in natürlichen Alltagssituationen sprachförderlich zu verhalten (Metaanalyse Roberts & Kaiser 2011, Roberts et al. 2019). Aber auch Eltern, denen es bisher aus eigener Eefahrung heraus zum Beispiel nicht gelingt, ihrem Kind vorzulesen oder sich insgesamt sprachlernunterstützend zu verhalten profitieren von entsprechenden praxisorientierten Elternbildungsangeboten. Miteinander besprechen wir, welche inhaltlichen Komponenten und methodischen Mittel eine Elternanleitung/-schulung erfolgreich werden lassen. Praktische Elemente aus dem Heidelberger Elterntraining werden von der Autorin vorgestellt. Gemeinsam wird überlegt, wie sich solche Elternbildungsangebote in verschiedenen Settings etablieren lassen. Literatur: Buschmann, A. (2024). Heidelberger Elterntraining frühe Sprachförderung. HET Late Talker. 4. Auflage. München: Elsevier. Roberts M. Y. & Kaiser, A. P. (2011.) The effectiveness of parent-implemented language interventions: a meta-analysis. American Journal of Speech-Language Pathology, 20: 180-199. Roberts, M. Y., Curtis, P. R., Sone, B. J. & Hampton, L. H. (2019). Association of Parent Training With Child Language Development: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Pediatr, 173(7): 671-680.
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| 15:15 | Ende der Veranstaltung | |

