Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
| Datum: Mittwoch, 24.09.2025 | |
| 10:00 - 11:30 | Workshop 1 Ort: SR 217 |
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Bias Detection in der historischen Textanalyse: Prompting, Perspektiven und semantische Präzision in der AI-Readiness der MHDBDB Universität Salzburg, Österreich In diesem 90-minütigen Workshop untersuchen die Teilnehmenden anhand konkreter Beispiele aus der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank (MHDBDB), wie sich Verzerrungen in historischen Textkorpora identifizieren und kritisch analysieren lassen. Die MHDBDB ist eine semantisch annotierte Forschungsinfrastruktur, die aktuell für den Einsatz in AI-gestützten Analyseverfahren vorbereitet wird. Ziel ist es, historische Daten nicht nur zugänglich, sondern auch reflektiert und bias-bewusst nutzbar zu machen. Im Zentrum des Workshops stehen zwei aufeinander aufbauende Aktivitäten: Zunächst schlüpfen die Teilnehmenden in die Rolle von Bias-Detektiv*innen und analysieren ausgewählte Begriffe aus der MHDBDB auf potenzielle Verzerrungen durch moderne Lesarten oder normdatenbasierte Kategorien. Anschließend experimentieren sie mit verschiedenen Prompting-Strategien für Large Language Models (LLMs), um zu erproben, wie sich unterschiedliche Fragestellungen auf die AI-generierten Antworten auswirken – insbesondere im Hinblick auf stereotype Reproduktionen oder historische Unschärfen. Der Workshop vermittelt praktische Kompetenzen im Umgang mit semantischen Kategorien, Prompting und Bias-Analyse und unterstützt so die Entwicklung kritischer Datenkompetenz in den Digital Humanities. Gleichzeitig leistet er einen Beitrag zur methodischen Weiterentwicklung bias-sensibler AI-Infrastrukturen für die historische Forschung. |
| 11:30 - 12:30 | Mittagspause |
| 12:30 - 16:00 | Workshop 2 Ort: HS 218 |
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Wer weiß schon wo? Identifikation, Erfassung und Systematisierung historischer Ortsangaben 1: Historisches Datenzentrum Sachsen-Anhalt, Deutschland; 2: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde; 3: Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung; 4: NFDI4Memory; 5: Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg Historische Ortsdaten müssen aufgrund der zunehmenden Vernetzung von Forschungsdaten besonders im Bereich der Digital Humanities einer neuen, zeitgemäßen Auseinandersetzung hinsichtlich ihrer Erfassung und Kuration unterworfen werden. Die oftmals nur inadäquat und häufig beiläufig mitgeführten Daten historischer Orte stellen eine kaum genutzte Datenschnittstelle dar, die durch ihre ‚stiefmütterliche‘ Behandlung mittlerweile von einer schlecht genutzten Chance zum handfesten Problem für viele Forschungsprojekte und historische Datenbanken geworden ist. Sowohl die Nichtexistenz von einheitlichen Erfassungsvorgaben sowie das Fehlen einer zentralen Verzeichnungs- und Verwaltungsstelle für historische Ortsdaten erschweren nicht nur die Verortung und Identifikation der eigenen Forschungsergebnisse, sondern auch die Weiternutzung der einmal mühselig erhobenen Daten durch andere Projekte. Trotz der offensichtlichen Schwierigkeiten bilden historische Ortsdaten für breite Teile der historisch-geisteswissenschaftlichen Forschung einen gemeinsamen Nenner, den es zu erschließen und effektiv nutzen gilt. Einen sichereren Umgang und erste Lösungsansätze für die vielschichtige Arbeit mit historischen Ortsdaten soll der vorliegende Workshop mithilfe eines speziell für historische Ortsdaten konzipierten Minimaldatensatz vermitteln, der sich sowohl für kleinere Projektstrukturen als auch für Schnittstellenarbeiten in größeren Projektverbünden eignet. |
| 12:30 - 16:00 | Workshop 4 Ort: Konzilzimmer (R. 213) |
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„Welche Sprache sprechen wir, wenn wir über Daten sprechen?“ Wege zu inklusiver und partizipativer Data Literacy in den Geisteswissenschaften Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland Ziel des Workshops ist es, zu diskutieren und zu praktizieren wie Data Literacy in den Geisteswissenschaften verständlich, barrierearm und nachhaltig vermittelt werden kann. Im Mittelpunkt steht die Verbindung zwischen FAIR-Prinzipien und „Einfacher Sprache“ sowie die Vermittlung mittels kreativer Methoden. Vorgestellt werden zwei inklusive Projekte der Universität Kiel: das Weiterbildungsprogramm „Datenlotse“ und das Projekt „InFo“ zur inklusiven Forschung. Darauf aufbauend erstellen die Teilnehmenden eine eigene kleine digitale Lerneinheit, die Data Literacy im eigenen Fach- oder Arbeitsbereich fördert. Ein abschließender Pitch mit Peer-Feedback wird durch die Perspektive einer Bildungsfachkraft als Selbstvertreter aus dem Workshop-Moderationsteam ergänzt, der die Perspektive derer spiegelt, die häufig aufgrund von Beeinträchtigungen von Bildungsangeboten ausgeschlossen werden. Wir wollen gemeinsam folgende Ergebnisse erreichen: die Bedeutung barrieresensibler Zugänglichkeit im Kontext von Data Literacy verstehen, FAIR-Prinzipien in geisteswissenschaftliche Lehr-Lern-Kontexte übersetzen, Methoden wie Storytelling, Gamification und Edutainment anwenden lernen, ein eigenes H5P-Modul in Moodle für den Umgang mit geisteswissenschaftlichen Daten erstellen sowie Peer-Feedback-Kultur fördern und reflektieren Der Workshop richtet sich an alle, die inklusive, verständliche und praxisnahe Wege zur Vermittlung von Datenkompetenz suchen. |
| 12:30 - 16:00 | Workshop 5 Ort: SR 217 |
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Repositorien-, Organisations- und projektübergreifende semantische Meta-Suche am Beispiel der Metadatenbank von Pfarrpersonen im deutschsprachigen Raum 1: Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Deutschland; 2: Landeskirchliches Archiv Berlin, Deutschland; 3: Archiv der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Deutschland; 4: Landeskirchliches Archiv Braunschweig, Deutschland; 5: Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Deutschland; 6: Landeskirchenarchiv Eisenach, Deutschland; 7: Landeskirchliches Archiv Schwerin, Deutschland Im Fokus des geplanten Workshops stehen verschiedene methodische Ansätze bei der Realisierung von Projekten zur Repositorien-, Organisations- und projektübergreifende semantische Meta-Suche, welche die Zusammenführung gleicher Ressourcen, die Sicherung der Datenqualität, die Bereitstellung von Werkzeugen in einer übergreifenden Infrastruktur adressieren. Der Vorschlag umfasst neben der Motivation und den Zielen, einen Plan zum Ablauf des Workshops. |
| 12:30 - 16:00 | Workshop 3 Ort: SR 114 |
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Tag me, if you can. Eine FDM-Servicekatalogisierung im Praxistest 1: Universität Trier, Deutschland; 2: Universität zu Köln, Deutschland Die wachsende Bedeutung von Forschungsdatenmanagement (FDM) stellt Forschungseinrichtungen vor die Herausforderung, FDM-Services nicht nur bereitzustellen, sondern auch auffindbar, nachvollziehbar und vergleichbar zu machen. Die Vielfalt der Angebote, von lokalen bis internationalen Services, erschwert es Forschenden und FDM-Beratungspersonal, passende Dienste zu identifizieren und zu bewerten. Gleichzeitig müssen Anbieter entscheiden, welche Informationen sie bereitstellen, um ihre Angebote nutzbar zu machen. Zudem benötigt die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) einen „föderierten Dienste-Katalog“, um als Teil der European Open Science Cloud (EOSC) zu fungieren. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde von der GO UNITE! AG “FDM-Beschreibungsmodell” ein Metadatenmodell entwickelt, das auf bestehenden Modellen aufsetzt und vier Oberkategorien (generelle Informationen, Klassifizierung, Verfügbarkeit, organisatorische Informationen) mit 23 Unterkategorien umfasst. In dem Workshop wird dieses Modell praktisch erprobt und weiterentwickelt. Expert*innen aus verschiedenen FDM-Bereichen werden das Modell anhand von Beispielen aus ihren Einrichtungen evaluieren, um dessen Passfähigkeit, Granularität und Vollständigkeit zu überprüfen. Die Diskussionen sollen Stärken, Lücken und Verbesserungspotenziale aufdecken, insbesondere hinsichtlich der Abgrenzung von Services, Taxonomien und Auffindbarkeit. |
| 12:30 - 16:00 | Workshop 6 Ort: SR 113 |
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Sammlungen als Forschungsdaten. Datennutzung als Gemeinschaftsaufgabe 1: Zuse Institute Berlin, Deutschland; 2: Klassik Stiftung Weimar; 3: Humboldt-Universität zu Berlin; 4: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; 5: Institut für Museumsforschung Sammlungsdaten sind auch Forschungsdaten und als solche werden sie verstärkt wahrgenommen. Die computerbasierte Verarbeitung von Sammlungsdaten birgt jedoch gewisse Herausforderungen, da die Datenangebote die Bedarfe der Nutzung in der Forschung etwa mit Blick auf Zugänglichkeit und Interoperabilität nicht adäquat adressieren. Eine verbesserte Nutzbarkeit setzt eine enge Kooperation zwischen Sammlungen und Forschenden voraus. In diesem Workshop sollen mittels Personaentwicklung die Anforderungen der Nutzung von Sammlungsdaten in der Forschung herausgearbeitet werden. |
| 14:00 - 14:30 | Kaffeepause |
| 16:00 - 17:30 | Kaffeepause |
| 17:30 - 19:30 | Eröffnung und Keynote Ort: Aula (R. 212) Chair der Sitzung: Ulrike Henny-Krahmer, Universität Rostock |
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Editiones vitreae sunt: tum cum splendent, franguntur. Daten, Software und Theorie zwischen Zufall, Schicksal und Magie Universität zu Köln, Deutschland Editionen sind wie aus Glas gemacht – genau dann, wenn sie glänzen, zerbrechen sie. Inspiriert ist dieses Bild von einem Spruch über die Fortuna, der auf Publilius Syrus (1. Jh. v. Chr.) zurückgeht. Ein anderes Sprichwort, diesmal aus dem Italienischen, lautet: „Wer zu viel will, dem/der schwindet alles“ („chi troppo vuole nulla stringe“). Solche alten Lebensweisheiten scheinen noch heute zu vermitteln, dass Mittelmaß der sicherste Weg sei. Doch bedeutet dies, dass die Digital Humanities – und in diesem spezifischen Fall die digitale Philologie – auf Glanz verzichten sollten? Im Kontext von Strategien zur Bewahrung digitaler wissenschaftlicher Editionen ist oft von der Nutzung standardisierter Technologien die Rede: etwa TEI-XML für die Modellierung, statisches HTML für die Veröffentlichung. Auch wird häufig empfohlen, auf komplexe Funktionalitäten zu verzichten, da deren Wartung aufwendig sei. Theoretisch klingt das alles sehr sinnvoll – und man könnte meinen, das Problem der Kurzlebigkeit digitaler Editionen sei damit zumindest teilweise gelöst. Doch diese Ansätze verkennen wesentliche Aspekte, die im Kern der disziplinären Praxis liegen: 1. Oft bestimmt das Material die Form: Nicht alle Texte sind linear, hierarchisch organisiert oder folgen einem sequentiellen Prinzip (Abschnitt A, B, C in Folge) – und es gibt mehr als „nur“ Text. In dieser Keynote stelle ich das Genre der Losbücher vor – interaktive Bücher/Spiele an der Grenze zwischen Wissenschaft und Magie, die in der Spätantike und im Mittelalter zur Zukunftsdeutung verwendet wurden. 2. Wissenschaft entwickelt sich, so Karl Popper, durch sukzessive Falsifikation. Wenn XML über Jahre hinweg der Standard für Textkodierung war, so bringt der wissenschaftliche Fortschritt alternative Ansätze hervor, die einerseits aus methodischen Entwicklungen hervorgehen und andererseits diese selbst vorantreiben. Ich zeige anhand aktueller Beispiele, wie Graphentechnologien gleichzeitig das in den TEI-Guidelines kodierte Wissen aufnehmen, zugleich aber auch neue Möglichkeiten eröffnen, die über das OHCO-Modell, auf dem XML basiert, hinausgehen. 3. Wissenschaft funktioniert nicht ohne Geld: Wer Drittmittel beantragt, muss in der Regel Innovation versprechen. Je innovativer ein Projekt, desto größer die Aussicht auf Förderung. Innovation kann aber auch Instabilität bedeuten. Es sind also materielle (quellenbedingte), methodische und ökonomische Gründe, die es geradezu notwendig machen, dass digitale Editionen weiterhin „zu viel“ wollen. Die digitale Philologie hat sich von Beginn an auch durch die Möglichkeiten des gewählten Mediums von der traditionellen Philologie unterschieden. Die Grenzen des Digitalen sind vielleicht nicht so greifbar wie die eines Buchblatts – aber sie sind da. Sie sind jedoch eher eine ferne Bedrohung, die man nicht ernst genug nimmt. Daher braucht es Klarheit: Welche Grenzen existieren wirklich? Gibt es Raum für Kompromisse? Gerade Veranstaltungen wie diese Konferenz bieten den Raum, um gemeinsam zu reflektieren, wie sich der zukunftsgewandte Impuls der Fachwissenschaften mit der durch Nachhaltigkeit motivierten Bewahrungsperspektive versöhnen lässt – damit wir die Zukunft der digitalen Philologie und der Digital Humanities nicht dem Zufall, dem Glück oder einem unbekannten Schicksal überlassen müssen. |
| 19:30 - 21:30 | Empfang zur Eröffnung |
