Veranstaltungsprogramm
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ID: 380 / Session 17.2: 5
GEBAH als digitale Plattform für hydrogeochemische Bewertung salinarer Stoffeinträge und Datenintegration
1GCI GmbH, Königs Wusterhausen, Deutschland; 2Pikobytes GmbH, Dresden, Deutschland; 3Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, Cottbus, Deutschland
Die softwaregestützte Bewertung von Grundwässern ist ein zentraler Bestandteil des Grundwassermonitorings und der Gefährdungsanalyse.
Für die Beurteilung des Vorliegens und der Intensität eines salinaren Stoffeintrags in Gewässer und Grundwasser nimmt die Software GEBAH (Genetische Bewertung von Analysen der Hydrosphäre) in Norddeutschland eine bedeutende Rolle ein. Mit Hilfe hydrogeochemischer Daten gelingt es, salinare Wasserintrusionen (Binnenversalzung, Küstenversalzung) konzentrationsunabhängig und damit frühzeitig zu erkennen. GEBAH wird in Brandenburg seit 2010 von Landesbehörden, Wasserversorgern und Ingenieurbüros eingesetzt. Auswertungen mit GEBAH sind hier etablierter Bestandteil des Grundwassermanagements, der Erkundung und Erschließung von Wasservorräten sowie der Wasserrechts- und Wasserschutzgebietsverfahren.
Im Zuge der Weiterentwicklung wird GEBAH vollständig in die Programmiersprache Python überführt und als cloudbasierte Software-as-a-Service (SaaS) bereitgestellt. Damit wird das bisherige auf VB6 basierende System in eine zukunftssichere, skalierbare Architektur überführt, die eine ortsunabhängige Nutzung, die automatisierte Datenübermittlung an das LBGR (im Sinne des Geologiedatengesetzes) und eine Integration in bestehende Fach- und Behörden-Workflows ermöglicht. Ziel ist die Schaffung einer digitalen Plattform, die den Betrieb, die Weiterentwicklung und die Qualitätssicherung der Bewertungsmethoden langfristig gewährleistet.
Die technische Umsetzung basiert auf einer serviceorientierten Drei-Schichten-Architektur mit klar getrennten Ebenen für Datenhaltung, Logik/API und Präsentation. Diese Struktur erlaubt eine hohe Modularität und erleichtert die Integration neuer Funktionen und Schnittstellen. Der Python-Kern implementiert sämtliche Bewertungsalgorithmen modular und stellt sie über eine standardisierte REST-API bereit. Damit können perspektivisch ggf. auch externe Anwendungen und Fachverfahren direkt auf die Bewertungsfunktionen von GEBAH zugreifen.
Die browserbasierte Webanwendung bietet moderne Benutzeroberflächen mit Kartenansichten, interaktive Visualisierungen und Plausibilitätsprüfungen. Ein integriertes Benutzer- und Rechtemanagement, Protokollierung und automatisierte Updates gewährleisten die Einhaltung aktueller IT-Sicherheits- und Datenschutzstandards. Kernkomponenten bilden Module zur Stammdaten- und Messdatenverwaltung, eine Administrationsoberfläche, die GEBAH-Auswertung sowie weitere anwendungsorientierte Funktionsmodule.
Die Cloud-Umgebung wird containerisiert bereitgestellt und kann wahlweise in öffentlichen oder behördeninternen Rechenzentren betrieben werden. Dieses Konzept ermöglicht eine effiziente Skalierung, eine zentrale Verteilung von Softwareupdates und den ortsunabhängigen Zugriff für unterschiedliche Nutzergruppen.
Mit der Neuentwicklung von GEBAH als Cloud-Dienst entsteht ein Werkzeug für hydrogeochemische Bewertungsprozesse, das klassische hydrogeochemische Fachlogik mit modernen Konzepten der Softwareentwicklung, Cloud-Technologien und Datenintegration verbindet. Die Plattform steht exemplarisch für den Übergang von spezialisierten Fachanwendungen hin zu integrierten digitalen Grundwassersystemen, die Daten, Modelle und Bewertungswerkzeuge in einer einheitlichen digitalen Umgebung zusammenführen.
Der Vortrag gibt Einblicke in das Projekt zur Transformation der GEBAH-Desktopanwendung in die Cloud und stellt die neue Fachanwendung vor.
Details zur Session:
S17.2 Digital groundwater systems
Zeit: 13.03.2026: 10:00-11:30 · Ort: Telemann-Saal, Kongresshalle am Zoo

