Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S12.3 Nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung in Deutschland – Herausforderungen und Innovationen Ort: Händel-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Sarah Fieger, DECHEMA e.V. Chair der Sitzung: Johannes Barth Chair der Sitzung: Kathrin Menberg, Karlsruher Institut für Technologie | |
| Präsentation 4 | |
10:45 - 11:00
ID: 372 / Session 12.3: 4 Das Klimakollaboratorium: Ein transdisziplinärer Ansatz zur Modellierung von Grundwasserressourcen für die Klimaanpassung in der sorbischen Gemeinde Rietschen (Landkreis Görlitz, Deutschland) 1: Institut für Grundwasserwirtschaft, TU Dresden, Deutschland; 2: School of Architecture and Environment, University of the West of England; 3: Department für Umweltpolitik, UFZ Das Klimakollaboratorium wendet einen transdisziplinären und partizipativen Rahmen an, um das Zusammenspiel von Klimawandel, Grundwasserwirtschaft und sozio-ökonomischen Faktoren zu betrachten. Im Fokus steht die sorbische Gemeinde Rietschen (Landkreis Görlitz). Das Projekt bringt Grundwasserforschung, empirische Sozialforschung und lokale Akteur*innen zusammen, um Strategien für nachhaltiges Grundwassermanagement und Klimaanpassung kooperativ zu entwickeln. Durch wissenschaftliche Modellierung, partizipative Forschung und kreative Formate, erfolgt technische Analyse auf Basis gemeinschaftlicher Entscheidungsfindung. In der aktuellen Projektphase ist auf Basis verfügbarer Daten und Informationen sowie Workshops mit Vertreter*innen aus den Bereichen Fischerei, Bergbau und Umweltverwaltung ein konzeptionelles Standortmodell entstanden, welches hydro(geo)logische Prozesse, und sozio-ökologische Wechselwirkungen berücksichtigt. Aufbauend darauf wird ein numerisches Modell entwickelt, das als zentrale Plattform zur Integration umweltbezogener, klimatischer und sozialer Informationen dient und die Erkundung künftiger Entwicklungen unter verschiedenen Szenarien ermöglicht. Regionale Projektionen stammen aus dem Mitteldeutschen Kernensemble (MDK), das vom LfULG, LAU, TLUBN und dem Institut für Hydrologie und Meteorologie der TU Dresden entwickelt wurde. Schätzungen der Grundwasserneubildung erfolgen über mehrere Methoden, um robuste, regional angepasste Projektionen zu erhalten. Parallel entwickelt die Sozialforschung gemeinsam mit der Gemeinde sozio-ökonomische Szenarien, die mögliche Veränderungen in Landnutzung, Lebensgrundlagen und Governance entlang verschiedener Anpassungspfade abbilden. Beide Szenarienstränge werden in das numerische Grundwassermodell integriert, um potenzielle Systemänderungen zu simulieren und Verwundbarkeiten, Synergien und Zielkonflikte zwischen ökologischen und sozialen Dimensionen zu identifizieren. Leitfadengestützte Interviews mit Expert*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zeigen, dass individuelle und kollektive Zukunftsvisionen mit der regionalen Bergbauvergangenheit und –gegenwart in Verbindung stehen. Gleichzeitig mobilisieren Akteurinnen und Akteure in von Wasserknappheit betroffenen Kommunen Gerechtigkeitsnarrative, um bestimmte Zukünfte zu legitimieren und Pfade einer gerechten Transformation zu antizipieren. Zur Förderung von Beteiligungsprozessen entwickelt das Projekt partizipative Szenarioprozesse (z. B. narrativ geleitete Dialoge sowie innovative theatrale und performative Methoden). Diese Ansätze vertiefen lokal Teilhabe und Dialog, erhöhen das lokale Verständnis für hydrologische Prozesse, fördern kollektive Reflexion über Anpassungsstrategien und unterstützen Governance-Wege hin zu einer gerechten Wassergovernance. Ziel ist ein dynamischer, gemeinschaftlich entwickelter Modellierungsrahmen, der wissenschaftliche Evidenz und Reflexion mit lokalem Wissen und Kreativität verbindet. Obgleich der lokale Schwerpunkt auf Rietschen liegt, sollen die Ergebnisse übertragbare Einsichten für gemeinschaftsbasierte Grundwasseranpassung liefern. Vergleichsstudien in Kanada, dem Vereinigten Königreich und den USA werden durchgeführt, um die kontextübergreifende Anwendbarkeit des Ansatzes zu prüfen. | |

