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Erarbeitung eines modellgestützten Bewirtschaftungskonzepts für das Einzugsgebiet der Glinze im Rahmen des Landesniedrigwasserkonzepts von Brandenburg
Katja Eulitz, Philipp Huttner, Tobias Lorenz
DHI WASY GmbH, Deutschland
Im Rahmen des Landesniedrigwasserkonzepts Brandenburg wird ein modellgestütztes Bewirtschaftungskonzept für das Einzugsgebiet der Glinze entwickelt. Ein wesentliches Ziel des Landeskonzeptes ist die Erhöhung der Grundwasserstände durch Rücknahme der übermäßigen Entwässerung und Stabilisierung des Landschaftswasserhaushalts durch Wasserrückhalt, vor allem in Speisungsgebieten wie der Glinze, die ein Zufluss der Dosse im Flussgebiet Dosse-Jäglitz ist. Brandenburg ist infolge naturräumlicher Gegebenheiten und anthropogener Eingriffe (Stichwort Komplexmelioration) besonders anfällig für Wasserdefizite. Viele Staue und Bauwerke zur Wasserstandsregulierung sind nach der politischen Wende außer Betrieb gegangen oder verfallen, wodurch die Wasserrückhaltekapazität der Landschaft deutlich abgenommen hat. Ihre Reaktivierung und Anpassung wird als zentrale Maßnahme zur Erhöhung der Grundwasser¬neubildung und Stärkung der hydrologischen Resilienz gegenüber zunehmenden Niedrigwasser- und Trockenphasen infolge des Klimawandels angesehen. Zusätzlich zu den Stauanlagen sind Sohlschwellen, die Erhöhung von Grabensohlen, ggf. der Verschluss von Gräben und Drainagen, die Verbesserung der Gewässerstrukturen etc. weitere wichtige Maßnahmen, um Wasser länger in der Landschaft zu halten, den Abfluss zu verzögern und den Bodenspeicher zu nutzen. Für die Anpassung an den Klimawandel ist die Wiederherstellung von Wasserrückhaltestrukturen ein wesentliches Element, aber ist auch eine angepasste Wasserbewirtschaftung und ein Umdenken in der Landnutzung, v.a in der Landwirtschaft und Fortwirtschaft notwendig, um das Austrocknen der Landschaft nicht weiter zu verstärken. Für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung ist die Entwicklung ganzheitlicher Bewirtschaftungs-strategien auf Einzugsgebietsebene durchzuführen. Eine solche systemische Perspektive ermöglicht es, Maßnahmen räumlich und funktional zu priorisieren und Synergieeffekte zu identifizieren. Das Vorhaben für das Einzugsgebiet der Glinze dient als Pilotregion zur modellgestützten Entwicklung eines Bewirtschaftungskonzepts Zur Analyse und Bewertung potenzieller Maßnahmen wird im Einzugsgebiet der Glinze das integrierte Grund- und Oberflächenwassermodell MIKE SHE eingesetzt. Dieses Modell erlaubt eine integrierte Simulation hydrologischer und hydrogeologischer Prozesse sowie eine quantitative Abschätzung der Auswirkungen verschiedener Bewirtschaftungs-szenarien auf den Landschaftswasserhaushalt. Inhalte des Bewirtschaftungskonzepts sind: • Darstellung des Ist-Zustands zum Grabensystem, der aktuellen Maßnahmen zum Wasserrückhalt und der Steuerung der Anlagen, • Darstellung der Defizite und Ableitung des Handlungsbedarfs, • Modelluntersuchungen zur Bewertung der Auswirkungen von Maßnahmen zur Stabilisierung des Landschaftswasserhaushalts, • Ausweisung von Zielwasserständen und -abflüssen (unter Beachtung des verfügbaren Dargebots und des Interessensausgleichs), • Empfehlungen zur Steuerung (Bewertungspegel, Q-H-Beziehungen, Stauziele), • Anforderungen an die Regulierbarkeit/ Steuerbarkeit von Stauanlagen, Das Bewirtschaftungskonzept soll die Grundlage für die zukünftige Bewirtschaftung darstellen. Bei der Erstellung sind die Flächenbewirtschafter einzubeziehen, um Akzeptanz zu erreichen und nachhaltig Maßnahmen umsetzen zu können.