Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S 12.1 Nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung in Deutschland – Herausforderungen und Innovationen Ort: Händel-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Sarah Fieger, DECHEMA e.V. Chair der Sitzung: Johannes Barth Chair der Sitzung: Kathrin Menberg, Karlsruher Institut für Technologie | |
| Präsentation 7 | |
14:45 - 15:00
ID: 355 / Session 12.1: 7 Der Einsatz Integrierter Großraummodelle am Beispiel des dänischen Landesmodells und Übertragbarkeit auf Bundeslandebene DHI WASY GmbH, Deutschland Nach wie vor gibt es Deutschland nur wenige großräumige Grundwassermodelle, die ganze Regionen oder Bundesländer abdecken, die von behördlicher Seite betrieben und gewartet werden. Stattdessen erfolgt die Erstellung und Kalibrierung von klassischen Grundwassermodellen meist projektbezogen für einzelne Standorte und die Modelle werden nach Abschluss des Projekts nicht zentral erfasst. Besonders bei angrenzenden lokalen Modellgebieten ergeben sich dann uneinheitliche Grundwassergleichenpläne und unterschiedliche Interpretationen der hydrogeologischen Gegebenheiten. Es herrscht nach wie vor die Meinung, dass eine großräumige Grundwassermodellierung oder sogar gekoppelte Modellierung mit Fließgewässern technisch nicht möglich wäre. Auch die Grundwasserneubildungsermittlung basiert seit Jahrzehnten überwiegend auf ungekoppelten Bodenwasserhaushaltsmodellen. Diese ermittelten Dargebote sind die Basis für alle wasserrechtlichen Genehmigungen von neuen oder zu verlängernden Grundwasserentnahmen. Diese gängigen Modelle sind oft GIS basiert und nutzen überwiegend konzeptionelle Verfahren unter Verwendung des Prinzips der direkten Abflussseparation. Diese wurden ursprünglich zur Hochwasservorhersage und Abflussmodellierung verwendet. Als Nebenprodukt wird automatisch auch eine Grundwasserneubildung als Bilanzterm der hydrologischen Grundgleichung berechnet. Da diese Modellansätze nicht in der Lage sind, Grundwasserstände selbst zu berechnen, wird der flächige Grundwasserspiegel als feste untere Randbedingung starr angesetzt. Eine Plausibilisierung der berechneten Grundwasserneubildung erfolgt lediglich anhand der größten Abflusspegel eines Bundeslandes. Eine Validierung der berechneten Grundwasserneubildung anhand gleichzeitig berechneter Grundwasserstände ist technisch jedoch nicht möglich. Folglich sind die ermittelten Dargebote mit sehr großen Unsicherheiten behaftet und erlauben nur Rückschlüsse auf starre Mittelwerte über mehrere Jahre. Für die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wasserressourcen sind diese konsistenten Grundlagen jedoch unverzichtbar. Viele aktuelle und künftige Projekte in der Praxis, wie zum Beispiel das geplante Großraummodell Lausitz, die sich mit bundeslandübergreifenden wasserwirtschaftlichen Fragestellungen beschäftigen, stehen vor den Herausforderungen sehr heterogener Datengrundlagen. In Dänemark haben sich die Behörden auf einen landesweiten Ansatz geeinigt, der sowohl die Grundwasserneubildung, die Grundwasserstände als auch Gewässerabflüsse in einem geschlossenen System berechnen kann und nutzen diesen erfolgreich seit ca. 20 Jahren. Die halbstaatliche Behörde GEUS betreut dieses Nationale Hydrologische Modell und stellt dieses allen Institutionen und Ingenieurbüros unentgeltlich zur Verfügung. Im Gegenzug sind die Nutzer dazu angehalten, die nachkalibrierten Parameter in die nationale Datenbank und das Modell zurückzuspeisen. Durch diese Vorgehensweise wird das Modell durch jedes Projekt fortgeschrieben und über die Zeit hinweg immer weiter verbessert. Die einzelnen Projekte können deutlich effizienter und kostengünstiger von den öffentlichen Auftraggebern vergeben werden, da ein Großteil der Datenbeschaffung und der völlige Neuaufbau eines geologischen Strukturmodells und des Gewässermodells wegfallen. Ein vergleichbarer Ansatz lässt sich in dieser Weise mindestens auf Bundeslandebene übertragen. Dadurch würden einheitliche und konsistente Grundlagen für wasserwirtschaftliche Fragestellungen geschaffen werden. | |

