Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S11.1 Grundwasser und Landwirtschaft: Herausforderungen, Wechselwirkungen und nachhaltige Bewirtschaftung Ort: Weißer Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Stephan Schulz, TU Darmstadt Chair der Sitzung: Christian Moeck, Eawag - Swiss Federal Institute of Aquatic Science and Technology Chair der Sitzung: Selina Hillmann, Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) | |
| Präsentation 3 | |
14:00 - 14:15
ID: 352 / Session 11.1: 3 Ein Stresstest zur Bewertung der zukünftigen Grundwasserverfügbarkeit für die landwirtschaftliche Bewässerung in Deutschland 1: Forschungszentrum Jülich, Deutschland; 2: Ruhr-Universität Bochum Die zukünftige Nachfrage nach Grundwasser für die Feldbewässerung in der Landwirtschaft ist in vielen Studien als sehr relevante Komponente des wachsenden Nutzungsdrucks auf die Grundwasserressourcen in Deutschland identifiziert worden. Vor dem Hintergrund, dass die für eine Bewässerung ausgestattete landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland in der vergangenen Dekade wahrscheinlich jährlich um mehr als 1,5 % gewachsen ist und dass in den Dürresommern seit 2018 in vielen Regionen ein erhöhter potentieller Bewässerungsbedarf existierte, erscheinen umfassende Studie notwendig, die die zukünftigen Grenzen der Grundwasserverfügbarkeit für die landwirtschaftliche Bewässerung in Deutschland aufzeigen. Diese Grenzen genauer zu ermitteln, erscheint vor allem im Hinblick auf die in der Nationalen Wasserstrategie dargelegte Leitlinie für den Umgang mit Wasserknappheit sinnvoll, der zufolge jederzeit ausreichende, möglichst ortsnahe (Grundwasser-) Ressourcen für die Trinkwasserversorgung zur Verfügung stehen sollen. Insbesondere Stresstests sind geeignete Instrumente, um langfristige Entwicklungen zu Grundwasserdargebot/Grundwasserneubildung und Grundwassernutzung in der Landwirtschaft in einen Zusammenhang mit Wasserknappheit zu bringen. Das Design des in diesem Beitrag vorgestellten Stresstests orientiert sich an den flächendeckend für ganz Deutschland notwendigen Szenarien zur Grundwasserneubildung, zu den tatsächlichen Bewässerungsbedarfen und zur Entwicklung der zukünftigen Wasserabgabe an die Bevölkerung. Diese Szenarien sind ausschließlich aus Bevölkerungsprojektionen, aus Projektionen mit Klimamodellen und dem Wasserhaushaltsmodell mGROWA (Grundwasserneubildung, Bewässerungsbedarf) sowie Projektionen des Flächenwachstums der bewässerten Landwirtschaftsfläche abgeleitet. Außerdem liegt die Annahme zugrunde, dass die Wassernutzung der zwei Sektoren Bewässerungslandwirtschaft und öffentliche Wasserversorgung ausschließlich aus dem Grundwasser erfolgen wird. In der für den Stresstest notwendigen Kombination sind im Rahmen des Projektes WADKlim (Auswirkung des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit – Anpassung an Trockenheit und Dürre in Deutschland) erstmals für ganz Deutschland solche Szenarien in hoher räumlicher Auflösung geschaffen worden. Aufbauend auf den projizierten Größen wurden für diese Szenarien Grundwassernutzungsindizes (GWNI, d.h. der Quotient aus Grundwassernutzung und Grundwasserneubildung) auf der NUTS-3 Ebene (d.h. Landkreise und kreisfreie Städte) berechnet und vergleichend analysiert. Als Ergebnis der Szenarioanalysen lassen sich die Regionen identifizieren, in denen es in Zukunft einen zunehmenden Nutzungsdruck auf Grundwasserressourcen durch die Bewässerung in der Landwirtschaft geben wird (vgl. Abbildung). Auch ohne ein Wachstum von Bewässerungsflächen lassen sich Regionen abbilden, in denen in mehrjährigen Trockenphasen eine reduzierte Grundwasserneubildung und damit eine nichtnachhaltige Wassernutzung und ggf. Wasserknappheit vorliegt (z.B. ab GWNI > 0,4). Das Wachstum von Bewässerungsflächen hat potentiell einen größeren Einfluss auf die Veränderung der Grundwassernutzungsindizes als der klimatische Entwicklungspfad (Klimaprojektion). Außerdem kann aus den Szenarien indirekt auf die maximale Wachstumsrate der Bewässerungsflächen geschlossen werden, bei der noch eine nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung erhalten bleibt. | |

