Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S12.3 Nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung in Deutschland – Herausforderungen und Innovationen Ort: Händel-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Sarah Fieger, DECHEMA e.V. Chair der Sitzung: Johannes Barth Chair der Sitzung: Kathrin Menberg, Karlsruher Institut für Technologie | |
| Präsentation 6 | |
11:15 - 11:30
ID: 337 / Session 12.3: 6 Machbarkeitsstudie zur nachhaltigen Sicherung der öffentlichen Wasserversorgung in der Vorderpfalz Björnsen Beratende Ingenieure GmbH, Deutschland Veranlassung / Fragestellung In einigen Regionen Deutschlands wird bereits über längere Zeiträume eine deutlich verminderte Grundwasserneubildung festgestellt. Die Auswirkungen des voranschreitenden Klimawandels werden für die Wasserwirtschaft in den betroffenen Gebieten zunehmend konkreter. Für das rd. 1.000 km² große Gebiet der Vorderpfalz, zeigen die Auswertungen des Landesamtes für Umwelt, Rheinland-Pfalz in der Zeitreihe 2003–2023 eine um rd. 40 % verminderte Grundwasserneubildung gegenüber der Zeitreihe 1971–2000. Damit verbunden ist ein entsprechend geringeres Dargebot, so dass es zu einer Übernutzung der vorhandenen Grundwasser-Ressourcen bzw. zu einer allmählichen Speicherentleerung mit der Folge sinkender Grundwasserstände in den betroffenen Aquiferen kommt. Die klimatische Veränderung stellt die örtlichen Wasserversorger daher vor besondere Herausforderungen und führt in Zeiten eines hohen Verbrauchs bei einigen Versorgern zu kritischen Zuständen. Zeitweise kann der Bedarf nur durch einen 24-Std-Betrieb aller verfügbaren Brunnen mit der maximal möglichen Entnahmerate gewährleistet werden. Redundanzen oder Reserven für einen zusätzlichen Bedarf sind in Spitzenverbrauchszeiten nichtmehr vorhanden. Teilweise müssen Brunnen hydraulisch stärker belastet werden, als dies für eine nachhaltige Bewirtschaftung technisch sinnvoll ist. Die Vernetzung der einzelnen Versorger untereinander ist nur rudimentär vorhanden und kann lediglich als mengenmäßig deutlich begrenzter „Notverbund“ für den Fall von Havarien oder dem Ausfall einzelner technischer Anlagen der Gewinnung genutzt werden. Durch die Nutzung der gleichen Grundwasserressourcen (GW-Förderung aus gleichen Tiefenbereichen) benachbarter Versorger ist zudem davon auszugehen, dass im Fall eines verminderten Dargebots, in Spitzenverbrauchszeiten, eine gegenseitige Unterstützung nur bedingt möglich ist. Lösungsansätze Eine Stärkung der Resilienz der öffentlichen Wasserversorgung im Untersuchungsgebiet soll vor dem Hintergrund des Klimawandels durch einen deutlichen Ausbau der gegenseitigen Vernetzung und durch die gemeinsame Nutzung einer zusätzlichen Ressource, die von der regionalen Grundwasserneubildung weitgehend unabhängig ist, erreicht werden. Geplant ist der Bau eines Uferfiltrat-Wasserwerkes am Rhein, das von den beteiligten Wasserversorgern zukünftig in Form eines Zweckverbandes gemeinsam gebaut und betrieben werden soll. Zusammen mit einem deutlichen Ausbau der Vernetzung der Wasserversorgung, soll die Gewinnung von Uferfiltrat künftig etwa 8 bis 10 Mio. m³/a als Grundlast zur Verfügung stellen, so dass die lokalen Grundwasserressourcen der beteiligten Versorger entlastet und in Zeiten von Spitzenbedarf verstärkt genutzt werden können. Im ersten Schritt haben sich 11 Wasserversorger zusammengeschlossen und eine Machbarkeitsstudie beauftragt, die aufgrund der hohen überregionalen Bedeutung durch das Land Rheinland-Pfalz stark gefördert wird. Ziel der Studie ist es die technische und wirtschaftliche Machbarkeit der geplanten Maßnahmen zu analysieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Standortsuche für eine Uferfiltratgewinnung sowie den Auswirkungen auf Natur und Umwelt durch den Bau und zukünftigen Betrieb. Die Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und insbesondere auf die Veränderung der Grundwasserpotenziale werden dazu mit einem numerischen Grundwassermodell untersucht. Weitere Schwerpunkte der Studie sind hydrochemische Aspekte, die Grundwassertemperatur sowie die Mischbarkeit der Wässer. | |

