Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S16.1 Grundwasser-Oberflächenwasser Interaktionen an Fließgewässern, Seen und Küste Ort: Bach-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Jan Fleckenstein, Helmholtz zentrum für Umweltforschung, UFZ GmbH Chair der Sitzung: Gudrun Maßmann Chair der Sitzung: Clarissa Glaser, University of Bonn Chair der Sitzung: Anja Reckhardt Chair der Sitzung: Felix Möhler, GCI GmbH | |
| Präsentation 2 | |
11:00 - 11:15
ID: 315 / Session 16.1: 2 Anwendung von gekoppelten GW-OW-Modellen zur Prognose trockenfallender Gewässerabschnitte auf unterschiedlichen räumlichen Skalen 1: delta h Ingenieurgesellschaft mbH, Deutschland; 2: Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW, Deutschland Angesichts vermehrt auftretender Niedrigwasserzustände wird das Thema Trockenfallen von Gewässern aktuell stärker beachtet. Trockenfallen von Gewässerabschnitten ist zum einen ein natürlicher Prozess in Fließgewässern, der abhängig von den natürlichen Gegebenheiten im Einzugsgebiet des Gewässers zu bestimmten Jahreszeiten regelmäßig auftreten kann. In diesen Fällen ist die Biozönose des Gewässers daran spezifisch angepasst [1]. Klimawandel und anthropogene Nutzungen sind weitere Faktoren, die temporäres Trockenfallen mit entsprechenden negativen Folgen für den chemischen und biologischen Zustand eines Gewässers verursachen können. Die Identifizierung von Gewässerabschnitten, die aufgrund von anthropogenen Nutzungen oder Klimawandel temporär trockenfallen, auf regionaler Ebene (Flusseinzugsgebiet) ist notwendig, um zum einen Zustandsbewertungen der Gewässer nach WRRL in Zeiträume mit Wasserführung zu legen und zum anderen um entsprechende Maßnahmen zu planen. Bei der Zustandsbewertung im 3. Bewirtschaftungsplan in Nordrhein-Westfalen waren ca. 16% der Wasserkörper temporär oder dauerhaft trocken [1]. Die Feststellung erfolgte aber nur, weil das Gewässer zufällig zum Zeitpunkt des Trockenfallens beobachtet wurde. Gleichzeitig ist eine chemische und biologische Zustandsbewertung ohne Wasserführung kaum möglich. Klassische NA-Modelle können Trockenfallen nicht abbilden. Vollständig gekoppelte Grundwasser-Oberflächenwasser-Modelle (GW-OW-Modelle) [2] bilden nicht nur den Bodenwasserhaushalt und die Interaktion zwischen Grundwasser und Oberflächenwasser ab sondern bilanzieren zusätzlich alle Abflusskomponenten im Gerinne. Damit sind sie in der Lage, trockenfallende Gewässerabschnitte abzubilden. Es werden exemplarisch Ergebnisse zu trockenfallenden Gewässerabschnitten auf Flusseinzugsgebietsebene anhand des Lippe-Einzugsgebiets in NRW gezeigt. Das Modell Lippe wurde im Rahmen einer Modellstudie für das LANUK NRW als GW-OW-Modell erstellt und ermöglicht Auswertungen zum Trockenfallen von Gewässern für das gesamte Flussgebiet. Im Rahmen des F&E-Verbunds „KliMaWerk - Nachhaltige Bewirtschaftung des Landschaftswasserhaushaltes zur Erhöhung der Klimaresilienz: Management und Werkzeuge“ wurde für ein Teileinzugsgebiet der Lippe untersucht, wie sich z. B. Landnutzungsänderungen von Nadelwald bzw. Acker nach Laubwald auf das Trockenfallen von Gewässern unter dem Einfluss des Klimawandels auswirken. Im Modell konnte gezeigt werden, dass sich die Anzahl der Tage mit Trockenfallen an den betrachteten Gewässerabschnitten durch die Maßnahmen reduziert. Grund ist eine erhöhte Grundwasserneubildung im Winterhalbjahr, deren positive Auswirkungen über die Speicherung im Grundwasser bis ins Sommerhalbjahr reichen. Literatur: [1] C. Aschemeier: „Auswirkungen langer Trockenphasen auf Gewässerökologie und Zustandsbewertung“, gehalten auf dem WRRL-Symposium NRW, 20. April 2023. Zugegriffen: 27. Oktober 2025. [Online]. Verfügbar unter: https://flussgebiete.nrw.de/system/files/media/document/file/aschemeier_auswirkungen_oekologie_ok_0.pdf [2] A. Haque, A. Salama, K. Lo, und P. Wu: „Surface and Groundwater Interactions: A Review of Coupling Strategies in Detailed Domain Models“, Hydrology, Bd. 8, Nr. 1, S. 35, März 2021, doi: 10.3390/hydrology8010035. | |

