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1: LfU Brandenburg, Deutschland; 2: HGN Beratung, Deutschland
Mit dem ständig zunehmenden Bedarf an Grundwasser (GW), insbesondere in dicht besiedelten Regionen und in der Landwirtschaft, stehen der natürlichen Begrenzung des GW-Dargebots eine Vielzahl anthropogener Eingriffe gegenüber. Eine wichtige Aufgabe der Wasserwirtschaft ist daher, zielgerichtet Vorausplanungen durchzuführen, Nutzungskonflikte und nachteilige Beeinflussungen, wie eine Überbeanspruchung des GW-Dargebotes mit nachweislich fallenden GW-Ständen, zu vermeiden und ein verfügbares GW-Dargebot für die Zukunft in guter Quantität zu sichern. Erst durch die Erfassung vorhandener GW-Vorräte kann eine optimale Nutzung erfolgen und dadurch einer Überbelastung des GW-Systems vorgebeugt werden. Als Grundsatz für eine nachhaltige Nutzung des GW-Vorkommens gilt, dem System langfristig nicht mehr Wasser zu entziehen als auf natürlichem Wege neu gebildet wird, wobei ein ökologischer Mindestabfluss in den Oberflächengewässern erhalten bleiben muss. Die Bearbeitung der landesweiten GW-Bilanzierung Brandenburgs wurde 2021 begonnen. Eine erste Recherche ergab einen aktueller Gesamtüberblick zum vorhandenen nutzbaren Dargebot des Grundwassers. Hierfür wurden hauptsächlich vorliegende Datenerhebungen aus den Grundwasservorratsprognosen von 1988-1991 für Brandenburg recherchiert und in einer Datenbank hinterlegt. Darauf aufbauend wurde eine Bilanzierung für die ausgewiesenen unterirdischen hydraulischen Einzugsgebiete angebunden an die Oberflächengewässer (OW) orientiert an den bis dahin ausgewiesenen Grundwasserkörper nach EU-Wasserrahmenrichtlinie unter Berücksichtigung von Daten zur GW-Neubildung und zu GW-Entnahmen durchgeführt. Aus der Landesmorphologie und den mittleren Hydroisohypsenplänen des LfU (Stand 2022) wurden 75 Bilanzgebiete festgelegt und die unterirdischen Einzugsgebiete zugeordnet. Im Ergebnis dessen konnte eine GW-Ressourcenkarte für Brandenburg und grenzüberschreitende Bilanzgebiete erstellt sowie ein Web-GIS-Werkzeug erarbeitet werden, das den Wasserbehörden als Entscheidungswerkzeug für die Vergabe von Wasserrechten zur Verfügung steht. Für die Ermittlung des noch nutzbaren Grundwasserdargebotes erfolgte eine Zusammenstellung aus den Zuarbeiten von Wasserrechten und bekannten Nutzungen (Stand 2024) des Landes Brandenburg herangezogen. Bei der Grundwasserneubildung wurden Datennach BAGLUVA genutzt. Für alle Bilanzgebiete wurde entsprechend der Methodik das Gesamtwasserdargebot unter Berücksichtigung des ökologischen Mindestabflusses ermittelt. Die Erstellung der Grundwasserbilanz erfolgte unter Berücksichtigung der übrigen Bilanzglieder, wie Überleitungen, Einleitungen, Uferfiltratanteile, Bereiche ohne nutzbare GWL etc. Die Bilanzierung des Grundwasserdargebotes wurde durchgeführt für: 1.) Mittlere Verhältnisse unter Berücksichtigung der 30-jährigen Datenreihe von 1991 – 2020 2.) Trockenwettersituation für die Abflussjahre 1990 – 2020 3.) Klimaszenario des LfU auf Grundlage IPCC-Szenario RCP 8.5 für den Zeitraum 2031 – 2060 Tabelle 1: Grundwasserdargebot im Land Brandenburg Bilanzierungsansatz Natürliches Grundwasserdargebot* [m³/d] Nutzbares Grundwasserdargebot** [m³/d] Mittlere Verhältnisse 10.142.958 7.417.227 Trockenwetter 7.135.777 4.604.701 Klimaszenario 2031-2060 6.217.764 3.779.097
* beinhaltet GW-Neubildung, Zu- und Abflüsse ** beinhaltet alle weiteren Bilanzglieder, wie Entnahmen, Überleitungen, ökol. Mindestabfluss etc.