Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S15 Grundwasserbewirtschaftung in Karstgebieten Ort: Bach-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Nico Goldscheider, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Chair der Sitzung: Andreas Hartmann, TU Dresden Chair der Sitzung: Jannes Kordilla, Institute for Environmental Assessment and Water Research | |
| Präsentation 1 | |
15:15 - 15:30
ID: 276 / Session 15: 1 Carbonatgesteine und Karstwasserressourcen in den Alpen 1: Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Deutschland; 2: TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe, Deutschland Carbonatgesteinsmassive und Karstlandschaften prägen das Bild der Alpen. Grundwasserressourcen aus diesen Karstsystemen werden von vielen Städten und Gemeinden im Alpenraum für die Trinkwasserversorgung genutzt und speisen eine Vielzahl von grundwasserabhängigen Ökosystemen. Die hier vorgestellte Studie [1] quantifiziert erstmals die Verbreitung von Carbonatgesteinen und Karstwasserressourcen im Alpenraum, basierend auf der Datengrundlage der Mediterranean Karst Aquifer Map (MEDKAM) [2] in Kombination mit anderen Datensätzen. Demnach bestehen rund 76.200 km² (40 %) der Alpen aus anstehenden Carbonatgesteinen. Die österreichischen Alpen beinhalten die größte absolute Fläche von Carbonatgesteinen (21.200 km²), während die französischen Alpen den höchsten prozentualen Anteil aufweisen (51 %). Da die höchsten Gebirgsgruppen meist aus kristallinen Gesteinen bestehen, liegt nur ein relativ geringer Teil der Alpengletscher in Karstgebieten. Diese meist kleinen Gletscher schwinden rapide, was sich stark auf die Schüttungsdynamik der damit verbundenen Karstquellen auswirkt. In den Alpen befinden sich einige der tiefsten und längsten Höhlen sowie eine der größten Karstwasserversorgungen der Welt, die Wiener Hochquellenleitung. Durch eine Kombination von Klimadaten und Karstkarte konnten die Grundwasserneubildung und die nachhaltig verfügbaren Grundwasserressourcen abgeschätzt werden: Demnach beträgt die langjährige (1991-2020) mittlere jährliche Neubildung in alpinen Karstgebieten rund 823 mm. Dies entspricht erneuerbaren alpinen Karstwasserressourcen von etwa 57.500 Millionen Kubikmetern (MCM) pro Jahr; das ist mehr als das Volumen des Bodensees. Diese Daten bilden die Grundlage für eine verbesserte Bewirtschaftung der alpinen Karstwasserressourcen und für Prognosen in Zusammenhang mit dem Klimawandel. [1] Goldscheider N, Xanke J, Liesch T (2025) Verbreitung von Carbonatgesteinen und Karstwasserressourcen im Alpenraum. Grundwasser, 30(3-4), https://doi.org/10.1007/s00767-025-00596-x [2] Xanke J, Goldscheider N, Bakalowicz M, Barbera JA, Broda S, Chen Z, Ghanmi M, Günther A, Hartmann A, Jourde H, Liesch T, Mudarra M, Petitta M, Ravbar N, Stevanovic Z (2023) Carbonate rocks and karst water resources in the Mediterranean region. Hydrogeology Journal, 32(5), 1397–1418, https://doi.org/10.1007/s10040-024-02810-1 | |

