Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S3.1 Grundwassertemperaturen – Klimawandel und thermische Nutzungspotentiale Ort: Händel-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Kathrin Menberg, Karlsruher Institut für Technologie Chair der Sitzung: Peter Bayer, MLU Halle Chair der Sitzung: Jannis Epting, Angewandte und Umweltgeologie, Universität Basel Chair der Sitzung: Philipp Blum, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) | |
| Präsentation 5 | |
14:30 - 14:45
ID: 267 / Session 3.1: 5 Urbane und hydrogeologische Einflussfaktoren auf die Grundwasserfauna in Halle (Saale) 1: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland; 2: Universität Wien, Österreich; 3: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland Grundwasserfauna ist eine wichtige Komponente unterirdischer aquatischer Ökosysteme. Ihr Lebensraum wird im urbanen Raum neben den hydrogeologischen Bedingungen auch von Stressoren wie erhöhten Grundwassertemperaturen und Sauerstoffverarmung beeinflusst. In welchem Ausmaß sich diese abiotischen Faktoren auf das Vorkommen und die Diversität der Invertebraten-Gemeinschaft unter Städten auswirken, ist jedoch bisher unzureichend erforscht. Um urbane Einflussfaktoren zu erfassen und diese gegen hydrogeologische Gegebenheiten abzuwägen, wurden in fünf Messkampagnen abiotische und faunistische Daten an 91 Grundwassermessstellen in Halle (Saale) erhoben. Dabei wurden sowohl der Stadtbereich als auch das ländliche Umland untersucht. Die hydrogeologischen Bedingungen der Stadt sind aufgrund der geologischen Vielfalt im oberflächennahen Stockwerk äußerst variabel, mit verschiedenen Aquifertypen verteilt auf zahlreiche hydrostratigraphische Einheiten. Der urbane Gradient ist gekennzeichnet durch erhöhte Temperaturen (> 12 °C) im Stadtzentrum, während Unterschiede in gelöstem Sauerstoff (DO) und gelöstem organischem Kohlenstoff (DOC) sowohl urbane als auch hydrogeologische Einflüsse widerspiegeln. Die regional variierende Zusammensetzung der faunistischen Gemeinschaften deutet ein räumliches Muster an. Dieses reflektiert jedoch weder die Gegensätze zwischen Stadt und ländlichem Umland noch die unterschiedlichen Aquifertypen. Bestimmender für die Faunenzusammensetzung in den oberflächennahen Aquiferen Halles waren die hydraulische Leitfähigkeit und der Grundwasserflurabstand. Crustacea wurden vorrangig in Messstellen mit einem Grundwasserspiegel von weniger als 6 m gefunden, während in Messstellen mit einem tieferen Grundwasserspiegel Würmer dominierten. Die Abundanz und die Anzahl der taxonomischen Großgruppen der Stygofauna weisen signifikante, wenn auch schwache Korrelationen mit Redox-relevanten Parametern (DO, Eh, NH₄⁺, NO₃⁻, DOC) auf, wobei höhere DO-Konzentrationen tendenziell mit einer größeren Abundanz und Vielfalt einhergehen. Diese zeigen zudem eine schwach negative Korrelation mit der Temperatur, welche sich insbesondere in der Überlagerung mit niedrigen DO-Konzentrationen verstärkt. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Bewertung komplexer urbaner Grundwasserökosysteme integrative Ansätze erfordert, die die Wechselwirkungen zwischen abiotischen und biotischen Faktoren im Kontext des jeweiligen hydrogeologischen Settings berücksichtigen. | |

