Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S7.2 Nutzungskonflikte bei veränderter Grundwasserverfügbarkeit und zukünftige Bewirtschaftung der Ressource Grundwasser Ort: Weißer Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Frank Herrmann, Forschungszentrum Jülich Chair der Sitzung: Jörg Elbracht Chair der Sitzung: Christian Klassert Chair der Sitzung: Martina Flörke Chair der Sitzung: Stefan Simon, Erftverband Chair der Sitzung: Uwe Sütering | |
| Präsentation 4 | |
10:45 - 11:00
ID: 256 / Session 7.2: 4 Zukunftsfähige Grundwassernutzung im Landkreis Grafschaft Bentheim: Ein gekoppelter Modellansatz zur Identifizierung von Nutzungskonflikten und Entwicklung von Bewirtschaftungsmaßnahmen 1: Schmidt & Holländer Ingenieurgesellschaft mbH, Deutschland; 2: Landkreis Grafschaft Bentheim Vielerorts führen rückläufige Grundwasserneubildungsraten, hervorgerufen durch länger währende Trockenperioden [1] und veränderte Niederschlagsmuster infolge des Klimawandels, zu wachsenden Nutzungskonflikten hinsichtlich der Ressource Grundwasser. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Nutzungsansprüche aus Landwirtschaft [2], öffentlicher Wasserversorgung und Industrie – ebenso wie der Bedarf an Wasser zum Schutz ökologisch sensibler Lebensräume – perspektivisch steigen werden. Damit gewinnen Maßnahmen für eine nachhaltige und effektive Grundwasserbewirtschaftung zunehmend an Bedeutung, um die Verfügbarkeit von Wasser – sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht – langfristig zu sichern. Im Rahmen des Förderprogramms „Klimafolgenanpassung Wasserwirtschaft“ wird derzeit ein modellbasiertes Wassermengenmanagementkonzept für den Landkreis Grafschaft Bentheim aufgestellt. Die Grundlage bildet ein kreisweites, gekoppeltes Strömungsmodell. Die Modellierung wird unter Anwendung der Software HydroGeoSphere (HGS, [3]) durchgeführt. Diese ermöglicht die direkte Kopplung von gesättigter Zone, ungesättigter Zone und oberirdischem Abfluss auf Basis eines physikalisch begründeten, numerischen Ansatzes. Für die Beschreibung des Ist-Zustandes erfolgte zunächst eine umfangreiche Datenrecherche. Den Zeitraum 2011 bis 2023 betrachtend wurden Informationen zu erteilten Wasserrechten, realen Entnahmen aus Grund- und Oberflächenwasser, (Grund)-Wasserständen sowie Abflüssen entlang der Vorfluter innerhalb der Modellkulisse zusammengetragen. Insgesamt zeigte sich ein deutlicher Trend zu steigenden Grundwasserentnahmen, der primär auf den erhöhten Wasserbedarf von Akteuren der Landwirtschaft zurückzuführen ist. Das Volumen der erteilten Wasserrechte stieg von rund 22 Mio. m³/a im Jahr 2011 auf etwa 31 Mio. m³/a im Jahr 2023 (Abb. 1). Die mit Abstand höchsten Entnahmedichten wiesen die Grundwasserkörper „Niederung der Vechte rechts“ und „Itter“ auf, was deren große wasserwirtschaftliche Bedeutung für den Landkreis Grafschaft Bentheim herausstellt. Nach Kalibrierung und Validierung des gekoppelten Strömungsmodells erfolgen Prognoserechnungen unter Berücksichtigung anerkannter klimatischer Szenarien, aber auch unter Implementierung verschiedener wasserwirtschaftlicher Maßnahmen. Die Präsentation erster Ergebnisse im Rahmen der Tagung ist vorgesehen. Im Sinne eines partizipativen Ansatzes wurden lokale Akteure frühzeitig in die Projektarbeit eingebunden, um gemeinsam praxisnahe Handlungsoptionen zu entwickeln und deren Akzeptanz zu fördern. Ziel ist die Entwicklung robuster Bewirtschaftungsstrategien, die unter veränderten klimatischen Bedingungen langfristig tragfähig, ökologisch nachhaltig und sozial gerecht sind. Literatur: [1] Berghuijs, W.R., Collenteur, R.A., Jasechko, S. et al. (2024). Groundwater recharge is sensitive to changing long-term aridity. Nat. Clim. Chang. 14, 357–363 (2024). [2] Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU) (2024): Runderlass Mengenmäßige Bewirtschaftung des Grundwassers (RdErl. d. MU v. 23. April 2024 – 23‑62011/010). In: Niedersächsisches Ministerialblatt, Nr. 223. [3] Brunner, P., Simmons, C. T. (2012). HydroGeoSphere: A fully integrated, physically based hydrological model. Groundwater, 50(2), 170-176. | |

