Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
| Sitzung | |
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S1 Grundwasserversalzung an der Küste und im Binnenland Ort: Telemann-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: N. Grünenbaum Chair der Sitzung: H. Holländer Chair der Sitzung: Georg J. Houben, BGR Chair der Sitzung: Rena Meyer, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Chair der Sitzung: Stephan Seibert, Universität Oldenburg | |
| Präsentation 3 | |
11:15 - 11:30
ID: 251 / Session 1: 3 Nachhaltige Grundwassernutzung nahe der Süß-/Salzwassergrenze: Fallbeispiel Papier- und Kartonfabrik Varel Schmidt & Holländer Ingenieurgesellschaft mbH, Deutschland In den Küstenregionen Norddeutschlands führt die Grundwasserversalzung zu herausfordernde Bedingungen hinsichtlich der Nutzung der Ressource Grundwasser. Diese werden auch durch die Auswirkungen des Klimawandels verstärkt. Um langfristig den Nutzungsansprüchen u. a. der Trinkwasserversorgung und Industrie gerecht zu werden, ohne zu einer zunehmenden Grundwasserversalzung zu führen, ist eine umfassende Überwachung des Grundwassers als Grundlage einer angepassten, nachhaltigen und effektiven Grundwasserbewirtschaftung im Küstenbereich notwendig. Die Papier- und Kartonfabrik Varel GmbH & Co. KG (PKV) entnimmt zur betrieblichen Wasserversorgung im größeren Rahmen Grundwasser. Bis 2014 erfolgte die Entnahme über 10 Brunnen (wasserrechtliche Bewilligung zur Entnahme von 2,8 Mio. m³/a Grundwasser, erteilt 2004). Durch betriebliche Veränderungen ergab sich in den letzten Jahren ein deutlich erhöhter Wasserbedarf und somit die Notwendigkeit zum Bau weiterer Brunnen (angestrebte wasserrechtliche Bewilligung zur Entnahme von 4,5 Mio. m³/a Grundwasser). Die Papier- und Kartonfabrik befindet sich im Gebiet der Stadt Varel im Norden Niedersachsens sowohl wenige Kilometer westlich als auch südlich vom Jadebusen entfernt. Bis 2014 erfolgte durch die Grundwasserentnahme nahe der Süß-/Salzwassergrenze keine Beeinflussung derselben. Jedoch ergab sich durch die geplante erhöhte Entnahme, die Notwendigkeit eine mögliche Verschiebung der Süß-/Salzwassergrenze in Richtung der Brunnen bzw. des Inlandes zu evaluieren. Daher wurde ein numerisches Grundwasserströmungsmodell zur Prüfung der Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt sowie eine mögliche Verschiebung der Süß-/Salzwassergrenze unter Berücksichtigung der Lage der geplanten Brunnen erstellt. Die Ergebnisse zeigten u. a., dass keine nennenswerten Änderungen der Lage der Süß-/Salzwassergrenze zu erwarten sind. Zur Überprüfung und Überwachung der Lage der Süß-/Salzwassergrenze bzw. zur langfristigen Sicherung der Grundwasserqualität wurde eine umfangreiche Beweissicherung initiiert. Das vorrangige Ziel der Beweissicherung ist die Vermeidung eines entnahmebedingten lateralen in das Landesinnere gerichteten oder vertikalen Voranschreitens der Süß-/Salzwassergrenze durch die erhöhte Entnahme. Dazu werden im Betrachtungsgebiet die Grundwassergüte an Grundwassermessstellen und Brunnen überwacht sowie geophysikalische Methoden eingesetzt. Die Ergebnisse des Monitorings dienen unmittelbar der Grundwasserbewirtschaftung im Raum Varel. Beim nachgewiesenen Auftreten einer wesentlichen Verschiebung der bisherigen Süß-/Salzwassergrenze zu den Fassungen hin werden unverzüglich Maßnahmen zur Stabilisierung der Lage der Süß-/Salzwassergrenze ergriffen. Die Ergebnisse der Beweissicherung zeigen seit über 10 Jahren nur eine geringfügige Verschiebung der Süß-/Salzwassergrenze. Die zeitliche und räumliche Überwachung der Chloridgehalte an den Grundwassermessstellen ergab keinen Anstieg der Werte. Weiterhin wurden in mehrjährigen Abständen 2D-geolektrische Messungen entlang von drei Transekten durchgeführt, die ungefähr senkrecht zur Salzwasserintrusionsrichtung ausgerichtet sind. An einem Transekt deutet sich anhand eines Bereiches höherer elektrischer Leitfähigkeiten im tieferen Grundwasserleiter eine leichte Verschiebung der Süß-/Salzwassergrenze an. Zur weiteren Überwachung wurde im letzten Jahr in diesem Bereich eine Dry-hole-Messstelle eingerichtet. | |

