Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S17.1 Digital groundwater systems Ort: Telemann-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Olaf Kolditz, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH UFZ Chair der Sitzung: Thomas Kalbacher Chair der Sitzung: Tianyuan Zhen Chair der Sitzung: Zhao Chen, Technische Universität Dresden Chair der Sitzung: Erik Nixdorf | |
| Präsentation 3 | |
16:00 - 16:15
ID: 218 / Session 17.1: 3 Zwilling unter Druck: Grundwassermodelle in großen Infrastrukturprojekten AQUASOIL Ingenieure & Geologen GmbH, Deutschland Grundwassermodelle sind in Infrastrukturprojekten mit Grundwasserinteraktion unverzichtbare Werkzeuge für Planung, Bau und Betrieb. Sie liefern Prognosen, Risikoabschätzungen und Entscheidungsgrundlagen. Leitlinien wie die DVGW W107 oder die Australian Groundwater Modelling Guidelines beschreiben einen überwiegend linearen Modellierungsprozess: Konzeptualisierung, Datenerhebung, Kalibrierung und Validierung erfolgen sequenziell. Für solche linearen Abläufe bieten die verwendeten Software-Werkzeuge optimale Unterstützung. Demgegenüber unterliegen Modelle als digitale Zwillinge eines Bauprojekts oder eines Anlagenbetriebs durch Planungsänderungen und im Zeitverlauf zunehmende Erkenntnisse über das reale System durch Messungen oder Erkundungsprogramme einem ständigen Anpassungsdruck. Die Anforderungen und Risiken im Ablauf der Grundwassermodellierung weisen dabei zahlreiche Parallelen zu Prozessen im Release-Management in der Softwareentwicklung auf. Anhand des Beispiels der Grundwasserströmungsmodellierung für Planung und Bau der 2. S-Bahn-Stammstrecke in München werden diese Parallelen evident. In diesem Projekt begleitet die Modellierung alle Planungs- und Bauphasen und umfasst dabei in unterschiedlichsten Detailgraden unter anderem Grundwasseraufstauberechnungen, Auslegung von Grundwasserüberleitung, Wasserhaltung und Versickerungsanlagen, Untersuchung geothermischer Nutzung und Planung von Monitoringkonzepten. Bauseits kommen unterschiedlichste Techniken zum Einsatz, die in der Modellierung adäquat reflektiert werden müssen: Horizontal- und Vertikalfilterbrunnen, Entwässerungslanzen, offene und Deckelbauweise mit Bohrpfahl-, Schlitz-, Schmal- und Spundwänden, Tunnelvortriebsmaschinen, bergmännischer Vortrieb mit und ohne Druckluftbeaufschlagung, Bodenvergütung, Injektionen, etc. Anhand des Projektbeispiels wird deutlich, wie es durch pragmatische Adaption des Modellierungsprozesses unter Übernahme von Methoden aus der Softwareentwicklung sowie sinnvolle Ergänzung der eingesetzten Standard-Werkzeuge gelingen kann, trotz der hohen Dynamik Auftraggebern, Planenden und Ausführenden gegenüber jederzeit kurzfristig fachlich aussagefähig zu sein – aber auch, wo noch methodische Defizite und Potenzial zur Weiterentwicklung bestehen. | |

