Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
Postersession Donnerstag Alle Poster sind während der gesamten Konferenz ausgestellt.
Die Postersession heute umfasst die Sessions/Themen 6, 7, 8, 10, 11, 12, 14, 16, 17 und 18.
Die Autorinnen und Autoren sollten während der Postersession an ihrem Poster sein!
Die zugehörigen Poster sind hier aufgeführt. | |
| Präsentation 4 | |
ID: 210
/ Poster Do: 4
Hydrogeologische Bedingungen im Raum Bad Düben mit Schwerpunkt der artesischen Verhältnisse TUBergakademie Freiberg, Deutschland Eine besondere hydrogeologische Situation ist in einem 25 km nördlich von Leipzig liegendem Gebiet in der Region in und um Bad Düben zu beobachten. Dort treten auf einem Gebiet von ca. 20 km² gespannte Grundwässer auf. Diese Grundwässer habe ein so hohes hydraulisches Potential, dass sie über Tage treten, also artesisch sind. Historisch waren Steighöhen bis 12m!! zu verzeichnen. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit werden an der TU Bergakademie Freiberg diese gespannten und zum Teil artesischen Grundwässer in einem ca. 300 km² großen Untersuchungsgebiet untersucht. Das artesische Druckpotential wurde erst 1898 im Rahmen von Braunkohlenerkundungsbohrungen zufällig entdeckt, kam 1974 durch nahenden Bergbau, Schaffung einer Trinkwasseranlage und Niederschlagsarmut zum erliegen und entwickelte sich allmählich wieder ab 1990/91 mit der Stilllegung der in der Nähe befindlichen Braunkohlengruben und Rückgang des Wasserverbrauchs. Der stratigraphische Ursprung der Arteser liegt im tertiären GWL 4/5. Auf Grund intensivster Braunkohlenerkundung zu Zeiten der DDR ist im Untersuchungsgebiet ein sehr reichlicher Datenfundus vorhanden. In einer 13jährigen monatlichen Messreihe wurden im Untersuchungsgebiet an Messstellen des GWL 4/5 die Grundwasserstände gemessen und aktuelle Hydroisohypsenpläne erstellt. Diese stehen im Vergleich mit einer 10jährigen Niederschlagsmessreihe (Isohyetenplan). Interessante Ergebnisse sind bei Niederschlagsereignissen zu beobachten, welche vermutlich im Zusammenhang mit einer in unmittelbarer Nähe befindlichen, bis in den GWL 4/5 reichenden glazigenen Rinne stehen. Das Einzugsgebiet der Wässer für den GWL 4/5 ist hauptsächlich aus nordöstl. und südl. Gebieten anzunehmen. An den im Untersuchungsgebiet fließenden Oberflächenwässern wurden im Sommer/Herbst 2025 Duchflußmessungen durchgeführt, welche durch weitere Messungen im Frühjahr 2026 erweitert werden sollen. Das Untersuchungsgebiet abdeckend, wurden an allen GWL über dem Rupelton (als untere hydraulische Basissperre des GWL 4/5) chemische Analysen durchgeführt. Hierbei wurde eine gewisse Kontinuität im GWL 4/5 festgestellt, welche aber durch punktuell stark abweichende Werte aus der Dübener Rinne unterbrochen wird. Das durch eine 14C-Zerfallsrechnung berechnete Wasseralter für einen homogenen Grundwasserleiter liegt für eine Messstelle (freilaufender Brunnen) in Bad Düben bei 270 Jahren und deckt sich mit einer Messung aus einer 4 km südwestl. befindlichen Wasserfassung Prellheide. An einem sehr frühen Zeitpunkt der Forschungen im Untersuchungsgebiet wurde auf Grund älterer Literatur davon ausgegangen, dass die im Norden von Bad Düben befindlichen Aufstauchungszonen bei Bad Schmiedeberg ursächlich verantwortlich sein sollten für die artesischen Verhältnisse bei Bad Düben. Diese Aussage kann so nicht mehr bestätigt werden. In Anlehnung an dem älteren Wissen wurde bei näherer Untersuchung der Aufstauchungszone festgestellt, dass bis zur Erdoberfläche aufgestauchte Tonschichten in engem Zusammenhang mit dem Auftreten ausgedehnter Farngürteln in diesen Bereichen stehen. Eine durchgeführte Farn-Kartierung der gesamten Schmiedeberger Aufstauchungszone und angrenzender Gebiete spiegelt den geologischen Untergrund mit seinen aufgepressten (Ton-) Schichten sehr gut wider. Parallel zu den geowiss. Untersuchungen wurden touristische Untersuchungen mit dem Inst. f. nachhaltigen Tourismus in Wernigerode (Prof. Zeiss) auf einen evtl. Namenszusatz „Arteserstadt“ durchgeführt. | |

