Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S9.1 Innovative Anwendungen von Isotopentracern zur Analyse von Fließdynamik und Stoffumsatz in aquatischen Systemen Ort: Telemann-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Kay Knoeller, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ GmbH Chair der Sitzung: Anko Fischer, Isodetect GmbH Chair der Sitzung: Axel Schmidt, Bundesanstalt für Gewässerkunde | |
| Präsentation 4 | |
14:15 - 14:30
ID: 209 / Session 9.1: 4 Keine Pestizide und wenig Nitrat in Tiefbrunnen: langfristige Schutz vor diffusen landwirtschaftlichen Verunreinigung oder nur Zeitverzögerung? Wie Umweltisotope eine Unterscheidung ermöglichen. Luxemburg Wasserverwaltung, Luxemburg Die Tiefbrunnen Luxemburgs sind weitesgehend frei von Pestizidkontamination, was im starken Kontrast zu den oberflächennahen Quellwasserfassungen des Landes steht, wo die Konzentrationen von Pestizidmetaboliten mehrere hunderte Nanogramm pro Liter erreichen können. Weil diese Tiefbrunnen von mächtigen mergelschichten überlagert sind wurde bis jetzt angenommen, dass diese eine langfristige Schutz vor Pestizideinträgen darstellen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass ein Pestizidfront sich mit einer Verzögerung von mehreren Jahrzehnten, bedingt durch die Entfernung zwischen Neubildungsflächen und Brunnen, auf die Brunnen hinbewegt. Die Antwort auf diese Frage ist für die Wasserversorger relevant, um entscheiden zu können, ob zusätzliche Pestiziduntersuchungen Gradientaufwärts von den Brunnen durchgeführt, beziehungsweise, ob Aufbereitungsanlagen schon geplant werden sollen. In der Isotopenhydrologie wird diese Verzögerung üblicherweise mit einem sogenannten "Piston-Flow" Model abgeschätzt. Da aber die Tritiumdaten nicht ausreichend waren, um zwischen zwei Modellen mit einer jeweiligen Piston-Flow Zeit von weniger als fünf Jahre und dreissig Jahren zu unterscheiden, wurden 2024 eine Krypton-85 Beprobungskampagne durchgeführt. Krypton-85 ist als Zusatztracer zu Tritium besonders interessant, weil die zeitliche Entwicklung der Atmosphärischen Aktivitäten gegenläufig sind (abnehmend für Tritium und zunehmend für Krypton-85). In diesem Beitrag wird gezeigt, wie eine einzige Krypton-85 Messung die Unsicherheit der Tritiummodellierung weitesgehend ausheben kann. | |

