Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S6 Risikomanagement und Schutz von Trinkwassereinzugsgebieten Ort: Weißer Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Heiko Dirks, Ingenieurgesellschaft Prof. Kobus und Partner Chair der Sitzung: Sebastian Sturm, TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser | |
| Präsentation 3 | |
13:45 - 14:00
ID: 158 / Session 6: 3 Zwischen Interpretation und Standardisierung: Ein Ansatz zur nachvollziehbaren Risikobewertung Hydro-Geologie-Nord PartGmbB, Deutschland Die Trinkwassereinzugsgebieteverordnung verpflichtet Wasserversorger, Risiken für die Rohwasserbeschaffenheit an ihren Wasserfassungen zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Gefahrenabwehr einzuleiten. Die grundsätzliche Vorgehensweise bei der Gefährdungsanalyse ist im DVGW-Merkblatt W 1004 beschrieben, die konkrete Ausgestaltung obliegt jedoch den ausführenden Stellen. Dies führt zu einem erheblichen Interpretationsspielraum – insbesondere bei der Bewertung des Ausgangsrisikos und noch stärker bei der Einschätzung der natürlichen Schutzwirkung im Einzugsgebiet. Die Ergebnisse sind daher oft subjektiv geprägt und zwischen Wasserversorgern kaum vergleichbar. Wir beraten zahlreiche Wasserversorger in Mecklenburg-Vorpommern und angrenzenden Bundesländern und sind in diesem Zusammenhang mit der Erstellung der Unterlagen gemäß Verordnung beauftragt. Unser Ziel ist eine möglichst objektive, nachvollziehbare und reproduzierbare Bewertung. Dazu haben wir – basierend auf der verfügbaren Datenlage – einen Katalog zur Bewertung des Ausgangsrisikos entwickelt. Im Fokus steht zudem die Quantifizierung der natürlichen Schutzwirkung. Hierfür wurde ein methodischer Ansatz erarbeitet, der flächenhaft verfügbare hydrogeologische Daten optimal nutzt und sowohl horizontale als auch vertikale Fließprozesse berücksichtigt. Der Weg von der Gefahrenquelle bis zur Fassung wird in drei Transferbereiche untergliedert: a) vertikaler (oft ungesättigter) Fluss bis zum obersten Grundwasserleiter b) vertikale Interaktionen im gesättigten Bereich, Speisung tieferer Grundwasserleiter c) horizontaler Transport im genutzten Grundwasserleiter Für die Einsickerung ins Grundwasser (a) können landesweit vorliegende Daten zur Schutzfunktion der Überdeckung verwendet werden, die in drei Klassen gruppiert sind („günstig“, „mittel“, „ungünstig“) [1]. Wenn ein unterer oder auch ein stark gespannter Grundwasserleiter durch die Wasserfassung erschlossen wird, müssen zusätzlich die vertikalen Fließbewegungen im Grundwasser berücksichtigt werden. Diese stehen in einem engen Zusammenhang zur Speisung des genutzten Grundwasserleiters (b). Je stärker der horizontale Grundwasserabstrom oberhalb des Nutzhorizonts, desto geringer ist die Gefahr durch vertikale Einsickerung. Die Schutzwirkung unterschiedlicher Grundwasserspeisungstypen wird in Anlehnung an Hennig & Hilgert [2] quantifiziert. Die horizontale Fließzeit vom Standort der Gefährdung bis zum Schwerpunkt der Entnahmestellen (c) wird über einen geohydraulischen Ansatz in Abhängigkeit von den hydrogeologischen Parametern geschätzt. Aus den Schutzfaktoren der drei Transferbereiche wird ein Risiko-Reduktionsfaktor berechnet und es erfolgt eine Priorisierung der Risiken. Die entwickelte Methodik ist weitgehend automatisierbar und ermöglicht eine einheitliche und nachvollziehbare Bewertung aller durch uns bearbeiteten Wasserfassungen. In der Abbildung ist das Ergebnis der Priorisierung beispielhaft dargestellt. Ziel des Vortrags ist es, die Methodik vorzustellen und die zusammengefassten Ergebnisse aus der Anwendung auf insgesamt 61 Wasserfassungen zu präsentieren. [1] www.umweltkarten.mv-regierung.de [2] Hennig & Hilgert: Speisung bedeckter Grundwasserleiter im norddeutschen Lockergestein – Eine Auswertung für Mecklenburg-Vorpommern. Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge, Heft 1/2 / 2018, 27-37 | |

