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Präsentation 36
ID: 157 / Poster Do: 36
Ein Grundwassermessnetz und -modell zum geplanten Polder Axien-Mauken an der Elbe
Stephan Klotzsch
Planungsgesellschaft Scholz+Lewis mbH, Deutschland
Das Land Sachsen-Anhalt, vertreten durch den Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, plant die Errichtung des Flutpolders Axien-Mauken an der Elbe. Der geplante Polder wird südlich des Zusammenflusses von Schwarzer Elster und Elbe liegen. Bei Auftreten eines 100-jährigen Hochwasserereignisses (HQ100) in der Elbe soll der geplante Polder in Betrieb gehen und den Hochwasserscheitel um ca. 0,2 m kappen. Innerhalb des Polders sollen auf einer Fläche von ca. 1695 ha ca. 52 Millionen Kubikmeter Wasser zwischengespeichert werden. Im Betriebszustand stellt der geflutete Polder eine Infiltrationsfläche für das zwischengespeicherte Wasser dar. Daraus ergeben sich im Vergleich zum Ist-Zustand erheblich veränderte Randbedingungen für das Grundwasser. In der Folge ändert sich auch die Gefährdungssituation für die zukünftig an den Polder grenzenden Ortslagen. Besonders hervorzuheben ist hier die Ortslage Mauken, welche dann im Hochwasserfall allseitig von Wasser umschlossen sein wird Das Gebiet ist von einem komplexen Grabensystem durchzogen, das sowohl der Be- als auch Entwässerung dient. Die Gräben münden in den Altarm Kleindröbener Riß, dessen Vorflut durch das Schöpfwerk Klöden sichergestellt wird. Das Grabensystem und dessen Vorflut wird während der Polderflutung unterbrochen. Für die betroffenen Ortslagen und weite Teile des Projektgebiets gibt es kaum langjährigen Grundwassermessdatenreihen. Die Auswirkungen eines Elbehochwassers auf die Ortslagen und das Projektgebiet sind daher nicht belastbar dokumentiert. Deswegen wurde zunächst ein Grundwassermessnetz errichtet, dessen Funktion einerseits die Beweissicherung im Ist-Zustand und andererseits die Datenerfassung für die Kalibrierung eines projektbegleitenden Grundwasserströmungsmodells ist. Perspektivisch soll mit dem Messnetz auch eine Beweissicherung des Plan-Zustandes erfolgen. Zum Jahreswechsel 2023/2024 trat in der Elbe ein zweijähriges Hochwasser auf. Dies war das größte Hochwasserereignis seit 2013. Das Hochwasser führte zu einer Überflutung der Deichvorländer und löste ein Grundhochwasser im Projektgebiet aus. In der Folge des Hochwasserereignisses zeigte sich die komplexe Wechselwirkung zwischen der Elbe, dem Grundwasserleiter, dem Grabensystem, dem Altarm „Kleindröbener Riß“ und dem daran angeschlossenen Schöpfwerk Klöden. Das projektbegleitende Grundwasserströmungsmodell wurde in Modflow 6 aufgebaut. Die Ziele der Grundwassermodellierung sind die möglichst belastbare Abbildung der Auswirkung eines HQ100 auf das Projektgebiet im Ist-Zustand und die Prognose der Auswirkung der Polderflutung auf die angrenzenden Ortslagen. Aus dem Vergleich der Ist- und Plan-Zustandsprognose wurde die Erfordernis nach zusätzlichen Binnenentwässerungsmaßnahmen abgeleitet. Das Ziel dieser Maßnahmen ist die höchsten prognostizierten Grundwasserstände des Ist-Zustandes während der Polderflutung zu halten. Das vorhandene Grabensystem soll zur Binnenentwässerung im Plan-Zustand mit genutzt werden. Die während der Polderflutung allseitig von Wasser umgebene Ortslage Mauken soll durch eine Ringdrainage mit angeschlossenem Pumpwerk vor dem aufsteigenden Grundwasser geschützt werden. Die für die Bemessung relevanten Förderraten wurden durch das Grundwassermodell prognostiziert. In die Schöpfwerksdimensionierung flossen auch die Ergebnisse eine Unsicherheitsbetrachtung mittels Monte-Carlo-Simulation ein.