Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S6 Risikomanagement und Schutz von Trinkwassereinzugsgebieten Ort: Weißer Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Heiko Dirks, Ingenieurgesellschaft Prof. Kobus und Partner Chair der Sitzung: Sebastian Sturm, TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser | |
| Präsentation 1 | |
13:15 - 13:30
ID: 153 / Session 6: 1 Die Umsetzung der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung aus Sicht der Berliner Wasserbetriebe am Beispiel des Wasserwerkes Beelitzhof Berliner Wasserbetriebe, Deutschland Durch die Einführung der Trinkwassereinzugsgebieteverordnung (TrinkwEGV) soll der Schutz der Ressource Trinkwasser verbessert werden. Erstmalig wurde ein flächenhaftes, strukturiertes Vorgehen zum Umgang mit Gefährdungen für das Grund-, Oberflächen- und Rohwasser in den Einzugsgebieten (EZG) von Wasserfassungen vorgegeben. Hierfür wurde die novellierte EU-Trinkwasserrichtlinie in nationales Recht umgesetzt. Für jedes EZG einer Wassergewinnungsanlage ist mittels eines risikobasierten Ansatzes eine Bewertung der genutzten Ressource durch den Betreiber vorzunehmen und ein davon abhängiges Risikomanagement durch die zuständige Behörde umzusetzen. Die Gefährdungsanalyse und Risikoabschätzung erfolgt dabei auf Grundlage vorhandener Nutzungen im EZG. Im Rahmen des zyklischen Risikomanagements sollen Gefährdungen beseitigt bzw. reduziert und damit der erforderliche Aufwand der Aufbereitung von Trinkwasser verringert werden. Die Berliner Wasserbetriebe produzierten im Jahr 2024 für die Versorgung von 3,6 Mio. Einwohner Berlins 209,3 Mio. m³ Trinkwasser. Die Trinkwassergewinnung erfolgt dabei zu ca. 70 % aus Uferfiltrat und ca. 30 % aus Grundwasser. Eine der größten Herausforderungen in Bezug auf die TrinkwEGV besteht in Berlin darin, dass für die ober- und unterirdischen EZG der Wasserfassungen mit einer Gesamtfläche von insgesamt 2.450 km² (entspricht der dreifachen Fläche Berlins) verschiedenste Gefährdungskategorien bewertet werden müssen. Die Berliner Wasserbetriebe führen bereits seit vielen Jahren im Rahmen ihres Water-Safety-Plans (WSP) eine systematische qualitative Risikobewertung der Trinkwasserressource innerhalb der Wasserschutzgebiete (insgesamt ca. 225 km²) durch. Im Gegensatz zum WSP erfolgt im Rahmen der TrinkwEGV eine flächenbasierte Bewertung des gesamten EZG einer Wassergewinnungsanlage (siehe Abbildung). Dabei gibt die TrinkwEGV durch den knappen Umfang nur einen Rahmen vor, der durch Behörden und Betreiber gefüllt werden muss, welche bislang keine bis wenig Erfahrungen mit der Umsetzung haben. Im folgenden Beitrag sollen die Vorgehensweise und Erfahrungen der Berliner Wasserbetriebe dargestellt werden. In neun Wasserwerken wird das Rohwasser aus den teilweise urban beeinflussten EZG naturnah aufbereitet. Da bei der Uferfiltration das Wasser der Oberflächengewässer indirekt über das Grundwasser wasserwirtschaftlich genutzt wird, wurden für die Risikoabschätzung neben den unterirdischen auch die dazugehörigen oberirdischen EZG erfasst und dokumentiert. Anschließend wurden aufgrund der vorwiegend städtisch geprägten EZG, 70 Gefährdungskategorien ermittelt und bewertet. In diesem Vortrag werden zunächst die Ergebnisse der intensiven Abstimmungen mit den zuständigen Behörden z.B. zu Festlegungen der Einzugsgebietsgröße oder dem Umfang der zu betrachtenden Parameter des Untersuchungsprogramms vorgestellt. Weiterhin werden Einblicke in die Datenbeschaffung, die Nutzung von Leitfäden und Merkblättern, sowie die Übertragung der WSP-Ergebnisse in die flächenspezifische Gefährdungsanalyse gegeben. Anschließend werden am Beispiel des Wasserwerkes Beelitzhof die ermittelten Gefährdungsträger und -ereignisse sowie die GIS-basierte Risikoanalyse und -bewertung mit der Software Riskplus© aufgezeigt und die sich daraus ergebenen Maßnahmen vorgestellt. Mit diesem Vortrag soll gezeigt werden, dass die TrinkwEGV ein wertvolles Instrument ist, um den Ressourcenschutz voranzutreiben, aber noch viele Herausforderungen bei der Umsetzung existieren. | |

