Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Postersession Mittwoch Alle Poster sind während der gesamten Konferenz ausgestellt.
Die Postersession heute umfasst die Sessions/Themen 1, 2, 3, 4, 5, 9, 13, 15 und 19.
Die Autorinnen und Autoren sollten während der Postersession an ihrem Poster sein!
Die zugehörigen Poster sind hier aufgeführt. | |
| Präsentation 18 | |
ID: 146
/ Poster Mi: 18
Isotopenhydrologische Untersuchungen als Schlüssel zur Abgrenzung von Grundwasserstockwerken in der Oberpfalz 1: Hydroisotop GmbH; 2: Ing.-Büro Envitec GmbH Die Naabtaler Milchwerke GmbH & Co.KG im Markt Schwarzenfeld (Oberpfalz) nutzt fünf Grundwasserbrunnen auf ihrem Betriebsgelände. Zur Einordnung der komplexen hydrogeologischen Verhältnisse der tertiären Naab-Flussrinne mit den drei Grundwasserstockwerken (A-C, bis über 100 m Tiefe) und des Einflusses der Naab als Vorfluter werden seit 2018 durch die ENVITEC GmbH die fünf Brunnen und bis zu 28 Grundwassermessstellen regelmäßig auf hydrochemische, gasphysikalische und isotopische Parameter untersucht. Ziel der Studie ist die Abgrenzung der Grundwasserstockwerke und das Verständnis ihrer Wechselwirkungen. Hierzu wurden über 1.600 Proben auf die Analyseparameter Sauerstoff-18 (δ18O-H2O) und Deuterium (δ2H-H2O) untersucht, In geringerem Ausmaß wurden zusätzlich die Parameter Tritium (3H-H2O), die Kohlenstoffisotopie (13C-H2O, 14C-H2O), Schwefelhexafluorid (SF6), FCKW-Spurengase (F11, F12 und F113) und Helium (3He, 4He, 3He/4He, 3Hetrit) bestimmt. Das oberflächennahe Stockwerk A liegt in gut durchlässigen tertiären Flusskiesen mit direktem Anschluss an die Naab. Darunter folgt Stockwerk B in den Sanden der Ur-Naabrinne (bis 100 m mächtig). Das Stockwerk C im kristallinen Grundgebirge mit geringen Durchlässigkeiten steht durch Störungszonen im Austausch mit Stockwerk A und B. Die Milchwerke nutzen Grundwasser aus den Stockwerken A und B. Die Auswertung der Jungwassertracer zeigt eine erwartbare Abnahme junger Grundwasseranteile mit zunehmender Tiefe, allerdings ohne klare Altersgrenzen. Jüngere Komponenten treten vereinzelt auch in den tieferen Stockwerken B und C auf. FCKW- und SF₆-Daten erweisen sich aufgrund anthropogener und geogener Störeinflüsse als wenig belastbar. Dagegen ermöglichen Heliumisotope und tritigenes Helium konsistente Modellierungen. Die Analyse der stabilen Wasserisotope zeigt für Stockwerk A eine Bildung unter rezenten Klimabedingungen (Holozän). Im Stockwerk B zeigt sich eine Zumischung von unter kälteren Bedingungen neugebildeten Grundwasserkomponente. In Stockwerk C sind überwiegend kühlklimatische Signaturen zu beobachten. Die Altersverteilung gemäß der Kohlenstoffisotopie zeigt im Stockwerk A überwiegend rezente 14C-Modellalter (wenigen Jahre - ca. 1.000 Jahre). In B reichen die Modellalter von wenigen Jahren bis ca. 7.000 Jahre, in C von einigen tausend Jahren bis etwa 18.000 Jahre. Besonders in Stockwerk B ist die Altersstruktur heterogen, was auf eine Mischung junger und kaltzeitlich gebildeter Grundwässer hindeutet. Teilweise zeigen Proben aus A und B Verdunstungseinflüsse – deren genaue Ursache (z. B. größere freie Wasserflächen) bleibt Gegenstand weiterer Untersuchungen. Insgesamt weist Stockwerk B eine deutliche Mischsignatur auf, was auf hydraulische Verbindungen zu A und C schließen lässt. Die regelmäßige Untersuchung hydrochemischer und isotopischer Parameter zeigt über die Jahre nicht nur Schwankungen der Mischwassersystematik, sondern auch sich wandelnde Altersstrukturen in den genutzten Brunnen. Ob diese Veränderungen stärker durch Nutzungsintensität oder klimabedingte Änderungen der Grundwasserneubildung beeinflusst werden, bleibt Gegenstand künftiger Untersuchungen. | |

