Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
S8 Hydrogeologische Aspekte der Endlagerung Ort: Telemann-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Michael Kühn, GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung Chair der Sitzung: M.-Th. Schafmeister Chair der Sitzung: Thorsten Schäfer | |
| Präsentation 4 | |
14:00 - 14:15
ID: 143 / Session 8: 4 Lösungszutritt Asse – Ein hydrogeologisches Puzzle (Teil I Grundwasserpfade im Deckgebirge) 1: Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH, Deutschland; 2: AFRY Schweiz AG, Schweiz Die Schachtanlage Asse II bei Wolfenbüttel ist ein über 100 Jahre altes Salzbergwerk, in dem bis 1964 Stein- und Kalisalze abgebaut wurden. Im Zeitraum von 1967 bis 1978 wurden im Auftrag des Bundes rund 47.000 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert. Seit 1988 fließen NaCl- und CaSO4-gesättigte Grundwässer aus dem Deckgebirge der Schachtanlage Asse II zu. Erklärungen zur Herkunft des Lösungszutritts blieben seit seiner Entdeckung 1988 zunächst vage. In den letzten 5 Jahren konnten jedoch umfangreiche Erkundungsprogramme neue Erkenntnisse liefern. Vor allem die Ergebnisse der 3D-Seismik liefern ein deutlicheres Bild über den strukturellen Aufbau des Grenzbereiches Salinar/Hutgestein und der Lagerungsverhältnisse der Schichten sowie des tektonischen Inventars des mesozoischen Deckgebirges. Hierbei konnten eine Reihe von bisherigen Erkenntnissen deutlich plausibler eingeordnet werden. So konnten über 14C ermittelte Grundwasseralter im Deckgebirge geringdurchlässigen Störungen, die vielfach eine V-Form ausgehend vom Hutgestein zur Oberfläche bilden, zugeordnet werden. Über Zeiträume in der Größenordnung 1-4 · 10³ a fließen meteorische Wässer langsam dem Salzspiegel zu, wobei sie zunehmend mineralisiert werden. An der Basis des Hutgesteins selbst befindet sich eine Karststruktur, welche Subrosionsgerinne genannt wird. Die Durchlässigkeit dieses Subrosionsgerinnes erreicht im Nordwesten der Asse-Struktur kf-Werte in der Größenordnung von 3 ·10-3 m/s, welche durch Tracer-Versuche in den 1980ern ermittelt wurden. Der Grundwasserdruckspiegel in diesem Subrosionsgerinne ist vergleichsweise niedrig gegenüber denjenigen in den mesozoischen Formationen des Deckgebirges. Die im Subrosionsgerinne fließenden Grundwässer haben im Nordwesten eine Verbindung zur Oberfläche. In diesem Bereich fällt die Asse morphologisch zum Braunschweig-Gifhorn-Trog hin ab. Die mit der Trogbildung verbundenen Staffelstörungen schaffen eine hydraulische Verbindung zur Oberfläche. Die Folge sind Quellaustritte mit teilweise erhöhter Mineralisierung, wobei aufgrund der quartären Überdeckung von Mischsignaturen auszugehen ist, was sich auch in der isotopischen Zusammensetzung der Quellwässer zeigt. Im zentralen Teil der Asse besteht die Vermutung, dass das Subrosionsgerinne sowohl eine Anbindung an die 1906 ersoffene Schachtanlage Asse I (über den Hauptanhydrit) als auch an die Schachtanlage Asse II (über den Rötanhydrit der Südflanke) hat. Die Auswertung der 3D-Seismik zeigt ein deutliches Relief im Bereich der Hutgesteinsbasis, so dass das Subrosionsgerinne ein verzweigtes System bildet. Neben dem holozänen System Oberfläche-Störungen-Subrosionsgerinne befinden sich im Deckgebirge in den Tiefbohrungen, die im Unteren Muschelkalk verfiltert sind, stark mineralisierte Tiefenwässer mit erheblich erhöhten 4He-Gehalten, was auf fossile Grundwässer pleistozänen Alters schließen lässt. Eine Interaktion zwischen diesen beiden Grundwassersystemen gilt als unwahrscheinlich. Bildunterschrift: Vereinfachtes geologisches Modell auf Basis der Ergebnisse der 3D-Seismik (Schnitt senkrecht zum Streichen der Asse) und interpretierte Fließpfade sowie die Lage ausgewählter Bohrungen, Schächte und Grundwassermessstellen. | |

