Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | |
|
S3.1 Grundwassertemperaturen – Klimawandel und thermische Nutzungspotentiale Ort: Händel-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Kathrin Menberg, Karlsruher Institut für Technologie Chair der Sitzung: Peter Bayer, MLU Halle Chair der Sitzung: Jannis Epting, Angewandte und Umweltgeologie, Universität Basel Chair der Sitzung: Philipp Blum, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) | |
| Präsentation 1 | |
13:30 - 13:45
ID: 123 / Session 3.1: 1 Grundwassererwärmung in der Schweiz: Trendanalysen, saisonale Dynamik und hydrogeologische Einflussfaktoren 1: Eawag - Swiss Federal Institute of Aquatic Science and Technology, Schweiz; 2: CH-GNet: Schweizer Grundwassernetzwerk, Schweiz Für die Schweiz wurde ein Grundwassertemperaturdatensatz von 92 Messstellen bestehend aus Quellen Piezometern und Entnahmebrunnen ausgewertet von 1990 bis Anfang 2025. Die Trends wurden mithilfe nicht-parametrischer Verfahren sowie linearer Regression analysiert und durch saisonale und hydrogeologische Metainformationen ergänzt. Die Ergebnisse zeigen, dass an fast allen Stationen eine signifikante Erwärmung des Grundwassers nachweisbar ist. Seit den 1990er-Jahren nehmen die Abweichungen vom Mittelwert kontinuierlich zu, wobei die 2020er-Jahre die wärmsten im gesamten Beobachtungszeitraum darstellen. Etwa 52 % der Stationen weisen signifikante Trends auf, mit Erwärmungsraten im Bereich von 0.2–0.8 K pro Dekade. Saisonale Analysen zeigen, dass die Erwärmung in allen Jahreszeiten auftritt, jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Der Vergleich mit Lufttemperaturen verdeutlicht, dass die Luft in zwei Dritteln der Fälle stärkere Trends zeigt als das Grundwasser; gleichzeitig dokumentieren Zeitverschiebungen und Dämpfungseffekte die thermische Trägheit des Untergrundes. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf Fließwege, Retardationsfaktoren und Aufenthaltszeiten in Aquiferen ziehen. Zusätzlich wurden Einflüsse von Standortfaktoren (z. B. Aquifertyp, Landnutzung, Mächtigkeit der ungesättigten Zone, Höhenlage, Schneetage) untersucht, die die Heterogenität der Trends erklären. Die Studie zeigt, dass die Erwärmung des Grundwassers in der Schweiz ein flächendeckendes Phänomen ist, das eng mit dem Klimawandel verknüpft ist, jedoch durch lokale hydrogeologische Eigenschaften moduliert wird. Dies hat weitreichende Implikationen für Trinkwasserversorgung, Ökosystemschutz und die Nutzung geothermischer Ressourcen. | |

