Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S10 Nitratabbau im Grundwasser - Voraussetzungen, Treiber und Folgen Ort: Bach-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Stephan Hannappel, HYDOR Chair der Sitzung: Katharina Greven Chair der Sitzung: Anna Jesußek | |
| Präsentation 2 | |
10:15 - 10:30
ID: 114 / Session 10: 2 Phantastische Pyrite und wo sie in norddeutschen Grundwasserleitern zu finden sind (und was sie mit der Denitrifikation zu tun haben) BGR, Deutschland Der Nitratabbau durch im Grundwasserleiter von Natur aus vorkommende Eisensulfid-Minerale, auch chemilthotrophe Denitrifikation genannt, wurde Anfang der 1980er Jahre erstmals aus dem Fuhrberger Feld bei Hannover beschrieben. Später stellte sich heraus, dass dieser Prozess nicht nur in Deutschland, sonden auch weltweit einer der bedeutendsten der Kontrolle der Ausbreitung von Nitrat ist. Erkauft wird der Nitratabbau durch eine Freisetzung von Sulfat und Eisen, sowie von problematischen Spurenelementen wie Arsen, Nickel, Kobalt und anderen. Letztere sind im Kristallgitte der Eisensulfide gebunden. Überraschenderweise gbt es aber vergleichweise wenige Untersuchungen darüber wie viel Pyrit in deutschen Grundwasserleitern im Mittel vorhanden ist. Dies wäre aber zur Abschätzung der potentiellen Nitratabbaukapazität eine sehr wichtige Information für die wasserwirtschaftliche Planung. Daher wurden von ca. 15 Standorten aus ganz Norddeutschland frische Bohrkerne herangezogen. Diese stammten aus Lockergesteinen aus dem Quartär, dem Tertiär und der Oberkreide. Die Eisensulfide wurden durch Schweretrennung konzentriert und umfangreich optisch, mineralogisch und geochemisch untersucht. Die Gehalte an Pyrit variieren zwischen der Nachweisgrenze und ca. 1,5 Gewichts-Prozent. Mit Hilfe der Raman-Spektroskopie konnte festgestellt werden, dass es sich bei Eisensulfiden im wesentlichen um Pyrit (FeS2) handelt, untergeordnet auch um Markasit. Unter dem Rasterelektronenmikroskop zeigte sich, dass Framboide, d.h. himbeerförmige Kristallite bzw. Aggregate davon die dominierende Form sind. Dies ehaben aber z.T. deutlich unterschiedliche Kristallitgrößen und damit reaktive Oberflächen. Untersuchungen mit der Elektronenstrahl-Mikrosonde zeigten, dass die Gehalte der Pyrite an Spurenelementen sehr ungleichmäßig sind, auch innerhalb einer Probe. Manche Pyrite einer Probe enhalten sehr hohe Konzentrationen, andere sind eher verarmt. In der Zusammenschau der Daten werden sich die Bandbreiten der Pyrite und ihrer reaktiven Eigenschaften abzeichnen, was für spätere Modellierungen zur Prognose der Nitratausbreitung in der Zukunft sehr nützlich sein wird.. | |

