Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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S15 Grundwasserbewirtschaftung in Karstgebieten Ort: Bach-Saal, Kongresshalle am Zoo Chair der Sitzung: Nico Goldscheider, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Chair der Sitzung: Andreas Hartmann, TU Dresden Chair der Sitzung: Jannes Kordilla, Institute for Environmental Assessment and Water Research | |
| Präsentation 3 | |
15:45 - 16:00
ID: 110 / Session 15: 3 Grundwasseraltersstruktur im Karst in Nordschwaben (Bayern) – Entstehung und Schlussfolgerungen für die Grundwasserbewirtschaftung HG Büro für Hydrogeologie und Umwelt GmbH, Deutschland In dem vor allem zur Trinkwassergewinnung genutzten Karstaquifer in Nordschwaben südlich des Nördlinger Ries kommen bereichsweise sehr alte Grundwässer vor, die im Pleistozän gebildet wurden. Das Vorkommen dieser alten, Tritium-freien Grundwässer ist zum Teil an tektonische Grabenstrukturen gebunden; örtlich sind Zumischungen von jungem, Tritium-haltigen Grundwasser festzustellen. Derartige Grundwässer werden in Bayern als Tiefengrundwässer eingestuft, die nur unter bestimmten Bedingungen für die wasserwirtschaftliche Nutzung genehmigungsfähig sind. Daher ist es für die Planung und Genehmigung der regionalen Trinkwassergewinnung erforderlich, die Entstehung der alten Grundwässer und der gegebenen Grundwasseraltersstruktur zu ermitteln, und daraus Schlussfolgerungen für die zukünftige Grundwasserbewirtschaftung in dieser Region zu ziehen. Markant für die Grundwasseraltersstruktur im Karst in Nordschwaben ist die Grenzlinie zwischen Tritium-haltigem Grundwasser mit relevanten Jungwasseranteilen und Tritium-freiem Grundwasser. Diese Grenzlinie verschiebt sich ausgehend von den Grundwasserneubildungsgebieten auf der Schwäbischen und der Fränkischen Alb zunehmend nach Süden und Südosten. Allerdings verbleiben südlich des Nördlinger Ries Bereiche mit reliktischen alten Grundwässern in einer Grabenstruktur und nahe einer Staugrenze im Grundwasserströmungsfeld. Die aktuell gegebene Grundwasseraltersstruktur ist durch ein erdgeschichtliches Modell zur Entwicklung der Grundwasserneubildung in den vergangenen ca. 30.000 Jahren und zur Entwicklung des Grundwasserströmungsfeldes im Karst in diesem Zeitraum erklärbar. Demnach setzt die Verjüngung des Grundwassers im Untersuchungsgebiet mit Beginn des Holozäns ein. Diese erfolgt aber ab ca. 12.000 Jahre vor heute aufgrund der räumlich und zeitlich differenzierten Wirksamkeit der maßgeblichen Vorfluter zu unterschiedlichen Zeiten und hat die Bereiche mit reliktischen Grundwässern bisher nicht oder nur sehr begrenzt erfasst. Die Vorkommen der reliktischen Grundwässer ergeben sich aus der Tektonik und der erdgeschichtlichen Entwicklung des Grundwasserströmungsfeldes. Für die zukünftige Grundwasserbewirtschaftung ist wesentlich, dass die aktuelle Grundwasserneubildung aus Niederschlag auf der Schwäbischen und der Fränkischen Alb als maßgeblicher Treiber für die Grundwasserströmung in weiten Teilen des Untersuchungsgebietes eine fortschreitende Verjüngung des Karstgrundwassers bewirkt, und dieses dementsprechend mehr und mehr den Charakter eines typischen Tiefengrundwassers verliert. Ausgenommen hiervon sind allerdings, als wasserwirtschaftlicher Sonderfall, die lokalen Vorkommen mit reliktischen alten Grundwässern | |

