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Zur Zukunft der entwicklungsorientierten Kriminalitätsprävention
Andreas Beelmann
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Psychologie, Deutschland
Die entwicklungsorientierte Kriminalitätsprävention kann mittlerweile auf eine etwa 40-jährige Geschichte zurückblicken. Ziel war und ist es, mithilfe von empirischen Erkenntnissen zur positiven, normalen und abweichenden Sozialentwicklung altersangemessene Maßnahmen abzuleiten, um damit deviante und kriminelle Entwicklungsverläufe gänzlich zu vermeiden oder abzupuffern. Der große anfängliche Optimismus, mit diesem Ansatz zu einer erheblichen Reduktion von Prävalenzzahlen beizutragen, ist mittlerweile einer realistischen und zum Teil ernüchternden Ergebnisbilanz gewichen. Im Beitrag soll zunächst ein Überblick zum Stand der entwicklungsorientierten Kriminalitätsprävention im Hinblick auf theoretische, konzeptionelle und empirischen Erkenntnisse gezogen werden. Ausgehend von aktuellen Ergebnisbilanzen und Forschungsbefunden, die kritische Aspekte der Wirkung wie etwa den fehlenden Nachweis von Langzeitwirkungen auf Kriminalitätsparameter thematisieren, werden Weiterentwicklungen dieses Ansatzes vorgeschlagen, die sich insbesondere auf die Konstruktion neuer Maßnahmen und Anwendungsmodalitäten sowie den Grundbedingungen für eine erfolgreiche Implementation beziehen. Die geschieht vor dem Hintergrund eines Rahmenmodells psychologischer Interventionen mit dem Anspruch, damit zu deutlich verbesserten Präventionsmodellen und –anwendungen beitragen können. Die entwicklungsorientierte Kriminalitätsprävention wird im Kern als ein wichtiges Element der Kriminalpolitik angesehen, die jedoch notwendige Schritte der Weiterentwicklung gehen muss, um ihr vollen Potential auszuschöpfen.