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Sitzungsübersicht


Session
AS03(B)
Zeit:
Donnerstag, 24.11.2016:
16:00 - 17:55

Chair der Sitzung: Josef Grabner
Ort: Seminarraum A03

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Präsentationen

[16:00 - 16:25] Moodle als Tool für CLIL und SchülerInnen-Workshops

Alexandra Posekany, Dominik Dolezal

Die Plattform Moodle ist in HTLs in ganz Österreich standardmäßig verfügbar. Die Methodik von CLIL ist als essentieller Teil des Lehrplans von HTLs für die 3. bis 5. Jahrgänge etabliert worden. Trotz dieser Verfügbarkeit gibt es wenige Beispiele, dass die beiden Zugänge miteinander abseits vom Zurverfügungstellen von Materialien verknüpft worden wären, um den angewandten Fachunterricht zu unterstützen. Deshalb schlagen wir vor, typische CLIL Aufgabenstellungen wie Leseübungen mit gezielter Texthervorhebung, Lückentextaufgaben und Klassifikationsprobleme (graphischen Darstellungen Beschreibungen zuzuordnen oder Sätze zu komplettieren, um Beschreibungen zu formulieren) auf der Moodle-Plattform zu implementieren. Einerseits lässt sich dadurch die für die SchülerInnen über Fächergrenzen hinweg gewohnte Lernumgebung und Technologie nutzen. Andererseits wird der Austausch von Materialien zwischen Lehrpersonen derselben oder unterschiedlicher Schulen vereinfacht und der reduzierte Vorbereitungsaufwand mag zu einer breiteren Anwendung von CLIL in einer Vielzahl von Fächern führen. Um unseren Zugang zu demonstrieren, stellen wir Beispielmaterialien und -aufgaben aus den Fächern „Angewandte Mathematik“' und „Softwarenetwicklung“ zur Verfügung.

Unser Fokus in „Angewandter Mathematik“ ist, die Schüler beim Lesen von Angabetexten zu unterstützen, die Beschreibungen von Problemen aus der Realität beinhalten, die den Kontext für Anwendungen der mathematischen Methoden aus dem Lehrplan bilden, wie dies im Rahmen der BIFIE-Items vorgesehen ist. In einer ersten Übung werden Signalworte hervorgehoben, um den SchülerInnen bewusst zu machen, dass sie bei gründlichem Lesen diese Signalworte gezielt suchen sollen, die wesentlich instruktiver als der übrige Kontext sind. In einer fortgeschrittenen Übung zeigen wir Lückentextaufgaben, in denen bestimmte Konzepte und Fachvokabeln gezielt aus einer Liste möglicher Fachtermini ausgewählt werden und offene numerische Antworten mitsamt numerischer Fehlerintervalle zur Verfügung stehen. Hierbei wollen wir betonen, dass keiner dieser beiden Aufgabentypen für Moodle für den Unterricht mit CLIL limitiert ist, sondern in gleicher Weise für deutschsprachigen Unterricht genutzt werden kann und von uns genutzt wird.

Im Fach „Softwareentwicklung“ wurden die Einsatzmöglichkeiten von Moodle-Workshops im praktischen Unterricht analysiert, deren ersten Ergebnisse nun vorliegen. Die SchülerInnen erhielten wie gehabt eine Programmieraufgabenstellung, welche innerhalb von zwei Wochen zu bearbeiten war. Im Unterschied zu normalen Moodle-Abgaben dürfen sich die SchülerInnen bei Workshops gegenseitig beurteilen, wobei die Punktevergabe anhand von konfigurierbaren Kriterien geschieht, welche durch die Lehrperson vorgegeben werden.

Die gegenseitige Beurteilung durch SchülerInnen soll mehrere Vorteile mit sich bringen: Einerseits soll als didaktischer Nutzen der Lerneffekt maximiert werden, da die SchülerInnen die Übung nicht einfach nur abgeben und anschließend gleich vergessen, sondern sie beschäftigen sich in der Tiefe mit der Lösung von KollegInnen. Dadurch lernen SchülerInnen, welche die Übung nicht oder nur teilweise lösen konnten, im Rahmen des Review-Prozesses von jenen SchülerInnen, welche die Aufgabe bewältigen konnten. Außerdem erhalten sie Rückmeldungen von mehreren Personen zu ihrer Abgabe und erhalten somit mehr Feedback, als wenn die Abgabe ausschließlich von der Lehrperson beurteilt wird. Des Weiteren erhalten die SchülerInnen das Feedback wesentlich früher als bei einer klassischen Beurteilung durch die Lehrperson, da das Beurteilen von Programmieraufgaben der gesamten Klasse mit sinnvollem Feedback zum Code viel Zeit kostet – erhalten die SchülerInnen das Feedback erst Wochen später, sind die Lehrinhalte oft bereits nicht mehr aktuell und das Feedback verliert somit an Nutzen. Wichtig ist dabei, dass die Lehrperson den Beurteilungsprozess trotzdem überwacht und die finale Beurteilung durchführt.

Posekany-2016-1600 - 1625 Moodle als Tool für CLIL und SchülerInnen-Workshops-132_a.pdf

[16:30 - 17:55] Gamification in den Naturwissenschaften am Beispiel Waltzing Atoms

Philipp Wissgott, Klemens Senn

Gamification ist einer der großen Trendbegriffe der letzten Jahre. Aber wie funktioniert Gamification in der Praxis? Und wie kann man ohne großen Aufwand Gamification-Methoden im Unterricht einsetzen?

Philipp Wissgott war schon als Kind von Naturwissenschaften und Umwelt begeistert. Er promovierte in Physik auf der TU Wien und war auf besten Weg zu einer Karriere in der Wissenschaft. Doch dann fand er seine eigentliche Berufung: Jugendlichen zu zeigen, dass Naturwissenschaften und Technik spannend und unterhaltsam sein können - und, dass man seine Umwelt spielerisch-digital entdecken kann.

Zusammen mit Klemens Senn gründete Philipp Wissgott 2014 Waltzing Atoms, um mit digital-interaktiven Chemie-Rätsel den Zusammenhang zwischen molekularer Welt und Alltag zu demonstrieren. Bei Waltzing Atoms geht es um Gamification, die eine neue Perspektive erzeugt. Dies erleichtert insbesondere das Erreichen von SchülerInnen die normalerweise von Naturwissenschaften gelangweilt sind.

Ein wesentlicher Aspekt in der Praxis funktionierender Gamification ist der einfache Zugang und schnelle Bedienung. So müssen gute Lösungen die verschiedenen Voraussetzungen an den Schulen abdecken. Weiters müssen diese Methoden flexibel je nach Schultyp und -stufe, sowie dem Unterrichtsstil des ausführenden Lehrers, anpassbar sein.

In der Präsentation wird anhand eines Best Practice Beispiels die Möglichkeiten von Gamification zum Verständnis komplexer Zusammenhänge vorgeführt (siehe Bernstein unten). Im Workshop wird vertiefend auf Unterrichts-relevante Inhalte und Technologien eingegangen.

Welche Möglichkeiten haben LehrerInnen Gamification-Elemente einzubauen? Welche Apps oder Websiten erlauben einen schnellen Einstieg für meinen Unterricht? Es werden Beispiele aus verschiedensten Fächern vorgestellt.

Wohin geht die Entwicklung in der Gamification und spielerischen Lernen mittels digitaler Hilfsmittel? Diese Frage steht am Ende der Präsentation und soll einen Ausblick auf die Zukunft liefern.

Über Waltzing Atoms:
in diesem Schuljahr schloss Waltzing Atoms einen Partnervertrag mit dem BMB ab. Österreichs Schulen bekommen somit erstmals freien Zugang zur Waltzing Atoms Software.

Waltzing Atoms ist eine Software für Chemie, die eine völlig neuartige Form des Unterrichts erlaubt. Zum ersten Mal ist es möglich individuelle Rätsel an die SchülerInnen zu verteilen und gleichzeitig "in charge of the digital classroom" zu sein - also die Kontrolle des digitalen Klassenraums zu behalten.

Wir sind Waltzing Atoms, ein Software-Startup aus Wien, bestehend aus Naturwissenschaftlern und Nerds. Wir fragten uns: Was können wir tun, um LehrerInnen den Unterricht von MINT-Fächer zu erleichtern und junge Menschen von Naturwissenschaften zu begeistern? Deshalb entwickelten wir Waltzing Atoms, eine Software die interaktiv-digitalen Chemie-Unterricht ermöglicht - und das ohne neue Geräte oder andere Hardware.

So funktioniert's: Die SchülerInnen laden sich die Waltzing Atoms App herunter (gratis für Android, iOS und Microsoft Store erhältlich). In der App können interaktive 3D-Moleküle "angefasst" und Rätsel gelöst werden. Außerdem können sie sich mit dem Waltzing Atoms Lab der Lehrerin bzw. des Lehrers verbinden. Das Waltzing Atoms Lab erlaubt der Lehrerin bzw. dem Lehrer neue Aufgaben zu verteilen - an die ganze Klasse, an Schülergruppen und selbst an einzelne SchülerInnen.

Doch das ist nur die halbe Geschichte: Der/die LehrerIn sieht im Waltzing Atoms Lab, welche SchülerInnen der digitalen Klasse aktiv sind (oder die App minimiert haben). Er/Sie kann außerdem die Kontrolle über die Waltzing Atoms Apps der SchülerInnen übernehmen. In diesem Präsentationsmodus sehen alle SchülerInnen die Perspektive der Lehrerin bzw. des Lehrers - dies erleichtert die Erklärung chemischer Strukturen enorm.

Ein Beispiel:
Bernstein ist ein hochgradig interessanter Stoff, den fast jede Schülerin bzw. jeder Schüler im Alltag bereits kennen gelernt hat. Die chemischen Eigenschaften sind aber überraschend: So brennt Bernstein und kann auch allergische Reaktionen auf der Haut auslösen. Mit dem Waltzing Atom Lab kann die Lehrerin bzw. der Lehrer erstmals die molekularen Zusammenhänge visualisieren - die SchülerInnen begreifen so, dass Bernstein mehr mit Erdöl als mit Schmucksteinen wie Saphiren gemein hat. Mit diesen und ähnlichen Beispielen lernen die SchülerInnen ihre Umwelt mit ganz neuen Augen zu sehen.



 
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