Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht


Session
AS02(B)
Zeit:
Donnerstag, 24.11.2016:
16:00 - 17:55

Chair der Sitzung: Wolfgang Prieschl
Ort: Seminarraum A02

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Präsentationen

[16:00 - 16:25] Projekt „digital kompetente Klasse“ in der Volksschule

Helene Swaton, Harry Axmann

Die Digitalisierung durchdringt mittlerweile alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft und der
Umgang mit digitalen Medien wird als eine wesentliche Kulturtechnik unserer Zeit wahrgenommen, die in Zukunft noch mehr Bedeutung gewinnen wird. Die digitale vernetzte Welt beeinflusst die Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen und somit auch direkt oder indirekt den Unterricht. Damit sich Kinder in dieser digital vernetzten Welt zurechtfinden, müssen sie schon in der Volksschule beginnen digitale Kompetenzen zu erwerben. Dabei spielen in gleichem Maß technologische, gesellschaftlich-kulturelle als auch anwendungsbezogene Aspekte eine wichtige Rolle.
Anstoß für das Projekt war das so genante Dagstuhl Dreieck.
Viele Lehrerinnen und Lehrer arbeiten schon jetzt im Sinne dieser Entwicklung und integrieren diese drei Aspekte der digitalen Bildung in ihren Unterrichtsalltag. Um diesen Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit zu bieten ihre Bemühungen auch sichtbar zu machen, wird vom SSR für Wien das Projekt „digital kompetente Klasse“ angeboten. Ist eine Klasse als „digital kompetente Klasse „ geführt, wird das auch in den Schulnachrichten und Zeugnissen der Schülerinnen und Schüler vermerkt. (Er/Sie hat am Projekt „digital kompetente Klasse“ teilgenommen.
Dazu müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
• Im Unterricht wird ein Thema aus dem Bereich Safer Internet behandelt.
• Die Schüler/innen können eigene Arbeiten in digitaler Form präsentieren. (digital erstellte
Texte, Präsentationen, Grafiken, Audioaufnahmen, Videoaufnahmen, Foto-Stories, …)
• Durch das Lösen von Problemen gewinnen Schüler/innen grundlegende Einblicke in die
Funktionsweisen der digitalen Welt. (Coding, Robotik, Geheimschriften,…)
Über dieses Wiener Projekt möchten wir gern informieren.

Swaton-2016-1600 - 1625 Projekt „digital kompetente Klasse“-111_a.pdf
Swaton-2016-1600 - 1625 Projekt „digital kompetente Klasse“-111_b.pdf

[16:30 - 17:55] LeseEule - Leseförderung interakt. in der Sek I

Eva Gröstenberger

Projekt LeseEule | Beschreibung

Lesen ist als zentrale Bildungs- und Lehraufgabe in Deutsch bzw. als ein Unterrichtsprinzip für alle Unterrichtsgegenstände in allen Schularten und Schulstufen festgelegt.

Das Projekt LeseEule bietet Fördermöglichkeiten für leseschwache so wie Fordermöglichkeiten für lesestarke Kinder. Die Zielgruppe für dieses Projekt mit Übungsbeispielen zur Leseförderung sind Schulen jeden Schultyps von der 4. bis zur 8. Schulstufe mit ihren interessierten Lernenden und Lehrenden.

Die Wirkungsbreite der LeseEule ist uneingeschränkt. Es besteht ein kostenloser Zugang zu einer Portalseite, die über www.lms.at/leseeule aufgerufen und nach Registrierung und Login genutzt werden kann. Die Registrierung ist erforderlich, weil damit der persönliche Trainingsfortschritt dokumentiert werden kann. (Demozugang | Benutzername: leseeule@lms.at , Passwort: leseeule) Die LeseEule können die Schüler/innen über jedes beliebige Endgerät (Tablets, Smartphones) mit Internet über den Browser aufrufen.

Die LeseEule gibt es in drei Komplexitätsstufen. In jedem Level findet man zwischen 30 und 50 nach Themen und Lesetechniken geordnete multimediale interaktive eBücher zur Förderung der Lesekompetenz und zum Lesetraining.

Zur Motivation der Lernenden wird ein Maskottchen, die LeseEule, verwendet, die die Lernenden sowohl in der Aufgabenstellung also auch im Feedback begleitet.

Wissenschaftstheoretischer Hintergrund

Ausgangspunkt für die Überlegung ein über LMS.at frei zugängliches Leseförderprogramm zu entwickeln waren empirische Daten über die Lesefertigkeiten unserer Schüler/innen im internationalen Vergleich. PISA Testergebnisse aus dem Jahr 2009 ergaben das düstere Bild, dass 28% der österreichischen Schüler/innen am Ende ihrer Pflichtschulzeit nur unzureichend sinnerfassend lesen können.

Lesekompetenz wird bei PISA wie folgt definiert: „Lesekompetenz (reading literacy) bedeutet, geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen, über sie zu reflektieren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potential weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“[2]

Im Vergleich hierzu scheinen Ergebnisse der internationalen PIRLS Volksschuluntersuchung aus dem Jahre 2006 etwas weniger bedrohlich. Hierbei lagen die Lesefertigkeiten der österreichischen Kinder zumindest im internationalen Mittelmaß. Laut diesen Testergebnissen haben 16% der 9-10 -Jährigen ernsthafte Leseschwierigkeiten. Die zeitliche Abfolge der Lesetestuntersuchungen erfasst zwar nicht den exakt gleichen Schuljahrgang, lässt aber doch eindeutige Rückschlüsse auf einen ungünstigen Beschulungsverlauf zu. Interpretativ kann auch angenommen werden, dass es hierbei wohl einen bruchstückhaften pädagogisch-didaktischen Übergang zwischen diesen beiden Schultypen gibt.

Die LeseEule soll helfen, derartige Defizite zum Teil auszugleichen. Ein wichtiger Punkt bei der Zusammenstellung der Förderaufgaben war dementsprechend die Überlegung, auch viel Volksschullesedidaktik in speziellen Fördersituationen an der Sekundarstufe zu implementieren. Die basalen Teilkompetenzen müssen ausreichend ausgebildet sein, um sinnerfassend lesen zu können. „Gute Lesefähigkeiten hängen mit einem sicheren, schnellen und kontextunabhängigen Zugriff auf Wortbedeutungen zusammen.“[3]

Bei der Aufgabenerstellung für die LeseEule wurde Orientierung an bereits bestehenden und gut evaluierten Förderprogrammen gesucht, wobei hierbei als besonderes Hilfsmittel die Broschüre des BMBF „Evidenzbasierte LRS-Förderung“[4] hervorzuheben ist.

Der Fähigkeit des sinnverstehenden Lesens – als anzustrebende hohe Lesefertigkeit – geht ein langwieriger und komplexer Lernprozess voran, welcher in viele pädagogische Teilschritte aufzugliedern ist. Bei einer problematischen Leseentwicklung sind dementsprechend viele Details bezüglich der individuellen Leseentwicklung zu beachten, bevor eine gezielte und gute Förderung überhaupt planbar ist. Genau in dieser individuellen Planbarkeit besteht der Vorteil von EDV-gestützten Förderprogrammen. Ein Übungsverlauf ist beispielsweise auch über zu Hause bearbeitete Aufgaben gut mit verfolgbar. Gleichzeitig ist die Flüssigkeit des Lesens der wohl verlässlichste Vorhersagewert für Leseverständnis. Gute Leseflüssigkeit korreliert meistens mit altersgemäßem Leseverständnis und umgekehrt.[5]

Viele Aufgaben zu Satz- und Textverständnis setzen einen guten deutschen Grundwortschatz und ein solides Grammatikverständnis voraus. Eine nichtdeutsche Muttersprache bewirkt deshalb natürlich häufig Einschränkungen in den Bearbeitungsmöglichkeiten der Aufgaben, viele Aufgaben stellen aber gleichzeitig auch diesbezügliche Trainingsmöglichkeiten dar.

Eine erste Grobevaluation eines Leseförderprojektes mit vergleichbaren Leseübungen wie in der LeseEule enthalten brachte sehr motivierende Ergebnisse. Eine methodisch aufwändigere empirische Begleitung, diesmal mit der LeseEule als Hauptfördermaterial, findet in diesem Schuljahr mit 400 bgld Schüler/innen statt.

Workshop

Im Workshop sollen die Teilnehmer/innen die LeseEule praktisch erproben. Dabei werden Unterrichtsszenarien mit der LeseEule vorgestellt und durchgeführt.

[2] OECD. (2009a), S.23. (Übersetzung Bifie)

[3] Tobias Richter u. Ursula Christmann: Lesekompetenz: Prozessebenen und interindividuelle Unterschiede. In : Norbert Groeben, Bettina Hurrelmann (Hrsg.). (2006). Lesekompetenz. Juventa Verlag, Weinheim und München, S.39.

[4] Huemer, M.S., Pointner, A.& Landerl, K. (2009). Evidenzbasierte LRS-Förderung. Broschüre des BMBF. (zum Download unter www.schulpsychologie.at)

[5] Huemer, M.S., Pointner, A.& Landerl, K. (2009). Evidenzbasierte LRS-Förderung. Broschüre des BMBF. (zum Download unter www.schulpsychologie.at)

Gröstenberger-2016-1630 - 1755 LeseEule - Leseförderung interakt-122_a.docx


 
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