Conference Agenda
Overview and details of the sessions of this conference. Please select a date or location to show only sessions at that day or location. Please select a single session for detailed view (with abstracts and downloads if available).
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Daily Overview |
| Date: Thursday, 26/Feb/2026 | |
| 8:30am - 7:00pm | Öffnungszeiten Konferenzbüro |
| 9:00am - 10:30am | Donnerstag 1:1: Donnerstag 1:1 – Panel Location: BIG Hörsaal lecture hall |
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Empirische Untersuchungen zur Gegenwartsliteratur. Das Literatur-Korpus DeLiKo@DNB und erste Analysen 1: Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Germany; 2: Deutsche Nationalbibliothek; 3: Institut für Deutsche Sprache; 4: Humboldt Universität zu Berlin Dieses Panel stellt das erweiterte Korpus DeLiKo-XL@DNB vor, das in einer Zusammenarbeit von DNB und IDS entstanden ist, sowie zwei Untersuchungen, die es für je eine linguistische und eine literaturwissenschaftliche Analyse verwenden. Das Korpus umfasst einen Großteil aller EPUBs mit fiktionaler Prosa aus dem Bestand der DNB, insgesamt 287.585 Publikationen aus den Jahren 2005-2024. Es steht über eine offene Schnittstelle allen Interessierten für Analysen zur Verfügung. Die linguistische Analyse untersucht genderinklusive Formulierungen von Figurenreferenzen: Wie häufig lassen sich solche Formen in der Gegenwartsliteratur finden? Können Sie bestimmten Genres oder Zeiträumen zugeordnet werden? Die literaturwissenschaftliche Untersuchung überprüft drei Thesen zur Umstrukturierung des literarischen Feldes, die sich zusammenfassend als dessen 'Genrefizierung' beschreiben lassen. Das Panel soll zum einen mit dem Korpus und den Möglichkeiten des Zugriffs sowie den konzeptuellen und technischen Schwierigkeiten, die sich dabei stellen, vertraut machen, zum anderen soll es der Diskussion der Entwicklungsperspektiven des Korpus dienen. |
| 9:00am - 10:30am | Donnerstag 1:2: Donnerstag 1:2 – Doctoral Consortium Location: Hörsaal 1 lecture hall Session Chair: J. Berenike Herrmann, Universität Bielefeld |
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Aufmerksamkeit in/und Literatur – Der Weg zur computergestützten Modellierung Universität Stuttgart, Deutschland Der Abstract behandelt erste Ansätze zur computergestützte Modellierung von literarischer Aufmerksamkeit. Als Untersuchungsgegenstand dient das Genre der Detektivgeschichten – das untersuchte Korpus besteht aus den Sherlock Holmes-Kurzgeschichten. Verwendung findet bei der Modellierung ein Bag-of-Words-Modell, das Wörter enthält, die mit dem Sehsinn zusammenhängen. Der Abstract bespricht zudem, welche Herausforderungen bei dieser Art Modellierung auftreten und welche Möglichkeiten sie eröffnet, z.B. die Wortverteilung im Vergleich zur Handlung oder die Analyse von Cosinus-Ähnlichkeiten zwischen den Erzählungen. Mapping Stonewall Universität Wien, Österreich Die Stonewall-Unruhen Ende Juni 1969 gelten als der Beginn der globalen queeren Bewegung, die seither für mehr Rechte für LGBTQ+ Menschen kämpft. Namen wie Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera werden am meisten erwähnt, wenn über die Anfänge der queeren Bewegung gesprochen wird. Jedoch stehen hinter den Einzelpersonen, die als LGBTQ+ Ikonen gelten, mehrere hundert andere Aktivisten*innen und Gruppierungen, die bereits vor dem Juni 1969 und lange danach für queere Rechte kämpften und kämpfen.In diesem Projekt werden Daten über jene Akteure gesammelt, die in den Tagen und Nächten Ende Juni 1969 in der Christopher Street vor Ort waren sowie jene, die sich davor und danach in Gruppen organisierten und für Gleichberechtigung kämpften.Mit Hilfe digitaler Prosopographie und einer sozialen Netzwerkanalyse werden Personen und Gruppen miteinander in Verbindung gesetzt.Dieses Projekt soll einen Beitrag zur Erhaltung von Archivalien sozialer Bewegungen leisten und der gezielten Löschung von Geschichte entgegenwirken. The Soviet Family on the Stage of Change: Digital Approaches to Ideology and Childhood in Postwar Children's Drama LMU München, Germany This project explores the ideological construction of the family in postwar Soviet culture through the lens of children’s theatre. Drawing on a corpus of 54 Soviet plays published between 1945 and 1964, the study compares representations of family models during late Stalinism and the Thaw. Children’s theatre served as a powerful tool of propaganda, shaping ideals for the youngest Soviet citizens. By combining qualitative close reading with digital methods—including TF-IDF, Z-score analysis, and topic modeling (LDA and STM)—the project traces shifts in the language, themes, and ideological emphases across time. Results reveal changing portrayals of the ideal child, parents, and the balance between private and collective identities. The project argues that these theatrical texts functioned not only as entertainment but also as instruments of state ideology. It contributes to both Soviet cultural history and digital humanities by demonstrating how computational tools can illuminate ideological transformations in literary discourse. |
| 9:00am - 10:30am | Donnerstag 1:3: Donnerstag 1:3 – KI in Interaktionsszenarien Location: Hörsaal 2 lecture hall Session Chair: Christof Schöch, Universität Trier |
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Wo ist der KI-Sweetspot? Nutzen und Herausforderungen für die Einbindung von KI-Assiszentzsystemen ins Geisteswissenschaftliche Asset Management System (GAMS) Universität Graz, Österreich Digitale Editionen gehören zum Kernbereich der Digital Humanities und stützen sich zunehmend auf technische Infrastrukturen wie das GAMS an der Universität Graz. Mit dem Aufkommen großer Sprachmodelle (LLMs) stellt sich die Frage, wie KI-gestützte Assistenzsysteme die Umsetzung von GAMS-Editionen sinnvoll unterstützen können – etwa bei der TEI-Kodierung, der Entwicklung von Datenmodellen oder von Interfaces. Während der Mehrwert von KI-Systemen Gegenstand aktueller Forschung ist, ist der Wartungsaufwand von neuen infrastrukturellen Funktionalitäten unbestritten. Gerade im KI-Bereich sind jedoch instabile Standards, kurzlebige Dokumentationen und unsichere Rechtslagen weit verbreitet und drohen bei unvorsichtiger Einbindung eine Gefahr für die technische Nachhaltigkeit von DH-Infrastrukturen (wie dem GAMS) zu werden. Vorliegender Beitrag sucht den “technical debt sweet spot” zwischen spezifischer Eigenentwicklung und übergreifender Nachnutzung von KI-Assistenzsystemen im Falle von digitalen Editionen am GAMS. Detecting Literary Evaluations: Can Large Language Models Compete with Human Annotators? Trier Center for Digital Humanities, Trier University, Trier, Germany This study examines to which extent and in which settings Large Language Models (LLMs) can be used to annotate the complex and multi-layered phenomenon of evaluations within literary texts. It uses a gold-standard annotation of German-language fictional narratives published between 1800 and 2015 and compares human annotator agreement to the agreement of LLMs with the gold-standard annotation. The study focuses on ChatGPT, Deepseek, and Llama Sauerkraut-LM using three different prompts and the major vote method. Our results indicate that although LLMs can identify literary evaluations to some degree, their reliability still falls short compared to human annotators. LLMs' performance varies widely across texts, linguistic modernity not being the decisive factor. Clause-level evaluations were more reliably detected by LLMs than noun phrase-level evaluations. The study advances our knowledge of the potential and limitations of LLMs for very complex tasks in the literary domain. Schlüsselstellen der Literatur: Zur Messung literaturwissenschaftlicher Interpretationsintensität Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland Menschliche Interpret*innen nehmen Stellen eines Textes nicht gleichmäßig wahr: Einigen Stellen wird größeres interpretatorisches Gewicht zugemessen als anderen, viele werden sogar kaum beachtet. Zur literaturwissenschaftlichen Interpretation gehört also die Frage der Stellenauswahl. Welche Teile eines Textes sind besonders relevant für die Interpretation des Textes als Ganzen? Über ungleiche Aufmerksamkeitsverteilung und die mehr oder weniger intensive literaturwissenschaftliche Befassung mit bestimmten Aspekten eines Textes wissen wir relativ wenig. Wir kombinieren in unserem Forschungsprojekt qualitative, literaturwissenschaftliche und quantitative, computationelle Methoden miteinander und untersuchen vor allem direkte Zitate. Die ‚Intensität‘ literaturwissenschaftlicher Interpretation zeigt sich am Umgang mit viel zitierten Stellen: Interpret*innen zitieren eine längere Stelle aus einem literarischen Text, um im Verlauf der Interpretation immer wieder auf diese Stelle wörtlich zitierend zurückzukommen; Interpretationsintensität zeigt sich hier in den Parametern Länge, Häufigkeit und Nachhaltigkeit der Zitate. Außerdem können wir automatisiert divers und homogen zitierte Stellen unterscheiden, die weitere Arten von Interpretationsintensität anzeigen. |
| 9:00am - 10:30am | Donnerstag 1:4: Donnerstag 1:4 – Epistemologie und Interpretation Location: Hörsaal 3 lecture hall Session Chair: Jan Horstmann, Universität Hamburg |
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Frequentismus und Bayesianismus: Epistemische Herausforderungen statistischer Verfahren Technische Universität Chemnitz, Deutschland Statistische Verfahren sind in den Digital Humanities (DH) etabliert. Dennoch bleiben die theoretischen Grundlagen oft implizit. Der Beitrag untersucht die zwei zentralen Paradigmen des Frequentismus und des Bayesianismus. In wissenschaftstheoretischer Perspektive fragt der Beitrag, welche epistemischen Konsequenzen ihre Anwendung für die DH hat. Anhand eines Fallbeispiels, das den Einfluss von Gender und kultureller Identität auf die Repräsentation in US-Literaturanthologien (DALA-Datensatz) modelliert, werden theoretische Unterschiede und ihre interpretativen Implikationen diskutiert. Es wird deutlich, dass die Wahl des statistischen Ansatzes einen Wahrscheinlichkeitsbegriff, eine Inferenzpraxis sowie Formen der Evidenzgenerierung einschließt. Warum wir in den Digital Humanities messen (sollten) Technische Universität Darmstadt, Deutschland Dieser Beitrag möchte auf die Nützlichkeit der Erkenntnisse und Annahmen der Messtheorie für die Entwicklung eines generellen Analyseworkflows verweisen. Ein Verständnis von Analyseverfahren als Messverfahren ermöglicht es, Analyseverfahren im messtheoretischen Sinne als die konzeptionelle Grundlage für die Gestaltung eines Forschungsprozesses zu betrachten, der konkret genug ist, um Ansatzpunkte für die Forschung in den Digital Humanities zu bieten. Der messtheoretische Ablauf von Input zu Output ermöglicht es, wesentliche Stellen im Prozess zu benennen und diese an geeigneten Fragen auszurichten. Die hypothetisch-deduktive Methode als Evaluationsinstrument für die Interpretationskompetenz von LLMs. Experimente mit GPT-4.1 1: Universität Wien, Österreich; 2: LMU München, Deutschland Der Beitrag untersucht aus einer methodologisch-theoretischen Perspektive die Interpretationskompetenzen von LLMs. Wir fokussieren uns dabei auf die Frage nach der Plausibilität bzw. Begründetheit von zentralen Interpretationshypothesen. Im Rahmen eines Experimentes überprüfen wir, a.) wie gut LLMs die zentrale Interpretationshypothese aus einer literaturwissenschaftlichen Textinterpretation extrahieren und im Anschluss daran b.) den Top-Down-Argumentationsgang von der Interpretationshypothese über die Schlussfolgerungen bis zum Heranziehen der textuellen Evidenz entsprechend der HD-Methode realisieren sowie c.) welche genuin literaturwissenschaftlichen Kriterien die Beantwortung der zweiten Frage leiten. Das Experiment zeigt, dass LLMs sehr gut darin sind die HD-Methode zu simulieren, dabei aber sehr schematisch verfahren und die Tendenz besitzen entkräftende Belge so zu kontextualisieren, dass letztendlich die Hypothesen durchgehend bestätigt werden. |
| 9:00am - 10:30am | Donnerstag 1:5: Donnerstag 1:5 – Forschungsplattformen Location: Hörsaal 5 lecture hall Session Chair: Andreas Kuczera, Technische Hochschule Mittelhessen, Gießen |
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Nachhaltiger Betrieb generischer Forschungsdatenwerkzeuge: Erfahrungen aus 10 Jahren Spacialist 1: Universität Tübingen, Deutschland; 2: Universität Leipzig, Deutschland Der Beitrag reflektiert die Entwicklung und den Betrieb der generischen virtuellen Forschungsumgebung Spacialist, die seit 2016 am Digital Humanities Center der Universität Tübingen vor allem in geisteswissenschaftlichen Projekten eingesetzt wird, um objektbezogene Forschungsdaten strukturiert zu erfassen, zu beschreiben und zu analysieren. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Betriebsmodell, das eine projektübergreifende Einsetzbarkeit, kontinuierliche Weiterentwicklung und institutionelle Verankerung ermöglicht. Zwei Modelle, ein ressourcenschonendes Servicemodell und ein projektintegriertes Beteiligungsmodell, erlauben einen flexiblen Zuschnitt der Unterstützungsleistungen an unterschiedliche Projektbedarfe und tragen zugleich zur Finanzierung von Betrieb, Beratung und Weiterentwicklung bei. Anhand dreier Fallbeispiele aus Projekten mit unterschiedlichen fachlichen, organisatorischen und datenbezogenen Voraussetzungen wird gezeigt, wie diese Modelle und das Werkzeug in der Praxis eingesetzt werden und welche Rollen Infrastruktur und Personal dabei spielen. Anhand der Fallbeispiele und der langjährigen Betriebserfahrung werden Herausforderungen, Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen diskutiert, um eine Orientierung für Einrichtungen zu bieten, an denen vergleichbare Unterstützungsstrukturen im Forschungsdatenmanagement etabliert oder geplant sind. Lessons Learned eines der ältesten DH-Projekte der Welt: Paradigmenwechsel von RDF-Strukturen zu AI-gestützter Erschließung in der MHDBDB 1: Universität Salzburg, Österreich; 2: Digital Humanities Craft OG In diesem Vortrag werden zentrale Lessons Learned aus der über 50-jährigen Entwicklung der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank (MHDBDB) präsentiert – einem der ältesten Projekte der Digital Humanities. Anhand der Migration von Lochkarten über relationale Oracle-Datenbanken bis zum Graph-DB-Experiment mit über 6 Mrd. RDF-Triples zeigt sich, dass technische Euphorie allein nicht ausreicht: Finanzielle und personelle Restriktionen setzen strategische Grenzen. Modulare, iterativ getestete Migrationspfade erweisen sich daher oft als tragfähiger als umfassende Komplettumstellungen. Im Zentrum steht der Paradigmenwechsel zu einem TEI-basierten Modell, das sowohl menschliche Lesbarkeit als auch KI-gestützte Verarbeitung ermöglicht. Die inline-annotierten XML-Dateien sichern Langzeitverfügbarkeit, reduzieren Komplexität und entkoppeln die Datenhaltung von aufwändiger Infrastruktur. Abschließend werden praxisnahe Empfehlungen für die DH-Community formuliert – darunter standardisierte Migrationspfade, offene Formate und der gezielte Einsatz generativer KI zur Entlastung technischer Prozesse. Struktur für Heterogenität: Ansätze zur Datenintegration und nachhaltigen Infrastruktur am Beispiel der neuen VICAV-Plattform Austrian Centre for Digital Humanities, Österreich Das Vienna Corpus of Arabic Varieties (VICAV) ist eine digitale Plattform zur langfristigen Dokumentation und Analyse arabischer Dialekte. Aufbauend auf offenen Standards wie der Text Encoding Initiative (TEI) integriert VICAV heterogene Sprachressourcen aus mehreren drittmittelfinanzierten Projekten, darunter Korpora, Wörterbücher, Sprachprofile und linguistische Merkmalslisten. Die technische Infrastruktur basiert auf modularen, XML-basierten Werkzeugen und einer modernen Webapplikation, die eine flexible und nachhaltige Nutzung der Daten ermöglicht. Besonders hervorzuheben sind die Umsetzung eines einheitlichen Kodierungsmodells, die Erweiterung um innovative lexikografische Standards (TEI Lex-0) sowie die Integration komplex annotierter Korpusdaten. VICAV bietet umfassende Tools zur Exploration und vergleichenden Analyse arabischer Varietäten und stellt damit einen wichtigen Beitrag zur arabistischen Sprachdokumentation dar. Die Plattform wird kontinuierlich erweitert und gewährleistet durch offene Schnittstellen und moderne Softwarearchitektur langfristige Verfügbarkeit und Wartbarkeit. |
| 10:30am - 11:00am | Kaffeepause Location: Small Ceremonial Hall (Kleiner Festsaal) |
| 11:00am - 12:30pm | Donnerstag 2: Donnerstag 2 – Poster Slam Location: Audimax |
| 12:30pm - 2:00pm | Mittagspause |
| 2:00pm - 3:30pm | Donnerstag 3: Donnerstag 3 – Poster Session 1 Location: Main Ceremonial Hall (Grosser Festsaal) |
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Wie DH ist meine Bibliothek? Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland Der Beitrag stellt ein Instrument vor, das Bibliotheken bei der Einschätzung ihrer Digital Humanities Aktivitäten unterstützt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass DH zwar in Strategiepapiere und Ausschreibungen Eingang gefunden hat, eine strukturierte Selbstbewertung jedoch fehlt. Bibliotheken wirken in Forschungsprozessen mit Angeboten wie OCR-Unterstützung, Datenbereitstellung oder Beiträgen zu digitalen Editionen, verfolgen jedoch andere zeitliche und organisatorische Logiken als projektgetriebene DH Forschung. Das Tool greift typische Handlungsfelder des wissenschaftlichen Dienstes auf und ergänzt diese durch zentrale Felder der digitalen Strategie und Nachhaltigkeit. Eine interaktive Shiny App führt durch eine Skala mit unterlegten Beispielen und erzeugt ein Netzdiagramm als Ergebnis. Ziel ist eine Unterstützung für Selbstreflexion, realistische Einschätzungen und teaminternen Austausch ohne Benchmarking und Konkurrenz. What’s in a term? – Kontrollierte Vokabulare zur Erweiterung des DALIA Interchange Formats 1: Technische Universität Darmstadt, Deutschland; 2: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Deutschland; 3: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Deutschland Das Infrastrukturprojekt DALIA (Data Literacy Alliance) entwickelt eine Plattform zur Sammlung, Verknüpfung und Bereitstellung von Lehrmaterialien zu Datenkompetenz und Forschungsdatenmanagement für verschiedene Zielgruppen und Disziplinen innerhalb der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und darüber hinaus. Das zentrale Element für die Lehrmaterialien ist ein Wissensgraph, dessen Interoperabilität durch das DALIA Interchange Format (DIF) gewährleistet wird – ein Metadatenschema, das auf bestehenden Standards basiert und in einem community-orientierten Prozess entwickelt wurde. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erstellung kontrollierter Vokabulare für Metadatenfelder. Der Beitrag beleuchtet die Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Entwicklung dieser Standards, die wesentlich für die konsistente Beschreibung vielfältiger digitaler Lernressourcen sind. Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften. A visual interface of processes and innovations 1: Fachhochschule Potsdam, Fachbereich Informationswissenschaften; 2: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZfdG); 3: Charité Berlin, Medizinische Bibliothek; 4: Universität Bielefeld, SFB1288 "Praktiken des Vergleichens" The standards of journal and book publishing in the digital humanities are still changing due to digital research output. The Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZfdG) therefore aims to provide researchers with an innovative journal publishing infrastructure of which editorial and review workflows are a significant part. To further enhance these workflows the presented poster lets (future) authors interactively explore the publishing possibilities at ZfdG, asks for its innovative potentials, and offers active participation via a survey. The information gathered this way is supposed to help the SeDOA Innovation Lab (SIL) define innovation in the field of digital humanities scholarly publishing and further improve the ZfdGs publishing services. ediarum.MINUTES.data-model - ein Spin-Off für Protokolleditionen Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Deutschland Protokolle und Akten sind zentrale Quellen historischer Forschung, stellen jedoch aufgrund ihrer komplexen Struktur und Vielschichtigkeit besondere Anforderungen an digitale Editionen. Das ediarum.MINUTES.data-model ist ein modulares Datenmodell, das protokolltypische Phänomene wie Agenden, Teilnehmer*innenlisten und Sitzungsmetadaten systematisch abbildet. Es basiert auf einem ODD-Basismodell, das projektspezifisch erweitert werden kann – ermöglicht durch ein ODD-Chaining-Verfahren. Als ediarum-Spin-Off wurde das Modell zunächst im Editionsprojekt „Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung“ entwickelt und kommt in der Editionspraxis seit 2020 erfolgreich zum Einsatz. Inzwischen wird das bewährte Modell auf weitere Editionen übertragen. Das Ergebnis sind standardisierte, interoperable Forschungsdaten, die eine nachhaltige Präsentation und Nachnutzung über Projektgrenzen hinweg ermöglichen. Mit unserem Poster laden wir Projekte, die mit administrativen Quellen und Protokollen arbeiten, ein, mit uns in den Austausch zu treten und zu diskutieren. Alchemistische Morphologien – multimodale Analysen. Eine Suchmaschine zu Augsburger Rocaille-Drucken des 18. Jahrhunderts 1: Universität Regensburg, Deutschland; 2: Universität Bremen, Deutschland Die Ornamentik des Rokoko scheint einem alchemistischen Tiegel entsprungen: In unerschöpflicher Fülle entwickeln sich plastische, muschelartige Fortsätze aus einem komplexen Gerüst aus grafischen Schwüngen. Für die europaweite Verbreitung dieser Rocaille genannten Formen spielten Augsburger Druckgrafiken eine wichtige Rolle. Diese wurden unter kunsthistorischen Gesichtspunkten katalogisiert, digitalisiert und in eine Online-Datenbank überführt. Mithilfe von Neuronalen Netzen in Gestalt von variierten Encoder-Decoder-Modellen mit U-Net-ähnlichen Grundarchitekturen werden die Bilder segmentiert. Als Basis dienen manuell gesetzte Label, die einerseits das grafische Grundgerüst, andererseits die plastischen ‚Kämme‘ identifizieren und kategorisieren. Ergänzend werden deskriptive Katalogtexte über eine REST API erschlossen. Beide Verfahren finden in einer Online-Suchmaschine zusammen. Diese ermöglicht neben einer Volltextsuche den Upload eines Bildes und die Suche nach Augsburger Drucken, die als Vorbild oder Inspirationsquelle in Frage kommen, sei es bezüglich einzelner Motive oder der Gesamtkomposition. Auf diese Weise können Fragen nach dem Formentransfer oder dem Gebrauch der Ornamentstiche neu adressiert werden. Kloster trifft KI: Automatisierte Informationsextraktion aus klösterlichen Rechnungsbüchern 1: Universität Graz; 2: Österreichische Akademie der Wissenschaften; 3: Universität Regensburg; 4: KNOW Center, TU Graz; 5: Staatliche Bibliothek Regensburg Die Digitale Edition der Rechnungsbücher des Zisterzienserklosters Aldersbach (1449–1567) zielt auf die automatisierte Aufbereitung und semantische Erschließung wirtschaftshistorisch bedeutender Quellen. Grundlage sind 19 mittellateinische und frühneuhochdeutsche Handschriften, die Einnahmen und Ausgaben des Klosters über ein Jahrhundert dokumentieren. Die Transkription erfolgt semi-automatisch via Transkribus, gefolgt von einer strukturellen und semantischen Vorverarbeitung in TEI-XML. Mittels NLP-Tools (SpaCy, Flair, GLiNER) und Large Language Models sollen Entitäten und Relationen extrahiert und als TEI und RDF gemäß der DEPCHA Bookkeeping Ontology (https://gams.uni-graz.at/o:depcha.bookkeeping) modelliert werden. Ziel ist die langfristige Archivierung und Publikation im Forschungsdatenrepositorium GAMS in einer webbasierten Umgebung mit Such- und Visualisierungsfunktionen. Die so generierten Daten bieten neue Perspektiven auf Preise, Löhne, Konsumverhalten und wirtschaftliche Entwicklungen im süddeutschen Raum und dienen als Grundlage für weiterführende wirtschaftshistorische Analysen. Das Poster zeigt den aktuellen Workflow, erste Ergebnisse und Herausforderungen. Metadatenerweiterung für Digitale Kulturgüter mit Large Language Models 1: The Open University, United Kingdom; 2: Edge Hill University, United Kingdom; 3: Sheffield University, United Kingdom; 4: Victoria and Albert Museum, London, United Kingdom Die Digitalisierung hat zur großen, digitalen Archiven digitaler Kulturgüter geführt, aber die Metadaten in diesen Archiven sind oft sehr limitiert. Diese Einschränkung erschwert die Suche in den Archiven und schränkt die Nutzbarkeit der Archive stark ein. In diesem Beitrag evaluieren wir die Nutzbarkeit primär lokaler Large Language Modelle um automatisiert Metadaten für Detailaspekte digitaler Kulturgüter zu identifizieren. Die Ergebnisse zeigen, dass dieser Ansatz praktikabel ist, aber dass eine expertengetriebene Endauswahl unumgänglich bleibt. Digital Humanities als Service für die lokale Community: der bedarfsgeleitete Aufbau einer Digital-Humanities-Service am BIS Oldenburg Bibliotheks- und Informationssystem (BIS) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Deutschland Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (UOL) verfügt aktuell (Stand: Juli 2025) über keine institutionalisierte Digital Humanities (DH). Dennoch gibt es Bestrebungen, Digital Humanities für Forschende und Studierende in Oldenburg attraktiver zu gestalten und stärker am Campus zu verankern, einschließlich einer institutionellen Etablierung. In diesem Kontext entstand im Oktober 2024 am Bibliotheks- und Informationszentrum (BIS Oldenburg) eine Servicestelle Digital Humanities, deren Aufgabe es ist, Angebote in den Bereichen Schulung, Beratung und Vernetzung zu konzipieren. Um dieses Serviceportfolio an den Bedarfen der Oldenburger DH-Community ausgerichtet zu entwickeln, wurde im Dezember 2024 eine Umfrage durchgeführt. Ziel dieser Umfrage war es, zum einen den Status quo von Bekanntheit und Nutzung der Digital Humanities, ihren Methoden und Anwendungsgebieten an der UOL zu eruieren und zum anderen die Bedarfe und Wünsche der Teilnehmer*innen an den neuen Digital-Humanities-Service des BIS Oldenburg zu ermitteln. Wohin mit all dem “Kleinkram”? Zum Umgang mit Vorverarbeitungsskripten im HTR-Workflow 1: Universität Freiburg, Deutschland; 2: Bayerische Akademie der Wissenschaften, Deutschland In vielen DH-Projekten spielen kleine, oft ad-hoc erstellte Vorverarbeitungsskripte eine zentrale Rolle. Diese Skripte lösen spezifische Probleme, wie etwa die Datenbereinigung oder Formatkonvertierung, und sind häufig nicht dokumentiert oder nach dem Abschluss eines Projekts nicht mehr zugänglich. Dies stellt ein Problem für die Replizierbarkeit und Weiterentwicklung von Forschungsarbeiten dar. Im Rahmen des QuantiSlav-Projekts wurden zwei R-Skripte entwickelt, die Zeichenkodierungsprobleme in Transkriptionen beheben: eines zur Identifikation und Extraktion einzigartiger Zeichen und ein weiteres zur automatisierten Ersetzung nicht-standardisierter Zeichen in XML-Dateien. Diese Skripte sind in einer GitHub-Repository verfügbar und mit einer verständlichen Kurzbeschreibung versehen, die es anderen Forschenden erleichtert, sie anzupassen und weiterzuverwenden. Accessibility-Retrofit: Ein testgetriebenes Handlungsschema zur barrierefreien Umgestaltung digitaler Editionen Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Germany Eine digitale Edition, die Barrierefreiheit nicht berücksichtigt, widerspricht den Prinzipien offener Wissenschaft. Allerdings wurde (und wird) das Thema nicht in der notwendigen Breite behandelt, wodurch weiterhin konkreter Handlungsbedarf besteht. In laufenden Editionsprojekten muss die Implementierung barrierefreier Inhalte deshalb nun im Nachgang der ursprünglichen Konzeption erfolgen. Das gilt auch für die von TELOTA betreuten Editionen an der BBAW. Am Test Case der digitalen Edition Jean Paul - Sämtliche Briefe entwickeln wir daher ein testgetriebenes Handlungsschema für eine solche nachträgliche Umsetzung barrierefreier Maßnahmen in digitalen Editionen. Das modulare Verfahren kombiniert etablierte Standards wie die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) mit Forschungserkenntnissen zum Thema inklusives (Forschungs-)Datenmanagement und Barrierefreiheit in digitalen Editionen. Es entsteht ein nachnutzbares, wartungsfreundliches Konzept, das als Best Practice für künftige Anpassungen bestehender digitaler Editionen dienen soll. Big Translation Data. Zum Potenzial angereicherter Bibliotheksdaten für die Übersetzungsforschung Universität Bielefeld, Deutschland In den letzten Jahren wurde zunehmend dazu aufgerufen, die Erforschung übersetzungsgeschichtlicher Fragestellungen mithilfe großer Datenmengen im Sinne einer „Big Translation History” zu skalieren. Hierfür eignen sich die Kataloge und Bibliografien von Nationalbibliotheken besonders gut, da sie dank ihres Sammelauftrags einen umfassenden Einblick in die gesamte literarische Produktion ermöglichen. Das vorgestellte Poster berichtet über die erste Studie, die sich literarischen Übersetzungen mit Deutsch als Zielsprache im Zeitraum von 1990 bis 2010 anhand von Katalogdaten widmet. Dabei kamen von der DNB erstellte Jupyter-Notebooks zum Einsatz, um über die SRU-Schnittstelle auf die MARC21-Datensätze zuzugreifen. Anschließend wurden die Daten mit OpenRefine bereinigt und mit Normdaten angereichert. Die Anreicherung von Bibliotheksdaten mit Normdaten birgt ein großes Potenzial für eine datenbasierte Übersetzungsgeschichte. Mithilfe dieser skalierbaren Datensätze lassen sich Erkenntnisse über die größten bis zu den kleinsten Übersetzungsströme gewinnen. Würzburgs ‘Häuserbuch ohne Häuser’: Digitale Zugänge zur Geschichte einer untergegangenen Stadt Universität Würzburg Das Projekt widmet sich der digitalen Rekonstruktion der historischen Stadtlandschaft Würzburgs auf Grundlage einer Vielzahl heterogener Archivalien aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Ziel ist es, die weitgehend zerstörte historische Bebauung wissenschaftlich zu dokumentieren und mit Informationen über Eigentumsverhältnisse, soziale Strukturen und Migrationsbewegungen anzureichern. Dazu werden schwer zugängliche, institutionell verstreute Quellen wie Ratsbücher, Steuerlisten und Urkunden digitalisiert, transkribiert, semantisch erschlossen und in einer relationalen Forschungsdatenbank zusammengeführt. Diese ermöglicht die Abbildung innerstädtischer sozialer und wirtschaftlicher Verflechtungen und bleibt durch den Einsatz modularer Technologien jederzeit erweiterbar. Ergänzt wird das Projekt durch eine interaktive Kartenansicht, in der Gebäude mit historischen Karten und Metadaten verknüpft werden. Umgesetzt wird das Vorhaben innerhalb eines modernen Javascript-basierten Web-Frontends und einer Geo-Datenbank, wodurch gezielte Recherchen und räumliche Visualisierungen möglich werden. So liefert das Projekt zugleich ein übertragbares Modell für vergleichbare Projekte in anderen Städten mit ähnlich großen historischen Verlusten. csRegistry - mehrere Versionen eines Briefes verknüpfen Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Germany Briefeditionen sind zentrale Quellen für geisteswissenschaftliche Forschung, doch die Suche nach bestimmten Briefen gestaltet sich oft komplex. Der Webservice correspSearch bietet seit 2014 eine filterbare Suche über mehr als 350.000 Briefe aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Publikationen. Eine Herausforderung stellen jedoch sogenannte Briefversionen dar – Fälle, in denen die Metadaten eines Briefes mehrfach aus verschiedenen Editionen aggregiert wurden. Zur Identifikation und Verknüpfung dieser Versionen wurde das Modul csRegistry entwickelt. Basierend auf den im Correspondence Metadata Interchange Format erfassten Briefmetadaten werden übergreifende csRegistry-URIs in einer MySQL Datenbank gespeichert und mit den URIs der Briefversionen verknüpft. Die csRegistry fungiert damit als Normdaten-ähnlicher Referenzpunkt und verbessert die Recherche nach Briefen. Das Poster zeigt die technische Umsetzung, den Workflow sowie die Integration in die Suchoberfläche von correspSearch. Von Wollknäueln und Grashüpfern: Ein SKOS-Vokabular zu Kosenamen in Liebesbriefen 1: Technische Universität Darmstadt, Germany; 2: Goethe-Universität Frankfurt am Main; 3: Berlin Brandenburgische Akademie der Wissenschaften; 4: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz Das 1998 gegründete Liebesbriefarchiv (Universität Koblenz und Technische Universität Darmstadt) hat zum Ziel, private Liebesbriefe von Bürger*innen aus der Mitte der Gesellschaft zu sammeln und zu digitalisieren, um diese Briefe als Quelle für wissenschaftliche Einblicke in die alltägliche, universelle Erfahrung romantischer Beziehungen zu erschließen. Im Rahmen des Studienretreats des Fachgebietes Computerphilologie der Technischen Universität Darmstadt wurde eine Auswahl von etwa 200 Liebesbriefen als Grundlage für die kollaborative Extraktion, Kategorisierung - nach Struktur (Komposita, Diminutivformen usw.) und Semantik (z.B. Elemente aus der realen Welt, wie Tiernamen) - und Analyse der Kosenamen zusammengestellt. Danach wurde eine digitale Taxonomie der Kosenamen mit EVOKS aufgebaut. Diese mithilfe eines nach festgelegten Regeln entwickelten Begriffssystems modellierten Informationen wurden von der Forschungsgruppe verwendet, um strukturiertes Wissen zu generieren und verborgene Patterns zu entdecken. Mit diesem Beitrag möchten wir unseren Arbeitsprozess, die Ergebnisse und Ideen für die Nachnutzung und Weiterentwicklung des Vokabulars sowie der Ressourcen des Liebesbriefarchivs veranschaulichen. FDM, OER, FAIR und was das mit DH zu tun hat. Herausforderungen und Lösungsideen aus SH Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland In der Hochschullehre soll neben fachspezifischem Wissen auch der Umgang mit Forschungsdaten gelehrt werden. Hierzu gibt es im deutschsprachigen Raum eine Vielzahl an Materialien. Diese FDM-Materialien thematisieren unterschiedliche Aspekte des Forschungsdatenmanagements, sind für verschiedene Zielgruppen sowie teilweise auch disziplinspezifisch konzipiert. Als Projekt, das im Rahmen des Digitalisierungsprogramms 4.0 in Schleswig-Holstein gefördert wird und aus der engen Anbindung an die schleswig-holsteinische Landesinitiative zum Forschungsdatenmanagement heraus, sollen bis Ende 2026 Materialien zur Schulung und Sichtbarkeit von Forschungsdatenmanagement so aufbereitet werden, dass sie als Open Educational Resources zur Verfügung gestellt werden können und dabei möglichst auch den FAIR-Prinzipen folgen. Mit der Einreichung sollen die Herausforderungen aufgezeigt werden, die eine solche Überarbeitung mit sich bringen und – sofern möglich – Lösungswege herausgestellt werden, wie ein Umgang damit möglich ist. entityHub – One index to search them all Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Deutschland Mit entityHub entwickelt TELOTA seit Anfang 2025 einen Webservice, der Dateien im BEACON-Format aggregiert, mit Daten aus Normdateien anreichert und zur zentralen Suche bereitstellt. Auf diesem Weg können Register digitaler Editionen, Nachschlagewerke und anderer digitaler Ressourcen projektübergreifend mit wenigen Klicks durchsucht werden. Werden derzeit erstmal nur BEACONs mit GND-Identifiern aggregiert, so ist in Zukunft geplant, die Aggregation und Suche auf andere Entitäten bzw. Normdaten auszuweiten (GeoNames, Wikidata etc.). Außerdem sollen verschiedene APIs implementiert werden, über die die aggregierten Daten auch direkt in andere digitale Angebote eingebunden werden können. Projekte können ihre BEACONs über einen einfachen, aber kuratierten Prozess selbst im Dienst registrieren. Die Posterpräsentation möchte den Nutzen von entityHub anhand des funktionsfähigen und öffentlich zugänglichen Prototyps veranschaulichen und die DH-Community zu Diskussion und Feedback einladen. teikiss – Ein Tool zur einfachen und nachhaltigen Publikation von TEI-Daten Berlin Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) Das Poster stellt teikiss (tei💋) vor, ein Open-Source-Toolkit zur Publikation von TEI-P5-Daten, das eine statische, clientseitige Architektur bereitstellt. teikiss verbindet TEI-basierte Textrepräsentationen mit Faksimiles, Metadaten und editorischen Apparaten zu einem robusten, einfach wartbaren und langfristig nutzbaren Interface, ohne die Komplexität serverseitiger Stacks. Der produktive Betrieb von Online-Editionen beinhaltet in vielen Fällen Datenbanken, Suchindizes und Middleware. Pflege und Wartung dieser Komponenten bindet dauerhaft Ressourcen, erzeugt Migrationspfade und erhöht das Ausfallrisiko nach Projektende. Perspektiven aus dem wissenschaftlichen und bibliothekarischen Umfeld haben die „Wohin-mit-der-Edition?“-Frage deutlich herausgearbeitet und damit die Relevanz einfacher, langlebiger Bereitstellungswege betont. teikiss antwortet mit einer Architektur, die auf dem Prinzip „Keep it simple, (stupid)!“ basiert und Ergebnisse mit minimalen Abhängigkeiten priorisiert. Analog – Digital – Virtuell. Ein inter- und transdisziplinärer Zugang zur Rezeption kunsthistorischer Objekte in unterschiedlichen medialen Kontexten 1: Universität für Weiterbildung Krems, Österreich; 2: Österreichische Galerie Belvedere, Österreich Das inter- und transdisziplinäre Projekt „Kunsterfahrung im (Post-)digitalen Zeitalter {original | digital | virtuell}“ (OrDiV) untersucht, wie sich die Wahrnehmung und Verarbeitung von Kunstwerken in Abhängigkeit vom medialen Format verändert. Im Fokus steht der Vergleich von originalen Kunstwerken, ihren digitalen Reproduktionen sowie Anwendungen im virtuellen Raum (Virtual und Augmented Reality). Theoretischer Ausgangspunkt ist dabei Walter Benjamins Aura-Konzept. Anhand von vier vergleichenden empirischen Studien im Oberen Belvedere Wien wird mittels Eye Tracking, qualitativen Interviews und Online-Befragungen das Betrachtungsverhalten von Museumsbesucher:innen analysiert. Dabei interessieren insbesondere Fixationsdauer, emotionale und kognitive Verarbeitung sowie die Erinnerung an einzelne Gemälde. Das Projekt verbindet kunsthistorische Forschung mit digitalen Analysemethoden und liefert neue Erkenntnisse für Museumspraxis und Digital Humanities. Das Poster präsentiert erste Ergebnisse und lädt zur Diskussion ein. MANO, Manuscripts Online: A Collaborative Platform for Digital Manuscript Studies Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Germany MANO, Manuscripts Online, is a web-based platform designed to bridge the gap between theoretical knowledge and practical application in digital manuscript studies. It addresses challenges in teaching TEI by offering an accessible, collaborative environment where students can create manuscript metadata and work with transcriptions using intuitive, browser-based tools. Integrating GitHub for resource sharing and data storage, MANO supports real-time feedback and community-driven contributions. By simplifying complex professional workflows, the platform fosters hands-on learning and promotes confidence in digital methods. MANO serves as a pedagogical and collaborative space for developing core skills in digital humanities. Politische Texte zum Thema Klimawandel automatisch identifizieren: Ein XGBoost Modell Universität Potsdam, Deutschland Wir präsentieren einen Klassifikator zur automatischen Filterung von deutschen Texten, die das Thema Klimawandel ansprechen. Für das Englische existiert ein solches Modell bereits mit ClimateBERT (Webersinke et al., 2022), uns ist jedoch kein solches Tool für deutschsprachige Texte bekannt. Der Klassifikator wurde auf Texten von offziellen Organen der deutschen Partei AfD trainiert und wir zeigen, dass er auch parteiübergreifend das Thema zuverlässig erfasst. Der Klassifikator wird demnächst öffentlich gemacht, um Forschende bei der thematischen Textfilterung zu unterstützen. "Ein Freinttlichen Trunck": The Zechzettel Dataset for Handwritten Text Recognition and Information Retrieval 1: University of Augsburg, Germany; 2: Bucknell University, Pennsylvania, US The Zechzettel dataset provides a focused resource for evaluating Handwritten Text Recognition (HTR) under real-world historical variation. It contains over 1,800 digitized petitions submitted in 16th-century Augsburg, featuring diverse handwriting styles, dialectal language, and non-standard orthography. Expert transcriptions and document-level annotations preserve uncertainties and contextual features, while image-level labels describe visual attributes such as legibility and ink quality. Designed to go beyond standard metrics like CER and WER, Zechzettel enables systematic analysis of how manuscript variability affects HTR performance and downstream tasks such as information retrieval. Hybride Artefakte 1: Leipzig; 2: Universität Würzburg, Deutschland Hybride Artefakte sind insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren eine Kombination aus Software und oft notwendigem Begleitmaterial. Gängige Bewahrungspraktiken vernachlässigen allerdings entweder den einen oder die andere Komponente, so dass die Artefakte selten als Ganzes sichtbar werden. Das Poster präsentiert eine Typologie anhand verschiedener Beispiele und zeigt Ansatzpunkte für eine zukünftig “ganzheitliche” Behandlung auf. Per Anhalter durch die Gutenberg-Galaxis: Entdeckungen und Ergebnisse aus dem Projekt “Mensch.Maschine.Kultur” 1: Staatsbibliothek zu Berlin; 2: Freie Universität Berlin Das Poster präsentiert die wesentlichen Erkenntnisse und Ergebnisse des Forschungsprojekts Mensch.Maschine.Kultur (MMK) an der Stabi Berlin, welches Verfahren des Maschinellen Lernens (ML) bzw. der Künstlichen Intelligenz (KI) für das kulturelle Erbe entwickelt und implementiert hat. Es werden die vier Teilprojekte zur KI-gestützten Dokument-, Bild- und Inhaltsanalyse sowie der Kuratierung und Bereitstellung zugehöriger Datensätze und Modelle vorgestellt. Die im Projekt entwickelten Methoden und Systeme aus den Bereichen Layoutanalyse, Texterkennung, Erkennung und Verlinkung benannter Entitäten, Bildanalyse und Bildähnlichkeit sowie (semi-)automatische Inhaltserschließung werden thematisiert. Innerhalb von MMK etablierte Standards und Praktiken zur Veröffentlichung der im Kontext dieser Verfahren erstellten und nachnutzbaren Datensätze sowie Modelle werden mit besonderem Fokus auf der Berücksichtigung ethischer, rechtlicher und sozialer Aspekte sowie Transparenz und Nachhaltigkeit aller Ergebnisse behandelt. Kombinieren statt neu trainieren. Zur automatisierten Erkennung diegetischen räumlichen Vokabulars mit Hilfe existierender Annotationen und Classifier Universität Rostock, Deutschland Mit unserem Beitrag erproben wird die Nachnutzung eines Classifiers zur automatisierten Erkennung von Ereignissen in Erzähltexten aus dem EvENT-Projekt zum Zwecke der Erkennung von räumlichem Vokabular, das auf Räume der erzählten Welt referiert. Mit diesem Ansatz kombinieren wir bereits vorhandene Annotationsdaten und Classifier aus verschiedenen Projekt-Kontexten zur Beantwortung neuer Forschungsfragen. Der Ansatz stellt damit eine Alternative dazu dar, neue Trainingsdaten und Classifier zu erzeugen. Die DH als soziales Vorhaben. Prinzipien und Methoden zur Integration sozialer Faktoren in die wissenschaftliche Projektarbeit 1: Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG); 2: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland; 3: Universität Bielefeld Die Digital Humanities (DH) sind ein inherent soziales Vorhaben, das auf der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen und Wissenschaftstraditionen basiert. Trotz dieser Erkenntnis werden soziale Faktoren in der operativen Projektarbeit oft noch vernachlässigt. Dieser Posterbeitrag zeigt auf, wie die charakteristische Stärke der DH – der reflektierte Methodentransfer zwischen Disziplinen – auch für den zwischenmenschlichen Umgang genutzt werden kann. Basierend auf konzeptionellen und erfahrungsbasierten Erkenntnissen werden konkrete Prinzipien und Methoden aus anderen Kontexten vorgestellt, die sich in drei Kategorien gliedern: Verstehen (wie etwa Systemisches Denken, Themenzentrierte Interaktion oder Positionierung), Vereinbaren (wie etwa Kontrakte und Schleifen oder erweiterte Projekt-Chartas) und Haltungen (wie etwa Balsamos Tugenden interdisziplinärer Forschung oder die systemische Lösungsorientierung). Wir sind überzeugt, dass die Integration sozialer Faktoren zur Risikominimierung beitragen, Einrichtungen nachhaltig stärken und die wissenschaftliche Praxis bereichern kann. Interdisziplinarität wird damit nicht nur inhaltlich, sondern auch zwischenmenschlich gelebt. FRBRize it! – Differenzierte Werkerfassung in digitalen Editionen am Beispiel Buber-Korrespondenzen Digital 1: Goethe-Universität Frankfurt, Deutschland; 2: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Deutschland Das Projekt 'Buber-Korrespondenzen Digital' (BKD) widmet sich der umfangreichen Korrespondenz des deutsch-jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber (1878–1965). Die mehr als 43.000 überlieferten Briefe spiegeln den Netzwerkcharakter seines Wirkens und erlauben einen tiefen Einblick in die Entstehungs- und Publikationsprozesse der Werke sowohl Bubers als auch zahlreicher anderer Intellektueller des 20. Jahrhunderts. Für die Erfassung von Werken genügen BKD die herkömmlichen bibliographischen Methoden nicht: Das Projekt möchte vollständige Angaben zu einem Werk machen, wo diese vorhanden und relevant sind, aber dort ausreichend vage bleiben, wo es auch die Briefschreibenden sind, ohne dabei die Zusammenhänge zwischen diesen Werken zu verlieren. Ausgehend von diesen Bedarfen erprobt BKD ein innovatives System, das sich an dem ursprünglich für Bibliotheken entwickelten Modell FRBR (Functional Requirements for Bibliographic Records) orientiert. Das Poster zeigt am Beispiel der für Bubers Wirken zentralen 'Drei Reden über das Judentum' die differenzierte Dynamik des Modells und seiner Derivate. Informationsextraktion serieller Quellen 1: Universität Bern, Walter Benjamin Kolleg, Schweiz; 2: Universität Zürich, Institute of Evolutionary Medicine, Schweiz Das Poster demonstriert, wie serielle Quellen vom Digitalisat in weiterverarbeitbare Daten umgewandelt werden können. Anhand der Sterberegister der Stadt Zürich werden von Ansätzen der Computer Vision und Automatic Text Recognition mit Large Language Models kombiniert, um ohne manuelle Korrektur tabellarische Daten zu produzieren. Das Poster zeigt die technischen Ansätze und den aktuellen Stand eines konkreten Projekts. Im Einsatz evaluiert wurden Modelle der Transkribus Plattform, sowie offene YOLO und TrOCR-Modelle und LLMs, die von OpenAI bereitgestellt werden. D.h. es stehen geschlossene und offene Umsetzungen zur Verfügung. eManuSkript: Digital Tools for Palaeography 1: Georg-August-Universität Göttingen; 2: Università di Bologna eManuSkript is a two-year project developing a suite of browser-based applications to support the study of digitised medieval manuscripts. Funded by the Stiftung Innovation in der Hochschullehre, the project combines foundational training with advanced tools for paleographic and codicological analysis. The toolkit includes Proteus, a post-processing tool for enhancing difficult texts using multispectral imaging;Seshat, an interactive environment for handwriting analysis using user-defined pixel coordinates; Mergen, an AI-based model for page layout segmentation; and Fenius a digital application for modelling and documenting bookbinding and codicological structures. Each tool is accompanied by intergrated tutorials and is tested in classrooms. By supporting both annotation and structured measurement—of script, layout, and book structure—eManuSkript enriches the data layer of manuscript corpora and fosters new forms of digital scholarship. All tools and data will be made openly available via GitHub and Zenodo, promoting transparency, reuse, and pedagogical integration. Nicht nur Infrastruktur, nicht nur Tools. Basisdienste für die NFDI (und darüber hinaus) 1: GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften Mannheim, Deutschland; 2: Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID), Trier, Deutschland; 3: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Deutschland Das Motto der DHd2026 „Nicht nur Text, nicht nur Daten“ hebt die wachsende Vielfalt digitaler Forschungsobjekte in den Geisteswissenschaften hervor. Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) unterstützt dabei mit Base4NFDI, einer gemeinschaftlichen Initiative aller 26 NFDI-Konsortien, um disziplinübergreifende Basisdienste bereitzustellen. Für die Geisteswissenschaften werden Dienste wie RDMTraining4NFDI (Data Literacy-Trainings), Jupyter4NFDI (zentrale JupyterHub-Infrastruktur) und TS4NFDI (zentrale Terminologie-Services) bedarfsgerecht angepasst. Sie fördern Qualitätsstandards, Nachnutzung, Interoperabilität und Weiterbildung. Die Basisdienste unterstützen den kompletten Datenlebenszyklus, ermöglichen transdisziplinäre Zusammenarbeit und befähigen Institutionen, Digital Humanities zu vermitteln und Trainings anzubieten. Das Poster zeigt Beispiele und veranschaulicht den Mehrwert der NFDI-Services für die geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung. Perspektiven für ein anfängerfreundliches Tool zur Eye-Tracking-Datenvisualisierung in der kognitiven Kunstgeschichte Universität Wien, Österreich Kognitionswissenschaftliche Methoden, insbesondere Eye-Tracking, eröffnen neue Perspektiven für die kunsthistorische Forschung, vor allem zur Analyse von Wahrnehmungs- und Rezeptionsprozessen von Bildern. Bestehende Softwarelösungen sind jedoch meist technisch komplex oder nicht auf typische Anforderungen der Kunsthistoriker*innen zugeschnitten. Im Labor für empirische Bildwissenschaft (Lab for Cognitive Research in Art History, CReA) der Universität Wien entsteht daher „creapy“, eine Open-Source-Python-Bibliothek mit einer grafischen Benutzeroberfläche „creapy.io“ (PySide6/Qt), die eine anfängerfreundliche Visualisierung von Eye-Tracking-Daten ermöglicht. Die aktuelle, bereits prototypisch eingesetzte Version erlaubt ohne Programmierkenntnisse die Erstellung von Fixations-Heatmaps, Sakkaden-Heatmaps und Scanpath-Visualisierungen auf Basis von CSV-/Excel-Dateien gängiger Eye-Tracking-Systeme. Voreinstellungen reduzieren den Analyseaufwand auf wenige Entscheidungen, während optionale Regler feinere Auswertungen für fortgeschrittene Nutzer*innen erlauben. Mittelfristig werden komplexere Funktionen wie raumzeitliche Verläufe und Ähnlichkeitsvergleiche ergänzt und unter einer freien Lizenz öffentlich bereitgestellt. Ziel ist es, Studierenden und Forschenden den niedrigschwelligen Einstieg in die Eye-Tracking-Analyse zu ermöglichen und diese nachhaltig in der kognitiv-kunsthistorischen Praxis zu verankern. Räume des Erinnerns: Digitale Kartierung der baltendeutschen Diaspora in der Zeitung „Baltische Briefe“ mittels NER und geohistorischer Analyse Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Germany Das Poster stellt ein laufendes Projekt zur digitalen Kartierung der baltendeutschen Diaspora anhand der Zeitung „Baltische Briefe“ vor. Mit Hilfe von NER, Wikidata und interaktiven Karten wird das räumliche Gedächtnis nach 1945 sichtbar gemacht. Geplant ist die Erweiterung durch QGIS, um historische Basiskarten, diachrone Animationen und tiefere räumliche Analysen zu ermöglichen. Ziel ist es, raumbezogene Erinnerung als Teil digitaler Geschichtsforschung greifbar zu machen und neue methodische Ansätze für Spatial Humanities in der deutschsprachigen DH-Community zu entwickeln. Automatisierte Typklassifikation von Normdaten mit BERT Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Lehrstuhl für Medieninformatik, An der Weberei 5, 96047 Bamberg, Deutschland Normdaten sind zentral für die Interoperabilität geisteswissenschaftlicher Daten. Die an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg entwickelte integrierte Suchplattform ADISS integriert verschiedene Normdatenquellen wie GND, Wikidata oder Geonames, jedoch bislang ohne einheitliche Typisierung. Dies erschwert eine gezielte Facettierung bei der Suche. Ziel des Projekts ist daher ein System zur automatisierten Typenzuordnung mittels maschinellen Lernens. Auf Basis von BERT soll ein Klassifikator trainiert werden, der Normdatensätze in ein reduziertes Zielschema überführt. Trainingsdaten entstehen durch Mapping zwischen GND-, Geonames- und Wikidata-Datensätzen. Neben Quelltypen werden Name und Beschreibung des jeweiligen Normdatensatzes als semantische Features genutzt. Erste Experimente mit einem auf einem multilingualen BERT-Modell als Encoder basierenden hierarchischen Klassifikator zeigen vielversprechende Ergebnisse. Künftig sollen die Datenbasis und Modellparameter optimiert werden, um eine robuste, domänenübergreifende Typisierung zur Verbesserung der Suchfunktionalität in ADISS zu ermöglichen. Advanced Layout-Analysis für glossierte Handschriften Universität Graz, Austria In diesem Poster präsentieren wir eine Gegenüberstellung von zwei Layouterkennungs-Environments: YOLO und Kraken (außerhalb der eScriptorium-Umgebung). Dafür verwenden wir YOLOv12 und Kraken 5.3.0 mit den bereits annotierten Ground-Truth-Daten aus dem GlossIT-Korpus. Dieses Korpus wird im Zuge des ERC-Consolidator Grant Projekts “Celtic and Latin glossing traditions: uncovering early medieval language contact and knowledge transfer” (Grant Agreement Nr. 101123203) erstellt. Ziel des Projekts ist es, Sprachkontakt und Wissenstransfer im frühmittelalterlichen Westeuropa zu untersuchen. Wissenslücken überbrücken: Das Kommentierungskonzept im Editionsprojekt „William Lovell digital“ Universität Würzburg, Deutschland Eine digitale Edition zeichnet sich dadurch aus, dass der edierte Text nicht nur vollständig wiedergegeben, sondern auch erschlossen wird (Sahle 2016, 23). Ein möglicher Weg zur Erschließung eines Textes ist die Kommentierung, die in unterschiedlichsten Ausführungen Bestandteil digitaler Editionen sein kann. Welchen Regeln die Kommentierung folgt, bleibt jedoch häufig im Dunkeln. Editorische Berichte digitaler Editionen haben nur selten ein dem Kommentierungskonzept gewidmetes Kapitel. Im Rahmen des Editionsprojekts William Lovell digital ist ein Kommentierungskonzept entstanden, das auf Transparenz setzt und beispielsweise die Auswahlkriterien der Referenztexte und der kommentierungswürdigen Begriffe im stellenbezogenen Kommentar offenlegt. Die digitale Umsetzung der Edition ermöglicht dabei die Vernetzung mit zeitgenössischen Nachschlagewerken, die in digitalisierter oder digitaler Version im Web verfügbar sind. Diese Form der Kommentierung wirft Fragen hinsichtlich der Auswahl von Referenztexten, der Datenmodellierung, der Nachhaltigkeit und der Usability des Webinterfaces auf. Mapping DH: Kollaborative Dokumentation von Digital Humanities-Initiativen im Semantic Web 1: Universität Münster, Deutschland; 2: Universität Hamburg, Deutschland; 3: Universität Trier, Deutschland; 4: Ruhr-Universität Bochum Das Poster stellt das Projekt Mapping DH vor, in dem Daten über DH-Initiativen weltweit gesammelt, für das Semantic Web modelliert und als offenes Wissensnetz zur Verfügung gestellt werden. Es zeigt die grundsätzliche Datenstruktur, benennt Chancen und Herausforderungen und eröffnet die Möglichkeit, kollaborativ weiter ausgebaut zu werden und als Ergänzung und Verbindung bestehender Verzeichnungen von DH-Studiengängen, -Zentren, -Professuren etc. zu dienen. Schließlich umreißt es die Idee eines Maturity-Modells, anhand dessen der Reifegrad einer bestimmten DH-Initiative abgelesen werden kann. Ökologisch und Langlebig – Nachhaltige Digitale Editionen am Beispiel von Moravians@Sea Sächsische Akademie der Wissenschaften, Deutschland Digitale Editionen tragen eine Verantwortung nicht nur für ihre wissenschaftliche Qualität, sondern auch ihre Langzeitverfügbarkeit und den sparsamen Umgang mit Ressourcen. Das Projekt Moravians@Sea verbindet die FAIR-Prinzipien mit ressourcenschonender Publikation der Forschungsergebnisse. Das Poster stellt das Projekt und die dabei angewandten FAIR-ökologischen Kriterien vor. Die DDR im TikTok-Feed: Zwischen Algorithmus und Erinnerung 1: Universität Leipzig, Deutschland; 2: Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig Das Projekt AlgorithMIX #DDR untersucht, wie die DDR auf TikTok verhandelt wird – unter Bedingungen algorithmischer Kuratierung und eingeschränkter Sichtbarkeit. Im Zentrum steht ein hybrider Zugang, der qualitative Videoanalyse mit API-basierten Metadaten-Auswertungen kombiniert. Eine Nutzerstudie und eine umfangreiche API-Abfrage bilden die Grundlage für ein Korpus, das mittels Grounded Theory, Kollokationsanalysen und weiterführendem Topic Modeling systematisch ausgewertet wird. Ziel ist es, erinnerungskulturelle Diskursstrukturen unter plattformspezifischen Bedingungen sichtbar zu machen und zugleich die methodischen Grenzen datenbasierter Forschung auf TikTok für die Geschichtswissenschaften kritisch zu reflektieren. Durch die Verbindung empirischer Zugriffspraxen mit theoretischer Modellierung liefert das Projekt einen Beitrag zur Analyse digitaler Geschichtsdiskurse in algorithmischen Öffentlichkeiten. Historische Ortsdaten – Wieso, weshalb, warum – und vor allem, wie? 1: Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Deutschland; 2: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde; 3: Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft Historische Ortsdaten müssen aufgrund der zunehmenden Vernetzung von Forschungsdaten einer neuen, zeitgemäßen Auseinandersetzung hinsichtlich ihrer Erfassung und Kuration unterworfen werden. Die oftmals nur inadäquat und häufig beiläufig mitgeführten Daten historischer Orte stellen eine kaum genutzte Datenschnittstelle dar, die durch ihre ‚stiefmütterliche‘ Behandlung mittlerweile von einer schlecht genutzten Chance zum handfesten Problem für viele Forschungsprojekte und historische Datenbanken geworden ist. Sowohl die Nichtexistenz von einheitlichen Erfassungsvorgaben sowie das Fehlen einer zentralen Verzeichnungs- und Verwaltungsstelle für historische Ortsdaten erschweren nicht nur die Verortung und Identifikation der eigenen Forschungsergebnisse, sondern auch die Weiternutzung der einmal mühselig erhobenen Daten durch andere Projekte. Trotz der offensichtlichen Schwierigkeiten bilden historische Ortsdaten für breite Teile der historisch-geisteswissenschaftlichen Forschung einen gemeinsamen Nenner, den es zu erschließen und effektiv nutzen gilt. Das Poster stellt einen speziell für historische Ortsdaten konzipierten Minimaldatensatz vor, der einen sichereren Umgang und erste Lösungsansätze für die vielschichtige Arbeit Ortsdaten vermittelt. Illuminated Charters and AI - Impact of Modernizing the Monasterium.net Platform 1: Universität Graz, Österreich; 2: Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien Das Projekt „Illuminierte Urkunden“ (IllUrk) nutzt die Plattform Monasterium.net, Europas größte digitale Sammlung von Urkunden. Über 4.400 Dokumente mit dekorativen Elementen werden in drei Stufen klassifiziert. Die Erfassung und Beschreibung dieser Elemente ist eine wissenschaftliche Herausforderung, da visuelle Aspekte in Archivalien oft nicht verzeichnet sind. Das ERC-Projekt DiDip entwickelt mit MOM-NG eine neue technische Infrastruktur, die moderne Methoden des maschinellen Lernens einsetzt. Dazu gehören Objekterkennung (YOLOv5), Klassifikation, Bildausschnitt-Extraktion (IIIF) sowie Ähnlichkeitssuche mit Embeddings und Graph-Neural-Networks. So können visuelle Merkmale automatisch identifiziert, verglichen und in Beziehung zu bestehenden Taxonomien gesetzt werden. MOM-NG erweitert damit die Forschungsmöglichkeiten zu illuminierten Urkunden: von der Vorauswahl relevanter Quellen bis zur statistischen Analyse stilistischer Entwicklungen. Der Beitrag stellt das System MOM-NG im Entwicklungsstand 2026 vor und zeigt exemplarisch Anwendungsfälle aus dem IllUrk-Projekt. Text trifft Tool und heraus kommen Daten. Eine Selbstlerneinheit zu domänenspezifischer Data Literacy in der Literaturwissenschaft Universität Bielefeld, Deutschland Die digitale Transformation wissenschaftlicher Praxis erfordert auch in der Literaturwissenschaft domänenspezifische Datenkompetenzen. Die vorgestellte digitale Selbstlerneinheit vermittelt Grundlagen der Data Literacy mit Fokus auf die Operationalisierung literaturwissenschaftlicher Fragestellungen. Entwickelt im Rahmen der Community of Practice „Data Literacy“ (BiLinked) an der Universität Bielefeld, richtet sie sich an geisteswissenschaftliche Lehrende und Studierende ohne Vorerfahrung in den Digital Humanities. Über ein interaktives, in Moodle eingebundenes Branching Scenario mit vier Vertiefungen erwerben Lernende praxisnahes, prozedurales Wissen im Umgang mit digitalen Werkzeugen wie SentText oder dem R-Paket stylo. Datengrundlage ist ein annotiertes Korpus von 125 Bildungsromanen. Ziel ist der reflektierte Einsatz quantitativer Methoden, einschließlich der kritischen Auseinandersetzung mit Tools, Algorithmen und Datenquellen. Die Einheit fördert so methodisches Verständnis und Urteilskompetenz im Umgang mit digitalen Analyseverfahren in der Literaturwissenschaft. Grenzen schneller Skalierung erkennen und bewältigen. Automatische Erschließung von Wappenbildern in den Handschriften der Bibliothèque nationale de France Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland Das Poster präsentiert ein Projekt über die skalierte automatische Erschließung von Wappenbildern in vormodernen Handschriften mittels Computer Vision. Basierend auf einem auf vormodernen Handschriften selbsttrainierten YOLO-Detektormodell wurde ein iterativer Trainingsansatz entwickelt und auf das gesamte Korpus digitalisierter mittelalterlicher Handschriften der Bibliothèque nationale de France angewendet. Die Evaluation zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Jahrhunderten: Während das 12.-14. Jahrhundert geringere Genauigkeitswerte aufweist, erzielen das 15.-16. Jahrhundert bessere Ergebnisse. Das Projekt verdeutlicht sowohl die Potentiale als auch die Herausforderungen der Skalierung: Mit wachsenden Datensätzen nehmen unerwartete False Positives zu, die durch zusätzliche Detektionsklassen abtrainiert werden müssen. Die Ergebnisse zeigen, dass eine iterative Skalierung erforderlich ist, um das versprochene Potential digitaler Methoden für die Erschließung großer Quellenkorpora zu realisieren. harMo13 – Computergestützte Analyse von Motetten des 13. Jahrhunderts Universität zu Köln, Deutschland Das Forschungsprojekt harMo13 beschäftigt sich mit der computergestützten Analyse von Motetten des 13. Jahrhunderts, die aufgrund ihrer komplexen Faktur eine zentrale musikalische Gattung des Mittelalters darstellen. Ein Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Open-Source-Bereitstellung einer Python-basierten Softwarebibliothek. Der derzeitige Prototyp umfasst ein Datenmodell, das ein Interface für ein umfangreiches Processing in verschiedenen Abstraktionsgraden bereitstellt, und darauf aufbauende Analysewerkzeuge, z. B. für die Identifikation ähnlicher Harmonisierungen oder Abschnittsbildungen. Zudem wurde im Rahmen des Projekts ein adaptives Kategorisierungssystem für Klänge entwickelt, das bezüglich Kategorien und Granularität anpassbar und in das Datenmodell integriert ist. Durch die Trennung von Datenmodell und Analyse erfüllt die Software die spezifischen Anforderungen hinsichtlich des Projektkorpus, ist aber gleichzeitig nicht auf diesen beschränkt und daher auch für die Analyse anderer Gattungen offen. BASIC als natürliche Sprache Universität Stuttgart, Deutschland Wir analysieren in unserem Beitrag, in welchem Maße sich strukturelle Merkmale in der Programmiersprache BASIC mit Methoden der natürlichen Sprachverarbeitung (NLP) erfassen und systematisch untersuchen lassen. Unser Korpus besteht aus 99 Quelldateien von Spielen, welche von Hobby-Programmierern in den 1980er Jahren entwickelt wurden. Die Analyse orientiert sich an etablierten NLP Verfahren auf Textdateien und ist in drei Analyseebenen untergliedert. Die Mikro-Ebene umfasst hierbei die Analyse von N-Gram-Frequenzen auf Token-Basis. Auf der Meso-Ebene wird der Programmfluss analysiert, während die Makro-Ebene den frequenzbasierten Vergleich zwischen den Spielen umfasst. Die hierbei identifizierten Strukturen zeigen deutliche Analogien zu bekannten Mustern in natürlicher Sprache. Dies deutet darauf hin, dass die Programmiersprache BASIC strukturelle Gemeinsamkeiten mit natürlichen Sprachen hat und mit NLP-Methoden analysierbar ist. DH on the Edge? 1: Fachhochschule Erfurt; 2: Universität Erfurt Mit Tiny ML, Edge AI oder Efficient AI etabliert sich parallel zu LLMs ein Forschungsfeld, das auf die Entwicklung kleiner, energie- und kosteneffizienter und lokal ausführbarer Deep-Learning-Modelle abzielt. Zentral ist hier das Deployment auf Edge Devices (z.B. Mikrocontroller, Raspberrry Pi, Smartwatches etc.). Für die DH ergeben sich Vorteile primär aus der Möglichkeit der dezentralen Datenverarbeitung direkt am Erfassungsort sowie der leichteren und günstigeren Verfügbarkeit von entsprechender Hardware gegenüber HPC-Infrastruktur oder fremdgehosteten, potentiell kostenpflichtigen LLMs, z.B. in archäologischer Feldforschung, partizipativen Citizen-Science- oder Oral-History-Projekten oder im Bereich des kulturellen Erbes. Für diesen Beitrag wurden Mistral, BERT und mehrere komprimierte und quantisierte BERT-Modelle im Kontext eines Named-Entity-Recognition-Tasks miteinander verglichen. Dabei zeigte sich, dass komprimierte Modelle nur marginal an Performance verlieren, aber deutlich kleiner und schneller sind, sodass Edge Deployment vorstellbar ist. Die Performance von Mistral war in diesem Beispiel deutlich schlechter als die Performance der spezialiserten BERT-Modelle. How to Chat with the History of European Drama. Connecting DraCor with a Large Language Model Using an MCP Server 1: Universität Potsdam, Deutschland; 2: Freie Universität Berlin, Deutschland Dieser Beitrag berichtet über die Implementierung und Evaluierung eines Model Context Protocol (MCP) Servers für DraCor. Dieser ermöglicht es Large Language Models, autonom mit der DraCor API und weiteren Ressourcen von dracor.org zu interagieren. Zur Evaluation des Tools kam ein qualitativer Ansatz aus systematischer Beobachtung und eidetischer Variation (Husserl) zur Anwendung, mit dem Ziel zu verstehen, wie LLMs sich beim Verwenden von MCP-Tools verhalten, und dabei "Tool Correctness", "Tool-Calling Efficiency" und "Tool-Use Reliability" zu beurteilen. Unsere Erkenntnisse unterstreichen die kritische Bedeutung des "Docstring Engineering" – der strategischen Gestaltung von Tool-Dokumentation zur Optimierung der LLM-Tool-Interaktion. Der DraCor MCP-Server zeigt das Potenzial von "Agentic AI" Anwendungen sowohl für die Forschung in den Computational Literary Studies als auch für Forschungsinfrastrukturen in den DH auf. forTEXT Zeitschrift: Der Redaktionsprozess vom Call for Papers bis zur Publikation fortext lab, Technische Universität Darmstadt, Deutschland forTEXT Journal ist eine deutschsprachige Diamond-Open-Access-Zeitschrift, mit der wir den Austausch über digitale Methoden und Ansätze in Forschung und Lehre der Digital Humanities nachhaltig fördern und institutionell verankern möchten. Als Fortführung des forTEXT-Portals stützt sich das Konzept der Zeitschrift auf dessen grundlegende Ansätze und Prinzipien. Auf dem Poster präsentieren wir die Entwicklung der 2024 gegründeten Zeitschrift. Wir skizzieren den redaktionellen Workflow vom Call for Papers bis zur Publikation und stellen dar, wie wir die Portalprinzipien – Niederschwelligkeit, Nachnutzbarkeit und Praxisorientierung – in den vergangenen zwei Jahren für das Format einer wissenschaftlichen Zeitschrift konzipiert, erprobt und iterativ weiterentwickelt haben. Vom Gelehrten zum Problem - Maschinelle Datierung von Leibniz-Handschriften: Die Anwendung von Deep-Learning-Verfahren zur Unterstützung der historisch-kritischen Editionsarbeit 1: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften; 2: Hasso-Plattner-Institut Seit 1901 stellt die Datierung von Leibniz’ handschriftlichen Seiten eine enorme Herausforderung dar: Viele Dokumente sind undatiert, traditionelle Methoden wie Experteneinschätzung oder Papier-Wasserzeichenanalyse zu langsam. Wir untersuchen, ob Deep‑Learning-Bildmodelle diese Lücke schließen können. Ziel ist die feingranulare Datierung anhand des Schreibstilwandels von Leibniz über fast fünf Jahrzehnte – anders als in bisherigen Studien zur Handschriftenaltersbestimmung, die oft verschiedene AutorInnen vergleichen. Etwa 600 Seiten (1669–1716) mit dokumentierten Datierungen bilden unser Jahrgangskorpus. Modelle wie CNNs und Vision Transformer helfen binarisierte und normalisierte Bilddaten zu untersuchen und externe Faktoren wie Papierstruktur zu ignorieren. Das übergreifende Ziel ist, KI-Ansätze praktikabel in die editorische Arbeit zu integrieren – mit offen freigegebenen Modellen und Skripten unter FAIR-Prinzipien. Große Ideengeschichte auf Small Data. Eine Mixed-Methods-Untersuchung zur Raumsemantik in Thomas Manns Doktor Faustus Universität Bielefeld, Deutschland Dieser small-data Beitrag aus den Computational Literary Studies (CLS) liefert eine raumsemantische Einzeltextstudie zu Thomas Manns Doktor Faustus (1947). Ziel ist die Untersuchung der semantischen Kodierung von Raum des „Deutschlandromans“ (Vaget 2015, 69) unter der Hypothese, dass wesentliche Anteile der raumreferentiellen Komposition mit Manns Namen-Chiffren ‚Luther‘ und ‚Hitler‘ korrespondieren. Der Reformationszeit-bezogene Figurenrenraum Kaisersaschern korrespondiert deutlich mit der Chiffre ‚Luther‘, während München nicht ‚Hitler‘, sondern ein modernes (Groß-)Bürgertum repräsentiert. Der Nationalsozialismus wird erst im dritten Raum ‚Pfeiffering‘ indiziert, in Synthese mit der archaischen Kaisersaschern- und der modernen München-Semantik. Als Beitrag zur digitalen literarischen Kulturerbeforschung möchte die Einreichung mit einem dezidiert datenbasierten (einzel-)textzentrierten Ansatz stärker an eine hermeneutische und textphilologische Literaturwissenschaft anknüpfen. Code, Context, Canon: A Transferable Framework for Computational Canon Studies Computational Humanities group, Leipzig University, Germany This poster presents a transferable computational framework for studying canonisation processes through extracting and analysing canonical references in academic texts. Using a 16-discipline English corpus from JSTOR, we propose a three-phase methodology: code (developing Named-Entity Recognition methods for canonical reference extraction), context (visualising citation patterns), and canon (understanding formation processes). Our approach examines transferability at each stage: the code phase explores large language models over traditional keyword search methods, emphasising advantages of general over domain-specific models; the context phase demonstrates high transferability through established network analysis techniques; the canon phase reveals how the concept of canon itself transfers across disciplines. This iterative workflow contributes reusable and transferable Digital Humanities frameworks for studying cultural authority and textual transmission, with the objective of advancing understanding of canonisation dynamics across disciplinary contexts. |
| 3:30pm - 4:00pm | Kaffeepause Location: Small Ceremonial Hall (Kleiner Festsaal) |
| 4:00pm - 5:30pm | Donnerstag 4: Donnerstag 4 – Poster Session 2 Location: Main Ceremonial Hall (Grosser Festsaal) |
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Project StoryMachine: Spatial Hypertext as a Tool for Contemporary, Transcultural Folkloristics 1: Universität Regensburg; 2: Hof University of Applied Sciences; 3: Ludwig-Maximilians-Universität München; 4: University of Hertfordshire; 5: University of the Arts London; 6: University of London This paper introduces StoryMachine (AHRC grant ref. AH/Z507222/1, DFG project number 547532269), a newly funded transdisciplinary project (2025-2028) conducted jointly by six research groups in Germany and the UK, which aims to develop an innovative digital infrastructure to preserve, explore, and democratize access to folklore traditions and vernacular storytelling practices around the world, with a particular focus on German- and English-speaking communities. Recognizing folklore as a cornerstone of shared cultural identity, the project addresses critical challenges in archival practices, and in particular the lack of interactive, dynamic, accessible and inclusive tools for exploring both traditional and emerging folk narratives. Existing approaches to digital folklore archiving remain largely static, focusing on isolated collections without fostering meaningful exploration, collaboration, or analysis. StoryMachine redefines these paradigms by integrating spatial hypertext and recommender systems to create a visually dynamic, user-centered interface. Towards Affective Analysis of Animals in Poetry Universität Passau, Deutschland Animals in literary texts reflect deeper cultural attitudes and values. This abstract presents ongoing work towards large-scale analysis of affective and metaphorical representations of animals in (historical) poetry. Digitalisierung und 3D-Rekonstruktion der paläolitischen Zwillingsbestattung von Krems-Wachtberg – Anforderungen an ein transdisziplinäres Datenbankkonzept 1: Universität für Weiterbildung Krems, Österreich; 2: Karl Landsteiner Universität für Gesundheitswissenschaften, Krems, Österreich; 3: Österreichisches Archäologisches Institut, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreich; 4: Naturhistorisches Museum Wien Die jungpaläolithische Doppelbestattung von Krems-Wachtberg mit den ältesten genetisch bestätigten eineiigen Zwillingen steht im Mittelpunkt eines interdisziplinären Forschungsprojekts (2023-2026) zur digitalen Rekonstruktion prähistorischer Begräbnisse. Seit 2023 werden 539 Knochenfragmente mittels µCT gescannt und durch Algorithmen präzise positioniert, um eine vollständige virtuelle Rekonstruktion zu ermöglichen. Ziel ist eine datenbankgestützte Analyse der Morphologie der paläolithischen Neugeborenen und der Begräbniskontexte. Die digitale Plattform, die im Mittelpunkt des Posters steht, integriert 3D-Modelle, Scanparameter und kontextuelle Daten in mehreren Nutzer:innenebenen für Fachwissenschaft, Öffentlichkeit und interaktive museale Vermittlung. Der Open-Source-Ansatz sowie ein strukturierter Datenmanagementplan ermöglichen inter- und transdisziplinäre Nutzung und sichern die Langzeitarchivierung. So wird ein bedeutender Fund nicht nur wissenschaftlich aufbereitet, sondern auch nachhaltig für Forschung und Gesellschaft zugänglich gemacht. Ist das Baukunst oder kann das weg? – Entwicklung einer Augmented-Reality-Tour zur Architektur und Geschichte der Universität zu Köln Universität zu Köln, Deutschland In Anknüpfung an das Projekt Virtueller Campus und dessen AR-App nutzen wir Augmented Reality (AR) für die Vermittlung von Informationen zum kulturellen Erbe, konkret zur Architektur und Geschichte der Universität zu Köln. Eine AR-Tour soll Studierenden und anderen Besuchenden des Campus die ursprünglichen Gestaltungsideen u. a. hinter einem brutalistischen Ensemble von Universitätsgebäuden näher bringen, welche heute durch Umbauten oder Verfall teils nicht mehr direkt erkennbar sind. AR soll diese Vermittlung interaktiv und anschaulich gestalten, indem in AR dargestellte 3D-Rekonstruktionen historischer Zustände von Gebäuden und Plätzen den direkten Vergleich von Vergangenheit und Gegenwart ermöglichen und die AR-Tour zum Erkunden des Campus anregt. Reconstructing and Analysing a forgotten World: A 3D-Positioning and Annotation System for the Paintings of the Kucha Project Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Deutschland This project introduces a 3D-based annotation and positioning system for the wall paintings of the Buddhist cave complexes in Kucha (Xinjiang, China). Many of these artworks are now dispersed across global collections, detached from their original architectural context. Using 3D-models, we reconstruct their spatial arrangement by applying a register-based coordinate system. These registers, implemented via 2D SVG-layouts, can be edited for each cave wall and are projected onto the corresponding surfaces in the 3D model. Each registered position includes a preview image of the associated painting. In-picture polygon annotations are integrated and linked to a hierarchical taxonomy displayed within the 3D model. Selecting an element highlights all paintings with those annotations, enabling both contextual and content-driven exploration. In the next phase, our annotations will be projected directly onto 3D surfaces for more precise visual analysis. This method offers a novel approach to spatially integrated 2D annotation in the Digital Humanities. „Nomen est… wer?“ FB Germanistik, Universität Salzburg, Österreich Das Poster präsentiert ein hybrides Analysemodell zur Erhebung und Interpretation von Benennungsformen – insbesondere Antonomasien und Epitheta – in der mittelhochdeutschen Epik. Im Zentrum steht ein semi-automatisiertes Python-Tool, das aus TEI-kodierten Texten Benennungen extrahiert, typologisiert, normalisiert und kollationiert. Ziel ist es, poetologische Strategien der Figurenbenennung systematisch sichtbar zu machen. Antonomasien, verstanden als charakterisierende Umschreibungen anstelle von Eigennamen, eröffnen besondere Einblicke in Figurenkonstitutionen literarischer Text. Die Kombination aus maschinengestützter Erhebung und hermeneutischer Auswertung erlaubt nicht nur die Analyse großer Textkorpora, sondern fördert neue Einsichten in narratologische Muster, die Einzeltextlektüren verborgen bleiben. Das Poster versteht sich als Beitrag zur methodologischen Verschränkung von Text und Daten– und als Einladung zur Diskussion über die Potentiale digitaler Philologie. Ganz viel Drama auf einen Blick: Der »Distant-Reading Showcase«, zehn Jahre danach 1: Freie Universität Berlin, Deutschland; 2: Universität Potsdam, Deutschland; 3: Tbilissi, Georgien; 4: Ruhr-Universität Bochum, Deutschland Vor genau zehn Jahren haben wir den Versuch unternommen, einen Showcase für die literaturwissenschaftliche Netzwerkanalyse zu entwickeln, der die damals noch wenig bekannten (empirischen) Zugangsweisen und (quantitativen) Forschungsansätze der Digital Humanities buchstäblich veranschaulichen sollte. Ergebnis war ein Konferenzposter für die DHd2016 in Leipzig, auf dem vor allem Daten zu sehen waren. Es war explizit als Forschungsbeitrag gedacht, wurde mittlerweile über 8.500 Mal angesehen und knapp 2.000 Mal heruntergeladen. Neben Erwähnungen in wissenschaftlichen Publikationen gab es auch Auseinandersetzungen mit dem ästhetischen Schauwert einer solchen Darstellung anlässlich der Frage, wie man das inhärent Immaterielle der Literatur museal ausstellen könnte. Für die DHd2026 wollen wir ein medial und methodologisch reflektiertes, in Hinblick auf die Daten- und Infrastrukturgrundlage aktualisiertes »Reenactment« dieses Posters vornehmen. Paredros: Eine interaktive Entwicklungsumgebung zur grammatikbasierten Analyse semi-strukturierter Quellen Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland Das Poster präsentiert „Paredros“, eine interaktive Entwicklungsumgebung zur grammatikbasierten Analyse semi-strukturierter Quellen wie Register oder Regesten. Während gängige Ad-hoc-Skripte oder Blackbox-Verfahren oft an mangelnder Transparenz und Reproduzierbarkeit scheitern, sind formale Grammatiken für Geisteswissenschaftler:innen bislang schwer zugänglich. Paredros schließt diese methodische Lücke, indem es auf dem leistungsfähigen Parser-Generator ANTLR aufsetzt und dessen Komplexität hinter einem innovativen visuellen Frontend verbirgt. Das Herzstück ist ein interaktiver „Videorecorder“ für den Parsing-Prozess, der eine schrittweise, transparente Analyse und sogar die interaktive „Reparatur“ von Grammatiken ermöglicht – eine Funktionalität, die über Standard-Entwicklertools hinausgeht. Der Ansatz gewährleistet eine vollständige und nachvollziehbare Datenextraktion im Sinne der FAIR-Prinzipien und etabliert die Grammatik selbst als explizites, menschenlesbares Forschungsergebnis. Es wird ein Workflow skizziert, bei dem LLM-gestützte Editoren und Paredros für einen robusten Analyseprozess Hand in Hand gehen. Spätantik-frühmittelalterliche Sammlungsüberlieferung im Graphen Universität Augsburg, Deutschland Das Poster präsentiert drei Ansätze zur digitalen Modellierung lateinischer Textsammlungen aus Spätantike und Frühmittelalter mittels Graphdatenbanken. Diese Sammlungen sind komplex, da sie meist rekonstruiert werden müssen, in Handschriften variieren und Texte in unterschiedlichen Ordnungen (historisch vs. systematisch) sowie verschiedenen Übersetzungsfassungen vorliegen. Drei Zugänge zur Modellierung, die vom Posterersteller erprobt wurden, werden vorgestellt: Dokumentenorientiert: Modellierung päpstlicher Briefüberlieferung durch Verknüpfung von Texten, Sammlungen und Handschriften als Knoten, um Überlieferungsmuster und Sammlungscluster zu identifizieren. Sammlungsorientiert: Vollständige Textabfolgen verwandter Sammlungen werden modelliert, um ähnliche Sequenzen zwischen verschiedenen Sammlungen aufzuzeigen. Verschiedene Lösungen für übersetzte Texte werden vorgestellt. Textintegrativ: Integration der Volltexte in die Datenbank und KI-gestützte Analyse (Claude) für Verschlagwortung und Mustererkennung. Eng geführte Prompts erwiesen sich als entscheidend, um vorschnelle Verallgemeinerungen zu vermeiden. Das Poster verbindet die methodischen Darstellungen mit geeigneten Visualisierungen. ASR4Memory. Automatische Transkription und domänenspezifisches Fine-Tuning von Spracherkennungsmodellen für die Geschichtswissenschaft 1: FU Berlin, Universitätsbibliothek, Deutschland; 2: Fachhochschule Nordwestschweiz, Fachbereich Mathematik und Physik, Schweiz Das Projekt „ASR4Memory“, gefördert durch das NFDI-Konsortium 4Memory, hat eine datenschutzkonforme, KI-gestützte Lösung zur Transkription historischer Audio- und Videoquellen auf Basis von „WhisperX“ entwickelt. Über eine benutzerfreundliche Weboberfläche können audiovisuelle Materialien hochgeladen und sicher verarbeitet werden. Die Anwendung ermöglicht eine hochwertige Transkription in über 30 Sprachen inklusive Sprecherdiarisierung, Satz- und Wortalinierung sowie Export in vielfältige Nachnutzungsformate. Zur Verbesserung der Transkriptqualität wurde ein domänenspezifisches Fine-Tuning des Whisper-Modells "Large-v3" mit anonymisierten, deutschsprachigen Oral-History-Daten durchgeführt. Die Evaluationsergebnisse, basierend auf WER-Berechnungen und LLM-basierten Fehleranalysen, zeigen eine erhebliche Verbesserung der Transkriptionsgenauigkeit sowie eine Abschwächung von Glättungseffekten auf, sodass die Nutzung des fine-getunten Modells eine wortgetreuere Transkription ermöglicht. Das Poster präsentiert die Systemarchitektur der Anwendung, ergänzt durch eine audiovisuelle Demonstration der Ergebnisse des Fine-Tunings vor Ort. Explainable AI in filmhistorischer Forschung 1: Universität Tübingen, Deutschland; 2: University of Applied Sciences St. Pölten, Österreich Mithilfe von Computer Vision und Machine Learning erforscht das Projekt AniVision die Stilistik von animierten Sequenzen in Gebrauchsfilmen aus Österreich, der BRD und der DDR (1945–1989). Untersucht wird ein Korpus von über 2000 Filmen und Fernsehsendungen in Kooperation mit österreichischen und deutschen Filmarchiven. Ziel ist es, ein Tool zu entwickeln, das Animation von Realfilm unterscheidet und verschiedene Animationsstile erkennt. Um Black-Box-Probleme zu vermeiden und Filmwissenschaftler:innen im Umgang mit dem Tool zu unterstützen, werden im Projekt Visualisierungsverfahren der Explainable AI (XAI) wie Grad-CAM eingesetzt. Grad-CAM zeigt als Heatmap, welche Bereiche eines Bildes für die maschinelle Klassifikation relevant sind. Für Filmwissenschaftler:innen werden dadurch Outputs nachvollziehbarer. Rhythmicalizer Revisited: Adapting Large Language Models for Rhythmic Classification of Free Verse Poetry 1: Faculty of Informatics and Mathematics, OTH Regensburg, Germany; 2: Department of Literary Studies, Freie Universität Berlin, Germany This work revisits the Rhythmicalizer project’s approach to classify German free-verse Poetry into prosodic categories using deep learning (Baumann et al., 2018). The rise of Large Language Models (LLMs) and foundation models pre-trained on vast amounts of text and speech begs the question whether these are more appropriate for poetic tasks than the original project’s multimodal GRUs. This study evaluates LLM and foundation model performance on the original corpus and compares them to the original classifier. Potenziale und Herausforderungen KI-gestützter Layouterfassung am Beispiel des „Deutschen Bühnen=Spielplan“ Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Österreich Das Poster stellt ein Erschließungsprojekt am Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) zu einer theaterwissenschaftlichen Quelle vor, die trotz ihres zentralen Werts für Literaturwissenschaft und Kulturgeschichte bislang nicht ins Digitale überführt wurde. Der „Deutsche Bühnen=Spielplan“ erschien 1896–1944, erfasste sämtliche Spielpläne deutschsprachiger Bühnen in Form von Kalenderlisten und dokumentiert somit die Aufführungsrealität der Moderne. Im Fokus steht die Bearbeitung der in Fraktur gedruckten Jahrgangsbände bis 1910. Ihr komplexes Layout kann mithilfe der erweiterten Funktionen der Layout-Analyse von Transkribus (Kombination von Field und Table Models) erfasst werden, um im nächsten Schritt Zeilen- und Texterkennungsmodelle zur automatischen Transkription der Tabelleninhalte zu nutzen. Langfristiges Ziel ist die Erstellung einer Webapplikation, die die Informationsdichte des „Bühnen=Spielplan“, der auch Angaben wie Übersetzungsversionen und Gastspiele enthält, zur Gänze abbilden soll und gleichzeitig als Anwendungsbeispiel von KI für die Erschließung ähnlicher, kulturgeschichtlich relevanter, aber layouttechnisch herausfordernder Quellen dienen kann. Computer Vision Analysis of War-Related Visual Culture: Patterns and Symbols in Russia-Ukraine Conflict Art Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Germany The Russia-Ukraine conflict has generated an unprecedented volume of visual art spanning street murals, internet memes, children's drawings, and fine art across multiple languages and cultures. This poster presents ongoing research that employs artificial intelligence to analyze nearly 4,600 war-related images, demonstrating how computational methods can decode complex iconographic patterns in contemporary conflict art. Kontext-Engineering in einem Multi-Agenten-System zur Ontologiegenerierung für historische Quellen 1: Friedrich-Schiller Univesität Jena; 2: Akademie der Wissenschaften, Göttingen Das HisQu-Projekt stellt ein Multi-Agenten-System zur Ontologiegenerierung aus historischen Quellen wie dem Repertorium Germanicum vor. Zur Überführung impliziten Fachwissens in explizite Graphen verbindet es Context-Engineering mit einer hybriden Retrieval-Strategie: Die Integration von Vektorsuche für Vergleichsbeispiele und Graph-Retrieval (LightRAG) für Ontologiestrukturen ermöglicht dabei eine präzise Steuerung von LLMs. Das System nutzt drei spezialisierte Agenten, die einen vierstufigen Workflow durchlaufen. Zunächst erstellt ein erster Agent basierend auf der fachlichen Interpretation und den abgerufenen ontologischen Stützen einen konzeptionellen Modellierungsvorschlag. Ein zweiter Agent überführt diesen anschließend in formale OWL/Manchester Syntax, wobei neue Klassen zur Sicherung der Interoperabilität strikt auf CIDOC CRM gemappt werden. Daraufhin integriert ein dritter Agent iterativ menschliches Feedback, indem er Korrekturen der Fachexpert:innen konstruktiv in die Graph-Logik einbettet. Abschließend werden die verifizierten Ontologie-Erweiterungen mittels semantischer Versionierung dauerhaft in die Wissensbasis überführt. Dies sichert die Konsistenz auch bei dynamisch wachsenden Ontologien und bietet einen skalierbaren, methodisch transparenten Ansatz für die Digital Humanities Making Archives Explorable: Visualising Digital Materials for a Wider Public Universität Hamburg, Germany The research project “A Fresh Look. Visualising Digitised German-Jewish Archives” aims to investigate human information-seeking strategies in archival contexts that go beyond targeted, systematic searching, namely open-ended, curiosity-driven browsing based on the available visual information. We describe our work with two contrasting archives. First the Jerusalem Guestbook of Moshe and Miryam Ben-Gavriêl, which contains 1,200 transcribed signatures, greetings, dedications, poems, and drawings in more than 20 languages, for which we have created a digital edition with three interlinked viewers. Second, the much larger written estate of Moritz Lazarus, consisting of more than 37,000 documents, including works and correspondence by and about Lazarus. This archive has been much less extensively catalogued, and we describe our approach to presenting the data in a manner which will encourage visitors to explore and engage with the archive, despite the challenge posed by the numerous images and sparse metadata. Spaß mit Derivaten: Orientierung bei der Forschung mit abgeleiteten Textformaten 1: Deutsche Nationalbibliothek; 2: Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt; 3: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen; 4: Universität Trier Derivate, auch abgeleitete Textformate (ATF) genannt, bieten die Möglichkeit, an urheberrechtlich geschütztem Material zu forschen, ohne die üblicherweise damit einhergehenden Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen. Durch die Anwendung von vier Operationen (Löschen, Ersetzen, Behalten und Vertauschen) auf verschiedenen Granularitäten und Bezugsgrößen kann der Informationsgehalt des Ausgangstextes so reduziert werden, dass das Ergebnis zwar nicht mehr urheberrechtlich relevant ist, aber noch zur Beantwortung mindestens einer Forschungsfrage dient. Das Projekt Forschen mit Derivaten will die Möglichkeiten textbasierter Forschung mit rechtebewehrten Daten verbessern und den Grundstein für weitere Aktivitäten legen. Dazu werden im Austausch mit der wissenschaftlichen Community Forschungsfragen ermittelt, die mit Hilfe von ATF beantwortet werden können. Außerdem werden verschiedene Derivate systematisch auf ihre Validität für die Forschung evaluiert und rechtlich eingeordnet. Ziel des Projekts ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, innerhalb derer Forschende mit Spaß – also rechtssicher und urheberrechtskonform – mit Derivaten arbeiten können. Wie passt ein Audio-Essay zwischen zwei Buchdeckel? Digital Humanists In Eigenen Worten - Die Genese der “From Global to Local DH”- Audio-Essays als Experiment multimedialen Publizierens in den digitalen Geisteswissenschaften 1: Fachhochschule Potsdam, Deutschland; 2: Akademie der Wissenschaften und der Literatur|Mainz - Digitale Akademie; 3: Universität Heidelberg, Theologische Fakultät; 4: Universität Bielefeld, Arbeitsbereich Digital History Das Poster präsentiert die innovativen Ansätze der Publikation "From Global to Local? Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: Ein Triptychon" von Melusina Press (zu erscheinen 2026 im Diamond Open Access), die multimediale und multimodale Publikationsformate wie Audio-Essays integriert. Diese Audio-Essays, die auch als Podcasts zugänglich gemacht werden, nehmen die zentrale Rolle von Podcasts in der Wissenschaftskommunikation der Digital Humanities auf und eröffnen ein direktes Diskursmedium über Standortbestimmung und Selbstbild der Disziplin. Die multimediale Gestaltung wurde in Zusammenarbeit mit Podcast-Expert*innen entwickelt und umfasst nicht nur gesprochene Inhalte, sondern auch Musik, Soundeffekte und ergänzende Materialien wie Shownotes und Transkriptionen. Ein angepasster Qualitätssicherungsprozess, inspiriert von Podcast-Praktiken und qualitativen Interviewmethoden, stellt eine fundierte Begutachtung dieser Formate sicher und bietet neue Perspektiven auf multimediale geisteswissenschaftliche Veröffentlichungen. Das Poster lädt dazu ein, über die Herausforderungen und Chancen des multimedialen Publizierens in den Geisteswissenschaften ins Gespräch zu kommen. Der BookTok-Kanon: Eine netzwerkanalytische Untersuchung populärer Bücher TU Darmstadt, Deutschland Digitale Plattformen wie TikTok prägen zunehmend die Wahrnehmung und Rezeption literarischer Werke. Dieser Beitrag widmet sich der Frage, inwiefern sich dabei ein BookTok-Kanon abzeichnet. Basierend auf 2.976 Buchnennungen aus 324 Videos verdeutlicht eine Netzwerkanalyse, welche Texte innerhalb der Community zentrale Positionen einnehmen. Romance- und Fantasy-Titel dominieren das Netzwerk, während randständige Werke überwiegend spezialisierten Themenfeldern zugeordnet sind. Subcommunities unterscheiden sich vor allem nach Genre, Zielgruppe und Sprache; Klassiker treten vor allem im Kontext von Dark Academia auf. Die Analyse macht sichtbar, wie algorithmische Strukturen und digitale Praktiken literarische Sichtbarkeit prägen und Kanonbildungsprozesse in sozialen Medien beeinflussen. Namen in Dramen: Es klingt so, als wurden Berufe häufiger Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz, Deutschland Der Beitrag zeigt, wie Figurennamen in 656 Dramen, die zwischen 1740 und 1830 erschienen sind, automatisch mit onomastischen Benennungsmotiven angereichert werden können, um diachrone Trends wie eine Zunahme von Namen, die auf Berufe zurückgehen, zu identifizieren. Dabei werden Annotationen aus zwei sehr unterschiedlichen Datenbeständen (dem Dramenkorpus GerDraCor und dem Digitalen Familiennamenwörterbuch Deutschlands DFD) nachgenutzt und zusammengeführt. Zudem wird eine SVM mit distributionellen n-Gramm-Embeddings von 8.000 bereits im DFD erschlossenen Familiennamen trainiert, die (noch) nicht erschlossene mit nur geringen computationellen Ressourcen und einem hohen F1-Wert von 0,71 klassifizieren kann. Visuelle Praktiken der Weltbildproduktion rekonstruieren. Konzeption einer digitalen Infrastruktur zur algorithmisch unterstützten, multimodalen und multiperspektivischen Erfassung und Analyse geographiehistorisch relevanter Archivalien. Leibniz-Institut für Länderkunde, Deutschland Das Querschnittsvorhaben Visualisierung Regionaler Geographien (VisRegGeo) am Leibniz-Institut für Länderkunde entwickelt eine digitale Lösungsarchitektur zur Erfassung und Analyse geographiehistorisch relevanter multimodaler Archivalien. Grundlage sind umfangreiche Bestände des Archivs für Geographie, die historische Karten, Fotografien, Zeichnungen, Feldnotizen und weitere kulturelle Artefakte umfassen. Ziel ist der Aufbau FAIR- und CARE-konformer Korpora, die methodenplurale, multiperspektivische Analysen visueller Praktiken der Produktion, Zirkulation und Rezeption von Weltbildern in ihren jeweiligen zeitlichen Kontexten ermöglichen. Zentrale Forschungsfragen betreffen (1) die Bereitstellung von heterogenen Daten zu visuellen Praktiken sowie (2) die sensible Erschließung von teils kolonial geprägten Sammlungen. Der Infrastrukturaufbau kombiniert Digital Asset Management, API-Gateway, webbasiertes Erkundungsportal und digitale Ad-Hoc-Analysen mit Begleitforschung zu digitalen Archiv-, Forschungs- und Vermittlungspraktiken, um neue digital-dekoloniale Analysepotenziale geographie- und wissenschaftshistorisch relevanter Sammlungsbestände zu erproben. Geschichtswissenschaftliche Forschungsdaten zwischen Quellen-naher und Ziel-orientierter Modellierung Universität Münster, Deutschland Der Beitrag behandelt die Datenaufbereitung und -modellierung historischer Bibelübersetzungen im kolonialen Kontext im Rahmen des Global-Bibel-Projekts der Universitäten Münster und Bristol. Der Fokus liegt auf dem Spannungsfeld zwischen quellennaher und zielorientierter Modellierung historischer Informationen. Ausgangspunkt ist das Book of a Thousand Tongues, ein Verzeichnis von Bibelübersetzungen in zahlreiche Sprachen. Besondere Herausforderung ist die Erfassung ungenannter Akteure („silenced actors“), die in der historischen Datenbank FactGrid als unidentifizierte Personen oder Gruppen abgebildet werden. Technisch erfolgte die Strukturierung mithilfe von OCR, LangChain (GPT-4.1) und RDF-Export in ein Wikibase-Datenmodell. Das Fazit betont, dass Bibelübersetzungen als komplexe, historisch eingebettete Prozesse verstanden werden müssen. Eine bloße Modellierung bibliographischer Fakten reicht nicht aus; erforderlich ist ein flexibler, ereignisbasierter Ansatz, der sowohl quellennahe als auch analytische Perspektiven integriert. FactGrid bietet dafür prinzipiell die nötige Flexibilität, erfordert aber eine differenzierte Modellierungspraxis zwischen CIDOC CRM-ähnlicher Ereignisstruktur und der typischen Qualifier-Nutzung von Wikibase. Das Projekt „Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen“ an der Schnittstelle zu nachhaltigen Forschungsdateninfrastrukturen 1: Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Deutschland; 2: Serbski institut / Sorbisches Institut Bautzen Das Forschungsprojekt “Sorbische Kulturdenkmale in Sachsen. Entwicklung einer virtuellen Arbeitsumgebung für ihre digitale Erfassung und Präsentation” entwickelt eine Plattform für die digitale Dokumentation und Präsentation sorbischer Kulturdenkmale. Dabei ist es zum einen Teil eines sich im Entstehen befindenden Sorbischen Kulturregisters (SKR), eines digitalen Katalogs, der das Kulturerbe der Sorben und Wenden umfassen wird. Zum anderen ist es ein Teilprojekt von DIKUSA - „Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen“, einem Verbundprojekt der sechs außeruniversitären geisteswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen in Sachsen. Die konkrete Umsetzung des Forschungsprojekts und dessen Kooperation und Integration mit den Infrastrukturprojekten, sowie deren jeweilige technische Grundlagen, sind Thema dieses Posters. Wir fokussieren dabei auf die technische Umsetzung am Schnittpunkt nachhaltiger Forschungsdateninfrastrukturen. Dabei richtet sich die Implementierung in puncto Datenmodellierung und Definition von Austauschformaten maßgeblich nach den Gegebenheiten der in den Infrastrukturen verwendeten Standards, Schnittstellen und Workflows und versucht gleichzeitig zukünftige Integrationsaufwände gering zu halten. OER-Materialien zur Einführung in die Digital Humanities Ruhr-Universität-Bochum, Deutschland Im Rahmen des UA-Ruhr-Zertifikats "Digital Humanities" wurden an der Ruhr-Universität-Bochum drei Moodle-Selbstlernkurse als OER erstellt. 1. Computer Basics: Erlernen grundlegender Computerkenntnisse, um alle Studierenden auf einen vergleichbaren Stand zu bringen. 2. DH Flavors: Ein Einblick in verschiedene DH-Projekte, aufgeschlüsselt nach Fach-/Studienrichtungen 3. DH Toolbox: Ein Überblick über eine Bandbreite von Werkzeugen der DH aufgeteilt in Digitalisieren, Sammeln & Konvertieren, Aufbereiten & Annotieren, Analysieren, Visualisieren, sowie Veröffentlichen & Archivieren. Das Poster stellt die drei Kurse vor und zeigt Möglichkeiten zur Einbindung in die eigene Lehre auf. DHInfra.at: A Shared and Federated Infrastructure for the Austrian Digital Humanities Karl-Franzens-Universität Graz, Österreich As Digital Humanities research expands beyond text, the demand for specialized computational infrastructure—for machine learning, large-scale data storage, and advanced imaging—is growing rapidly. Individual institutions often struggle to meet this need. The Austrian DHInfra.at project addresses this gap by establishing a national, shared, and federated infrastructure. Led by the University of Graz and supported by nine partner institutions, the project provides researchers with location-independent access to key resources. These include high-performance GPU clusters for AI applications, distributed repositories for long-term data availability, mobile data capture equipment, and Infrastructure-as-a-Service. Governed by CLARIAH-AT, DHInfra.at aims to democratize access to state-of-the-art tools, foster collaboration, and empower innovative, data-intensive humanities research across Austria. This poster will present the project's federated structure, its core services, and its significance for the DH community. Mehr Text! Mehr Daten! Das Kreativitätsduell als transmodales Game with a Purpose zur Datenerhebung für die textwissenschaftliche Kreativitätsforschung Universität Bielefeld, Deutschland Das Kreativitätsduell ist ein interaktives Tool zur Datenerhebung im Rahmen von Citizen Science in der textwissenschaftlichen Kreativitätsforschung. Ein interessiertes Publikum wird eingeladen, unter dem Motto „Wer ist kreativer – die KI oder ich?“ möglichst kreative Äußerungen zu produzieren. Die semantische Distanz der produzierten Sätze zu von ChatGPT generierten Sätzen dient als Approximation für Originalität und wird den Teilnehmenden als Punktzahl zurückgegeben. Durch gezielte Gamification-Elemente, wie das Punktesystem und visuelles Feedback für besonders kreative Beiträge, soll die Motivation der Spielenden gesteigert und die Datenqualität verbessert werden. Das Tool bietet ein leicht zugängliches Format für wissenschaftliche Datenerhebung. Ziel ist es, auf spielerische Art kreative sprachliche Äußerungen einer breiten Bevölkerung zu sammeln, die als Datengrundlage für Folgestudien im breiteren Kontext der Digital Humanities dienen können. Das Spiel wird im Rahmen des GENIALE-Festivals in der Wissenswerkstadt Bielefeld vorgestellt. Nicht nur Namen und Orte: Warum historische Annotation mehr kann (und soll) Universität Bern, Switzerland Dieses Poster präsentiert das Berner (früh-)Neuhochdeutsche Annotationsschema (BeNASch). Nach BeNASch werden nicht nur Referenzen auf bestimmte Entitäten wie Personen, Orte und Organisationen vermerkt, sondern durch einen verschachtelten Aufbau auch Informationen dazu, auf welche Weise jene Entitäten erwähnt werden, z.B. durch Namen, Beruf oder Lage. Zusätzlich ist BeNASch darauf ausgelegt, ebenfalls Beziehungs- und Ereignisannotationen zu ermöglichen, wenn diese gewünscht werden. Wir argumentieren, dass eine komplexere Annotation, welche mehr Informationen festhält, trotz des grösseren Arbeitsaufwandes gerechtfertigt sein kann. BeNASch ist derzeit in zwei grösseren Forschungsprojekten im Einsatz und ermöglicht dort strukturierte und und detaillierte Analysen. SODa Semantic Co-Working Space – Ein Werkzeugkasten für den gesamten sammlungsbezogenen Forschungsdatenlebenszyklus Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Deutschland Daten treten in sehr heterogenen Formen auf und durchlaufen diverse Stadien in denen sie von Forschenden bearbeitet oder genutzt werden. Die passenden Werkzeuge für diesen vielseitigen Umgang mit Forschungsdaten zu finden, ist komplex und bedarf einer adäquaten technischen Infrastruktur, die Orientierung bietet. In diesem Poster wird der Semantic Co-Working Space (SCS) als Produkt des Verbundprojekts SODa (Sammlungen, Objekte, Datenkompetenzen) vorgestellt. Die Webapplikation vereint etablierte Werkzeuge zu einem interoperablen System, um Forschende bei der Arbeit mit Sammlungsdaten entlang des gesamten Forschungsdatenlebenszyklus zu unterstützen. Der SCS ermöglicht kollaboratives Arbeiten, das nicht an lokale Infrastrukturen oder spezialisiertes technisches Wissen gebunden ist. Damit wird FAIRes Forschungsdatenmanagement sowie die Publikation von Linked Open Data in wissenschaftlichen Sammlungen gefördert. Status quo: geschichtswissenschaftliche Forschungsdaten in Repositorien – Auf der Suche nach einem repräsentativen Querschnitt Bayerische Staatsbibliothek, Deutschland Das Poster gibt einen Einblick in die Anforderungsanalyse für die NFDI4Memory Ontologie (MemO), zu der das präsentierende Team an der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) im Aufgabenbereich „Data Connectivity“ des NFDI4Memory-Konsortiums kontinuierlich beiträgt. MemO wird am FIZ Karlsruhe als ein domänenspezifisches Erweiterungsmodul zur NFDIcore Ontology entwickelt und dient als Basis für den graphbasierten Index des NFDI4Memory Data Space. Als einen Baustein, um die Domänenanforderungen zu ermitteln, erstellt das BSB-Team derzeit eine Übersicht von in re3data verzeichneten Forschungsdatenrepositorien, die Daten aus geschichtswissenschaftlichen Forschungskontexten enthalten. Daraus werden heterogene (Meta-)Datenbeispiele selektiert. Ziel ist es, ein möglichst umfassendes Spektrum von Forschungsdaten, die bereits verstreut für historisch arbeitende Geisteswissenschaften zur Verfügung stehen, abzuleiten. Das Poster setzt sie in Beziehung zu domänenspezifischen Competency Questions (CQ). Erste Ergebnisse, eine Zusammenstellung von gängigen Daten- und Dateiformaten, von (Meta-)Datenbeispielen aus Forschungsdatenrepositorien und sie verbindenden Informationskategorien mit Relevanz für die Geschichtswissenschaft sollen präsentiert werden. Nicht nur Text, nicht nur Daten – auch Rechte! Germanisches Nationalmuseum, Deutschland Das Deutsche Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum zählt zu den größten Nachlassarchiven im Bereich der Bildenden Kunst im deutschsprachigen Raum. Die mehrheitlich unikalen Unterlagen sind inhaltlich und medial weit gefächert und für viele Forschungszweige von großer Bedeutung. Um eine ortsungebundene Forschung an den Archivalien zu ermöglichen, hat die digitale Verfügbarkeit hohe Relevanz. Archive stehen somit in der Pflicht, ihre Bestände für die Öffentlichkeit entsprechend nutzbar zu machen. Nicht alle im Archiv gespeicherten Daten können uneingeschränkt öffentlich zugänglich gemacht werden. Es gibt rechtliche Beschränkungen, die dem entgegenstehen, woraus sich spezielle Anforderungen an die Nutzung ganzer Bestände oder einzelner Konvolute ergeben. Die bestehenden rechtlichen Regelungen behindern die unkomplizierte Online-Verfügbarkeit aller erschlossenen Archivdaten. Um eine Forschung an diesen Quellen zu ermöglichen, ohne den rechtlichen Rahmen zu verletzen, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein zweijähriges Pilotprojekt zu „noch rechtebewehrten Objekten“. Das DKA erarbeitet mithilfe von CIDOC CRM und einer REL eine webbasierte Lösung. Wissen FAIR vernetzt: Cross-Walks zwischen der Linked Open Data Cloud und dem Object Core Metadata Profile im NFDI Ecosystem 1: Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA); 2: Klassik Stiftung Weimar, Deutschland Der Einsatz digitaler Werkzeuge in den Humanities ist bereits seit geraumer Zeit etabliert, dennoch ergeben sich aufgrund der ausgeprägten methodischen Diversität der unterschiedlichen Domänen individuelle Anforderungen bei der systematischen Datenintegration, Datenharmonisierung und Datenbereitstellung. Für die Erschließung, Sicherung und Wiederverwendung heterogener Fachdaten sind strukturierte Terminologien und Community-Standards unerlässlich. Konservierung-Restaurierung ist ein Element der NFDI4Objects Objektbiografie, wobei solche Daten bisher eher in unstrukturierter Weise in isolierten System erfasst wurden. In NFDI4Objects werden daher Metadatenstandards und Ontologien für die interoperable Bereitstellung dieser wertvollen Ressourcen ausgearbeitet. Zur semantischen Harmonisierung dieser Daten wird eine Referenzarchitektur auf Basis von Linked Open Data entwickelt. Zentrale Elemente sind dabei das Object Core Metadata Profile, das domänenspezifische Metadaten mit dem NFDI Core Metadata Profile verknüpft und die Material Cultural Heritage Crosswalk Ontology (MaCHeCO). Das Format „Data Challenges“ des Datenkompetenzzentrums HERMES - Eine Strategie zum Fördern der Best-Practices in der GLAM-IT-Wissenschaft-Kooperation 1: Philipps-Universität Marburg, Deutschland; 2: Hochschule Mainz Das Datenkompetenzzentrum HERMES hat das Format „Data Challenges“ entwickelt, um eine Lücke zwischen GLAM-Institutionen, den Digital Humanities sowie der IT und Datenwissenschaft zu schließen. Diese Lücke zeigt sich einerseits in der einseitigen Nutzung von Daten durch Forschende, ohne Rückmeldungen zur Datenqualität zu geben, und andererseits in der Entwicklung von Software durch IT-Fachkräfte, bei der die Bedürfnisse der Forschenden häufig unberücksichtigt bleiben. Ziel der Data Challenges ist es, Best Practices für die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu etablieren und die Nachhaltigkeit der Ergebnisse zu sichern. Hierfür werden sorgfältig kuratierte Datensätze aus GLAM-Institutionen verwendet, etwa Zeitungs- oder audiovisuelle Daten. Jede Challenge behandelt entweder eine wissenschaftliche Fragestellung oder zielt auf die Entwicklung eines digitalen Tools ab, um konkrete Produkte oder Analysen mit direktem Mehrwert für die beteiligten Institutionen zu schaffen. HERMES fördert die Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmenden und den datengebenden Einrichtungen, sodass die entwickelten Lösungen langfristig gemeinsam weiterentwickelt und gepflegt werden können. One Genre, Many Formalisms: On Formulaic Language in Pre-Modern Chinese Mathematical Texts FAU Erlangen-Nürnberg, Deutschland Certain technical genres such as mathematical texts are commonly assumed to exhibit patterns of formulaic language use. However, it is difficult to precisely assess to what extent this is actually true, and if so, how such patterns do manifest themselves. In this project, we make use of a computational suite of tools developed by Richard Forsyth, formulib, that is designed to quantify and analyze formulaic language, applying it to pre-modern Chinese mathematical texts, a genre where detecting the prevalence of formulaic patterns is particularly relevant. Our findings reveal that mathematical texts are indeed more formulaic than other genres, but that particular formulaic sequences are mostly limited to single works, i.e. that individual authors used formulaic language to different extents and in different ways. 6 Jahre DFG-Schwerpunktprogramm "Computational Literary Studies" 1: Universität Würzburg, Germany; 2: Universität Stuttgart; 3: Universität zu Köln Die Computational Literary Studies (CLS) sind ein Teilbereich der Digital Humanities, in dem computationelle Verfahren für literaturwissenschaftliche Fragestellungen eingesetzt werden. Das DFG-Schwerpunktprogramm (SPP) "Computational Literary Studies" startete 2020 mit dem Ziel die CLS im deutschsprachigen Raum zu fördern, in der Forschungslandschaft zu etablieren und die Forschenden aus diesem Feld untereinander zu vernetzen. In zwei Förderperioden von jeweils drei Jahren wurden insgesamt 18 Forschungsprojekte gefördert, drei weitere wurden als assoziierte Projekte in die Aktivitäten des SPP integriert. Dieses Poster will einen Überblick über die Projekte und Aktivitäten des SPP, seine Ergebnisse und prägende Entwicklungen im Bereich der CLS in den letzten sechs Jahren geben. Sehen Lernen. Bildkompetenz zwischen Mensch und Maschine Georg-August-Universität Göttingen, Deutschland Bei „Sehen Lernen” handelt es sich um ein Lehrprojekt, in dem Studierenden verschiedener Fachrichtungen anhand ausgewählter Beispiele Bild-, Medien- und KI-Kompetenzen vermittelt werden. Um die Wirkmacht von Bildern vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung von KI-Technologien zu demonstrieren, wird die menschliche Wahrnehmung auf explorative und spielerische Weise der algorithmischen Verarbeitung durch den Computer gegenübergestellt. Die Lehreinheiten sind dabei in zwei Blöcke strukturiert. Im ersten Block werden am alltagsnahen Beispiel „Filmplakate“ die Grundlagen von visueller Kommunikation und des maschinellen Lernens thematisiert. Welche Bildeigenschaften gibt es und wie müssen sie für die Verarbeitung mit KI übersetzt werden? Im zweiten Block findet eine Transferleistung auf weitere Fallstudien unterschiedlicher Anwendungsfächer statt, sowie die Erkundung von Anwendungsfälle für KI, wie zum Beispiel Object-Detection und Bildgeneration. Darüber hinaus bietet „Sehen Lernen” auch eine Ressourcensammlung von Tools, Modellen und Datensätzen, sodass Studierende die Plattform auch als Anlaufpunkt für ihre eigenen Projekte nutzen können. Fluide Workflows für musikalische Skizzen – Zum Umgang mit einem komplexen Datenmodell Universität Paderborn, Deutschland Im Beitrag geht es darum, wie verschiedene Werkzeuge ineinandergreifen, um ein komplexes Datenmodell zur Modellierung musikalischer Skizzen softwareseitig zu ermöglichen. Glaube, Liebe, Zukunftsangst - und Zimtkuchen. Ergebnisse einer szenenbasierten Analyse weiblicher Dialoge in GerDraCor mit dem Bechdel-Wallace-Test Universität Potsdam, Deutschland Das Poster stellt eine Untersuchung der Repräsentation weiblicher Figuren in deutschsprachigen Dramen mithilfe einer Operationalisierung des Bechdel-Wallace-Tests vor. Grundlage ist das Korpus GerDraCor. Die Metadaten, Figurenverzeichnisse und die TEI kodierten Texte wurden über die DraCor-API automatisiert in Python ausgewertet. Über eine mehrteilige Filterung wurden Szenen identifiziert, die den Test möglicherweise bestehen: Zunächst wurden alle Dramen ausgeschlossen, die nicht mindestens zwei Frauen beinhalten. Anschließend wurden für die verbleibenden Texte diejenigen Szenen identifiziert, in denen ausschließlich Frauen auftreten. Diese wurden mit einer kuratierten Liste, die männliche Vornamen und männlich kodierte Substantive enthält, nach der Maßgabe gefiltert, ob sie Bezüge zu Männern enthalten. Die übrigen Szenen mit einer bestimmten Mindestlänge wurden abschließend manuell validiert. Einige irritierende Texte (bspw. Verkleidungsszenen) machten zudem die Erarbeitung von Leitlinien nötig. Nach dieser Operationalisierung bestehen 5% der Dramen in GerDraCor den Bechdel-Wallace-Test. Die behandelten Themen in den entsprechenden Szenen umfassen Religion, Beziehungen, Selbstreflexionen und den häuslichen Alltag. Not only Text and Data but also Software. Modern Research Software Architecture for Legacy DH Projects. Travelogue Portals in Digital History. Showcasing the new digiberichte.de 1: Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Gö, Deutschland; 2: Independent IT Consultant Maintaining software projects over a longer period of time is challenging. Not only security fixes have to be applied, but from time to time new features need to be added, or the user interface need to be updated to fit more actual needs. We want to share our experience and strategy for a successful reengineering of legacy websites with “digiberichte.de” as an example. This poster aims to present the current version of the project and the web application that has been created based on the original research data. The web application provides KWIC access to the bibliographic data and the full texts of primary and secondary literature on the topic and draws the itineraries of travelers using modern web mapping technology. We see digiberichte.de as a testimony of the evolution of RSE in the last twenty years Data Literacy lehren und lernen: Der Data Literacy Learning Hub von NFDI4Memory 1: Universität Trier, Deutschland; 2: Freie Universität Berlin, Deutschland Die Informations-, Lern- und Lehrplattform “HistoFOX” des NFDI4Memory-Konsortiums ist ein digitales Angebot zur Förderung von Datenkompetenzen in historisch arbeitenden Disziplinen. Sie richtet sich an Lehrende und Lernende und basiert auf der Infrastruktur des Open Encyclopedia Systems. Der HistoFOX umfasst verschiedene eng verknüpfte Bereiche: einen interaktiven Selbstlernkurs zu Datenkompetenzgrundlagen, didaktisierte Beispieldatensätze aus der geisteswissenschaftlichen Forschung und eine systematische Übersicht relevanter Ressourcen wie Software und Checklisten. Durch die modulare, aber vernetzte Struktur entstehen verschiedene Zugangspunkte, die sich wechselseitig ergänzen. Das Poster stellt die inhaltliche Struktur des HistoFOX vor. Es zeigt exemplarisch, wie historisch arbeitende Disziplinen von einem modularen, praxisorientierten und offen zugänglichen Lernangebot profitieren können. Ziel ist es, Datenkompetenzen nicht als Zusatzthema, sondern als integralen Bestandteil wissenschaftlicher Aus- und Weiterbildung zu verankern und so nachhaltige Zugänge zum Umgang mit digitalen Forschungsdaten zu schaffen. Materi-A-Net 1: Uni Koeln, Germany; 2: BRGM Orléans Gegenstand des Beitrags ist das DFG-ANR-Projekt Materi-A-Net, das in einer Kooperation der Kölner Kunstgeschichte, des BRGM Orléans sowie des Cologne Center for eHumanities anhand von ausgewählten Alabaster-Skulpturen die Handlungsmacht der künstlerischen Materialien als Faktor in den grenzüberschreitenden deutsch-französischen kulturellen Netzwerken untersucht. Im Zentrum stehen dabei nicht nur die menschlichen Akteure, sondern der Rohstoff Alabaster selbst. Ausgehend von der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) nach Bruno Latour wird das Material hier als Akteur verstanden, der gleichberechtigt zu Personen, Orten und Ereignissen als gestaltendes Element für das Verständnis von Kulturtransfer- und Produktionsprozessen auftritt. Das Poster fokussiert den Workflow und die technische Umsetzung des Projekts und präsentiert beispielhafte Analysen, die auf Grundlage der im Projekt vorgenommenen Datenmodellierung entstanden sind. Nicht nur Daten, nicht nur Algorithmen? Akzeptanz als Basis des community-gesteuerten Aufbaus von DH-Infrastrukturen – Das Projekt „SHare-DH" 1: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland; 2: Europa-Universität Flensburg, Deutschland Das Projekt “SHare-DH - synergetische DH-Infrastrukturen in Schleswig-Holstein” stellt Akzeptanz gegenüber digitalen Methoden ins Zentrum des DH-Infrastrukturaufbaus. Dabei wird davon ausgegangen, dass eine solche Akzeptanz durch drei sich ergänzende Zugänge - "understanding DH”, “reflecting DH” und “doing DH” erreichbar ist. Neben modularen, gemeinsam mit der Fachcommunity entwickelten Lernbausteinen (“understanding DH”) fokussiert das Projekt auf (inter)disziplinäre Selbstreflexion (“reflecting DH”, u. a. über eine Ringvorlesung zum Verhältnis digitaler Methoden zu gewachsenen Meister- und Metanarrativen) sowie niedrigschwellige Praxisformate zu Digital-Humanities-Tools wie Nodegoat (“doing DH”). SHareDH erweitert damit gängige Infrastrukturverständnisse um eine kritische, epistemologische Perspektive und adressiert DH als Herausforderung und Chance für fächerübergreifende Zusammenarbeit und nachhaltige Digitalisierung geisteswissenschaftlicher Forschung und Lehre in Schleswig-Holstein. Strickpulli – Flechtkorb – slave beads. Herausforderungen an die Entwicklung von Datenmodellen im Projekt Prize Papers Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Deutschland Das Poster visualisiert die Rolle von Materialität in der Digitalisierung und Erschließung heterogener, zum Teil ethisch sensibler Bestände. Dabei zeigt es die Herausforderungen an die Erschließung und Entwicklung von Datenmodellen am Beispiel des Projekts Prize Papers. Ein Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Materialitätsdatenmodells für die strukturierte Erfassung und Darstellung der Artefakte des Bestands, um diese mit weiteren Datensätzen des Projekts verknüpfbar zu machen. Raum-Daten und Daten-Räume: Der digitale Zwilling des Deutschen Museums als nachhaltige Forschungsinfrastruktur Deutsches Museum, Deutschland Der Beitrag zeigt die digitalen Zwillinge des Deutschen Museums als interdisziplinäre Forschungsinfrastruktur für digitales Kulturerbe. Frühere Scans konservieren historische Zustände vor der laufenden Generalsanierung (2015–2020) und ermöglichen so diachrone Studien zur Transformation musealer Räume und materieller Kultur. Seit 2015 auch als virtueller Rundgang genutzt, sind bereits über 200.000 Besuche verzeichnet. Aus 1 Milliarde Scanpunkten und 1.500 360° Panoramen entstand 2024 ein weiteres 3D-Modell der neu gestalteten Ausstellungen. Dabei dienen Punktwolken selbst als räumliches Forschungsobjekt: Durch Einbettung semantischer Metadaten und Objektbilder via API zum Portal „Deutsches Museum Digital“ wird der Messdatensatz nach dem „Memory Twin“-Konzept zum Wissensraum. Das Poster dokumentiert den Workflow von der Datenerzeugung über Qualitätssicherung bis hin zur Schnittstellennutzung. Perspektivisch sind KI-gestützte Touren zur personalisierten Wissensvermittlung sowie die Integration von IoT-Sensoren zur Echtzeit-Datenerhebung denkbar. Der digitale Zwilling ist so kein abgeschlossenes Endprodukt, sondern ein nachhaltiges Fundament, das die Datenerzeugung an den Anfang stellt und zukünftige, noch nicht antizipierte Forschungs und Vermittlungsfragen ermöglicht. „Man will ja auch irgendwie impressen”: Erfahrungsbericht einer Mockkonferenz als Prüfungsformat für ein Digital Humanities Forschungsseminar Computational Humanities Group, Universität Leipzig Wie können Prüfungsformate gestaltet werden, die Studierende motivieren und Wissenschaft als Praxis erfahrbar machen? Im Forschungsseminar Digital Humanities (B.Sc., Universität Leipzig) haben wir im Wintersemester 2024/25 eine Mockkonferenz als Prüfungsformat erprobt. Die Studierenden übernahmen dabei wechselnde Rollen: Sie verfassten ein Peer Review zu einem Fachartikel, bereiteten einen anderen Artikel als Konferenzvortrag auf, präsentierten diesen im Rahmen einer simulierten wissenschaftlichen Tagung und stellten sich den Fragen ihrer Kommiliton:innen. Das Setting zielte auf eine realitätsnahe Lernerfahrung, förderte zentrale wissenschaftliche Kompetenzen und wurde von den Studierenden sehr positiv bewertet. Sie berichteten von vertieftem Fachverständnis, erhöhter Motivation und einer als respektvoll und gemeinschaftlich empfundenen Prüfungsatmosphäre. Auch aus Sicht der Lehrenden zeigte sich ein klarer Mehrwert gegenüber klassischen Referatsformaten. Unser Poster stellt das Konzept, den Ablauf sowie studentisches Feedback vor und versteht sich als Impuls für den Dialog über partizipative, praxisnahe Prüfungsformate in den Digital Humanities und darüber hinaus. Vom Zugriffsdatum zur URN: Nachhaltiges Zitieren mit dem PWID Service Österreichische Nationalbibliothek, Österreich Das Poster stellt mit dem Persistent Web Identifier (PWID) ein standardisiertes Verfahren für das nachhaltige Zitieren von Webinhalten in den Geisteswissenschaften vor. Der PWID ist seit 2022 offiziell als URN bei der IANA registriert und ermöglicht die eindeutige Referenzierung archivierter Webseiten. Im Zentrum steht das PWID Service der Österreichischen Nationalbibliothek, ein frei zugängliches Online-Tool samt API, das die Erstellung und Nutzung von PWIDs unterstützt. Ziel des Posters ist es, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass Webquellen nicht mehr lediglich mit URL und Zugriffsdatum zitiert werden sollten. Stattdessen sollten sie möglichst vorab archiviert und dann mithilfe eines PWID korrekt referenziert werden. Der Beitrag richtet sich an Forschende, Lehrende und Studierende, die mit digitalen Ressourcen arbeiten, und gibt konkrete methodische Empfehlungen für die Anwendung in der Praxis. Damit leistet das Poster einen Beitrag zur digitalen Nachhaltigkeit und zur Weiterentwicklung wissenschaftlicher Zitierstandards in den Geisteswissenschaften. Agenten im Dienst der Edition: Dialogische Zugänge zu digitalen Editionen mittels Model Context Protocol (MCP) basierten KI-Agenten Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Deutschland In TEI-XML kodierte digitale Editionen enthalten eine semantische Tiefe, die durch traditionelle Web-Interfaces oft nur unzureichend erschlossen wird. Starre Suchformulare und Ergebnislisten behindern explorative, von Neugier getriebene Forschungspraktiken. Dieser Beitrag erprobt einen Ansatz, diese Lücke mit autonomen KI-Agenten zu schließen, die unter Verwendung des Model Context Protocol (MCP) als Vermittler zwischen Nutzeranfragen und kuratierten Werkzeugen fungieren. Die vorgestellte Entwicklung ermöglicht es Sprachmodellen, direkt auf digitale Editionen in eXistDB-Datenbanken zuzugreifen. Anstatt Antworten frei zu generieren, werden natürlichsprachliche Anfragen in präzise, strukturierte Funktionsaufrufe übersetzt, etwa um Bestände zu durchsuchen, Briefe zu filtern oder Personennetzwerke zu analysieren. Die so erlangten Informationen können dann für die fundierte Beantwortung der ursprünglichen Anfrage genutz werden. Ein prototypischer MCP-Server für die Briefedition „schleiermacher digital", die Quellensammlung „Praktiken der Monarchie" und das Recherchetool „correspSearch" der BBAW demonstriert diesen Ansatz: Forschende können in einem dialogischen Interface nahtlos zwischen verschiedenen Editionen wechseln und so Zusammenhänge natürlichsprachig erkunden. ‚Hoppla, die Indices!‘ Eine graphentheoretische Auswertung von Literaturstiftungsarchivmaterial zur Annäherung an die literaturhistorische Praxisformation ‚Schweizer Nationalliteratur‘ 1: Universität Bielefeld, Deutschland; 2: Zeitschrift für Digitale Geisteswissenschaften (ZfdG.de), Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Die Fallstudie konzentriert sich auf die netzwerkanalytische Auswertung von Archivindices der Schweizerischen Schillerstiftung sowie der Martin Bodmer Stiftung für einen Gottfried-Keller-Preis, die neben den Sender:innen und Empfänger:innen von Briefen und Telegrammen etc. auch Einladungen, Rezensionen und Auszahlungen nachhalten – und somit ein breites Spektrum von rekurrenten Handlungen, über die Akteur:innen des Schweizer Literaturbetriebs verknüpft sind. Die bis in das Jahr 1909 zurückreichenden Indices liegen als Durchschläge, handgeschriebene Aufstellungen und maschinengeschriebene Listen vor und wurden manuell digitalisiert, in eine Matrix überführt und als Netzwerk von Akteur:innen und Praktiken visualisiert und analysiert. Auf Basis von diesen heterogenen 'sparse data' wird herausgearbeitet, welche Akteur:innen auf welche Weise miteinander interagieren. Der Beitrag nähert sich einer datengetriebenen praxistheoretischen Untersuchung der Praxisformation 'Schweizer Nationalliteratur' als Netzwerk von Akteur:innen und Praktiken an und zeigt erste Befunde auf. Er möchte so einen empirischen und methodologischen Beitrag zu einer computationellen praxeologisch informierten Literaturgeschichte liefern. Communitys als Baustein zur nachhaltigen Sicherung von Forschungssoftware am Beispiel von OES Freie Universität Berlin, Deutschland Forschungssoftware in den Digital Humanities wird nach wie vor häufig im Rahmen von Projektvorhaben entwickelt. Mit deren Auslaufen entfallen personelle und finanzielle Ressourcen sowie organisationelle Einbettung, die die Software bis dato trugen. Was hingegen bleibt, ist der Wunsch bzw. die Notwendigkeit, die Open-Source-Software weiter verwenden zu können. Es gilt, nachhaltige Strukturen zu entwickeln, um Betrieb und Weiterentwicklung verwendeter Software zukunftsfähig zu gestalten und möglichst langfristig abzusichern. Im DFG-Vorhaben „Aufbau und Verstetigung einer Community für das Open Encyclopedia System (OES)“ erarbeiten wir derzeit in einem partizipativen, iterativen Prozess mit den Nutzenden tragfähige Strukturen sowie Kooperations- und Arbeitsformen für die nutzergetriebene Weiterentwicklung und dauerhafte Absicherung der Software. Das Poster stellt Ideen zur Struktur sowie erste Maßnahmen zum Aufbau der Community vor, die basierend auf einer umfassenden Umfeldanalyse in Form von Web- und Literaturrecherche sowie Interviews mit Anbietenden von DH-Forschungssoftware im Rahmen des DFG-Projekts entwickelt wurden. |
| 6:00pm | Empfang im Rathaus: City Hall Reception Location: Vienna City Hall |
