Conference Agenda
Overview and details of the sessions of this conference. Please select a date or location to show only sessions at that day or location. Please select a single session for detailed view (with abstracts and downloads if available).
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Daily Overview |
| Date: Wednesday, 25/Feb/2026 | |
| 8:30am - 7:00pm | Öffnungszeiten Konferenzbüro |
| 9:00am - 10:30am | Mittwoch, 1:1: Mittwoch, 1:1 – Panel Location: BIG Hörsaal lecture hall |
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KI als Belastungsprobe für das offene Internet? 1: Fachhochschule Potsdam, Deutschland; 2: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg; 3: FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur; 4: Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden; 5: Digital Historical Research | DH Lab, Leibniz-Institute of European History (IEG) Die Entwicklungen auf dem Gebiet generativer KI stellen erhebliche Herausforderungen für offene Informationsinfrastrukturen wie Open-Access-Repositorien dar. Jüngste Studien dokumentieren z. B. die Überlastung dieser Systeme durch KI-Bot-Aktivitäten und geben dazu Anlass, grundlegende Prinzipien des offenen Zugangs zu hinterfragen. Herkömmliche Gegenmaßnahmen, darunter das Robots Exclusion Protocol, erweisen sich als unzureichend, während fortgeschrittene Techniken wie IP Geolocation und Proof-of-Work-Routinen Risiken der Nutzerexklusion bergen. Diese Problematik wird durch die wachsende kommerzielle Nutzung offener Ressourcen verschärft. Die Paneldiskussion adressiert die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels im Umgang mit offenen Informationsinfrastrukturen und hinterfragt, wie sich der aktuelle KI-Trend mit den Prinzipien offenen Wissens und ethischen Prinzipien in den Digital Humanities und darüber hinaus vereinbaren lässt. Dabei werden technische, ethische und rechtliche Aspekte beleuchtet. Ziel der Diskussion ist es, die aktuelle Lage kritisch zu reflektieren und gemeinsam mit den Panelist*innen und dem Plenum alternative Zukunftsszenarien aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. |
| 9:00am - 10:30am | Mittwoch, 1:2: Mittwoch, 1:2 – Doctoral Consortium Location: Hörsaal 1 lecture hall Session Chair: Øyvind Eide, Universität zu Köln |
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Möglichkeiten und Potenziale von inter- und transmedialen Editionen Universität Paderborn, Deutschland Hybride Editionen versprechen die Verbindung von gedruckter und digitaler Edition – in der Praxis bleibt diese Beziehung jedoch oft unverbindlich und fragmentiert. Am Beispiel der Korngold-Werkausgabe forscht das Vorhaben nach konkreten Ansätzen zur engeren Verzahnung beider Formate. Diese Trans- und Intermedialität wird zum Anlass genommen, um weiterführende multimediale und geräteübergreifende Nutzungsmöglichkeiten zu konzeptionieren, die eine neue Qualität der Interaktion mit digitalen Editionen in Aussicht stellen. Die Dissertation verfolgt das Ziel, theoretische Konzepte mit praktischen Lösungen zu verbinden, Prototypen zu entwickeln und zukünftige Nutzungsformen intermedialer Editionen, Konsequenzen für die Editionspraxis und Softwarearchitektur aufzuzeigen. Die Vergangenheit umgibt uns - Digitalisiertes Kulturerbe durch situierte Visualisierung vor Ort erfahrbar machen University of Applied Sciences St. Pölten, Austria Digitale Kulturerbe-Sammlungen enthalten Millionen historischer Objekte, die oft von ihren ursprünglichen räumlichen Kontexten getrennt sind. Diese Dissertation entwickelt Methoden der situierten und eingebetteten Visualisierung, um digitalisierte audio-visuelle Kulturobjekte wieder in ihre physischen Kontexte einzubetten und authentische Erfahrungen vor Ort zu schaffen. Methodisch folgt die Arbeit einem Design Science Research Ansatz durch iterative Zyklen von Design, Implementierung und Evaluation. Drei Use-Cases werden entwickelt: die KZ-Gedenkstätte Mauthausen (mit historischen Befreiungs-Aufnahmen), der Wiener Prater (mit Topothek-Fotografien) und "Mapping Austrofascism" (politische Ereignisse der Zwischenkriegszeit). Die Evaluation erfolgt durch Mixed-Method-Ansätze mit qualitativen und quantitativen Metriken. Die Arbeit adressiert eine Forschungslücke an der Schnittstelle von situierter Visualisierung, Mixed Reality und digitalem Kulturerbe beim Umgang mit großen Datenmengen. Sie entwickelt übertragbare Designprinzipien für situierte Visualisierungen und zeigt, wie technische Innovationen neue geisteswissenschaftliche Erkenntnisse ermöglichen können. Not only hybrid? Not only interactive? - Dimensionen musealer Ausstellungspraxis im Fokus der Digital Humanities Technische Universität Chemnitz, Deutschland Die Digitalisierung verändert nicht nur museale Arbeitsweisen, sondern auch die Erfahrungsräume der Besuchenden. Hybride und interaktive Ausstellungskonzepte, die analoge und digitale Elemente verbinden, eröffnen neue Möglichkeiten der Vermittlung – stellen kuratorische Praxis aber auch vor konzeptionelle Herausforderungen. Die vorliegende Studie untersucht hybride und interaktive Ausstellungen systematisch aus einer museumswissenschaftlichen sowie multimodalen Perspektive, differenziert beide Konzepte methodisch und verortet sie innerhalb einer Museumstypologie, indem Raum- Inhalts- und Kunstmuseen in den Blick genommen werden. Aufbauend auf multimodalen Analyseansätzen und empirischen Daten aus 150 Fragebögen (50 je Museumstyp) werden konkrete Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie Digitalität und Interaktivität sinnvoll kombiniert werden können. Ziel ist ein praxisorientierter Orientierungsrahmen für Ausstellungsmachende und eine theoretische Grundlage zur musealen Hybridität im Kontext der Digital Humanities. Die Arbeit versteht sich als Beitrag zur Diskussion über digitale Realitäten, kuratorische Entscheidungsprozesse und die Transformation musealer Räume im Zeitalter vernetzter Kulturvermittlung. |
| 9:00am - 10:30am | Mittwoch, 1:3: Mittwoch, 1:3 – Forschungsdatenstandards Location: Hörsaal 2 lecture hall Session Chair: Lisa Eggert, Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften |
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Den LIDO-Standard nutzen um Unsicherheiten und Bedeutungsvielfalten abzubilden Universität Vechta, Deutschland Um kulturelles Erbe nachhaltig und nachnutzbar digital zu erschließen ist es notwendig, sich an bestehenden Standards zu orientieren. Dies gilt umso mehr, wenn bisher kaum digital bearbeitete Fragestellungen beantwortet werden sollen, für die es zunächst keine nachnutzbaren Ansätze zu geben scheint: Wenn immaterielles Kulturerbe verdatet werden soll, also in Form von digitalen Datensätzen dargestellt und weitergegeben, bestehen bisher kaum Ansätze, die über neue Modelle ohne Anschluss an bestehende Standards hinausgehen. Der Beitrag stellt eine Weiterentwicklung von Optionen des LIDO-Standards vor: In der Modellierung kann jedes Objekt mit einem Ereignis verknüpft werden, das mit Ort, Datum, Teilnehmenden, Informationsquellen und Freitext versehen ist. Durch diese objektzentrierten Attribution Assignments können die entsprechenden Informationen zum Objekt über das Ereignis in Form von Paradaten qualifiziert werden, also Daten über die einem Objekt zugewiesenen Metadaten festgehalten werden. In einem aktuellen Projekt wird diese Modellierung eingesetzt und iterativ weiterentwickelt. Mehr als nur Daten: Ein methodischer Rahmen zur nachhaltigen Transformation und Erhaltung von Forschungsdatenbanken Philipps-Universität Marburg, Deutschland Digitale Forschungsprojekte in den Geisteswissenschaften produzieren wertvolle, hochstrukturierte Datensammlungen, die oft in dynamischen, serverbasierten Datenbankanwendungen präsentiert werden. Während diese Architekturen interaktive Abfragen ermöglichen, stellen sie ein erhebliches Nachhaltigkeitsproblem dar: hoher Wartungsaufwand, Sicherheitsrisiken durch veraltete Komponenten und die Abhängigkeit von institutioneller Serverinfrastruktur führen häufig zum „digitalen Verfall“ und letztlich zum Verlust ganzer Forschungsumgebungen. Dieser Beitrag stellt eine konkrete Methodik und einen wiederverwendbaren technischen Rahmen vor, um diesem Problem zu begegnen. Anhand zweier ursprünglich in PHP/MySQL realisierten Datenbanken, demonstrieren wir einen vollständigen Transformationsprozess von einer dynamischen Anwendung zu einem nachhaltigen, statischen und FAIR-konformen Forschungsartefakt. Unsere Methode überführt nicht nur die Rohdaten, sondern erhält und dokumentiert die relationale Logik, die Analysemöglichkeiten und die meisten interaktiven Funktionalitäten der ursprünglichen Anwendung. Das Ergebnis ist mehr als nur ein Datensatz: Es ist eine vollständige, in sich geschlossene und langfristig stabile Forschungsumgebung, die Daten, Code und Interface als Einheit bewahrt. Corvinen aller Länder, vereinigt euch! Österreichische Nationalbibliothek, Österreich Die Bibliotheca Corvina, auch bekannt als Corviniana, war die Prachtbibliothek des ungarischen Königs Matthias Corvinus (1458–1490), die nach dessen Tod teilweise zerstört und in unterschiedliche Länder verstreut wurde. Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) in Wien, die rund 40 erhaltene Corvinen, also Originalbände aus der Bibliothek des Matthias Corvinus, beherbergt, spielt eine zentrale Rolle bei der Erforschung dieser Bibliothek. Die Handschriften der Wiener Corvinen werden seit 2020 detailliert beschrieben. In diesem Beitrag berichten wir von gezielten Formalisierungsmaßnahmen, mit denen die bisherigen Ergebnisse zum Corvinen-Bestand einer breiteren Nutzerschaft zugänglich gemacht werden sollen und so auch neue Zielgruppen außerhalb der klassischen Renaissance-Forschung im Bereich der Digital Humanities erreicht werden können. Das Angebot fördert datengetriebene Analysemethoden, um bisher nicht sichtbare Zusammenhänge zu erkennen, und potenzielle Corvinen-Kandidaten aufzudecken. Unsere Form der Datenaufbereitung ist zukunftsweisend für Handschriften der Renaissance und soll fester Bestandteil des Vermittlungsangebots von Bibliotheken werden. |
| 9:00am - 10:30am | Mittwoch, 1:4: Mittwoch, 1:4 – Digital Art History I Location: Hörsaal 3 lecture hall Session Chair: Constanze Buyken, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) Mainz |
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From Miniature to Metadata: Transferring AI-Assisted Iconography to Medieval Manuscripts 1: Universität Salzburg, Österreich; 2: University College Dublin, Ireland This paper explores an AI-assisted approach to iconographic analysis of medieval manuscript illuminations. Adapting a workflow originally developed for early modern woodcuts - combining Large Language Models (LLMs) with Retrieval-Augmented Generation (RAG) - we apply it to automatically generate Iconclass metadata for the 14th-century Wenzelsbibel. Our study makes two main contributions: assessing the method’s suitability for medieval visual culture and evaluating its integration into a TEI-based digital edition. We critically reflect on challenges such as limited domain-specific training data and stylistic variation across periods. Central to our approach is an "expert-in-the-loop" design ensuring scholarly oversight. This work aligns with the conference’s theme by addressing both the algorithmic foundations for visual data analysis and the epistemological implications of machine-generated metadata in the humanities. Die Erkennung von Pflanzen in Herbarien und Drucken: Kollektionsaufbau und Klassifikationsexperimente mit Bildanalyse-Systemen 1: Universität Hildesheim, Deutschland; 2: Technische Universität Braunschweig, Deutschland; 3: Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel, Deutschland In der Botanik und Pharmazie vollzog sich seit dem ausgehenden Mittelalter infolge innovativer Technologien und der Entdeckungsreisen ein Wandel in den Grundlagen der Epistemik: Die Vielzahl der überall auf der Welt neu entdeckten Pflanzen- und Tierarten initiierte den Aufbau großer Naturaliensammlungen und botanischer Gärten. Zugleich entstand der Anspruch auf Autopsie: Die Heilkundigen, die Pflanzensammlerinnen und -sammler strebten nach der eigenen und unmittelbaren Anschauung der Arten in ihrer natürlichen Umgebung und die Dokumentation zielte auf eine möglichst naturgetreue Wiedergabe in bildlichen Darstellungen. Das Projekt ViFaPi (Visuelle Fachinformation: Automatische Bildverarbeitung für Pflanzen in historischen Drucken, Handschriften und Herbarien) erprobt innovative automatische Bildverarbeitungsverfahren für historische Quellen. ViFaPi prüft, ob automatische KI Verfahren Pflanzen in Drucken und Herbarien auf Basis der visuellen Information erkennen können. Der Beitrag geht auf die verwendeten Sammlungen und erste Ergebnisse ein. Eine Evaluierung zeigte, dass die App FloraIncognita gute Ergebnisse liefert, die Trefferquote aber für ältere Materialien niedrig liegt. Deep Seeing the Sacred: Zur KI-gestützten Analyse historischer Bilderzählungen 1: Philipps-Universität Marburg, Deutschland; 2: FAU Erlangen-Nürnberg, Deutschland Welche Möglichkeiten bieten KI-gestützte Analysen ikonographischer Szenen in Kunstgeschichte und Archäologie? Im Zentrum dieses Beitrags steht die Frage, inwieweit historische Bilderzählungen automatisiert erkannt, annotiert und vergleichend ausgewertet werden können. Am Beispiel christlicher Bildüberlieferungen von der Spätantike bis in die Frühe Neuzeit zeigen wir auf der Basis interdisziplinärer Projekterfahrungen auf, welche Verfahren und Ergebnisse aus der Perspektive von Kunstgeschichte und Christlicher Archäologie als aktueller Status quo gelten können. Die Annotation durch Fachwissenschaftler:innen und das Training neuronaler Netze bilden dabei methodische Herausforderungen, insbesondere bedingt durch die stilistische und mediale Heterogenität der Bildträger sowie die vergleichsweise geringe Datenbasis. Gleichwohl erweisen sich Verfahren der Objekt- und Posenerkennung als heuristisch vielversprechend. Ansätze wie „few-shot object detection“ eröffnen darüber hinaus Perspektiven für datenarme Kontexte. Der Vortrag unterstreicht die Notwendigkeit interdisziplinärer Kooperation, einer domänenspezifischen Modellarchitektur sowie der Entwicklung offener, standardisierter Bildcorpora. |
| 9:00am - 10:30am | Mittwoch, 1:5: Mittwoch, 1:5 – Digital Soundscapes Location: Hörsaal 5 lecture hall Session Chair: Peter Stadler, Universität Paderborn |
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Daten im Takt: Intakt und interoperabel von MEI zu RDF – Die Entstehung einer Ontologie für den MerMEId-Metadateneditor Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz, Deutschland Der Beitrag beschreibt die Entwicklung einer RDF-basierten Ontologie, die aus dem XML-basierten MEI-Datenmodell des MerMEId-Editors hervorgeht. Ziel ist es, einen verlustfreien Übergang zwischen MEI und RDF zu ermöglichen und gleichzeitig ein entitätsbasiertes, semantisch anschlussfähiges Datenmodell für die musikwissenschaftliche Forschung zu schaffen. Die Ontologie basiert auf etablierten Standards wie LRMoo, CIDOC CRM, schema.org und DoReMus, ergänzt durch eigene Klassen. Parallel erfolgt die technische Modernisierung des MerMEId-Tools zu einer benutzerfreundlichen Webanwendung mit SHACL-basierten Formularen zur Erfassung und Validierung von RDF-Daten. Das neue System erlaubt die flexible Modellierung eigenständiger Entitäten (z. B. Werke, Personen, Quellen) sowie deren semantische Verknüpfung. Langfristig soll eine Infrastruktur entstehen, die die FAIR-Prinzipien erfüllt, interdisziplinäre Anschlussfähigkeit bietet und die nachhaltige Nutzung musikwissenschaftlicher Metadaten sichert. Schubert meets AI: Automatisierte, LLM-basierte Konvertierung quellenbezogener Daten nach MEI Österreichische Akademie der Wissenschaften, Österreich "Schubert meets AI" zielt auf die Entwicklung eines KI-basierten Frameworks zur automatisierten Extraktion und Konvertierung quellenbezogener Daten aus der Neuen Schubert-Ausgabe in das MEI-Format (Music Enconding Initiative). Grundlage dafür sind die digitalisierten Kritischen Berichte und die Abschnitte "Quellen und Lesarten" in den gedruckten Bänden der Ausgabe. Mithilfe von domänenspezifischem Prompt Engineering, Few-shot Learning und Retrieval-Augmented Generation werden quellenbezogene Informationen maschinenlesbar aufbereitet und in die Plattform Schubert-digital integriert. Der Fokus liegt auf der modellbasierten Bewältigung komplexer, halbstrukturierter Textdaten, insbesondere bei Handschriftenbeschreibungen und editorischen Kommentaren. Erste Versuche zeigen eine sehr hohe Genauigkeit bei der Extraktion einfacher Metadaten; komplexere Inhalte erfordern weitere Optimierung. Das Vorhaben versteht sich als methodischer Beitrag zur digitalen Musikwissenschaft und liefert Impulse für vergleichbare Anwendungen in anderen geisteswissenschaftlichen Kontexten. Soundful Dickens 1: School of Information, UC Berkeley; 2: FAU Erlangen-Nürnberg This paper explores the computational analysis of sound in English-language literary fiction, building on Guhr’s (2026) operationalisation of fictional sound events as sound-word-bearing verbal phrases annotated with loudness levels. Originally developed for German prose, the method is adapted here to 19th-century British fiction, using the Dickens Novel Corpus (DNov) as a case study. Rather than relying exclusively on manual annotation, German-language training texts were automatically translated into English using the DeepL API, preserving XML-based annotation spans. These, combined with a single manually annotated English text, were used to fine-tune a pre-trained English BERT model. The results show a surprisingly strong performance compared to similar adaptations in other genres of the same target language. The paper discusses the benefits of using translated annotations and examines sound-related patterns across Dickens's novels using a scalable reading approach to DNov. |
| 10:30am - 11:00am | Kaffeepause Location: Small Ceremonial Hall (Kleiner Festsaal) |
| 11:00am - 12:30pm | Mittwoch, 2:1: Mittwoch, 2:1 – Panel Location: BIG Hörsaal lecture hall |
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Not just Text, Intertext! Neue Wege der semantischen Modellierung und Annotation für intertextuelle Bezüge 1: Freie Universität Berlin; 2: Österreichische Akademie der Wissenschaften; 3: Universität Hamburg; 4: Universität Trier; 5: Universität Wien Das Panel widmet sich der Frage, wie intertextuelle Beziehungen digital modelliert und annotiert werden können. Im Fokus stehen theoretische und technische Ansätze zur systematischen Erfassung, Strukturierung und maschinenlesbaren Bereitstellung intertextueller Bezüge. Die Beiträge beleuchten unterschiedliche Arten von Intertextualität, diskutieren epistemische Potenziale semantischer Technologien und thematisieren Grenzen der Übertragbarkeit geisteswissenschaftlicher Methodik in digitale Kontexte. Zugleich wird gefragt, welche Textbegriffe der Modellierung zugrunde liegen und wie sie das Verständnis von Textbeziehungen prägen. Die Spannweite reicht von der vergleichenden Annotation von Figureneigenschaften über die Entwicklung intuitiver Annotationstools und theorieoffener Ontologien bis hin zu quantitativen Verfahren und einer traditionell-literaturwissenschaftlichen Fallstudie. Das Panel versteht sich somit als exemplarischer Beitrag zur kritischen Reflexion und Bestandsaufnahme intertextueller Annotations- und Modellierungsverfahren in der digitalen Literaturwissenschaft – insbesondere zur Modellierung von Textbeziehungen als Linked Data. |
| 11:00am - 12:30pm | Mittwoch, 2:2: Mittwoch, 2:2 – Doctoral Consortium Location: Hörsaal 1 lecture hall Session Chair: Georg Vogeler, Universität Graz |
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Von der Handschrift zum Datensatz: Computergestützte Erschließung und Aufbereitung historischer Wetterdaten Universitätsbibliothek Regensburg, Deutschland Die handschriftlichen Wetteraufzeichnungen "Observationes Meteorologicae" von St. Emmeram (1774–1827) zählen zu einer der frühesten, nahezu lückenlos geführten Wetterreihen Europas. Wegen der handschriftlichen Aufzeichnung, der Verwendung von Symbolen sowie heterogener Tabellenstrukturen sind die Dokumente bisher kaum effizient auswertbar. Das Dissertationsprojekt versucht eine modulare und nachnutzbare KI-Pipeline zur computergestützten Erschließung zu entwickeln. Eine zweistufige YOLO-Segmentierung erkennt Seitenränder, Textregionen wie auch Tabellen, Spalten und Kopfzeilen. Die durch kraken extrahierten Textzeilen werden durch Clustering-Verfahren zu Tabellenzeilen zusammengeführt. Die Texterkennung wird durch das multilinguale Modell des party-Recognizer transkribiert. Die gewonnen Daten werden als PAGE-XML sowie TEI ausgegeben und eine geplante Named-Entity-Recognition soll Personen und Orte mit Normdaten verknüpfen. Alle YOLO-Modelle werden versioniert sowie mittels MLflow dokumentiert und mit den Transkriptionen in einem eigenen InvenioRDM-Repository mit Metadaten ausgezeichnet und veröffentlicht. Die gewonnen, maschinenlesbare Datensätze sollen so für die Klima- wie Wissenschaftsgeschichte quantitativ und qualitativ neu zugänglich gemacht werden. Automatische Erkennung von Spatial Frames und Emotionen in deutschen und spanischen Romanen der Romantik Universität Rostock, Deutschland Das Projekt untersucht den Zusammenhang von Raum und Emotionen in deutsch- und spanischsprachigen Romanen der Europäischen Romantik (1790–1870) mithilfe manueller und automatisierter Annotation. Es geht von der literaturwissenschaftlichen These aus, dass Raum in der Romantik subjektiv und emotional codiert ist. Ziel ist es, ein sprachübergreifendes Verfahren zur Erkennung fiktionaler Umgebungen von Figuren (Spatial Frames) und ihrer emotionalen Codierung zu entwickeln. Dazu werden Methoden des maschinellen Lernens mit mehrsprachigen Emotionslexika kombiniert und auf ein zweisprachiges Korpus von 200 Romanen angewendet. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Häufigkeit, Ausprägung und emotionaler Aufladung bestimmter Raumtypen sowie deren Vergleichbarkeit zwischen den Sprachen. Der Beitrag zum Doctoral Consortium stellt das Forschungsdesign meines Promotionsprojektes vor und diskutiert zentrale methodische Herausforderungen, insbesondere bei der Annotation von Spatial Frames in mehrsprachigen Korpora. |
| 11:00am - 12:30pm | Mittwoch, 2:3: Mittwoch, 2:3 – Named Entities Location: Hörsaal 2 lecture hall Session Chair: Jonas Müller-Laackman, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg |
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Vornamen als Entität. Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Entwicklung des historischen Vornamentools – hivoto Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland Im Rahmen des Vortrags soll das historische Vornamentool hivoto vorgestellt werden. Das Tool wurde als Service von NFDI4Memory durch die Task Area Data Connectivity am Historischen Datenzentrum Sachsen-Anhalt entwickelt. Das Vokabular umfasst etwa 98.000 Variantenschreibungen mit kontrollierten ihnen zugewiesenen Normbezeichnungen sowie dem wahrscheinlichen Geschlecht (sex category), das die Namen vermitteln. Es wird über FactGrid zum Download angeboten. Über diesen Datensatz können Vornamen zukünftig einheitlich normiert, mit Geschlechtszuweisungen oder ihren Uneindeutigkeiten (bei mehrfachen Vornamen) versehen und statistisch die Wahrscheinlichkeit des Geschlechts ermittelt werden. Im Zentrum des Vortrags stehen die zugrundeliegenden Überlegungen, die Methode und das Vorgehen bei seiner Erstellung. Darüber hinaus sollen Herausforderungen und Problemlagen erläutert sowie der Umgang mit diesen dargelegt werden. Ort zwischen Text und Daten 1: Institut für vergleichende Städtegeschichte, Münster, Deutschland; 2: Universität Münster In diesem Beitrag wollen wir Möglichkeiten explorieren, historische Orte als Untersuchungsgegenstände mit Hilfe ontologischer Analyse jenseits der typischerweisen vagen Auffassungen von ‘Ort’ zu erfassen. Unser Fokus liegt dabei auf der Modellierung von historischen Orten als Entitäten im Sinne von place-based information (Blaschke et al. 2018) – ohne dabei zu einseitig den Schwerpunkt auf historische Quellen in Form von Text und Daten über die Untersuchungsgegenstände zu legen. Skalierbare Erfassung buchbezogener Entitäten in Zeitungsinseraten des 18. Jahrhunderts: Das Basler ›Avisblatt‹ als Spiegel des vormodernen Buchmarkts 1: Universität Basel, Switzerland; 2: Technische Universität Darmstadt, Germany; 3: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Germany Unser Vortrag stellt einen Ansatz zur Erfassung buchbezogener Entitäten in frühneuzeitlichen Zeitungsanzeigen im Basler ›Avisblatt‹ vor. Diese etwa 22000 Anzeigen enthalten häufig mehrere Buchtitel ohne standardisierte Separatoren. Um computergestützte Analysen für Einblicke in den lokalen Buchmarkt, Lesepraktiken und -interessen und Wissenszirkulation erst zu ermöglichen, ist eine strukturierte Extraktion der Buchtitel aus dem Anzeigentext essentiell. Erprobte Named-Entity-Regognition-Ansätze (NER) stoßen hierbei aufgrund von OCR-Fehlern und hoher orthographischer, stilistischer und formaler Varianz an ihre Grenzen. Zur automatischen XML-Annotation relevanter Entitäten (AUTHOR, TITLE, YEAR, ...) schlagen wir die Anwendung von Large Language Models vor, die eine gewisse Toleranz gegenüber historischen Sprachvarianten aufweisen. Die Nutzung eines lokalen, offenen Modells soll dabei möglichst viel Transparenz garantieren. Gleichzeitig werden durch die Annotation Trainingsdaten für die Entwicklung spezialisierter historischer NER-Verfahren generiert. Der resultierende strukturierte Datensatz von 20000 annotierten Anzeigen ermöglicht systematische Analysen frühneuzeitlicher Buchzirkulation und zeigt eine skalierbare Strategie für die systematische Öffnung historischer Textdaten für Analyse- und Trainingsverfahren. |
| 11:00am - 12:30pm | Mittwoch, 2:4: Mittwoch, 2:4 – Digital Editions I Location: Hörsaal 3 lecture hall Session Chair: Patrick Sahle, Bergische Universität Wuppertal |
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Defekter Text, unstrukturierte Daten: Altlasten des Druckerbes im Digitalen Paradigma 1: Klassik Stiftung Weimar; 2: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften; 3: Universität Erfurt; 4: Sächsische Akademie der Wissenschaften Im Vortrag sollen am Beispiel der Edition von Goethes Tagebüchern innerhalb des Akademienvorhabens „Propyläen: Goethes Biographica“ die vielseitigen, komplexen und nur zu einem Teil mittels automatisierter Verfahren lösbaren Probleme der Retro-Digitalisierung gedruckter Editionen diskutiert werden. Selbst im Falle jüngerer Print-Bände bedeutet deren Überführung aus dem Druckparadigma in Forschungsdaten gemäß dem digitalen Paradigma einen erheblichen Aufwand, der im Vortrag an konkreten Beispielen erläutert werden wird. Aufgrund der Problemreflexion und Lösungsansätzen aus der Edition von Goethes Tagebüchern soll eine realistische Einschätzung des Machbaren – nicht nur für Goethes Tagebücher bzw. die Propyläen, sondern auch für andere, ähnlich gelagerte Editionsprojekte erreicht werden. Der rosa Elefant im Raum oder: Wie viel Ewigkeit wollen wir uns leisten? Überlegungen zur langfristigen Verfügbarkeit digitaler Editionen Universität Würzburg, Deutschland Während in den Geisteswissenschaften bei der Lebensdauer von (gedruckten) Editionen in Jahrzehnten und Jahrhunderten gedacht wird, sind Informatik und DH von Entwicklungszyklen geprägt, in denen mit erheblichen technologischen Umbrüchen innerhalb von fünf bis zehn Jahren gerechnet werden muss. In der Praxis wirft dies das Problem auf, wie und für wie lange nach dem Ende der Projektlaufzeit die Ergebnisse gesichert und verfügbar gemacht werden können. Die Problematik ist seit langem bekannt, wird aber in Projekten selten offensiv adressiert. Bislang gibt es noch keine allgemein verbreitete Archivierungslösung für digitale Editionen, wenngleich die „Ending Principles“ einen allgemeinen Ansatz für digitale Ressourcen bieten (Endings 2023). Wir wollen die Herausforderungen zunächst auf einem abstrakten Level analysieren, um die entscheidenden Ansatzpunkte herauszuarbeiten. Anschließend stellen wir einen Entwurf für ein Modell vor, das Lebenszyklen einer digitalen Edition definiert und aus einem funktionalen Blickwinkel Ansatzpunkte für deren Bereitstellung und Archivierung vorschlägt. QUEDEE: Quest for Unrelenting Experimentation of Durable Electronic Editions Huygens Institute – Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences The sustainability of digital scholarly editions remains a critical challenge, with many projects becoming obsolete within a decade due to technical and organizational vulnerabilities. Despite the robust initial infrastructure, digital editions face high obsolescence rates, often outstripping available resources and expertise. The QUEDEE project aims to address this issue by exploring how digital editions can achieve durability comparable to print editions. It proposes a self-contained, low-cost solution using a Raspberry Pi platform, designed to mimic physical features of a book. This approach emphasizes open standards, redundancy, and graceful failure, ensuring longevity through a combination of hardware and software strategies. The project seeks to initiate a broader discussion on the neglected issue of digital edition sustainability and invites feedback to refine its design. A library cooperation is proposed for long-term testing, QUEDEE aims to provide a viable model for durable digital scholarly editions, challenging the current reliance on ephemeral digital infrastructure. |
| 11:00am - 12:30pm | Mittwoch, 2:5: Mittwoch, 2:5 – Wissenschaftsgeschichte der DH Location: Hörsaal 5 lecture hall Session Chair: Rabea Kleymann, Technische Universität Chemnitz |
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First, They Came for the Traditional Humanities. Gedanken zum Reaktionsraum der DH im Rahmen der zweiten Säkularisierung Universität für Weiterbildung Krems, Austria Die Digital Humanities gelten gemeinhin als methodisches Innovationsfeld zur Unterstützung der Traditional Humanities (TH). Doch was geschieht mit den DH, wenn die TH - als Träger und aktiver Verteidiger einer kanonisch-kulturellen Werteordnung - weiter an Bedeutung verlieren? Aufbauend auf Simon Durings These einer „zweiten Säkularisierung“ interpretiert der Vortrag den Bedeutungsverlust der TH als kulturell-symbolischen Strukturwandel mit weitreichenden Folgen für ihre digitalen Aktionspartner. Nach einem Blick auf diverse Beziehungsmodi werden vier Reaktionsweisen der DH skizziert: Komplizenschaft, Widerstand, Migration und Nachfolgearbeit. Der Beitrag plädiert für eine selbstreflexive Neupositionierung der DH als wertbewusste Kulturtechnologie, die nicht nur operative Relevanz, sondern symbolische Verantwortung übernimmt. Towards Mapping the Field. Drittmittelprojekte als Zugang zur feministischen Historisierung der Digital Humanities in Deutschland (1996-2021) Universität Bielefeld, Deutschland Die Digital Humanities (DH) haben sich in den letzten 25 Jahren zu einem dynamischen Forschungsfeld entwickelt, dessen systematische Historisierung in Deutschland jedoch noch aussteht. Im Rahmen meiner Dissertation habe ich versucht dieser Forschungslücke zu begegnen und einen Ansatz verfolgt, der durch die digitale Erfassung und Analyse drittmittelgeförderter Projekte im Rahmen des implementierten digitalen Dashboards „Funding Digital Humanities“ neue _Histories_ der deutschen DH generiert und dabei feministische Perspektiven sowie reflexive Methodologie miteinander verbindet. In meinem Vortrag möchte ich zeigen, dass das Projekt durch die historisierende sowie systematisierende Perspektive nicht nur einen Beitrag zur Selbstreflexion der DH als eigenständigem Wissenschaftszweig leistet, sondern auch methodische Impulse für die Wissenschaftsforschung liefert und die Notwendigkeit intersektionaler Perspektiven in den digitalen Geistes- und Geschichtswissenschaften verdeutlicht. Eine Analyse infrastruktureller Aspekte deutscher Wissenschaftsblogs 1: Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland; 2: Helmholtz-Gemeinschaft, Helmholtz Open Science Office Wissenschaftsblogs tragen zu einer offenen Kommunikation wissenschaftlicher Inhalte bei, indem sie sowohl den akademischen Expert:innendiskurs als auch den Austausch mit der Gesellschaft ermöglichen. Eine zentrale Herausforderung stellt die langfristige Sicherung, Zugänglichkeit und Sichtbarkeit dieser Inhalte dar. Ziel dieses Beitrags ist es, einen Überblick über die Landschaft der Wissenschaftsblog in Deutschland zu geben und die Einbindung von Wissenschaftsblogs in digitale Informationsinfrastrukturen zu analysieren. Hierzu wurde ein Datensatz von 866 deutschen Wissenschaftsblogs erstellt und untersucht. Die Ergebnisse machen eine bislang unzureichende Integration von Blogs in digitale Infrastrukturen deutlich, zeigen jedoch auch erste Ansätze für eine bessere Sichtbarmachung und langfristige Verfügbarkeit. Der Beitrag liefert zudem grundlegende Erkenntnisse zur Struktur und Verbreitung wissenschaftlicher Blogs in Deutschland und diskutiert mögliche Strategien zur Verbesserung ihrer infrastrukturellen Anbindung. Die Befunde richten sich sowohl an Expert:innen aus dem Bereich der digitalen Informationsinfrastrukturen als auch an wissenschaftliche Blogger:innen. |
| 12:30pm - 2:00pm | Mittagspause |
| 12:30pm - 2:00pm | Promovierende Digital History Location: BIG Hörsaal lecture hall |
| 12:30pm - 2:00pm | Stipendien und Mentoring: Stipends and Mentoring Meet&Greet Location: BIG Hörsaal lecture hall |
| 2:00pm - 3:30pm | Mittwoch, 3:1: Mittwoch, 3:1 – Panel Location: BIG Hörsaal lecture hall |
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Nicht nur Text, nicht nur Daten … aber was dann? – ‘Theoretisieren’ durch Praktiken in der digitalen Editorik, der Digital History und den Computational Literary Studies 1: Universität Siegen, Deutschland; 2: Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Deutschland; 3: Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Deutschland; 4: Universität zu Köln, Deutschland; 5: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland; 6: Universität Bielefeld, Deutschland; 7: Freie Universität Berlin, Deutschland Das interdisziplinäre Feld der Digital Humanities steht nicht nur vor technischen und methodischen Herausforderungen, sondern auch vor der Notwendigkeit theoretischer Selbstvergewisserung. Das geplante Panel widmet sich der Frage, inwiefern digitale Forschungspraktiken in den DH selbst zum Ausgangspunkt theoretischer Reflexionen werden. Im Zentrum stehen methodologische und epistemologische Konsequenzen, die sich aus der Arbeit mit digitalen Objekten und Methoden ergeben. Ausgehend von disziplinspezifischen Beispielen – aus der digitalen Editorik, der Digital History und den Computational Literary Studies – diskutiert das Panel, wie Theoretisierungsprozesse innerhalb digitaler Forschungspraxis sichtbar werden: Welche theoretischen Annahmen liegen digitalen Verfahren zugrunde? Welche neuen Begriffe, Konzepte und Modelle entstehen aus der digitalen Arbeit mit geisteswissenschaftlichen Objekten? Und wie lassen sich diese Entwicklungen in bestehende wissenschaftstheoretische Kontexte einordnen? Das Panel versteht sich als Beitrag zu einer kartografischen Erfassung theoretischer Ansätze innerhalb der DH. Ziel ist es, disziplinübergreifende Diskussionen anzuregen und das Bewusstsein für implizite Theoriearbeit in digitalen Forschungspraktiken zu schärfen. |
| 2:00pm - 3:30pm | Mittwoch, 3:2: Mittwoch, 3:2 – Doctoral Consortium Location: Hörsaal 1 lecture hall Session Chair: Andreas Wagner, Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie |
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Automatisierte Datenextraktion im Rahmen des FWF-Projekts ‚Digitale Erschließung des Schematismus‘ TU Graz, Österreich Die bestehende Datenextraktion im FWF-Projekt ‚Digitale Erschließung des Schematismus‘ liefert eine sehr akkurate Trennung der Überschriften und Paragraphen sowie eine hochpräzise OCR des komplexen Druckwerks dieses umfangreichen Beamtenalmanachs der Habsburgermonarchie. Da dies allerdings nicht ausreicht um die implizite Baumstruktur vollständig in eine vernetzte Personendatenbank zu überführen, soll meine Dissertation die Datenextraktion weiter vorantreiben. Unter der Prämisse, dass aufeinander aufbauende Informationslayer erzeugt werden, sollen zunächst alle visuellen Merkmale einer Seite erfasst werden, bevor über NER der Textinhalt semantisch analysiert und aus diesen Informationen eine Graphdatenbank erzeugt wird. Mit dem Ziel einer granularen Disambiguierung der Überschriftenstile, wird aktuell das Finetuning von Transformer-Modellen durch Contrastive Learning vorbereitet. Diese Modelle sollen dann für paarweise Vergleiche sder Überschriften herangezogen werden. Ziel ist eine möglichst genaue Zuordnung jeder einzelnen extrahierten Person zu den entsprechenden Stellen und den jeweils übergeordneten Verwaltungseinheiten. Zwischen Struktur und Überraschung – Gestaltung explorativer Suchfunktionen für digitale Korpora Technische Universität Darmstadt, Deutschland Die Arbeit beschäftigt sich mit der Gestaltung explorativer Suchfunktionen für digitale Korpora. Ausgangspunkt ist das Spannungsfeld zwischen gezielter Suche und dem offenen, neugierigen Stöbern. Konventionelle Suchsysteme setzen meist voraus, dass Nutzer:innen wissen, wonach sie suchen – was explorative Recherchen behindert. Die vorgestellte Lösung nutzt Methoden des Graph Mining und der Community Search, um semantisch bedeutungsvolle Netzwerke aus Korpus-Metadaten zu erzeugen. Damit wird eine Suchweise ermöglicht, die sowohl mit als auch ohne Suchbegriffe auskommt. Das Verfahren soll Serendipität fördern und dabei transparente, reproduzierbare Suchergebnisse liefern. Ziel ist neben der Vorstellung einer eigens entwickelten algorithmischen Architektur ein strukturierter Vergleich mit etablierten Suchsystemen. Perspektivisch lässt sich der Ansatz auch auf Objekte der materiellen Kultur übertragen. Die Arbeit soll darüber hinaus Diskussionsgrundlage für die Rolle von Suchsystemen im Forschungsprozess schaffen sowie die Rolle deterministischer Verfahren im Vergleich zu jenen des maschinellen Lernens. |
| 2:00pm - 3:30pm | Mittwoch, 3:3: Mittwoch, 3:3 – Research Software Engineering Location: Hörsaal 2 lecture hall Session Chair: Christian Thomas, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften |
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Interdisciplinary Assemblages in Digital Humanities Beyond STEM Borrowing: Ethnography in Research Software Engineering and Data Science Universität Vechta, Deutschland DH seeks to adopt concepts and methods from data science and software engineering (web development and digital data processing) in order to address research questions within the humanities, thereby developing a research practice informed by STEM. With its interpretive and iterative methods, ethnography enhances understanding of socio-technical contexts, and has supported user-centered software design, and sustainable, reusable software. In data science, research that integrates rhetorical and critical approaches based on ethnographic theory and methodology help uncover how data shapes knowledge and power. Yet, critical ethnographic perspectives are still largely lacking in DH. As a trading zone among humanities disciplines with a focus on digital practices, DH should integrate ethnography, as it is well positioned to serve as a conceptual and methodological bridge between digital humanities and research software engineering and data science, thereby reversing the often-assumed unidirectional flow of knowledge from STEM to the humanities. Automatisierte Workflows in Editionsprojekten Technische Universität Darmstadt, Deutschland Digitale Editionsprojekte beinhalten viele wiederkehrende Arbeitsschritte, die sich gut standardisieren und automatisieren lassen. Am Zentrum für Digitale Editionen der ULB Darmstadt wird dafür ein teilautomatisierter Workflow mit Prefect entwickelt, der Prozesse wie Texterkennung (z. B. mit Transkribus), Validierung, Transformation, Versionierung (GitLab/GitHub) und Veröffentlichung koordiniert. Ziel ist es, Editorinnen und Entwicklerinnen von repetitiven Aufgaben zu entlasten und ihnen mehr Raum für inhaltliche Arbeit und Forschung zu geben. Die Projekte Europäische Religionsfrieden Digital und Das Darmstädter Tagblatt zeigen exemplarisch, wie trotz unterschiedlicher Ziele gemeinsame Abläufe automatisiert werden können. Grundlage dafür sind standardisierte Datenstrukturen, dokumentierte Abläufe und zentrale Komponenten wie ein zukünftiges Control Center zur einfachen Steuerung und Überwachung. Perspektivisch sollen auch Named Entity Recognition und RDF-Ausgaben integriert werden, um Editionsdaten noch besser nutzbar zu machen. Weiterentwicklung von Software nach Projektende: Maßnahmen zur nachhaltigen Softwareentwicklung am Beispiel Edirom Online Universität Paderborn, Deutschland Welche Maßnahmen können sinnvoll ergriffen werden, um Software nach Projektende am Leben zu erhalten? Am Beispiel der Editionssoftware Edirom für historisch-kritische Musikeditionen werden verschiedene Aspekte und Methoden diskutiert, wie der Auf- und Ausbau einer Community, die Strukturierung des Quelltextes, die Qualitätssicherung des Codes und Fragen der Kollaboration und der Übernahme von Verantwortung in einem solchen Kontext funktionieren können. Darüber hinaus werden Vorschläge an Mittelgeber erörtert, wie Micro-Funding sinnvoll für die Erweiterung und Standardisierung von Software genutzt werden könnte, wie es bei den NFDI4Culture FlexFunds durchgeführt wurde. |
| 2:00pm - 3:30pm | Mittwoch, 3:4: Mittwoch, 3:4 – Graphen Netzwerke Location: Hörsaal 3 lecture hall Session Chair: Mareike Schumacher, Universität Regensburg |
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Digitales Entdecken im Graph: Einfache Zugänge zu komplexen Netzwerken TH Mittelhessen, University of Applied Sciences, Deutschland NAKAR (Navigation und Erschließung von Knowledge-Graphen in Augmented Reality) ist eine Anwendung zur explorativen Analyse komplexer Netzwerkdaten. Mittels szenariobasierter Navigation, interaktiver Visualisierungen, Drilldown-Funktionen und der Anbindung externer Datenquellen (z. B. Wikidata, GND) erlaubt NAKAR eine flexible Erschließung semantischer Strukturen. Die Anwendung unterstützt sowohl gezielte Analysen als auch offene Erkundungen und eignet sich für verschiedene disziplinäre Kontexte - etwa zur Untersuchung historischer, literarischer oder sozialer Netzwerke. Szenarien lassen sich individuell konfigurieren, speichern und teilen, wodurch unterschiedliche Analysepfade und Perspektiven ermöglicht werden. NAKAR verbindet visuelle Exploration, Datenintegration und methodische Steuerung in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung und eröffnet damit neue Zugänge zur Arbeit mit heterogenen Beziehungsdaten. Literaturgeschichte modellieren: Ähnlichkeitsstrukturen, Kanonisierung und Netzwerkperspektiven TU Darmstadt, Deutschland Dieser Beitrag zeigt, wie sich Literaturgeschichte quantitativ modellieren lässt, indem Ähnlichkeiten, Kanonisierungsprozesse und Netzwerke in der englischen und deutschen Literatur von 1688 bis 1914 untersucht werden. Mit computergestützten Methoden werden Beziehungen zwischen Texten analysiert, um Kanonisierungsprozesse als vernetzte Entwicklungen sichtbar zu machen. Durch die Verbindung von Netzwerkanalysen und Textähnlichkeiten entstehen neue Einblicke in die Struktur und Entwicklung literarischer Felder, die traditionelle literaturhistorische Zugänge sinnvoll ergänzen. |
| 2:00pm - 3:30pm | Mittwoch, 3:5: Mittwoch, 3:5 – Virtualität Location: Hörsaal 5 lecture hall Session Chair: Lisa Dieckmann, Universität zu Köln |
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Klassifizierung von Quellen bei virtuellen Rekonstruktionen im Kontext der Dokumentationsplattform IDOVIR 1: Technische Universität Darmstadt, Deutschland; 2: Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Deutschland; 3: hessian.AI, Deutschland; 4: Deutsche Nationalbibliothek, Deutschland Virtuelle Rekonstruktionen sind zentrale Werkzeuge in der Architekturforschung, um vergangene Bauzustände sichtbar zu machen. Ihre Erstellung beruht auf in der Regel mehrdeutigen und manchmal sogar widersprüchlichen Quellen, deren Verwendung deshalb transparent dokumentiert werden sollte. Obwohl von der Forschungscommunity bereits mehrfach gefordert (London Charter, Seville Principles), fehlt bislang eine etablierte Dokumentationspraxis. Im Rahmen des DFG-Projekts IDOVIR wurde ein Werkzeug zur Dokumentation von Entscheidungsprozessen bei virtuellen Rekonstruktionen entwickelt. Einen wichtigen Teil bei der Dokumentation der Entscheidungen stellt die Darstellung der Plausibilität der herangezogenen Quellen dar. Hier wurde für die Quellen, auf denen eine Rekonstruktion basiert, eine Klassifizierung entwickelt. Diese Klassifizierung soll vorgestellt und mit den verschiedenen Fachcommunities diskutiert werden. Um eine standardisierte und interoperable Dokumentation zu erreichen, erfolgt für die Bezeichnung und Definition der Quellenarten zudem eine Abgleich mit bestehenden Normdaten und Vokabularen. Bringing Museums to Virtual Life: ExPresS XR as a No-Code Tool for XR Exhibition Development 1: MA Specialization Digital Humanities, University of Tübingen, Germany; 2: Ancient Numismatics, University of Tübingen, Germany This submission presents ExPresS XR, a no-code development framework for creating interactive virtual reality (VR) exhibitions in museum contexts. Built on the Unity game engine and designed for use without programming knowledge, the tool allows humanities researchers and students to design immersive XR experiences. We describe two exemplary projects - Temple Tax & Doves and Hetepheres Tomb VR - that demonstrate the framework’s potential for historical and archaeological storytelling. Based on our practical experiences, we outline best practices for XR exhibition design, including accessibility, interactivity, and visitor onboarding strategies. We also discuss the benefits of ongoing developments, such as voice-based chat assistants and multiplayer functionality, aimed at increasing immersion and visitor engagement. This work contributes to the growing field of digital museum studies by offering an accessible, flexible approach to XR-based public scholarship. Was bestimmt die Zeit? Eine Mobile-Eye-Tracking-Studie zum Blickverhalten im Kunstmuseum 1: Universität Wien, Österreich; 2: Technische Universität München, Deutschland; 3: Österreichische Galerie Belvedere, Wien, Österreich Die Verweildauer in Ausstellungen galt lange als Maß für Aufmerksamkeit, Interesse und kuratorisches Gelingen. Während klassische Methoden hierfür nur begrenzt aussagekräftig sind, ermöglicht Mobile Eye Tracking (MET) detaillierte Einblicke in Blickverläufe und Betrachtungszeiten. Studien, die den Besuch einer gesamten Kunstausstellung unter natürlichen Bedingungen erfassen, fehlen bislang. Dieser Beitrag schließt diese Lücke mit einer MET-Feldstudie, die im Oktober 2022 mit 50 regulären Besucher:innen (je 25 pro Bedingung) in einer Sonderausstellung des Oberen Belvedere durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigen: (i) längere Betrachtungszeiten für Kunstwerke im Verhältnis zu Texten; (ii) eine positive Korrelation von Betrachten und Lesen; (iii) eine signifikante Korrelation von Betrachtungszeit und Größe des Kunstwerkes; (iv) signifikante Unterschiede zwischen den Gattungen. |
| 3:30pm - 4:00pm | Kaffeepause Location: Small Ceremonial Hall (Kleiner Festsaal) |
| 4:00pm - 6:00pm | Hauptversammlung: General Assembly Location: Audimax |
