Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.

 
Nur Sitzungen am Veranstaltungsort 
 
Sitzungsübersicht
Sitzung
V4_1: Digitale Filmwissenschaft
Zeit:
Donnerstag, 10.03.2022:
9:15 - 10:45

Chair der Sitzung: Lisa Dieckmann, Universität zu Köln
Virtueller Veranstaltungsort: DHd2022 Zoom Donnerstag 1

Zoom-Kenncode: 02406823

Zeige Hilfe zu 'Vergrößern oder verkleinern Sie den Text der Zusammenfassung' an
Präsentationen

Der Einsatz von Computer Vision-Methoden für Filme: Eine Fallanalyse für die Kriminalfilm-Reihe Tatort

Thomas Schmidt, Sarah Kurek

Lehrstuhl für Medieninformatik, Universität Regensburg

Wir präsentieren eine explorative Studie im Bereich Computer Vision (CV) und Filmanalyse. Als Fallbeispiel wird die berühmte Kriminalfilm-Reihe „Tatort“ gewählt. Im Fokus stehen dabei gruppenbasierte Vergleiche zwischen den Filmen von 4 ErmittlerInnen-Teams/Städten. Als CV-Methoden werden state-of-the-art-Modelle der Objekt-, Alters-, Geschlechts- Emotions- und Ortserkennung auf Frames eines Korpus bestehend aus 13 Filmen exploriert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Serie in den Folgen des ausgewählten Korpus eher in Innenräumen spielt, Trauer und Neutralität die häufigsten Emotionsausdrücke sind und in der Mehrzahl männliche Figuren die Frames dominieren. Obschon signifikante Unterschiede zwischen den ErmittlerInnen-Teams/Städten bestehen, sind diese gemäß Post-Hoc-Tests eher gering. Wir berichten über unsere Erfahrungen mit den ausgewählten Methoden, die Probleme mit speziellen Charakteristiken von Filmen haben und schließen mit dem Ziel in größeren Annotationsstudien Trainingsmaterial zur Optimierung von CV-Methoden zu sammeln.



Empirische Aufmerksamkeitseffekte multimodaler Kohäsion im Film

Jochen Laubrock1,2, Chiao-I Tseng3

1Universität Potsdam; 2Medizinische Hochschule Brandenburg, Germany; 3Universität Bremen

Wir kombinieren die Diskursmethode multimodaler Kohäsion mit empirischen Daten zu Aufmerksamkeit und narrativem Verstehens. Multimodale Kohäsion bezieht systematisch die in auditiver, visueller und verbaler Modalität auftretenden Ereignisse auf modalitätsübergreifende Diskursstrukturen. Wir nutzen diese Diskursstrukturen, um daraus theoriegeleitet empirisch prüfbare Vorhersagen abzuleiten. Wir überprüfen mit Blickbewegungsexperimenten und Fragebogenstudien, wie kohäsive Hinweise Aufmerksamkeit und das Verständnis des Narrativs beeinflussen. Konkret haben wir mit Videobearbeitungssoftware kritische kohäsive Hinweisreize z.B. aus der Eingangsszene von Hitchcock's "The Birds" entfernt und mittels Eyetracking die Aufmerksamkeitsverteilung von insgesamt 114 Betrachtern gemessen. Unterschiedliche Gruppen von Probanden sahen Originale und manipulierte Versionen. Die kritischen kohäsiven Hinweisreize wurden im Original deutlich häufiger betrachtet als äquivalente Orte in der manipulierten Version. Also werden kohäsive Hinweise im Normalfall tatsächlich beachtet. Die Effekte kohäsiver Hinweise wirken nach: In einer anschließenden, für beide Versionen identischen Szene zeigten Betrachter ohne narrative Hinweise ein deutlich diffuseres Orientierungsverhalten. Narrative Elemente im Film lenken die Aufmerksamkeit des Betrachters.