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Sitzungsübersicht
Sitzung
V4_3: Forschungssoftware in den Humanities
Zeit:
Donnerstag, 10.03.2022:
9:15 - 10:45

Chair der Sitzung: Alexander Czmiel, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Virtueller Veranstaltungsort: DHd2022 Zoom Donnerstag 3

Zoom-Kenncode: 98516657

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Präsentationen

Softwarezitation als Technik der Wissenschaftskultur: vom Umgang mit Forschungssoftware in den Digital Humanities

Ulrike Henny-Krahmer1, Daniel Jettka2

1Universität Rostock, Germany; 2Universität Paderborn

Mit diesem Beitrag wird anhand einer Analyse der DHd-Konferenzabstracts der Jahrgänge 2016 bis 2020 untersucht, wie Forschungssoftware in den Digital Humanities zitiert wird. Zunächst wird erläutert, welche Relevanz Softwarezitation für die Anerkennung und Nachhaltigkeit von Forschungssoftware in den Digital Humanities hat. Im Anschluss werden bestehende Empfehlungen für Softwarezitation ausgewertet, um Bestandteile von Zitationen zu identifizieren, zu denen Informationen erhoben werden können. Ausgehend von den Abstractbänden der DHd-Konferenz wird eine Liste der in den Abstracts erwähnten Software generiert. Für eine Auswahl der so gefundenen Software wird geprüft, auf welche Weise sie zitiert wird und welche Informationen mit den Zitaten gegeben oder weggelassen werden.

Das Ziel der Analyse ist eine Bestandsaufnahme der Praxis der Softwarezitation in den Digital Humanities. Damit soll das Thema der Zitation von Forschungssoftware in den Digital Humanities in den Fokus gerückt werden, um eine Verbesserung der bestehenden Praxis zu fördern.



Executable Papers in den Computational Humanities

Niels-Oliver Walkowski1, Manuel Burghardt2

1Universität Luxemburg; 2Universität Leipzig

Der Vortrag untersucht die Potenziale und Herausforderungen von Executable Papers als Publikationsformat für geisteswissenschaftliche Forschungsergebnisse. Er stellt das Konzept der Executable Papers als bisher weitgehendste Realisierung der Idee des Literate Programmings von Donald Knuth vor und diskutiert, warum die dieser Idee zu Grunde liegende Verschmelzung von Code und Narration gerade für die Wissenschaftskommunikation in den Geisteswissenschaften einen großen Mehrwert haben kann. Den Potenzialen entgegen stehen eine Reihe technischer und sozio-kultureller Problemstellungen wie z. B. eine unzureichende Infrastruktur, ungenügende Reviewkriterien, unklare Publikationsworkflows oder die Rechtfertigbarkeit des Nutzens vor dem Hintergrund eines erheblich größeren Publikationsaufwands und des ökologischen Fußabdrucks. Diese und andere Aspekte wird der Vortrag an Hand von konkreter Executable Papers diskutieren, die im Zuge des vDHd 2021 Bandes bei Melusina Press veröffentlicht wurden. Die Auswertung der gemachten Erfahrungen soll einen Beitrag für die Weiterentwicklung des Formats sowie für die Etablierung von Best-Practices für seine Realisierung liefern.



Nachhaltige Softwareentwicklung – von der Inhouse-Lösung zur Open Source-Community am Beispiel von MerMEId

Ulrike Henny-Krahmer1, Peter Stadler2

1Universität Rostock, Germany; 2Universität Paderborn, Germany

Die nachhaltige Entwicklung von Forschungssoftware ist eine der zentralen Herausforderungen in den Digital Humanities. Während Praktiken der Überlieferung und Sicherung von Forschungsdaten schon einen gewissen Reifegrad erreicht haben, steckt die Kultur der Entwicklung eines digitalen Gedächtnisses in Bezug auf Software noch in den Anfängen. In diesem Beitrag werden bestehende Vorschläge für Nachhaltigkeitskriterien am Beispiel der Software MerMEId, einem Editor für Metadaten musikwissenschaftlicher Editionen, diskutiert. Dabei wird insbesondere die Entwicklungsgeschichte von MerMEId von einer In-House-Lösung zu einem Open Source Community-Projekt in den Blick genommen. Es zeigt sich, dass die positiven Effekte des Übergangs zu einer Community-Entwicklung von bestehenden Kriterien nur begrenzt erfasst werden. Auch sind manche Kriterien nur bedingt für eine DH-Software mit einer eher kleinen Nutzer*innenbasis und Community geeignet. Eine weitere Reflexion über Kriterien für nachhaltige Softwareentwicklung in den DH sowie eine regelmäßige Beurteilung der Nachhaltigkeit einzelner Software-Projekte bleiben daher unerlässlich.