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Sitzungsübersicht
Sitzung
V3_2: Historische Netzwerkanalyse
Zeit:
Mittwoch, 09.03.2022:
14:00 - 15:30

Chair der Sitzung: Katrin Glinka, Freie Universität Berlin
Virtueller Veranstaltungsort: DHd2022 Zoom Mittwoch 2

Zoom-Kenncode: 57941145

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Präsentationen

Fluch und Segen der Visualisierung: Unterschiedliche Zielfunktionen im Forschungsprozess der historischen Netzwerkanalyse

Sandra Balck1, Sina Menzel2, Vivien Petras1, Hannes Schnaitter1, Josefine Zinck1

1Humboldt-Universität zu Berlin, Germany; 2Freie Universität Berlin, Germany

In einer Interviewstudie mit sieben Forschenden der historischen Netzwerkanalyse (HNA) wurden die wichtigsten Einsatzgebiete von Visualisierungen im Forschungsprozess identifiziert: Theorieentwicklung und Datenexploration, Datenqualitätsüberprüfung, Analyse sowie Präsentation der Ergebnisse. Die Diskussion der Visualisierungen zeigt ein zwiespältiges Verhältnis der Community: sie werden von den Forschenden sehr differenziert betrachtet, sowohl wenn es um den Zeitpunkt ihres Einsatzes im Forschungsprozess geht und wer für die Entwicklung der Visualisierungen zuständig sein sollte, aber auch, ob diese der Präsentation der Forschungsergebnisse in der historischen Forschungscommunity zuträglich ist oder nicht. Dabei werden zwei Zielfunktionen unterschieden: Visualisierungen für die Exploration bzw. Analyse und erläuternde Visualisierungen. Entscheidend für die Akzeptanz von Visualisierungen ist deren Dokumentation und Kontextualisierung einschließlich der in ihnen enthaltenen Daten, um eine verlässliche Grundlage für die Forschung zu gewährleisten.



Was sehe ich? Visualisierungsstrategien für Datentransparenz in der Historischen Netzwerkanalyse

Mark-Jan Bludau1, Thorsten Halling2, Eva Maria Holly3, Jasmin Wieloch2, Hannes Schnaitter4, Sandra Balck4, Melina Plakidis5, Georg Rehm5, Heiner Fangerau2, Marian Dörk1

1Fachhochschule Potsdam, UCLAB; 2Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Medizinische Fakultät, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin; 3Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Abteilung Wirtschaftsgeschichte; 4Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft; 5Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Speech and Language Technology Lab

Die Historische Netzwerkanalyse (HNA) hat sich zu einem etablierten Forschungsfeld entwickelt. Zu ihren wichtigsten methodischen Herausforderungen gehört die Suggestionskraft von Visualisierungen. Die Transparenz bezüglich der Datenquellen ist daher für die HNA sowohl bei selbst erhobenen als auch bei sekundär genutzten Daten Voraussetzung, will sie geisteswissenschaftlichen Kriterien der Nachprüfbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Interpretationen erfüllen. Dieser Beitrag beschreibt und diskutiert – aufbauend auf einem iterativen und durch Workshops sowie einer Nutzer*innenstudie begleiteten Forschungsprozess – vier Designziele zur Verwirklichung einer solchen Transparenz: 1) Aufnahme und Kommunikation von Datenprovenienzen, 2) Dokumentation vorausgegangener Prozesse, 3) Offenhaltung der Interpretierbarkeit der Daten und 4) Unterstützung von Folgeforschung. Anschließend werden beispielhafte Umsetzungsstrategien in Form von Prototypen präsentiert.



Praktiken der digitalen Erinnerung an den 2. Weltkrieg: Netzwerkmodelierungen des „Axis History Forum“

Anastasia Glawion

TU Darmstadt, Germany

In diesem Beitrag stelle ich die Ergebnisse meiner Dissertation vor, in der Netzwerkmodelierungen auf drei Arten angewendet wurden: (1) um Daten der Nutzerbeziehungen des militärgeschichtlichen Axis History Forums (AHF) zu visualisieren und besonders dichte Cluster zu ermitteln, die als Praktiken der digitalen Erinnerung interpretiert wurden; (2) als Auswertung von Topic-Modeling-Daten auf der Basis der Clusterkorpora aus (1), wobei die Netzwerkmodelierung als Visualisierung der Begriffsüberschneidungen eingesetzt wurde, und schließlich (3) als Kontextualisierung von Schlüsseldiskussionen der Cluster aus (1): hierbei wurde die Klassifizierung eines Samples aus 50 Diskussionen pro Cluster im Zusammenhang mit ihrer Position im bimodalen Nutzer-Diskussions-Netzwerk interpretiert.

Der Ansatz ermöglichte es, das AHF-Corpus, das aus Nutzerbeziehungen und Texten besteht, verlässlich zu interpretieren und die dort vorhandenen Praktiken in empirische, konversationelle und konservierende Praktiken zu unterteilen. Die kulturwissenschaftliche Theorie des kollektiven Gedächtnisses bekommt so einen Operationalisierungsansatz, der mit Hilfe von digitalen Methoden in einer vielseitigen Interpretation der digitalen Plattform AHF resultiert.



 
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