Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
S3.1: Standardisierung
Zeit:
Donnerstag, 05.03.2020:
16:00 - 17:30

Chair der Sitzung: Ralf Reulke
Chair der Sitzung: Michael Cramer
Ort: Raum 114

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Präsentationen

Gegenwärtige und zukünftige Normungsarbeiten des NA 005-03-02 AA „Photogrammetrie und Fernerkundung“

R. Reulke1,2, N. Adam2, A. Brunn3, M. Cramer4, C. Fischer2, U. Krause5, V. Spreckels6, U. Weidner7, C. Weyand8

1HU-Berlin, Deutschland; 2Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR); 3TerraScan GmbH; 4Universität Stuttgart; 5Bezirksregierung Köln; 6RAG Aktiengesellschaft; 7Karlsruher Institut für Technologie (KIT); 8RWE Power AG

Die Normungsarbeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die von Experten und den Mitarbeitern des DIN bearbeitet wird. Experten sind Vertreter sogenannter "interessierter Kreise" (z. B. Kol- legen aus der Wirtschaft, der Wissenschaft und Forschung, sowie der öffentlichen Hand und insbesondere auch Anwender), die konsensbasiert Normen und Standards markt- und zeitge- recht erarbeiten. DIN-Normen sind Empfehlungen, deren Anwendung freiwillig ist. Eine An- wendungspflicht kann sich aufgrund von Rechts- oder Verwaltungsvorschriften sowie auf- grund von Verträgen oder sonstigen Rechtsgründen ergeben.

Für die Bereiche Photogrammetrie und Fernerkundung ist der Normungsausschuss NA 005- 03-02 AA „Photogrammetrie und Fernerkundung“ zuständig. Er setzt sich aus Vertretern von Behörden bzw. Verwaltungen, von Universitäten und Fachhochschulen sowie von Firmen zu- sammen. Außerdem werden projektbezogen Arbeitskreise eingerichtet, in denen Fachleute, zeitlich befristet, für das jeweilige Normungsvorhaben mitwirken. Die Mitarbeit im Normungs- ausschuss erfolgt ehrenamtlich und wird von einem von den Mitarbeitern gewählten Obmann und einem zuständigen Sachbearbeiter der NABau-Geschäftsstelle koordiniert. Neben den Treffen der Ad hoc - Arbeitskreise finden zwei Sitzungen des Arbeitsausschusses im Jahr statt. Es konnten in den letzten Jahren neue Mitarbeiter für den Arbeitsausschuss gewonnen wer- den. Der Arbeitsausschuss ist weiterhin offen für neue Mitarbeiter. Internationale Aktivitäten sind in die Normungsarbeit integriert.

Der Normungsausschuss bearbeitet zwei Normenreihen. Die Normenreihe DIN 18716 gilt für die photogrammetrische Auswertung, legt dafür besondere Begriffe fest und dient zu deren Vereinheitlichung. Sie bildet durch die Festlegung von Begriffsdefinitionen eine Grundlage für eindeutige fachspezifische Kommunikation.

Die Begriffsdefinitionen sind übergreifend für die Normenreihe 18740. In der spezifischen Norm aus der Reihe 18740 werden die verwendeten Begriffe aus der 18716 aufgenommen. Enthält eine Norm aus der Reihe 18740 Begriffe, die nur in dieser auftreten, wird dieser Begriff nicht in die 18716 aufgenommen. Damit muss die Norm 18716 häufiger als die anderen Nor- men aktualisiert werden. Die aktuelle Norm ist von Juni 2017.

Die Normenreihe DIN 18740 legt Qualitätsanforderungen an photogrammetrische Produkte fest. Veröffentlicht wurden:

DIN 18740-3, Photogrammetrische Produkte - Teil 3: Anforderungen an das Orthophoto, Ausgabe 2015-08
DIN 18740-4, Photogrammetrische Produkte - Teil 4: Anforderungen an digitale Kameras für Luftbild- und Weltraumphotogrammetrie Ausgabe 2017-04

DIN 18740-5, Photogrammetrische Produkte - Teil 5: Anforderungen an die Klassifizierung optischer Fernerkundungsdaten, Ausgabe 2012-08, (ist gerade aktualisiert worden)
DIN 18740-6, Photogrammetrische Produkte - Teil 6: Anforderungen an digitale Höhenmo- delle, Ausgabe 2014-12

DIN 18740-7, Photogrammetrische Produkte - Teil 7: Anforderungen an das Pansharpening, Ausgabe 2014-12
DIN 18740-8, Anforderungen an die Bildqualität (Güte optischer Fernerkundungsdaten), (in Bearbeitung)

Die DIN 18740-1:2001-11, Photogrammetrische Produkte - Teil 1: Anforderungen an Bildflug und analoges Luftbild sowie DIN 18740-2:2005-02, Photogrammetrische Produkte - Teil 2: An- forderungen an das gescannte Luftbild wurden ersatzlos gestrichen, bzw. sind in die anderen Normen enthalten.

Behörden und Industrie geben Themen vor, begleiten die Normentwicklung und wenden die Normen an. Die Normen vereinfachen das Verhältnis Auftraggeber – Auftragnehmer durch klare Festlegung der Ausgangssituation und der Angabe von Qualitätsmaßen. Ein entspre- chendes Formblatt in der Normenreihe DIN 18740 formalisiert diese Beziehung.

Im Arbeitsausschuss werden aktuelle, dringende Probleme von Behörden und Industrie auf- gegriffen und beraten (z.B. im Zusammenhang mit dem Normungsprojekt DIN 18740-6). Ein weiteres Beispiel ist die Beteiligung an einer Kameraevaluierung aktueller digitaler Kameras (DIN 18740-4), in Zusammenarbeit mit der EuroSDR und der DGPF.

Normen unterstützen die Lehrtätigkeit an den Universitäten, da sie fachliche Grundlagen kom- primiert und übersichtlich darstellen.

Das aktuelle Arbeitsprogramm leitet sich aus den angenommenen Normungsanträgen ab und beschäftigen sich mit der Bildqualität, mit Hyperspektralscannern und der Bodenbewegungs- analyse auf Basis der Radarfernerkundung.

Im Rahmen der Aktivitäten zur InSAR Norm wurde am 08. Oktober 2019 ein Workshop zur Radarinterferometrie durchgeführt. Dabei wurde der wissenschaftliche Hintergrund und die eher praxisbezogenen Aspekte der Norm durch eingeladene Referenten und Mitarbeitern des Normenausschuss vorgestellt und diskutiert.

Weitere Aufgaben ergeben sich aus Revision und Aktualisierung bestehender Normenreihen.

Die Standardisierungsprojekte werden von den Kollegen gut angenommen. Die Normen un- terstützten die Vorbereitung, Durchführung und Bewertung von kommerziellen und wissen- schaftlichen Projekten.
Die DIN-Normen unterstützen den Transfer von wissenschaftlichen Ergebnissen hin zu den praktischen Anwendungen von Firmen und der zuständigen Verwaltung. Die entwickelten Standards dienen auch als offizielle Spezifikationen für Ausschreibungen der öffentlichen Ver- waltungen in Bezug auf die Dienstleistungsindustrie in Photogrammetrie, Fernerkundung und Geomatik.



Neue ISO-Norm für Langzeitarchivierung von Fernerkundungsdaten

W. Kresse

Hochschule Neubrandenburg

Vor allem auf Betreiben der NASA ist eine Norm für die Langzeitarchivierung von Fernerkundungsdaten entstanden. Die Norm hat den langen Titel „Preservation of digital data and metadata — Part 2: Content specifications for Earth observation data and derived digital products“. Diese Norm baut auf zwei Basisnorm auf, nämlich der „ISO 19165-1, Geographic information — Preservation of digital data and metadata — Part 1: Fundamentals“ und der „ISO 14721:2012, Space data and information transfer systems — Open archival information system (OAIS) — Reference model“. Derzeit läuft die Abstimmung zum Draft International Standard, die zum Zeitpunkt der Jahrestagung abgeschlossen sein wird. Inhaltlich folgt die Norm weitgehend einem offenbar bei amerikanischen Stellen üblichen Arbeitsfluss: Mission Concept Stage, Mission Definition Stage, Mission Implementation Stage, Mission Operations Stage und Post Mission Stage.



 
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