Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Round Table 1
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Rassismus aus der Perspektive von Grundschulkindern. Eine qualitativ-rekonstruktive Studie Europa-Universität Flensburg, Deutschland Momentan befindet sich das Forschungsvorhaben in der Planungs- und Entwicklungsphase. Eine systematische Literaturrecherche zu den Themenfeldern Rassismus im Kindesalter, rassismuskritische Bildungsforschung sowie qualitative Forschung mit Kindern wurde durchgeführt. Außerdem ist die thematische und theoretische Verortung abgeschlossen, sodass sowohl das Forschungsthema, die zentralen Fragestellungen als auch das Forschungsdesign feststehen. Ein weiterer Bestandteil der aktuellen Arbeitsphase ist die reflexive Auseinandersetzung mit forschungsethischen Fragestellungen, die sich aufgrund der Thematik und der Zielgruppe in besonderem Maße stellen und sich auf das Forschungsdesign sowie methodologische Überlegungen auswirken. Die Daten werden voraussichtlich ab Sommer 2026 erhoben. Das Promotionsprojekt mit dem Arbeitstitel „Die Perspektiven von Kindern im Grundschulalter auf Rassismus. Eine qualitativ-rekonstruktive Studie im Kontext von Bildung in der Migrationsgesellschaft“ lässt sich an der Schnittstelle von Rassismusforschung, Kindheitsforschung sowie Bildungs- und Schulforschung verorten. Theoretisch liegt der Studie ein migrationspädagogisches und rassismuskritisches Bildungsverständnis zugrunde, mit dem differenz-, macht- und rassismuskritische Perspektiven auf Bildungsinstitutionen und deren Akteur*innen gerichtet werden (Dirim, 2023; Karakayali, 2018). Weitere relevante theoretische Bezüge stammen aus der Rassismustheorie (Miles, 2018; Hall, 1989/2016). Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Rassismus als allgegenwärtiges, gesamtgesellschaftliches Phänomen auch Kinder betrifft und Bildungsprozesse in vielfältiger Weise prägt. Von Rassismus sind Kinder auf unterschiedliche Weise betroffen, doch strukturiert er die Lebenswelten aller und kann sich negativ auf Identitätsentwürfe, Selbst- und Weltbilder sowie soziale und gesundheitliche Entwicklungen auswirken. Während Diskurse um Rassismus und Diskriminierung in der erziehungswissenschaftlichen Forschung meist Jugendliche fokussieren (z.B. Scharathow, 2014; Karabulut, 2020), bleibt die Grundschule als zentrale Sozialisationsinstanz oft unberücksichtigt. Bisher existieren im deutsch-sprachigen Raum nur wenige Studien zu Rassismus im Kindesalter. Eggers (2005) untersuchte jedoch bereits Rassifizierung und das kindliche Machtempfinden Schwarzer und weißer Kinder. Eine umfassende Erschließung der Kinderperspektiven auf Rassismus und die Entfaltung des Potenzials dieses Themas für die Primarbildung stehen bisher aus (Bak & Machold, 2022). Dieses Desiderat greift das Promotionsprojekt auf und untersucht die pluralen Perspektiven von Kindern im Grundschulalter auf Rassismus. Ziel ist es, subjektive Erfahrungen, Deutungen, Vorwissen, soziale Praktiken sowie die erlebte und entworfene Wirklichkeit der Kinder zu rekonstruieren. Daraus ergibt sich die zentrale Forschungsfrage: Wie erleben, deuten und verhandeln Kinder Rassismus? Darüber hinaus rücken auch methodologische Fragestellungen in den Fokus der Untersuchung. Etwa Fragen danach, wie die Perspektiven von Kindern auf Rassismus erfasst werden können, ohne bestehende Macht- und Ungleichheitsverhältnisse zu reproduzieren, welche Anforderungen sich für die Gestaltung von Erhebungssituationen ergeben und wie mit den in ihnen wirksamen Machtverhältnissen und Positionierungen umgegangen werden kann. Die Forschungsbefunde sollen in eine empirisch fundierte Theorie zu den Perspektiven von Kindern auf Rassismus münden, um sie so für weitere empirische Untersuchungen anschlussfähig zu machen. Zudem ließen sich konkrete Empfehlungen und Transferimpulse für die schulische Praxis entwickeln. Die Ergebnisse sollen mit Akteur*innen aus dem Bildungsbereich kommuniziert werden, da sie zu einer demokratischen und rassismuskritischen Schulentwicklung und Professionalisierung von Lehrkräften beitragen sollen. Es wird ein qualitativ-rekonstruktives methodisches Vorgehen gewählt. Geplant sind vier Gruppendiskussionen (mit jeweils vier Kindern) sowie zehn Einzelinterviews mit Schüler*innen der dritten und vierten Klasse. Die Datenerhebung erfolgt an vier verschiedenen Grundschulen aus unterschiedlichen räumlichen Gebieten in Schleswig-Holstein und Sachsen. Im Sample werden bewusst Kinder einbezogen, die von der forschenden Person als weiß oder als Schwarz bzw. Person of Colour gelesen werden, um verschiedene Erfahrungshintergründe zu berücksichtigen. Die Datenauswertung erfolgt mithilfe der reflexiven Grounded Theory (Breuer et al., 2019). Da sich das Forschungsvorhaben in der Entwicklungs- und Planungsphase befindet, bezieht sich der Beratungsbedarf primär auf inhaltliche und method(olog)ische Aspekte. Interviewstudie mit Kindern zu Lernerfahrungen im FREI DAY Universität Paderborn, Deutschland Zum jetzigen Zeitpunkt befinden sich Konzeption und Planung des Forschungsvorhabens im Entwicklungsprozess. Entsprechend werden Forschungsfrage, Methodik und Stichprobe fortlaufend präzisiert, sodass sich einzelne Aspekte bis zur Tagung noch verändern können. Die globale Dringlichkeit nachhaltiger Entwicklung erfordert umfassende Bildungsansätze, um Individuen zu befähigen, eine nachhaltige Zukunft aktiv mitzugestalten. Für die Schule bedeutet dies, dass über die reine Wissensvermittlung hinaus die Entwicklung von Zukunfts- und Gestaltungskompetenzen fokussiert werden muss (Rolff, 2025). Das offene Lernformat FREI DAY (Rasfeld, 2021) setzt hier an, indem es Selbstwirksamkeitserfahrungen, Verantwortungsübernahme und zukunftsorientiertes Handeln unterstützen soll (vgl. Schule im Aufbruch gGmbH, o. J.). Inwiefern Grundschüler:innen die eigene Entwicklung von Zukunfts- und Gestaltungskompetenzen wahrnehmen, soll im geplanten Forschungsvorhaben näher untersucht werden. Dazu wird folgender Fragestellung nachgegangen: Welche Lernprozesse finden beim FREI DAY aus Sicht der Schüler:innen statt? Zur Beantwortung dieser Frage ist der Einsatz qualitativer Erhebungsmethoden vorgesehen, daher werden aktuell verschiedene Interviewformen recherchiert und diskutiert. Als möglicher methodischer Zugang zur Gestaltung kindgerechter Gesprächsanlässe wird der Mosaic Approach (Clark, 2017) in Betracht gezogen. Bei weiterer Verfolgung dieser Überlegungen soll im Rahmen der PriQua Tagung diskutiert werden, welche Chancen und Herausforderungen bei Interviews mit Kindern sowie der Methode des Mosaic Approaches vorliegen. | |
