Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Tagesübersicht |
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Session E: Kollaboration in den Datenwissenschaften
Chair: Prof. Dr. Christof Wolf | ||
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Vom Projekt zur Infrastruktur: Betrieb eines interdisziplinären Dienstes zur Verknüpfung von Survey- und Geodaten 1: DIW Berlin, SOEP, Deutschland; 2: Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, Deutschland; 3: GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften Die interdisziplinäre Verknüpfung von Forschungsdaten unterschiedlicher Quellen aus verschiedenen Disziplinen durch Linked Data Service hat stark an Bedeutung gewonnen. Solche Dienste erfordern jedoch nicht nur technische Lösungen, sondern auch tragfähige Governance-Strukturen zwischen beteiligten Institutionen. Im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts Sozial-Raumwissenschaftliche Forschungsdateninfrastruktur (SoRa+) wurde eine technische und organisatorische Infrastruktur Geolinking Service SoRa (SoRa) aufgebaut, welche die Verknüpfung der Forschungsdateninfrastrukturen von GESIS, dem FDZ SOEP, sowie des IÖR-FDZ über interoperable Schnittstellen ermöglicht. Der Dienst ermöglicht die Beantwortung neuer interdisziplinärer Forschungsfragen an der Schnittstelle von Sozial-, Wirtschafts- und Raumwissenschaften. Zugleich ist SoRa so konzipiert, dass eine datenschutzkonforme Verknüpfung sensibler, insbesondere Survey- und Individualdaten mit Geodaten möglich ist. Aufgrund der besonderen Schutzbedürftigkeit dieser Daten kann eine solche Verknüpfung ausschließlich innerhalb gesicherter Forschungsumgebungen erfolgen, wie sie insbesondere Forschungsdatenzentren (FDZ) bereitstellen. Der Regelbetrieb von SoRa setzt dabei eine enge institutionsübergreifende Zusammenarbeit voraus, insbesondere in Bezug auf Rollenverteilung, Verantwortlichkeiten und Zugriffsregelungen. Perspektivisch kann SoRa um weitere FDZ erweitert werden. Fachspezifische Bedarfe, fachübergreifende Infrastruktur: Zur Kooperation von Fachinformationsdiensten und dem Forschungsdatenzentrum Qualiservice 1: Universitätsbibliothek Humboldt-Universität zu Berlin; 2: FDZ Qualiservice Aus verschiedenen Fachdisziplinen und wissenschaftlichen Communitys werden unterschiedliche Bedarfe an den Umgang mit qualitativen – insbesondere sensiblen – Forschungsdaten an Infrastrukturen, wie z.B. Forschungsdatenzentren herangetragen. Das Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice an der Universität Bremen, das auf die Archivierung zur Nachnutzung qualitativer Forschungsdaten aus allen sozialwissenschaftlichen Disziplinen spezialisiert ist, setzt mit der Beteiligung an fünf Fachinformationsdiensten (FID) ein Kooperationsmodell um, das auf die notwendige Integration fachspezifischer Bedarfe in Forschungsdateninfrastrukturen reagiert: Im Rahmen der Kooperationen werden im engen Austausch mit den von den FID betreuten Communitys und ihren Fachgesellschaften passgenaue Archivierungslösungen und fachspezifische FDM-Beratungs- und Informationsangebote konzipiert. Die Kooperationen ermöglichen also eine maximale Nähe zwischen Forschenden und FDZ. Gleichzeitig entstehen dabei auch fachübergreifende Services und Lösungen, von denen qualitativ Forschende aller Disziplinen profitieren. In unserem Vortrag wollen wir nicht nur unser Kooperationsmodell vorstellen, sondern auch anhand von Beispielen aus unserer forschungsnahen Archivierungs- und Beratungspraxis aufzeigen, wie die FID eine zentrale Mittlerrolle zwischen Forschenden und Forschungsdateninfrastrukturen einnehmen können, sodass fachspezifische und fachübergreifende Bedarfe sich gewinnbringend zusammendenken lassen. Reziprozität, Reputation & Datenqualität: Community-Datentreuhänder als Plattformen kollaborativer Datennutzung 1: GESIS Leibniz-Institut für die Sozialwissenschaften; 2: Leibniz-Institut für Medienforschung │ Hans-Bredow-Institut In der politischen Online-Kommunikationsforschung werden Textkorpora auf Grundlage des accountzentrierten Sampling generiert. Die Erstellung entsprechender Accountlisten ist mit hohem Aufwand verbunden und erfolgt häufig projektübergreifend redundant, da Accountverzeichnisse aufgrund ihrer datenschutzrechtlichen Sensitivität bislang kaum geteilt werden. Zudem besteht ein Kollektivgutproblem, da das Teilen solcher Listen anderen Forschenden potenziell Wettbewerbsvorteile im Hinblick auf Publikationen und Drittmittel verschafft. Als Lösungsansatz schlagen wir das Konzept einer Community-Datentreuhand (CDT) vor, in der Forschende Accountdaten in einer gemeinsamen Datenbank bündeln, wobei die Forschenden gleichermaßen Nutzende wie auch Datengebende sind. Der Beitrag untersucht, unter welchen Bedingungen eine solche Infrastruktur Wissenschaftler*innen zur gemeinschaftlichen Pflege eines Datenbestands aktivieren kann. Die empirische Grundlage bilden Co-Creation-Workshops mit Forschenden aus der Rechtsextremismusforschung. Aus den Diskussionen werden drei zentrale Aktivierungsdimensionen rekonstruiert: Reziprozität (Zugang nur gegen Beitrag), Reputation (Sichtbarkeit kuratorischer Arbeit und von Governance-Rollen) sowie Datenqualität (gemeinsam entwickelte Standards und arbeitsteilige Qualitätssicherung). Daraus leitet der Beitrag Gestaltungsprinzipien für kollaborative Datennutzung ab, die auf kontinuierliche Community-Beteiligung und partizipative Datengovernance angewiesen sind. Schiffbruch mit Daten: Gefahren durch institutionelle Diskontinuitäten minimieren und Resilienz von Forschungsdaten stärken 1: GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften, Deutschland; 2: Forschungsdatenzentrum (FDZ) am IQB; 3: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation Viele Faktoren, die die langfristige Nutzbarkeit von Forschungsdaten beeinflussen, liegen direkt in unserer Hand als Datenanbieter: Formate, Metadaten, Prozesse und Systeme. Einige Risikofaktoren können wir hingegen kaum bis gar nicht direkt beeinflussen: katastrophale Ereignisse, politische Umschwünge oder Verlust der Finanzierungsgrundlage. Es gilt daher, den Lebenszyklus von Daten unabhängig von der Existenz der datenhaltenden Einrichtung zu denken. Forschungsdaten langfristig für die Nutzung zu erhalten, bedeutet Vorsorge für den Fall zu treffen, dass die datenhaltende Organisation selbst die anvisierte oder vertraglich zugesicherte Erhaltungsfrist nicht erfüllen kann. Erfolgen kann dies in Form einer Nachfolgeplanung, die in einer konkreten Vereinbarung mit anderen Organisationen mündet, die archivierten Daten zu übernehmen. Eine solche Nachfolgeplanung (auch in Zertifizierungsstandards thematisiert) wird idealerweise schon beim Aufbau eines Forschungsdatenzentrums mitgedacht, denn sie erfordert Vorlauf für Abstimmungen und ggf. Anpassungen in der technischen, organisatorischen und rechtlichen Sphäre. Der Beitrag diskutiert, wie Datenbestände und für ihre Nutzung nötige Services (z.B. sichere Zugangsumgebungen mit Output-Kontrolle) aus der ursprünglich datenhaltenden Organisation herausgelöst und an Nachfolgeeinrichtungen übergeben werden können. Er stellt ein im Verbund Forschungsdaten Bildung erarbeitetes Instrument zur Strukturierung der Nachfolgeplanung vor. | ||

