Veranstaltungsprogramm
Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
|
Tagesübersicht |
| Sitzung | ||
Session C: Daten in der Forschung. Umgang mit Herausforderungen I
Chair: Dr. Christin Czaplicki | ||
| Präsentationen | ||
Politikevaluation als gesetzlicher Auftrag: das Teilhabechancengesetz als Fallbeispiel 1: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Deutschland; 2: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg In ihrem Koalitionsvertrag haben sich die aktuellen Regierungsparteien zur Vorlage eines Forschungsdatengesetzes bekannt. Dieses Gesetz ist dringend notwendig, da existierende Daten in weitestmöglicher Form für eine evidenzbasierte Politikberatung bereit stehen sollten. Nur auf einer breiten Datengrundlage können Gesetze auf ihre Wirksamkeit hin analysiert und valide Bewertungen vorgenommen werden. Dabei bergen insbesondere Individualdatensätze, bei denen Befragungsdaten mit Zustimmung der Befragten mit verschiedenen administrativen Datenquellen verknüpft werden, großes Potenzial für Forschung und Politikberatung. Denn zusätzliche Informationen aus Befragungen, welche in den administrativen Daten nicht enthalten sind (z. B. subjektive Einschätzungen), können vertiefte und spezifische Einblicke in bestimmte Sachverhalte liefern. Am Beispiel von Forschung am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird aufgezeigt, wie der Datenzugang zu Sozialdaten unter Wahrung des Datenschutzes geregelt wird und wie mit empirischen Analysen basierend auf verknüpften Datensätzen eine wichtige Politikreform begleitend evaluiert wird. Bei dieser Politikreform handelt es sich um das Teilhabechancengesetz (THCG), das zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist und das die Arbeitsmarktintegration von Langzeitarbeitslosen mithilfe von Lohnkostenzuschüssen und begleitendem Coaching verbessern soll. Die Datenkuration des RKI-Panel - FAIR Data by Design, EHDS ready Robert Koch-Institut, Deutschland Das RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“ ist die Studieninfrastruktur des Robert Koch-Instituts für repräsentative Befragungen zur gesundheitlichen Lage der Bevölkerung mit über 40.000 Teilnehmenden. Ziel ist die zeitnahe Bereitstellung epidemiologischer Daten zu zentralen Gesundheits- und Lebensumwelt-Themen als evidenzbasierte Grundlage für Politik, Prävention und Versorgung. Um den aktuellen Herausforderungen im Bereich der Arbeit mit Gesundheitsdaten zu begegnen (u.a. Recod Linkage, Federated Learning), wird das Datenmanagement und die zugehörige technische Infrastruktur des RKI-Panels seit 2025 grundlegend überarbeitet. Ziel ist ein vollständig FAIR- und EHDS-konformes Datenmanagement. Um dies zu erreichen wird bei zentralen Elementen der Datenkurration auf offen Standards, Informationsobjekte und Technologien gesetzt. Datenquellen, Kontextmaterialien und Transformationen werden so vollständig nachvollziehbar und bilden die Grundlage für Transparenz, Reproduzierbarkeit. Der Vortrag stellt die Struktur des Panel Datenmanagements vor und fokussiert dabei folgende Aspekte:
Responsible Geosocial Data Pipeline: Ein Privacy-by-Design Ansatz zur Nutzung digitaler Spuren in der Raumentwicklung Leibniz Institute of Ecological Urban and Regional Development, Deutschland Die Integration von nutzergenerierten, geosozialen Daten (z. B. Social Media) in die räumliche Planung bietet neue Chancen, kollektive Wahrnehmungsmuster und Raumnutzung zu verstehen. Die Verarbeitung dieser sensiblen Daten steht jedoch im Spannungsfeld zwischen Erkenntnisgewinn und striktem Datenschutz. Dieser Beitrag stellt die „Responsible Geosocial Data Pipeline“ vor, ein Infrastrukturkonzept zur ethischen Nutzbarmachung opportunistischer Datenströme, basierend auf Ergebnissen einer aktuellen Habilitationsschrift. Kern des Ansatzes ist ein Privacy-by-Design-Workflow, der die probabilistische Datenstruktur HyperLogLog (HLL) nutzt. Anstatt personenbezogene Rohdaten dauerhaft zu speichern, werden diese unmittelbar in anonyme statistische Abstraktionen (Sketches) überführt. Dies verunmöglicht eine Re-Identifikation, erlaubt aber weiterhin präzise Mengenschätzungen und komplexe Schnittmengenanalysen (z. B. Unterscheidung Touristen/Einheimische). Verknüpfung programmgenerierter Bildungsdaten mit amtlichen Sozialindikatoren: Potenziale und Grenzen am Beispiel des DigitalPakts Schule DLR Projektträger, Deutschland In der öffentlichen und politischen Debatte werden Bildungsförderprogramme zunehmend an gesamtgesellschaftlichen Wirkungen gemessen. Eine Möglichkeit für entsprechende Analysen auf Basis programmgenerierter Berichtsdaten ist deren Verknüpfung mit amtlichen Sozial- und Regionalindikatoren. Am Beispiel des DigitalPakts Schule (DPS) diskutiert der Beitrag Potenziale und datenlogische Grenzen solcher Verknüpfungen. Als Vorbedingung für solche Analysen wird eine systematische Datenmanagement-Strategie beschrieben. Zentrale Bausteine sind die qualitätsgesicherte Integration der Länderberichte in eine Datenbankstruktur sowie ein dokumentiertes Regelwerk zur Prüfung und Aufbereitung der Einreichungen. Der so erzeugte Analysebestand wird mit weiteren Merkmalen angereichert und mit Sozial- und Regionalindikatoren zusammengeführt. Dabei werden verschiedene Matchingverfahren vorgestellt. Besondere Grenzen ergeben sich aus der fehlenden bundesweit konsistenten Individualreferenzierung von Schulen und Schulträgern. Dadurch ist häufig nicht eindeutig bestimmbar, welche einzelnen Schulen bzw. Schulträger aus der Grundgesamtheit erreicht wurden. Das Fallbeispiel DPS zeigt: Aussagen zu gesellschaftlichen Effekten lassen sich mit angereicherten Prozessdaten ableiten; bestimmte datenlogische Limitationen (Grundgesamtheit/Identifikatoren) bleiben dabei strukturell bestehen. | ||

